Cover-Bild Das Haus der Türen
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 15.04.2025
  • ISBN: 9783755800187
Tan Twan Eng

Das Haus der Türen

Roman | Longlist The Booker Prize 2023
Michaela Grabinger (Übersetzer)

Malaysia 1921: Lesley Hamlyn lebt das äußerlich angenehme und gleichförmige Leben einer Frau der britischen Kolonialgesellschaft. Mit dem Eintreffen von Willie Somerset Maugham, einem alten Freund ihres Ehemanns Robert, kehrt Lebendigkeit in das Haus zurück und Erlebnisse der Vergangenheit drängen an die Oberfläche. Somerset Maugham ist zu diesem Zeitpunkt ein berühmter Schriftsteller, jedoch getrieben von Sorgen und Ängsten. Je stärker sich Lesley und er anfreunden, desto mehr Geheimnisse vertraut sie ihm an: ihre frühere Unterstützung politischer Rebellen, die das alte China beenden wollten, ihre Affäre mit einem chinesischen Mann, der Niedergang ihrer Ehe. Am Beispiel einer Freundin begreift Lesley, wie aussichtslos ihre Liebe ist und wie verheerend die Folgen für sie wären: ohne finanzielle Mittel, gesellschaftlich geächtet, würde sie ohne ihre Kinder leben müssen.
Wie Somerset Maugham muss auch sie ihr wahres Ich verbergen und ihre unglückliche Ehe ertragen. Trost findet sie einzig in dem Gedanken, sie könne ihren Geliebten eines Tages wiedersehen. Doch Robert hat längst beschlossen, diesen Teil der Welt zu verlassen und nach Südafrika zu ziehen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2025

Wunderbare Zeitreise

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Die Geschichte spielt in Malaysia. Dort leben Lesley und ihr Mann Robert mit ihren zwei Söhnen. Eines Tages bekommen sie Besuch von William Somerset Maugham, einem Freund von Robert und dessen Sekretär ...

Die Geschichte spielt in Malaysia. Dort leben Lesley und ihr Mann Robert mit ihren zwei Söhnen. Eines Tages bekommen sie Besuch von William Somerset Maugham, einem Freund von Robert und dessen Sekretär und heimlichen Lebenspartner Gerald. Lesley erzählt William aus ihrem Leben, wie dem Gerichtsprozess einer Freundin, die wegen Mordes angeklagt wurde und einer Liebschaft zu einem Chinesen und auch William trägt so seine Probleme mit sich. William und Gerald bleiben zwei Wochen bei ihnen und er verarbeitet ihre Gespräche dann später in einem Werk.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Es war eine wunderbare und auch berührende Zeitreise für mich. Deshalb vergebe ich auch sehr gerne 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Ein Buch, das nachhallt und leuchtet

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Wie kann ich euch von diesem besonderen Buch erzählen?

Der Schriftsteller Willie Somerset Maugham (eine historische Person) besucht nach seiner China-Reise seinen Freund Robert Hamlyn und dessen Frau ...

Wie kann ich euch von diesem besonderen Buch erzählen?

Der Schriftsteller Willie Somerset Maugham (eine historische Person) besucht nach seiner China-Reise seinen Freund Robert Hamlyn und dessen Frau Lesley in Malaysia. Begleitet wird er von seinem Sekretär und Liebhaber Gerald Haxton.

Anfangs ist Lesley dem Besuch gegenüber etwas skeptisch. Doch mit den verstreichenden Tagen kommen sich Willie und Lesley auf geistiger Ebene immer näher, bis Lesley dem Schriftsteller ihr Geheimnis anvertraut, im Wissen, dass er es wahrscheinlich in seinem nächsten Buch verwenden wird.

Ich brauchte ein paar Seiten, um in die Geschichte hineinzufinden, konnte das Buch dann aber nicht mehr zur Seite legen. Wieder einmal durfte ich dank eines Buches in ferne Länder, Zeiten und Leben reisen.

Es gab einige besonders eindrückliche Momente, die so wunderbar beschrieben sind. Eine Szene bleibt mir sicher lange in Erinnerung: Zwei Personen (um nicht zu viel zu verraten, nenne ich keine Namen) schwimmen in der Dunkelheit im Meer, und bringen das Wasser dabei zum Leuchten. Klingt in einem Satz so banal, ist im Buch aber so besonders beschrieben.

Auch die geschichtlichen Hintergründe rund um China und dessen Revolutionen fand ich sehr interessant. Laut Klappentext geht es in diesem Buch unter anderem um Gleichberechtigung der Frau, Homosexualität und politischen Freiheitskampf.

Ich habe die Reise durch dieses Buch sehr genossen.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Geheimnisse und Träume

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Um ehrlich zu sein, habe ich mir von diesem Buch nicht allzu viel versprochen. Ein nettes Äußeres und ein Autor, der mit seinem Stil offensichtlich den Geschmack der Booker Prize-Jury trifft (warum sonst ...

Um ehrlich zu sein, habe ich mir von diesem Buch nicht allzu viel versprochen. Ein nettes Äußeres und ein Autor, der mit seinem Stil offensichtlich den Geschmack der Booker Prize-Jury trifft (warum sonst sollten alle drei seiner Romane auf deren Liste gelandet sein?). Und dann hat es mich eingesaugt und einem exotischen Hexenkessel der Kulturen wieder ausgespuckt.

1921 reist Willie Somerset Maugham nach Penang, Malaya, um seinen alten Freund Robert zu besuchen. Der ist mittlerweile seit 15 Jahren mit Lesley verheiratet und führt dort auf dieser tropischen Insel eine merklich abgekühlte Beziehung. Innerhalb von zwei Wochen knüpft der weltgewandte Autor zarte, freundschaftliche Bande zu dieser Frau, bis sie ihm ihre Geheimnisse offenbart. Ob daraus sein nächstes Buch erwächst?

Zunächst einmal hat der Autor diesen Schmelztiegel aus malayischer, chinesischer und englischer Kultur perfekt eingefangen (ob es wohl daran liegt, dass er selbst dort geboren und aufgewachsen ist?). Dieses kolonialistische Gehabe, das die Engländer wohl überall an den Tag gelegt haben, wo sie ihren Stiefel hingesetzt haben, ist auf den Punkt getroffen.

Verblüffend, dass diese steifen Menschen ans äußerste Ende der Welt ziehen konnten, ohne jemals ihre verbohrten Ansichten und Gepflogenheiten loslassen zu können. Frauen haben sich weiterhin ihren Ehemännern unterzuordnen. Ehebruch wird schwerer gewichtet als andere Verbrechen, wie zum Beispiel Mord. Und Gott bewahre, dass man sich eher dem eigenen Geschlecht zugeneigt zeigt!!

Man merkt schon, es hat mich gepackt! Die Szenerie ebenso wie die Figuren ließen mich einfach nicht mehr los und haben mich innerhalb kürzester Zeit zum Finale geführt. Dabei wirkt es nicht laut und aufdringlich, trägt die Emotionen in leisen Tönen, die nachhallen werden.

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Sehr lesenswert

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Der Roman beschreibt das Leben zur Zeit der britischen Kolonialherrschaft Anfang des 20. Jahrhunderts in Penang, Malaysia. Es gibt zwei Protagonist:innen aus deren Sicht der Roman erzählt wird. Auf der ...

Der Roman beschreibt das Leben zur Zeit der britischen Kolonialherrschaft Anfang des 20. Jahrhunderts in Penang, Malaysia. Es gibt zwei Protagonist:innen aus deren Sicht der Roman erzählt wird. Auf der einen Seite ist das Lesley Hamlyn, Ehefrau des Rechtsanwalts Robert Hamlyn, die in ihrer Ehe und dem für sie eigentlich recht bequemen Leben mit Houseboys und Köchen unglücklich ist. Auf der anderen Seite wird ein Teil des Romans aus der Sicht des bekannten Schriftstellers William Somerset Maugham („Willie“) erzählt, der bei Lesley und Robert mit seinem Sekretär und Geliebten Gerald im Jahr 1921 einige Wochen zu Besuch ist. In diesen Wochen erzählt ihm Lesley aus ihrem Leben: 1910 unterstützte sie Sun Yat-Sen, einen chinesischen Revolutionär, der zu diesem Zeitpunkt zwecks der Finanzierung seiner Revolutionspläne zum Sturz der Quing-Regierung in Penang war. Gleichzeitig traf sie sich mit einem Mitstreiter Sun Yat-Sens und entfloh so ihrer sie nicht zufriedenstellenden Ehe. Parallel zu diesen Ereignissen stand ihre Freundin Ethel Proudlock wegen Mordes vor Gericht.

Mich hat der Roman sehr gefesselt, obwohl ich gar nicht genau sagen kann, was mich exakt in den Bann gezogen hat. Ich finde die Mischung aus Fiktion und realen Ereignissen und Personen sehr gelungen (William Somerset Maugham, Sun Yat-Sen und auch der Prozess gegen Ethel Proudlock). Der Roman behandelt zum einen gesellschaftliche Themen wie die Kolonialisierung und die Geschichte Penangs, die Rolle der Frau und den Umgang mit Homosexualität zu der Zeit oder die historischen Ereignisse in China, zum anderen aber auch die persönlichen Gedanken, Gefühle und Lebensumstände der beiden Protagonist:innen Lesley und Willie. Die Charakterzeichnungen haben mich überzeugt. Obwohl sich die Ereignisse in dem Roman nicht überschlagen, sondern eher im Rückblick erzählt werden, kommen viele Themen und Aspekte zusammen. Sicherlich hätte es an einigen Stellen noch mehr in die Tiefe gehen können. Trotzdem wurden die Ungerechtigkeit und Auswirkungen der Kolonialisierung deutlich, obwohl sie nicht explizit im Zentrum des Romans stehen.

Mich lässt der Roman nachdenklich zurück, ich habe einiges gelernt und den Roman als sehr lesenswert empfunden. Außerdem fand ich die Sprache sehr schön, fast schon poetisch, genauso wie die Beschreibungen der Häuser und der Natur – so werden sicherlich weitere Romane des Autors Tan Twan Eng auf meiner Leseliste landen.

Veröffentlicht am 21.05.2025

Zwischen Türen und Tabus

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Als jemand, der asiatische Literatur sehr schätzt, war Das Haus der Türen von Tan Twan Eng für mich eine rundum gelungene Lektüre. Der Roman überzeugt mit einer durchdachten Struktur, vielschichtigen Figuren ...

Als jemand, der asiatische Literatur sehr schätzt, war Das Haus der Türen von Tan Twan Eng für mich eine rundum gelungene Lektüre. Der Roman überzeugt mit einer durchdachten Struktur, vielschichtigen Figuren und einer Sprache, die ruhig und atmosphärisch ist, ohne je ins Pathetische zu kippen. Wirklich gut!
Die Handlung spielt vor der Kulisse des kolonialen Malaysia der 1920er Jahre. In den Mittelpunkt stellt der Autor Lesley Hamlyn, eine Frau der britischen Kolonialgesellschaft, deren Leben durch den Besuch des bekannten Schriftstellers W. Somerset Maugham eine unerwartete Wendung nimmt. Zwischen ihr und Maugham entsteht ein vorsichtiges Vertrauensverhältnis, in dem sie beginnt, über persönliche Erlebnisse und ihre Vergangenheit zu sprechen – darunter eine Beziehung die etwas heikel ist sowie eine Verwicklung in einen Mordfall (der wohl auf realen historischen Ereignissen basiert).
Tan Twan Eng gelingt es, historische Fakten, politische Umbrüche und persönliche Schicksale sehr präzise miteinander zu verknüpfen. Besonders interessant fand ich, wie das koloniale Machtgefüge, gesellschaftliche Rollenbilder und die eingeschränkten Handlungsspielräume von Frauen thematisiert werden. Geschichtlich spannend für mich.
Auch stilistisch hat der Roman überzeugt: Die Sprache ist klar, stellenweise poetisch, aber nie überladen. Die Beschreibungen der tropischen Landschaft, des Lichts, der Geräusche – all das schafft eine stimmige Atmosphäre, die sich gut mit der inneren Welt der Figuren verbindet. WOW! Lesley ist keine idealisierte Figur, sondern glaubwürdig gezeichnet – mit inneren Widersprüchen, Unsicherheiten und leisen Formen von Widerstand.
Erwähnenswert ist auch der literarische Kunstgriff, Somerset Maugham als Figur einzubauen. Er bleibt distanziert, aber aufmerksam, und dient gewissermaßen als Katalysator für die Erzählung – auch das sehr gelungen umgesetzt.
Nicht alle Handlungsstränge fand ich gleich spannend, manche Themen hätten für meinen Geschmack etwas gestraffter sein können. Dennoch überwiegt am Ende ein sehr positives Gesamtbild: ein Roman mit Tiefe, guter Beobachtungsgabe und einer historischen wie emotional glaubwürdigen Erzählweise.
Fazit: Das Haus der Türen ist ein ruhiger, intelligenter Roman mit gesellschaftlichem und politischem Hintergrund, gut eingebettet in eine persönliche Geschichte. Für Leserinnen und Leser mit Interesse an südostasiatischer Geschichte, britischer Kolonialzeit und fein erzählten Figurenbeziehungen absolut empfehlenswert.
Uneingeschränkte Empfehlung.

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