Cover-Bild Onigiri
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23,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 208
  • Ersterscheinung: 22.07.2025
  • ISBN: 9783446283114
Yuko Kuhn

Onigiri

Eine deutsch-japanische Familiengeschichte, wie man sie noch nicht gelesen hat. »Zum Heulen schön.« (Doris Dörrie)

Als Aki erfährt, dass ihre Großmutter gestorben ist, bucht sie zwei Flüge. Ein letztes Mal will sie ihre Mutter zu ihrer Familie in Japan bringen, auch wenn sie weiß, wie riskant es ist, einen dementen Menschen aus der gewohnten Umgebung zu reißen. Und wirklich hat sie Keiko noch nie so verloren erlebt wie in der ersten Nacht im Hotel. Doch dann sitzen sie beim Essen im alten Elternhaus, und plötzlich spricht sie, die so still geworden ist, fröhlich und klar für sich selbst. Erst auf dieser Reise erkennt Aki in ihrer Mutter die mutige und lebenshungrige Frau, die sie einmal war, bevor sich in Deutschland diese große, für Aki so bedrohliche Müdigkeit über sie legte. Mit sanfter Klarheit lässt Yuko Kuhn die faszinierende Geschichte einer deutsch-japanischen Familie entstehen, die zwischen den Kulturen verloren geht und sich neu findet.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.07.2025

Ein sehr warmherziges Buch

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Ein unglaublich liebevoller und warmherziger Roman über eine japanisch-deutsche Mutter-Tochter-Beziehung mit einem wunderschönen Cover.
Aki̱s Mutter kam Mitte zwanzig nach Deutschland – um zu bleiben und ...

Ein unglaublich liebevoller und warmherziger Roman über eine japanisch-deutsche Mutter-Tochter-Beziehung mit einem wunderschönen Cover.
Aki̱s Mutter kam Mitte zwanzig nach Deutschland – um zu bleiben und sich hier ein Leben aufzubauen. Mühsam hat sie Deutsch gelernt; sprachgewandt ist sie jedoch nie geworden. Später heiratete sie einen Deutschen und bekam zwei Kinder. Aki̱s Kindheit war immer ein wenig anders als die ihrer Mitschülerinnen: Sie unterschied sich in den Essgewohnheiten, im Verhalten ihrer Mutter gegenüber den Kindern und anderen Eltern sowie in vielen kleinen Bräuchen.
Jetzt ist ihre Mutter Keiko alt und dement, und Aki möchte sie ein letztes Mal nach Japan bringen – damit sie ihren Bruder wiedersehen kann.
Das Leben von Aki und seine Besonderheiten werden in kurzen Episoden erzählt – detailreich und bildhaft. ‚…beim Obsthändler bewundert sie wie früher ich die riesengroßen Äpfel, die wie Zirkusakrobaten aufeinander stehen’
Immer wieder springt das Buch zwischen Gegenwart und Vergangenheit, was der Geschichte eine lebendige Tiefe verleiht.
Yuko Kuhn beschreibt die Eigenarten ihrer Mutter – und später deren Demenz – mit so viel Liebe und Toleranz, dass man nur Bewunderung empfinden kann. In ihren Worten steckt eine große Wärme. Doch gegen Ende des Buches wird auch deutlich, dass das Verhalten ihrer Mutter nicht immer leicht zu ertragen war. Neben dem Leben zwischen zwei Kulturen musste Aki auch einen psychisch labilen Vater verkraften, der die junge Familie früh verließ, sowie Schwiegereltern, die ihre Mutter nie akzeptierten. Trotz des traurigen Themas ist das Buch nie hoffnungslos.
Ein Buch, das uns Japan mit seinen Essgewohnheiten, Emotionen und Traditionen näherbringt – und gleichzeitig zeigt, was es bedeutet, zwischen zwei Kulturen aufzuwachsen.

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Emotional und berührend

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Ich bin noch total geflasht, weil ich das Buch so überaus Emotional und berührend fand.

Durch den tollen Schreibstil konnte ich das Buch fast komplett in einem Rutsch durchlesen und wollte es nicht wirklich ...

Ich bin noch total geflasht, weil ich das Buch so überaus Emotional und berührend fand.

Durch den tollen Schreibstil konnte ich das Buch fast komplett in einem Rutsch durchlesen und wollte es nicht wirklich aus der Hand legen. Der Fokus liegt auf Akis Mutter Keiko, die an Demenz erkrankt ist. Aki erzählt Schritt für Schritt die Geschichte ihrer Mutter, wie diese von Japan nach Deutschland kam und wie ihr Leben verlaufen ist.

Man spürt förmlich den Kummer durch das Buch und fühlt mit ihrer Mutter richtig mit. Es machte nicht den Eindruck, als wäre ihre Mutter jemals ganz angekommen. Ich finde, dass man durch das Buch einen guten Einblick in die Demenz-Krankheit bekommt und was es mit den Angehörigen macht. Keiko und Aki fliegen ein letztes mal nach Japan um dort die Familie zu Besuchen. Das stellte beide nochmal vor emotionale Herausforderungen und machte kulturelle Unterschiede nochmal sehr deutlich.

Aki erzählt die Geschichte immer im Wechsel von Vergangenheit und Gegenwart. Anfangs war es etwas gewöhnungsbedürftig, doch ich kam relativ schnell rein.

Fazit
Ein tolles und emotionales Buch. Es regt zum Nachdenken an und berührte mich sehr.

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Traurig und warmherzig

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Dieses Buch ist traurig und warmherzig gleichzeitig, sehr eigen, ziemlich japanisch und auf leise Art originell.

Aki ist in Deutschland geboren, aber ihre Mutter Keiko kam einst aus Japan. Keiko ist inzwischen ...

Dieses Buch ist traurig und warmherzig gleichzeitig, sehr eigen, ziemlich japanisch und auf leise Art originell.

Aki ist in Deutschland geboren, aber ihre Mutter Keiko kam einst aus Japan. Keiko ist inzwischen alt und dement, lebt im Pflegeheim und wird immer wunderlicher. Als Akis Großmutter plötzlich stirbt, beschließt sie, noch ein letztes Mal mit ihrer Mutter nach Japan zu fliegen. Es ist ein Wagnis, weil man nicht abschätzen kann, wie Keiko das verkraftet, aber es gilt: Jetzt oder nie. Ihr Zustand wird sich nicht mehr verbessern, diese Reise wird ein Abschiedsbesuch.

In Japan treffen sie die ganze Familie, es wird erzählt, es kommen Erinnerungen hoch und die Großmutter hat sogar alte Briefe aufgehoben, die niemand je gesehen hat. Nach und nach erfährt man die ganze Geschichte dieser ungewöhnlichen Familie.

Dem Geschehen zu folgen ist nicht ganz leicht. Es springt hin und her in den Zeiten, wie Gedanken nun mal sind. Mal erinnert sich Aki an ihre Kindheit, an ihre Mutter zu jener Zeit und kommt zum ersten Mal auf die Idee, dass eine Begebenheit aus Erwachsenensicht ganz anders bewertet werden könnte. Ein Onkel erzählt von der Großmutter, und Briefe bringen Details zu Keikos Anfangszeit in Deutschland. Warum lebt eine Japanerin in Deutschland? Warum hat ihr Mann sie verlassen? Wie kam sie mit den kulturellen Unterschieden zurecht? Aki selbst muss sich fragen, wie japanisch ist sie selbst eigentlich? Eine Gewissheit gibt es immerhin: Zu Krisenzeiten hilft immer eine Portion Onigiri, das ist Soulfood aus Japan und schmeckt nach Liebe und Zuhause, egal wo man gerade ist.

Eine japanisch-deutsche Familie funktioniert durch Liebe und Toleranz, das klappt nicht immer, aber es ist möglich, das bekommt man hier sehr schön vorgeführt. Und zusätzlich bekommt man noch eine sanfte Lektion in Respekt vor dem Alter. Demente Menschen waren nicht immer so, das vergisst man leicht. Aki zeigt uns, wie fordernd es sein kann, mit dementen Menschen umzugehen, dass es sich aber lohnt, geduldig und liebevoll zu sein.

Das Hörbuch liest Inka Löwendorf wunderbar einfühlsam. Bei so einer Geschichte ist es nicht leicht, die Balance zwischen Mitgefühl, Betroffenheit und Trauer zu finden, aber das schafft sie meisterhaft und spricht sogar noch zwischendurch Japanisch. Ich bin beeindruckt.

Es dauert 6 Stunden und 8 Minuten.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Das fragmentarische, sensible Porträt eines Lebens zwischen den Welten

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Während ich mit japanischer Literatur bislang eher nicht komplett gematcht habe, gab es aus dem deutsch-japanischen Autor*innenfeld schon das ein oder andere Highlight. „Onigiri“ reiht sich für mich im ...

Während ich mit japanischer Literatur bislang eher nicht komplett gematcht habe, gab es aus dem deutsch-japanischen Autor*innenfeld schon das ein oder andere Highlight. „Onigiri“ reiht sich für mich im positiven Sinne ein.

Yuko Kuhn hat einen leisen Roman geschrieben, der sich doch gleichermaßen eindringlich mit einem Leben zwischen zwei Welten befasst. In ihm reist Protagonistin Aki mit ihrer dementen Mutter Keiko ein letztes Mal nach Japan und reflektiert parallel dazu nicht nur über den Werdegang ebenjener, sondern auch über ihre eigenen Kindheitserinnerungen und Schlüsselmomente.

Besonders geschickt finde ich die Struktur der Erzählung. Denn obwohl sie auch zu einer gewissen Kompliziertheit beiträgt, spiegelt sie in sich die innere Zerrissenheit Akis wider. Jedes Kapitel teilt sich in den Gegenwartsstrang, also den Besuch in Japan, und einen Erinnerungsteil. Letzterer ist dabei immer stark familienbezogen, dahingehend aber sehr divers gehalten. Mal geht es um die Großeltern, mal den Vater und dann wieder um Akis Bruder. Die beiden Teile sind strukturell nur sehr dezent voneinander getrennt und ich verstehe, dass dies das Leseverständnis hemmen kann. Ich konnte mich nach einer kurzen Gewöhnungsphase glücklicherweise sehr gut drauf einlassen und denke auch, dass es bei diesem Werk genau darauf ankommt.

Die vermittelten Gefühle sind unheimlich vielschichtig, manchmal richtiggehend widersprüchlich. Besonders die Mutter-Tochter-Beziehung steht logischerweise im Zentrum der Geschichte und wird begleitet von nahen wie distanzierten Momenten. Kuhn schafft es eindrücklich, einen dichten Text zu schreiben, ohne ins Abwertende oder Pathetische abzuschweifen. Vielleicht trägt ihre eigene Biografie dazu bei, in jedem Fall finde ich die Selbstreflexion von Protagonistin und Autorin bemerkenswert.

Ganz nebenbei thematisiert Kuhn alltäglichen Rassismus, der trotz ihrer nüchternen Schreibweise unter die Haut geht. Auch kulturelle Unterschiede werden am Beispiel ihrer deutschen bzw. japanischen Familie messerscharf verhandelt. So sammelt dieser Roman eine schiere Fülle an Erfahrungen und fügt sie zu einem Mosaik zusammen.

Demenz ist in der Literatur nun wirklich nicht selten Thema, aber die sensible, leise und gleichzeitig aufwühlende Schilderung der Autorin ist eine ganz besondere. Teilweise genügte ein Satz, eine Frage der Mutter, um in mir alles zum Stocken zu bringen. Aki gilt für ihren Umgang mit dieser furchtbaren Erkrankung meine absolute Bewunderung, gleichzeitig war aber auch ihre Trauer für mich deutlich spürbar.

Die Autorin baut auf sehr viele japanische Begriffe und Wendungen, was ich ja immer ambivalent bewerte. Sehr authentisch und passend auf der einen Seite, störend für meinen Lesefluss auf der anderen. Das Glossar ist ganz toll, lässt sich im eBook aber nur unpraktisch nutzen. Abgesehen davon kann ich aber wirklich maximal nur an der ein oder anderen langatmigeren Stelle mäkeln.

Ein Buch für alle, die sich für kulturelle Unterschiede sowie Identitätssuche interessieren und die sich von leisen, fragmentarisch erzählten Romanen mit einigen Zeitsprüngen nicht abschrecken lassen.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Familie mit Problemen

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Aki ist die Tochter einer Japanerin und eines Deutschen, geboren und aufgewachsen in Süddeutschland. Damit befindet sie sich bereits zwischen zwei verschiedenen Welten. Ihre Mutter Keiko hat als junge ...

Aki ist die Tochter einer Japanerin und eines Deutschen, geboren und aufgewachsen in Süddeutschland. Damit befindet sie sich bereits zwischen zwei verschiedenen Welten. Ihre Mutter Keiko hat als junge Frau auf einer Busreise durch Europa die Freiheiten der westlichen Kultur genossen und beschlossen, deutsch und englisch zu lernen und nach Deutschland auszuwandern. Hier traf sie auf Karl, deutlich jünger als sie selbst und, wie sich später herausstellte, deutlich reicher als sie. Die Ehe hielt nicht lange und Keiko kümmerte sich alleine um die beiden Kinder.
Aus der Sicht von Aki erleben wir mit, wie Keiko immer mehr in die Demenz verfällt, immer mehr vergisst. Sie beschließt, mit ihrer Mutter ein letztes Mal in deren alte Heimat zu Familie und Freunden zu reisen. Doch ist das mit dieser Krankheit überhaupt sinnvoll?
In episodenhaften Rückblenden wird Akis Leben geschildert, einerseits bei ihrer Mutter, andererseits in der herrschaftlichen Villa ihrer väterlichen Großeltern mit einer völlig anderen Kultur und Lebensart.
Auf wenigen Seiten werden hier ganz unterschiedliche Welten aufgezeigt, intensiv und emotional geschrieben. Eine Familie mit Problemen, aber wer hat die nicht.

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