Cover-Bild Wilde Freude
(19)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 288
  • Ersterscheinung: 21.08.2020
  • ISBN: 9783423282376
Sorj Chalandon

Wilde Freude

Roman
Brigitte Große (Übersetzer)

›Thelma und Louise‹ mitten in Paris

Als die Pariser Buchhändlerin Jeanne die Diagnose Brustkrebs
bekommt, verlässt sie ihr Mann, weil er das Leid seiner Frau nicht erträgt. Den Rat ihrer Ärzte, sich Unterstützung zu suchen, setzt sie auf überraschende Weise um: Ihre engsten Verbündeten im Kampf gegen den Krebs werden Brigitte, Assia und Mélody, allesamt Frauen, denen das Schicksal nicht wohlgesinnt war. Und so zögert Jeanne nicht lang, als ihre Mithilfe gefragt ist bei einem gewagten Coup: Geplant ist ein Überfall auf den größten Juwelier der Stadt, im Herzen von Paris.

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.08.2020

Niemals aufgeben

0

Im Mittelpunkt von Sorj Chalendons neuem Roman “Wilde Freude“ steht die Buchhändlerin Jeanne Hervineau. Sie erfährt, dass sie an Brustkrebs erkrankt ist. Die gute Nachricht: ihr wird nicht die Brust amputiert, ...

Im Mittelpunkt von Sorj Chalendons neuem Roman “Wilde Freude“ steht die Buchhändlerin Jeanne Hervineau. Sie erfährt, dass sie an Brustkrebs erkrankt ist. Die gute Nachricht: ihr wird nicht die Brust amputiert, aber sie muss monatelang eine Chemo-, danach eine Strahlentherapie machen. Ihr Mann Matt reagiert abweisend und kalt. Er kann ihren Anblick und Geruch schon bald nicht mehr ertragen und verlässt sie. Da trifft es sich gut, dass sie bei der Therapie die empathische Brigitte kennenlernt, die sie schon bald einlädt, in die WG mit den Freundinnen Assia und Melody einzuziehen, die alle dasselbe durchmachen. Drei von ihnen teilen im Übrigen auch die Erfahrung, ein Kind verloren zu haben. Jeannes Sohn Jules starb mit sieben Jahren an einer unheilbaren Krankheit. Seit seinem Tod ist die Beziehung zu Matt bereits zerrüttet. Bei den drei Frauen fühlt sich Jeanne geborgen und fasst allmählich neuen Lebensmut. Sie verändert sich auch sonst, entschuldigt sich nicht mehr ständig, was ihr den Spitznamen Jeanne Sorry eingebracht hat. Sie merkt, dass sie ein Leben lang unauffällig und angepasst sein wollte. Jetzt nimmt sie ihr Schicksal in die Hand und wird zur mutigen Kämpferin. Diese Eigenschaft wird gebraucht, als die vier Frauen einen Überfall auf ein Juweliergeschäft planen, um einer von ihnen aus ihrer Notlage zu helfen. Dadurch bekommt der Roman, der in der ersten Hälfte eher von Traurigkeit angesichts der vielleicht tödlichen Krankheit dominiert wird, Elemente eines Thrillers mit zunehmender Spannung. Wilde Freude vermisse ich allerdings weitgehend – abgesehen von der Tatsache, dass die Frauen ihr Leben trotz aller Schmerzen und Ängste so normal wie möglich weiterführen.
Ich kenne fast alle Romane von Chalendon. Dieser ist anders und gefällt mit aus verschiedenen Gründen weniger als die anderen. Das liegt einmal an den detaillierten Beschreibungen der Krankheit und den Therapien mit den verheerenden Begleiterscheinungen, zum anderen an der nicht immer besonders plausiblen Romanhandlung – hier vor allem der bewaffnete Überfall. Positiv zu bewerten ist auf jeden Fall, dass die Geschichte den Leser nicht hoffnungslos zurücklässt. Dafür sorgt schon die beschriebene Solidarität und Freundschaft unter den Frauen, die ihnen den Mut und die Kraft zu kämpfen gibt. Bedingt zu empfehlen.

Veröffentlicht am 22.08.2020

Der Mut der Frauen

0

Im Mittelpunkt von Sorj Chalendons Roman “Wilde Freude“ steht die Buchhändlerin Jeanne. Sie erfährt eines Tages, dass sie an Brustkrebs erkrankt ist und sich einer Chemotherapie gefolgt von Bestrahlungen ...

Im Mittelpunkt von Sorj Chalendons Roman “Wilde Freude“ steht die Buchhändlerin Jeanne. Sie erfährt eines Tages, dass sie an Brustkrebs erkrankt ist und sich einer Chemotherapie gefolgt von Bestrahlungen unterziehen muss. Ihr Mann Matt ist ihr in dieser Situation keine Hilfe. Die Ehe ist bereits seit längerer Zeit gescheitert - seit ihr siebenjähriger Sohn Jules starb. Matt reagiert kalt und ablehnend und wird sie bald verlassen, weil er ihren Anblick nicht erträgt. Bei der Therapie lernt Jeanne in Brigitte eine Krebspatientin kennen, die sie fürsorglich und liebevoll betreut. Durch Brigitte begegnet Jeanne mit Assia und Melody zwei weiteren kranken Frauen und zieht nach einiger Zeit in ihrer WG ein.
Der Autor schildert – wohl aufgrund eigener familiärer Erfahrungen - kenntnisreich und detailliert die Symptome der Krankheit und die furchtbaren Nebenwirkungen der Therapie mit allen zum Teil unappetitlichen Begleiterscheinungen. Er kann sich zum Beispiel sehr gut in die Situation von Frauen versetzen, die den Verlust ihrer Haare fürchten und sich lieber eine Glatze scheren lassen als diesen Prozess bis zum Ende mit anzusehen. Mir persönlich gefällt diese Detailfreudigkeit nicht, im Gegenteil, sie macht mir Angst. So genau möchte ich das gar nicht wissen. Positiv ist an dem Roman sicherlich das Porträt von Solidarität und Freundschaft unter den betroffenen Frauen, das zeigt, dass man auch in schier ausweglosen Situationen nicht den Mut verlieren darf, sondern den Kampf gegen den Krebs aufnehmen muss, auch wenn der Ausgang ungewiss ist. Das wird sehr deutlich in der Figur der mitfühlenden Brigitte, aber auch in der sympathischen Jeanne, die erkennt, dass sie ihr Leben lang zu nachgiebig und unterwürfig war und nun zur furchtlosen Kämpferin wird. Insgesamt überzeugt mich der Roman neben den genannten Gründen auch wegen seines nicht immer plausiblen Plots nicht. Für mich ist dies nicht sein bester Roman.

Veröffentlicht am 21.08.2020

Freude nur am Rande

0

Nach der Brustkrebsdiagnose für die Pariser Buchhändlerin Jeanne ist nichts mehr, wie es vorher war. Ihr Mann kann ihr Leid nicht ertragen, kann ihr keine Stütze sein und trennt sich von ihr – zumindest ...

Nach der Brustkrebsdiagnose für die Pariser Buchhändlerin Jeanne ist nichts mehr, wie es vorher war. Ihr Mann kann ihr Leid nicht ertragen, kann ihr keine Stütze sein und trennt sich von ihr – zumindest vorerst. Mit allen Sorgen und Fragen allein gelassen, vertraut Jeanne schließlich auf die Unterstützung dreier anderer vom Schicksal getroffener Frauen und lässt sich schlussendlich sogar von dem wilden Trio überzeugen, bei einem Überfall auf den größten Juwelier von Paris mit dabei zu sein.

Der Einstieg passt perfekt zum Klappentext, doch schnell ändert sich der Schauplatz. Über viele Seiten muss sich der Leser mit Jeannes Krankheit auseinandersetzen. In quälenden Details schildert der Autor die schrecklichen Stunden, Tage und Wochen von der Untersuchung über die Diagnose bis hin zur zermürbenden Behandlung. Dem nicht genug, rücken nach etlichen Kapiteln die anderen Frauen eine nach der anderen in den Vordergrund, wobei auch hier schreckliche Dramen aufgezeigt werden, denen Brigitte, Assia und Melody ausgesetzt waren, sodass sich eine recht deprimierende Stimmung über das Geschehen legt. Erst als man kaum noch rechnet damit, rückt der Tag für das wahnwitzige Vorhaben der vier Frauen näher und bringt ein wenig Witz und Esprit in all die vorangegangene Tristesse.

Der Schreibstil von Sorj Chalandon ist angenehm und flüssig zu lesen, viele Einzelheiten werden genau beleuchtet, wodurch Jeannes Gefühle und auch die der anderen mehr als deutlich zu spüren sind. Das Hadern mit der Diagnose steht im Kontrast zu Zuversicht und Hoffnung, Höhen und Tiefen wechseln wie auf einer Hochschaubahn.

Leider überschatten zu viele schwermütige und deprimierende Passagen jenen Abschnitt, den man vom Klappentext erwartet. Die Vorgeschichten aller vier Frauen sind natürlich nicht unwesentlich, nehmen aber für meinen Geschmack zu viel Raum ein und drängen Ausgelassenheit und Freude eher an den Rand.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.08.2020

Sorry...aber das war ein Flop!

0

Jeanne hat Brustkrebs. Diese Diagnose hat nicht nur sie komplett geschockt, sondern auch ihren Mann der sie daraufhin sogar verlässt. Er hält es einfach nicht mehr aus, sie so leiden zu sehen und dann ...

Jeanne hat Brustkrebs. Diese Diagnose hat nicht nur sie komplett geschockt, sondern auch ihren Mann der sie daraufhin sogar verlässt. Er hält es einfach nicht mehr aus, sie so leiden zu sehen und dann auch noch Krebs! Nein. Das könne er nicht...Wummm! Das saß!

Bei ihren Untersuchungen im Krankenhaus lernt Jeanne Assia, Mélody und Brigitte kennen. Die vier werden Freundinnen und wollen alle den Weg, den jede von ihnen definitiv bestreiten muss, zusammen gehen, komme was wolle! Aber den einen Coup müssen sie sogar alle zusammen starten: einen Raubüberfall bei dem größten Pariser Juwelier der Stadt!



„Wilde Freude“ wurde von Sorj Chalandon verfasst. Nur kam bei mir keine wilde Freude auf, als ich dieses Buch durch hatte.

Jeannes Diagnose ist wahrlich heftig aber auch nichts außergewöhnliches. Krebs gehört heute als Krankheit fest in unsere Gesellschaft. Er ist unberechenbar und vor allem, ein ganz ganz mieser Verräter gegenüber dem Leben. Krebs ist stark, hart und macht die Seele mürbe. Wir erleben hier im Buch Jeannes Weg mehr als detailliert und man brauch schon sehr gute Nerven dafür um das durchzustehen. Wer hier zart besaitet ist, sollte das Buch gleich wieder aus der Hand legen. Chalandon lässt kein Detail aus! Gar kein Detail und so müssen wir hier, als Leser, Jeanne zur Seite stehen. Da ich diese Krankheit sehr gut kenne, haut mich das nicht um, aber es deprimiert einen und man muss sich schon arg auf das Buch konzentrieren und nicht ständig selbst an die eigenen familiären Schicksale etc. denken und dadurch abschweifen....Ich muss gestehen, ich hatte selten ein Buch, das mich so beim lesen abgelenkt hat, wie dieses....kein Pluspunkt.

Das sich Jeanne dann noch für alles und jeden Kram entschuldigt, lässt bei mir riesige Wut aufkommen. Das ist alles so langatmig, schwerfällig und mau verfasst...puhhhh....man möchte sie am liebsten schütteln und ihr mal klar die Meinung geigen. Sie kann doch nichts dafür! Man, man, man....Als dann die Damen auf die „glorreiche“ Idee mit dem Überfall kommen, fragt man sich, ob dem Autor nichts besseres eingefallen ist. Diese Story gibt es doch bereits und wird immer wieder gern in anderen Thrillern etc. verwendet. Das ist doch so ein alter Hut, das ich mir das Gähnen daraufhin nicht ersparen konnte.

Nein, das war nicht mein Buch. Nein, es hat meine Erwartungen überhaupt nicht erfüllt. Einziger Pluspunkt ist Chalandons Schreibstil. Ja, das kann er, flüssig und ausdauernd den Leser im Lesefluss halten. Aber an den Charakteren, die teilweise erst zum Schluss komplett beleuchtet werden (da haben wir bereits alle Stufen der Behandlung bei Jeanne durchgemacht gähn), wird recht wenig Aufmerksamkeit gewidmet...Nein, das passt irgendwie alles vorne und hinten nicht und ich sage als Abschluss nur Jeannes Lieblingswort, das gefühlte Millionen Male von ihr benutzt wird: Sorry. Das war astreine verschenkte Lesezeit.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere