Cover-Bild Hier im echten Leben
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17,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Fischer Sauerländer
  • Genre: Kinder & Jugend / Kinderbücher
  • Seitenzahl: 304
  • Ersterscheinung: 10.03.2021
  • ISBN: 9783737358224
  • Empfohlenes Alter: ab 10 Jahren
Sara Pennypacker

Hier im echten Leben

Birgitt Kollmann (Übersetzer), Jonathan Klassen (Illustrator)

Kann ein Träumer die Welt verändern?

Der einsame Junge Ware trifft Jolene, das Mädchen, das niemand haben will. Eine alte Kirchenruine wird ihnen beiden ein Zuhause. Als dieses bedroht wird, muss Ware sich entscheiden: Entweder er bleibt in seiner Traumwelt – oder er wagt es gemeinsam mit Jolene für das einzustehen, woran er im Leben glaubt.

Sara Pennypacker (Autorin von Dein SPIEGEL-Bestseller »Mein Freund Pax«) schildert, wie zwei Kinder, die sich verloren fühlen, über sich hinauswachsen – und erkennen, dass sie mit ihrem Einsatz die Welt zu einem besseren Ort machen können.

»Dieses phantasievolle Abenteuer beleuchtet, wie Kinder aus ihrem Inneren Kraft schöpfen und zu Kreativität aufzublühen können – wenn ihnen der Raum gewährt wird.«
The New York Times Book Review

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.04.2021

normal sein wird überbewertet

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Als Ware erfährt, dass er einen ganzen Sommer im städtischen Sommercamp verbringen soll, weil seine Eltern Doppelschichten arbeiten wollen, um sich den Traum vom eigenen Haus erfüllen wollen, bricht für ...

Als Ware erfährt, dass er einen ganzen Sommer im städtischen Sommercamp verbringen soll, weil seine Eltern Doppelschichten arbeiten wollen, um sich den Traum vom eigenen Haus erfüllen wollen, bricht für ihn eine Welt zusammen. Er hasst dieses Camp, es ist laut, voll und er als Einzelgänger hat schon in den Jahren zuvor keine Kontakte knüpfen können. Doch dann entdeckt er auf dem Grundstück neben dem Camp eine Kirchenruine und in ihm beginnt ein Plan zu reifen. Er hat gerade ein besonders Interesse an Burgen und Rittern und so will er aus der Ruine eine Burg erschaffen, nur hat er nicht mit Jolene gerechnet, die einen ganz anderen Plan verfolgt. Sie pflanzt Papayapflanzen, die sie selbst sieht. Und dann kommt auch noch Ashley, die auch einen ganz besonderen Plan hat. Nachdem sich Ware und Jolene angefreundet haben verfolgen sie zunächst den Plan einen ziemlich großen Burggraben für die Kraniche zu bauen, damit diese sich nicht verletzen wenn sie landen. Es beginnt ein Sommer in dem nicht nur die beiden schwer arbeiten sondern sich auch immer kennen lernen und sich nicht körperlich weiterentwickeln sondern auch geistig reifen.

Die Autorin schafft es den Leser mit einen ganz besonderen Schreibstil, den Leser für die Sorgen und Nöte von Kindern zu sensibilisieren, die ein alles andere als normales und stabiles Elternhaus haben. Einen besonderen Fokus legt sie dabei scheinbar auf Wares „Inselbegabung“.

Besonders schön fand ich an diesem Roman, dass hier zwei Kinder im Mittelpunkt stehen, die es nicht einfach haben. Auch wenn es anfangs so wirkt als wäre Ware überbehütet von einer Mutter, die alles minutengenau mit Listen für ihn plant, ihn dann aber abschiebt und sich nicht mehr wirklich um ihn kümmert. Die Eltern verfolgen ohne Rücksicht auf Verluste ihren eigenen Plan vom Glück. Sehen nicht was für einen tollen einzigartigen Jungen sie haben und wünschen sie dann auch noch einen ganz normalen. Ihnen fällt dabei nicht mal auf, wie sie ihren Jungen damit den Boden unter den Füßen wegziehen, sondern ihn damit auch von sich wegstoßen. Und Jolenes Leben ist zwar das ganze Gegenteil von Wares aber auch sie hat mit einen Totallausfall von Erziehungsberechtigten zu kämpfen, die Mutter abgehauen und die Tante frönt dem Alkohol. Dass dieses Zusammentreffen der beiden Figuren dann in ein „Naturschutzprojekt“ mündet, das auch noch illegal ist, aber eine Wirkung hat, finde ich richtig klasse.

Der Autorin ist es richtig gut gelungen, die Entwicklung der beiden Hauptfiguren aufzuzeigen. Sie zeigt nicht nur was unbedarft gesagte Worte für Schaden anrichten können sondern auch wie Kinder über sich hinauswachsen können. Sie sich den Eltern stellen und ihnen die Stirn bieten. Ware und Jolene sind mir am Ende des Buches so ans Herz gewachsen, dass ich richtig traurig war sie nicht noch ein kleines Stück weiter begleiten zu können.

Fazit: „Hier im echten Leben“ passieren doch kleine Wunder, die das Leben aller beeinflussen. Ein wirklich herzerwärmendes Buch für die Individualität und Herzlichkeit. Ich bin begeistert von diesem Buch. Besonders sensible Kinder/Jugendliche werden dieses Buch lesen. Denn es geht nicht nur die persönliche Entwicklung, sondern auch um soziales Miteinander, Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Alles Themen, mit denen sich die Jugend gerade sehr auseinander setzt.

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Veröffentlicht am 07.04.2021

Über die Kraft der Träumer und Künstler

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Der elfeinhalbjährige Waren wohnt mit seiner Familie in Florida und soll die restlichen Sommerferien in einem Sommercamp abgeschoben werden, weil seine Eltern ununterbrochen schuften, um den ersehnten ...

Der elfeinhalbjährige Waren wohnt mit seiner Familie in Florida und soll die restlichen Sommerferien in einem Sommercamp abgeschoben werden, weil seine Eltern ununterbrochen schuften, um den ersehnten Hauskauf abzuschließen. Waren wünscht sich allerdings nur Ruhe und Zeit zum Träumen - zwei Dinge, die er definitiv nicht im Camp finden wird. Stattdessen entdeckt er eine alte Kirchenruine und ein Mädchen, mit dessen Hilfe er einen Garten erschafft, der beiden schließlich als Zufluchtsort dient. Bis sie erfahren, was eigentlich mit dem Grundstück geplant ist…
Themen wie Natur- und Artenschutz spielen eine Rolle, ebenso wie Sensibilität, Freundschaft, Introvertiertheit, Kunst und Kultur und die Tugenden der Ritterlichkeit. Auch schwierige Themen wie Alkoholismus, Selbstablehnung, Krankheit und Erziehung werden aufgegriffen.

Warens reiche Wahrnehmungsfähigkeit und sein komplexes Gefühlsleben zeichnet ihn aus: er verabscheut Ungerechtigkeiten, ist intuitiv, emphatisch und kreativ, aber auch voller Zweifel und Unsicherheit. Er wünscht sich Akzeptanz und möchte daher so „normal“ wie die anderen Kinder in seinem Alter sein. Mit der Zeit gewinnt Waren seine Selbstachtung zurück und lernt zwischenmenschliche Beziehungen in den Griff zu bekommen. So wird aus einer vermeintlichen Schwäche eine besondere Stärke. Es war eine große Freude, Waren auf diesem Weg zu begleiten.
Lebensbejahende Botschaften verpackt in eine leise, unaufgeregte, atmosphärische Geschichte, die vor allem mit ihren fehlerhaften Figuren, achtsamen Momenten und nachdenklich stimmenden Dialogen überzeugt. Wenn man sich darauf einlässt, wird man verzaubert sein, wie sehr ein Buch vorschnelle Vermutungen herumwirbeln kann.
Aus meiner Sicht waren die Charakter authentisch und nachvollziehbar beschrieben. Der rote Faden der Geschichte ist Warens Weiterentwicklung, die Veränderung, die er lostritt und seine Vision vom Leben; sprachlich vielfältig und bildhaft, aber trotzdem kindgerecht präsentiert.
Eine tolle Geschichte über die Macht der Vorstellungskraft, aufblühende Kinder und den Umgang mit schlimmen Dingen, die passieren. Jeder, der sich davon angesprochen fühlt, dem sei dieses Buch empfohlen.

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Veröffentlicht am 04.04.2021

Kleines Juwel

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Ein "normales" Kind, das würden sich Wares Eltern so sehr wünschen. Einen sportbegeisterterten Jungen mit vielen Freunden. Aber Ware verfügt über eine reife, empathische Seele, spürt die Angst der anderen ...

Ein "normales" Kind, das würden sich Wares Eltern so sehr wünschen. Einen sportbegeisterterten Jungen mit vielen Freunden. Aber Ware verfügt über eine reife, empathische Seele, spürt die Angst der anderen beinahe am eigenen Leib, sucht das Alleinsein und hängt äußerst tiefgründigen Gedanken nach. Als seine überarbeiteten Eltern ihn ins verhasste Sommercamp schicken, will Ware eigentlich nur einen Blick auf das Nachbargrundstück werfen. Dort erwartet ihn nicht nur eine Kirchenruine, die in Wares Phantasie eine hervorragende Burg abgeben würde, sondern auch das Mädchen Jolene, das aus zunächst unerfindlichen Gründen dort einen Papaya-Garten anlegt. Zunächst ist Jolene alles andere als begeistert über Wares Gesellschaft. Aber als das Grundstück versteigert werden soll, müssen die beiden Kinder, die bisher stets nur am Rand stehen wollten, lernen, neue Wege zu gehen, im Versuch, ihr kleines Paradies zu beschützen.

Sara Pennypacker hat mich mit ihrer Geschichte und ihren Protagonisten von der ersten bis zu letzten Seite eingefangen. Hier gibt es keine wilde Action, sondern ganz viele leise, schöne und manchmal fast poetische Momente, etwa wenn die Scherben des zerbrochenen Kirchenfensters funkeln wie "Juwelen, auf denen ein Fluch lag". Ganz nebenbei und ohne erhobenen Zeigefinger können Kinder lernen, dass es in Ordnung ist, anders zu sein und vielleicht sogar die Freude am Naturschutz entdecken. Mich als Erwachsene hat die Story wirklich berührt.

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Veröffentlicht am 20.04.2021

Herzerwärmend, berührend, wunderschön.

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Da mir meine zwei bisherigen Werke von Sara Pennypacker unglaublich gut gefallen haben, war meine Neugierde sofort geweckt als ich das erste Mal von ihrem neuen Titel hörte. Beim Cover war es bei mir ...

Da mir meine zwei bisherigen Werke von Sara Pennypacker unglaublich gut gefallen haben, war meine Neugierde sofort geweckt als ich das erste Mal von ihrem neuen Titel hörte. Beim Cover war es bei mir Liebe auf den ersten Blick und auch der Klappentext konnte umgehend bei mir punkten. Für mich stand daher sehr schnell fest, dass ich „Hier im echten Leben“ unbedingt lesen muss.

Der 11-jährige Ware ist anders als die meisten Kinder in seinem Alter: Er ist ein Träumer und Außenseiter, er ist hochsensibel und nachdenklich und seine Zeit verbringt er am liebsten alleine, in seiner eigenen Welt. Wares Begeisterung hält sich daher sehr in Grenzen als ihm seine viel beschäftigten Eltern eröffnen, dass er die Sommerferien im Feriencamp verbringen soll. Ware hasst dieses Sommerlager, wo es laut und voll ist und er nicht für sich sein kann. Gleich an seinem ersten Tag im Camp reißt er aus und entdeckt auf dem großen verlassenen Nachbargrundstück eine halb abgerissene alte Kirche. Das Grundstück wurde allerdings bereits von jemanden in Beschlag genommen: Jolene, ein sehr toughes und recht schroffes Mädchen, die auf dem Gelände Papayas anpflanzt. Zwischen den beiden Kinder entwickelt sich eine behutsame Freundschaft und gemeinsam beginnen sie damit, das ungenutzte Terrain in ihr eigenes Paradies umzuwandeln. Während sich Jolene um ihre Papayapflanzen kümmert, erschafft sich Ware aus der alten Kirchenruine eine eigene Ritterburg mitsamt Burggraben. Alles könnte so schön sein, doch dann erfahren die beiden, dass das Grundstück verkauft und die Ruine für ein neues Gebäude abgerissen werden soll. Für Ware steht sofort fest, dass er für seinen neuen geheimen Zufluchtsort kämpfen muss.

Da mir Sara Pennypacker mit „Mein Freund Pax“ damals ein echtes Highlight geschenkt hat und der Klappentext von ihrem neuen Buch einfach so gut klang, habe ich mir von „Hier im echten Leben“ ziemlich viel erhofft. Hinzu kommt selbstverständlich noch das wunderhübsche Cover. Es ist natürlich immer Geschmackssache – ich jedenfalls bin ganz hin und weg von dieser geheimnisvoll anmutenden Gestaltung des Schutzumschlags.
Optisch konnte mich der neue Kinderroman von Sara Pennypacker also schon mal vollends überzeugen. Wie aber schaut es mit dem aus, was mich zwischen den Buchdeckeln erwartet hat?

Um es kurz zu machen: Mir hat Sara Pennypacker mit „Hier echt im Leben“ ein zauberhaftes Leseerlebnis beschert. Der US-amerikanischen Autorin ist erneut ein ganz besonderer und zutiefst berührender Kinderroman geglückt, der ruhig und kraftvoll zugleich ist und viele wichtige Werte und bedeutsame Botschaften vermittelt.

Freundschaft, Mut, Zusammenhalt, Selbstakzeptanz, Tier- und Umweltschutz, die Macht der Fantasie – all diese Dinge haben unter anderem ihren Platz in „Hier im echten Leben“ gefunden und werden auf eine kindgerechte Weise vermittelt. Ich muss allerdings sagen, dass ich mir nicht sicher bin, ob die Geschichte wirklich für 10-jährige Kinder geeignet ist, da die Handlung insgesamt wirklich sehr ruhig ist. Ich könnte mir vorstellen, dass junge Leserinnen schnell ein bisschen gelangweilt sein werden, da die Spannungskurve sehr niedrig gehalten ist.
Ein weiterer Punkt, der mich mit der Altersangabe etwas hadern lässt, ist der Schreibstil. Sara Pennypacker besitzt einen außergewöhnlichen und sehr bildlichen Erzählstil, den ich persönlich wahnsinnig gerne mag. Für mich hat er sich dank der fabelhaften Übersetzungsarbeit von Birgitt Kollmann erneut großartig lesen lassen. Für jüngere Leser
innen aber wird er, so denke ich, vermutlich etwas zu schwierig und anspruchsvoll sein.
Der Altersempfehlung vonseiten des Verlags kann ich mich daher nicht gänzlich anschließen. Es kommt natürlich immer aufs Kind an, ich jedenfalls würde „Hier im echten Leben“ eher ab 12 Jahren empfehlen.

Mir, als Erwachsene, hat es unheimlich viel Freude bereitet in dieses Buch einzutauchen und Ware und Jolene auf ihrem Weg zu begleiten. Ich habe mich von Beginn an pudelwohl in der Geschichte gefühlt, unseren Hauptprotagonisten Ware habe ich auf Anhieb in mein Herz geschlossen und dank der wunderbaren Sommerstimmung habe ich sofort total Lust auf warme Sonnentage bekommen.

Erzählt wird die gesamte Handlung aus der Sicht des 11-jährigen Ware in der Ich-Perspektive. Dass es sich bei ihm um einen ganz besonderen Jungen handelt, wird einem als Leserin sehr schnell klar. Ware ist ein ziemlicher Einzelgänger und Außenseiter, er flüchtet am liebsten in seine Phantasiewelten, seine Umwelt beobachtet er stets ganz genau und nimmt sie voller Empathie wahr, und sein größter Wunsch ist es, normal zu sein. Mich hat Wares komplexes Denken und Fühlen überaus fasziniert und tief bewegt. Zugleich hat es mich aber auch sehr traurig gestimmt. Mir tat Ware so leid, dass er von solchen Selbstzweifeln geplagt wird und ständig das Gefühl hat, seine Eltern zu enttäuschen. Mitzuerleben, wie er in diesem Sommer aufblühen und lernen wird, sich selbst und seine Eigenarten zu akzeptieren, hat mir daher richtig das Herz erwärmt. Mit Ware hat die Autorin einen einzigartigen Romanhelden erschaffen, den man als Leserin einfach sofort gernhaben muss und den man auf seiner Reise zu sich selbst nur zu gerne begleitet.

Auch mit Jolene hat Sara Pennypacker eine unvergleichliche und vielschichtige Figur ausgearbeitet. Da Jolene zunächst recht verschlossen wirkt und sehr wortkarg ist, macht sie zu Beginn nicht den sympathischsten Eindruck. Im Verlauf der Handlung erfahren wir aber mehr über sie und ihre Geschichte, sodass man schließlich noch versteht, warum sie sich zu so einem ruppigen Mädchen entwickelt hat.

Der Fokus der Erzählung liegt eindeutig auf Ware und Jolene und deren Freundschaft. Vollkommen glaubhaft und authentisch und mit ganz viel Herz und Feingefühl beschreibt Sara Pennypacker die Entwicklung der beiden und zeigt uns mit ihnen, dass Kinder Dinge vollbringen können, die nicht einmal Erwachsene schaffen und dass vermeintliche Schwächen große Stärken sein können.

Neben Ware und Jolene konnte mich die Autorin auch mit sämtlichen Nebenfiguren auf ganzer Linie überzeugen. Da hätten wir zum Beispiel das Mädchen Ashley, die ihre Sätze gerne wie eine Frage klingen lässt und die unsere zwei Freunde bei ihrem Kampf für ihr Paradies unterstützen wird. Und Wares Onkel Cy, ein ganz wundervoller Charakter, der seinen Neffen dabei helfen wird, endlich selbstbewusster zu werden.

Mit dem Setting konnte das Buch ebenfalls komplett bei mir punkten. Den größten Teil der Erzählung halten wir uns auf dem verlassenen Grundstück auf und da alles sehr anschaulich und stimmungsvoll beschrieben wird, hat man beim Lesen lauter tolle Bilder im Kopf und taucht in eine bezaubernd idyllische, sommerliche Atmosphäre ein.

Bezüglich der Handlung habe ich euch ja bereits berichtet, dass sie mit keiner großen Spannung aufwarten kann. Da ich ungemein gerne ruhig erzählte Bücher lese, hat mich dieser Punkt nicht gestört. Mich haben die Geschehnisse dennoch durchweg mitreißen können und da die Kapitel angenehm kurz sind, bin ich beim Lesen nur so durch die Seiten geflogen und habe das Buch am Ende mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen wieder zuklappen können.

Fazit: Eine herzerwärmende Geschichte über zwei starke Kinder, die ihren eigenen Weg gehen und dabei über sich selbst hinauswachsen werden.
Sara Pennypacker hat mit „Hier im echten Leben“ einen wunderschönen Kinderroman aufs Papier gebracht, in welchem sie mit ganz viel Warmherzigkeit zahlreiche bedeutungsvolle und aktuelle Themen behandelt wie Freundschaft, Selbstakzeptanz, das Anderssein, Veränderung und Umweltschutz. Die Geschichte zeigt auf, wichtig es ist, für seine Träume zu kämpfen und dass man mit tollen Freunden an seiner Seite ganz viel im echten Leben erreichen kann.
Ich kann „Hier im echten Leben“ nur empfehlen. Für mich war das Buch ein richtiges Wohlfühlbuch, mit welchem ich eine herrliche Lesezeit verbracht habe. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 03.04.2021

Träumer oder Realist

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Ein Junge, der in seiner eigenen Welt lebt, ein Mädchen, das in der harten Realität Zuhause ist und eine alte Kirchenruine, die alles verändert - all das findet sich in "Hier im echten Leben - Kann ein ...

Ein Junge, der in seiner eigenen Welt lebt, ein Mädchen, das in der harten Realität Zuhause ist und eine alte Kirchenruine, die alles verändert - all das findet sich in "Hier im echten Leben - Kann ein Träumer die Welt verändern? " von Sara Pennypacker.

Das wunderschöne Cover mit seindk dunklen Hintergrund, der hellen Kirchenruine und den Palmwedeln weckt die Neugierde und gibt erste Hinweise auf die Geschichte.

Ware ist ein einsamer Junge, der gern in seiner eigenen Welt lebt und mit seiner Identität kämpft. Er trifft Jolene eines Tages auf dem Grundstück der alten Kirchenruine. Anfangs sehen sie sich mehr als Feinde, doch die Ruine wird ihnen ein Zuhause. Als dieses bedroht wird, muss Ware sich entscheiden, ob er es wagt, seine Welt zu verlassen um Jolene beizustehen.

Wer das Buch "Pax" von Sara Pennypacker kennt, weiß, wie besonders ihr Schreibstil ist. Es gibt viele wunderbare Metaphern und man kann sich alles sehr gut vorstellen. Es ist kein typisches Kinderbuch, denn es hat nicht den typischen Spannungsbogen. Dafür aber seine ganz eigene leise Dramatik, die berührt, wenn denn die Leserinnen bereit sind, sich wirklich auf Ware und Jolene einzulassen. Dann kann man sich sehr gut in sie beide hinein versetzen und die Geschichte wird lebendig. Empfehlenswert ist das Buch für Leserinnen ab 12 /13 Jahren.

Die Szenerien sind sehr schön ausgearbeitet. Wer mit offenen Herzen liest, wird im Buch Textpassagen mit kleinen Weisheiten finden, die man mit ins Leben nehmen kann.

Leider gibt es auch ein, zwei Szenen, die einfach zu schnell angehandelt wurden und die Reaktionen zweier Protagonisten dadurch nicht authentisch wirkten.

Ob Ware als Träumer die Welt verändert, wird natürlich nicht verraten. Seine und Jolenes Geschichte zeigen aber auf, dass Mut, Teamgeist und zu sich selbst zu stehen lohnenswert sind, egal, wie es letzten Endes ausgeht. Eine berührende Geschichte über das Anderssein, Freundschaft, Naturschutz, Recycling und der Suche nach dem wahren Leben.

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