Ein Mann wird ermordet in seinem Haus aufgefunden – marionettengleich arrangiert und rosa lackiert. Die einzigen Tatzeugen: sechs lebensgroße Silikonpuppen, ausgestattet mit Sprachfunktion und internetfähigem Betriebssystem. Die Zukunftslösung gegen Einsamkeit? Oder ein perfides Mittel, um die Privatsphäre der Besitzer auszuspionieren? Während Kommissar Brander und seine Kollegen der Kripo Esslingen fieberhaft versuchen, die digitale Welt zu verstehen, werden weitere bizarr hergerichtete Leichen entdeckt.
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Der Krimi „Schwabentod“ von Sybille Baecker überzeugte mich nicht nur durch seine zahlreichen regionalen Bezügen, sondern auch durch den hochspannenden und außergewöhnlichen Fall. Schon zum neunten Mal ...
Der Krimi „Schwabentod“ von Sybille Baecker überzeugte mich nicht nur durch seine zahlreichen regionalen Bezügen, sondern auch durch den hochspannenden und außergewöhnlichen Fall. Schon zum neunten Mal ermitteln die Kommissare Brander und Persephone „Peppi“ Pachatouride in Zusammenarbeit mit einem interessanten Team im schönen Schwabenland. Die vorhergehenden Bände muss man als Leser*in allerdings nicht unbedingt kennen, denn auch für Neueinsteiger ist die Handlung gut verständlich. Ungewöhnlich wird der Fall vor allem durch lebensechte Silikonpuppen, welche auch noch sprechen können. Es gibt zahlreiche Verdächtige und viele Fährten, so dass es dem Leser richtig schön schwer gemacht wird zu erraten, worin das Ganze gipfeln wird. Außerdem merkt man der Handlung eine gründliche Recherche an, die Autorin schafft es äußerst geschickt immer wieder technische und wissenschaftliche Erklärungen in den Text einfließen zu lassen. Fazit: „Schwabentod“ ist für alle Krimifreunde definitiv einen Blick wert. Auch ohne blutige Handlung kommt hier Spannung und Lesevergnügen auf!
Es ist schon ein skurriler Tatort, den Brander da betritt - eine männliche Leiche liegt, ähnlich einer Marionette, auf dem Boden und ist mit rosafarbenem Lack überzogen. Stumme Zeugen der Tat sind sechs ...
Es ist schon ein skurriler Tatort, den Brander da betritt - eine männliche Leiche liegt, ähnlich einer Marionette, auf dem Boden und ist mit rosafarbenem Lack überzogen. Stumme Zeugen der Tat sind sechs lebensgroße Silikonpuppen, die sogar sprechen können. Sind die Puppen als Gespielinnen gedacht oder was hat es mit diesen Living Dolls auf sich ? Kommissar Brander muss ermitteln und bekommt so einen tiefen Einblick in die Welt der Künstlichen Intelligenz, die Fluch und Segen zugleich ist....
Mit "Schwabentod" packt Sibylle Baecker ein heißes Eisen an und schürt die Diskussion um das Thema Künstliche Intelligenz . Ihre Recherchen zum Geschäft mit den Living Dolls, die einsamen Männern Gesellschaft leisten und ihnen als Lebensgefährtin dienen, ist sehr ausführlich und weckt mein Interesse an der Thematik. Für viele ist die lebensechte Puppe mit vielen technischen Finessen ein Ersatz für eine echte Partnerin und es lässt sich, wenn man es richtig anstellt, richtig viel Geld mit diesen Puppen verdienen.
Der Fall lebt von den technischen Einblicken, die wirklich gut erklärt werden und auch für den fachlichen Laien sehr gut verständlich sind. Das komplexe Thema biete viel Zündstoff und viele Möglichkeiten, den Täter lange Zeit im verbogenen agieren zulassen.
Die Autorin setzt ihre kreative Ideen und ein rasantes Erzähltempo als Grundstock für ihren Krimi ein und baut für den Leser so ein schier undurchdringliches Geflecht aus Lügen, Intrigen, Geldgier und bizarrer Weltanschauung.
Brander flüchtet sich ab und an zu einem guten Glas Whisky, der sein strapaziertes Nervenkostüm wieder beruhigt und ihn erdet. Der Genuss des edlen Tröpfchens lässt ihn zur Ruhe kommen und nachdenken.
Die Figuren überzeugen mit einem breit angelegten Fächer an Charaktereigenschaften und man findet von tobenden Emanzen-Schwestern, über das naive Blondchen bis hin zum Fachmann für KI alles, was es für diesen Fall braucht, um Spannung, Nervenkitzel und Rätselraten über weite Strecken hin aufrecht zuhalten. Lange tappt man wirklich auf dem Holzweg und die Schreibende weiß geschickt falsche Fährten zu legen und so ihre Leser in die Irre zu führen. Bis zum Schluß bleibt der Täter unerkannt und der Showdown sorgt für eine Wendung, die ich so nicht auf dem Schirm gehabt habe.
Ein Krimi, der von der Geschäftsidee, mit der Einsamkeit der Menschen richtig Geld zu machen und dabei künstliche Intelligenz einzusetzen, lebt, dabei die herrliche Umgebung des Ländle ordentlich aufmischt und für spannende Lesemomente sorgt.
Schwabentod ist die Fortsetzung einer Reihe rund um den Ermittler Andreas Brander, aber das Buch kann sehr gut unabhängig der vorherigen Bände gelesen werden und auch für mich ist es das erste ...
Meinung:
Schwabentod ist die Fortsetzung einer Reihe rund um den Ermittler Andreas Brander, aber das Buch kann sehr gut unabhängig der vorherigen Bände gelesen werden und auch für mich ist es das erste Buch der Reihe, aber auch der Autorin.
Das Buch hat einen guten Einstieg, wo der Leser zunächst kurz etwas über das Privatleben von Brander erfährt, was für Einsteiger der Reihe sehr gut ist. Danach kommt die Geschichte aber sehr schnell zur Sache und die erste Leiche wird gefunden. Es ist die Leiche von einem Mann und das bizarre: die Leiche wurde rosa lackiert. Doch die Leiche ist nicht der einzige Fund, sondern auch noch sechs lebensgroße Silikonpuppen. Sind die Puppen Zeugen der Tat geworden?
Der Klappentext hat mich mit seinem Inhalt gleich interessiert. Ich war sehr gespannt darauf in wie weit die Puppen eine Rolle spielen und ich wurde nicht enttäuscht. Brander und seine Kollegen waren mir alle direkt sympathisch. Zwar war es mit den vielen Namen und den dazugehörigen Spitznamen manchmal etwas schwierig, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt und konnte die Namen dann richtig zuordnen. Alle Protagonisten sind Grund auf verschieden, aber alle haben sich sehr gut ergänzt. Die Gegenseitigen liebevollen Sticheleien haben mich das ein oder andere mal zum Schmunzeln gebracht. Die Geschichte wird durchgängig nur aus der Sicht von Brander geschrieben und das hat mir sehr gut gefallen. Somit lag der Fokus beim lesen nur auf einer Perspektive und ich habe gemeinsam mit Brander mit gerätselt. So wurde das Ende der Geschichte auch nicht zu früh verraten. Außerdem erfährt der Leser nur etwas aus dem Privatleben von Brander. So liegt der Fokus mehr auf dem Mordfall, aber trotzdem kommt der Leser dem Hauptprotagonisten näher.
Der Schreibstil der Geschichte war sehr leicht und angenehm zu lesen. Bis auf die vielen verschiedenen Namen, bei denen ich mir erst einen Überblick verschaffen musste, hatte ich keine Probleme und bin sehr schnell durch die Geschichte gekommen. Die Szenen der Geschichte wechseln häufig hin und her, dass macht die Geschichte tempo reich und spannend und der Fokus liegt auf vielen Punkten in der Geschichte. So war es für mich bis zum Ende schwer herauszufinden wer der Täter ist. Am Ende hat sich alles zusammengefügt und es hat auch Sinn gemacht, dadurch wurde ich positiv überrascht und mir hat das Ende gut gefallen. Die Gestaltung hat mir durch das ganze Buch durchweg gefallen und auch der Aspekt mit den Puppen war genau auf den Punkt getroffen. Der Umgang mit den Ermittlern gegenüber den Puppen haben mich sehr zum schmunzeln gebracht. Auch der Technische Aspekt war sehr gut recherchiert, wurde gut in die Geschichte eingebaut und war für mich zu jedem Zeitpunkt verständlich. Zudem haben sich die Erklärungen in einem sehr angenehmen Maße befunden und haben das Buch keinesfalls langweilig gemacht. Ich fand manchmal das Verhalten der Verdächtigen etwas fragwürdig und unauthentisch, dass ist jedoch nur ein sehr kleiner Nachgeschmack und ich lege es dem Buch nicht negativ aus.
Fazit:
Allgemein konnte ich das Buch nur sehr schlecht aus der Hand legen und ich habe das Buch sehr schnell durch gelesen. Für das Buch kann ich keinen negativ Punkt nennen. Für mich war es von der Gestaltung, dem Inhalt und den Figuren einfach nur sehr gut auf den Punkt gebracht und es war ein sehr guter und spanender Thriller. Ich habe zu dem ein oder anderen Verdächtigen tendiert, aber ich lag bis zum Schluss falsch. Ich kann nur nochmal erwähnen, dass ich den Aspekt mit den lebensgroßen Silikonpuppen sehr interessant fand, aber auch die Ausführung ist der Autorin zu jedem Zeitpunkt gelungen. Das Buch war spannend, temporeich, interessant und an manchen Stellen musste ich schmunzeln. Erzählt wird die Geschichte durchgängig aus der sich von Brander geschrieben, was mir auch sehr gut gefallen hat. So liegt der Fokus nur auf einer Person und der Auflösung der Morde. Dennoch kommt man nicht nur Brander näher sondern auch seinen Ermittlern, aber auch Branders Privatleben in gewissem Maße. Ich werde aufjedenfall nach der Fortsetzung Ausschau halten. Das Buch kann ich nur jedem Krimi Fan sehr empfehlen!