Sora flucht, ich heul - perfekte Leseerfahrung
Was für ein Auftakt. Ich habe dieses Buch verschlungen, als wäre es mein letzter Tropfen Wasser in der Wüste. Schon nach den ersten Seiten war ich komplett verloren, oder besser gesagt: gefunden. Denn ...
Was für ein Auftakt. Ich habe dieses Buch verschlungen, als wäre es mein letzter Tropfen Wasser in der Wüste. Schon nach den ersten Seiten war ich komplett verloren, oder besser gesagt: gefunden. Denn Sora hat mich mit ihrer schlagfertigen Art, den genial direkten Gedanken und ihrem Fluch-Vokabular im Sturm erobert. Ich meine, wer denkt bitte bei göttlicher Erscheinung: „Ernsthaft, warum leckt dieser Mann – Gott – alles ab?!“? Iconic.
Die Charaktere? Ein absolutes Fest. Sora hat sich direkt einen Platz in meinem Leserherz gesichert, wegen ihrer komplexen, charmanten und absolut lebendigen Art. Und dann Ran. Dieser Mann. Eine Mischung aus emotionaler Tollpatschigkeit und sexy Tigerenergie. Ich hab laut gekichert, geschmachtet, geschnauft, manchmal alles gleichzeitig.
Besonders beeindruckt haben mich aber die Prüfungen, die Sora durchläuft. Inspiriert von den Höllen aus dem Buddhismus, sind sie auf eine fast verstörend kluge Weise in die Handlung eingebunden. Wundervoll und gleichzeitig gnadenlos, genau diese Kombination trifft es. Sie fordern nicht nur Kraft, sondern auch Verstand, Herz und Selbstreflexion. Jede Prüfung ist wie ein Spiegel, der Sora (und uns) mit existenziellen Fragen konfrontiert. Und genau das hat mich emotional so mitgenommen.
Was mich wirklich umgehauen hat, ist die Art, wie diese Geschichte konstruiert wurde. Nichts wirkt zufällig. Keine Szene ist einfach nur da. Alles ist miteinander verwoben, Charakterentwicklung, emotionale Wendepunkte, Weltaufbau. Ich saß manchmal einfach nur da und dachte: Wie genial ist das bitte? Thea Hong hat hier etwas geschaffen, das durchdachter kaum sein könnte.
Und ja, ich habe so viele Zitate markiert, dass mir irgendwann die Sticker ausgegangen sind.
Im letzten Drittel wurde es dann komplett intensiv. Ich habe geheult, gehofft, mit gefiebert. Soras Entwicklung ist eine der intensivsten, die ich seit Langem gelesen habe.
Dieses Buch hat mich sogar dazu gebracht, zum ersten Mal eine Lesung zu besuchen. Thea persönlich danken zu dürfen war ein echtes Highlight. Und hier nochmal in schriftlicher Form: Danke für diese Geschichte. Danke für Sora. Danke für jedes einzelne Wort. Und ich würde auf die Knie vor dir gehen um jetzt Teil 2 lesen zu können.