Cover-Bild Emotional Female
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18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: pola
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 448
  • Ersterscheinung: 27.06.2025
  • ISBN: 9783759600219
Yumiko Kadota

Emotional Female

Mein Weg in den Burnout und wieder heraus: Eine junge Ärztin berichtet. . Vom Kampf gegen toxische Arbeitskultur zur Selbstfindung und Stärke
Anke Angela Grube (Übersetzer)

Yumiko Kadota war der Traum aller asiatischen Eltern: Musterschülerin, Medizinstudentin, immer die Beste. Sie ordnete alles der ersehnten Karriere unter. Doch die Realität im öffentlichen Gesundheitswesen brach sie. Überarbeitung, Sexismus, Mobbing und Belästigung. Man nannte sie »emotional«, »zu selbstbewusst«. Irgendwann war es zu viel, Yumiko kündigte. Als sie ihren Blog mit den Worten begann: »Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal sagen würde, aber ich gebe auf. Ich gebe meinen Traum auf, Chirurgin zu werden«, ging ihre Geschichte viral. Seither ist Yumiko Kadota die Stimme ihrer Generation, wenn es um Burnout geht und darum, nach einem Zusammenbruch wieder auf die Beine zu kommen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.07.2025

Eine Chirurgiestudentin in der Maschinerie des Systems

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Ich durfte in einer tollen Leserunde das neue Buch "Emotional Female" von Yumiko Kadota, erschienen im Pola Verlag, lesen und muss sagen, dieses Buch hat mich sehr nachdenklich gestimmt.

Es handelt sich ...

Ich durfte in einer tollen Leserunde das neue Buch "Emotional Female" von Yumiko Kadota, erschienen im Pola Verlag, lesen und muss sagen, dieses Buch hat mich sehr nachdenklich gestimmt.

Es handelt sich hier um die junge Ärztin Yumiko, eben die Autorin, die in allen Dingen ihres Lebens immer ihre Eltern stolz machen wollte. Zuerst ein sehr guter Schulabschluss, dann ein Medizinstudium. Für jeden Abschluss, für jeden Platz gibt sie immer mehr als 100%. Sie hat japanische Wurzeln und diese strenge Erziehung macht sich bemerkbar. Sie betont immer wieder, dass es ihr Ziel ist, die Beste zu sein.

Ich hatte das Gefühl, dass Yumiko sich dabei selbst irgendwo verloren hat. Sie arbeitet in der Klinik, bleibt natürlich auch ungefragt länger als alle anderen, manchmal sogar durchgehend bis zur nächsten Schicht und dann weiter. Wenn sie sich wirklich mal frei nimmt von der Arbeit, läuft sie Marathon. Ihr Körper ist immer auf Hochtouren, immer im Dauerlauf - körperlich wie mental. Allerdings hat auch alles was sie macht einen Grund. Nichts passiert einfach so. Jeder erlebt sie als starke Frau und Ärztin. Sie kämpft gegen Mobbing, Belästigung und natürlich auch gegen die dauernde Überarbeitung an. Bis sie eben einfach nicht mehr kann.

Spontan entscheidet sie zu kündigen und damit beginnt ein langer Prozess, sich selbst wiederzufinden. Der Weg raus aus dem Burnout ist nicht leicht und braucht lange.

Mein Eindruck beim Lesen war, dass man förmlich spüren konnte, wie dieser Druck immer stärker wird, der auf Yumiko lastet. Dieser Stress und die Belastungen sind förmlich greifbar.

Doch gleichzeitig ist es ein Buch der Hoffnung. Als Leser begleitet man sie auf ihrem Heilungsweg, der, so schwer der Leidensdruck auch war, dann wiederum schön zu lesen ist. Yumiko findet ihre Lücke, ihren Platz, sie wird um ihre Meinung gebeten. Sie wird geachtet. Sie kann wieder aufatmen und das ist toll.

Mit den medizinischen Fachbegriffen kam ich als Leser gut zurecht. Das Buch an sich lässt sich wirklich sehr gut lesen und sollte auch von so vielen Menschen wie möglich gelesen werden. Ich war absolut beeindruckt von dieser Geschichte und wünsche der Autorin alles Gute in ihrem weiteren Leben. Mir bleibt nunmehr nur noch Danke zu sagen, dass ich es lesen durfte.

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Veröffentlicht am 03.07.2025

Strake Selbstreflexion

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»Manchmal geht es nicht darum, Leben zu retten oder Krankheiten zu heilen, erkannte ich. Manchmal geht es um das Zwischenmenschliche, um Verbundenheit — die Worte, die wir finden, und die Art, wie wir ...

»Manchmal geht es nicht darum, Leben zu retten oder Krankheiten zu heilen, erkannte ich. Manchmal geht es um das Zwischenmenschliche, um Verbundenheit — die Worte, die wir finden, und die Art, wie wir mit Patienten und ihren Angehörigen umgehen, können verändern, wie sie ihre Erkrankung erleben, und tun es auch. Es gibt wenige Orte, wo das so klar zutage trifft wie in der Neurochirurgie. Da hier schwerste Erkrankungen und Verletzungen behandelt werden, kann sich die Kraft zwischenmenschlicher Zuwendung besonders deutlich zeigen — oder umgekehrt, denn hier ist es leicht, einem Patienten jede Hoffnung zu nehmen« (S. 188).

Yumiko Kadota ist eine junge ambitionierte Musterstudentin. In Ihrem autobiografischen Buch beschreibt die Autorin detailliert ihr Leben vom Zeitpunkt ihrer Geburt 1982 bis ins Jahre 2019. Der Hauptteil des Buches umfasst das Studium, ihre Zeit als Ärztin im Praktikum, ihre Tätigkeit als Assistenzärztin und schließlich die Lehrtätigkeit.

Bereits nach wenigen Seiten wird klar wie unausgeglichen die Work-Life-Balance von Yumiko Kadota ist, doch ihre Ambitionen und ihr Ehrgeiz pushen die Autorin von Herausforderung zu Herausforderung. Ziel der jungen Ärztin ist es, plastische Chirurgin zu werden und somit in einem männerdominierten Umfeld Fuß zu fassen. Als dieses Ziel zum greifen nah ist, wird Yumiko Kadota bewusst wie es ihr wirklich geht, wie wenig Rücksicht sie auf ihre mentale Gesundheit genommen hat und wie ausgebrannt sie ist. Kündigung. Auszeit. Nichts geht mehr. Die Kommunikation über ihren Zustand ist für die Autorin mit viel Scham verbunden, nur langsam lässt sie es zu, mit ihrer Familie über ihren Zustand zu sprechen.

Ich bewundere Yumiko Kadota für ihren Mut, dieses Buch zu schreiben und sich zu öffnen um damit auch das (öffentliche) Gesundheitssystem an den Pranger zu stellen. Was Yumiko Kadota über Überarbeitung, Sexismus, Mobbing und Belästigung schreibt, ist mir als ehemalige Mitarbeiterin im Gesundheitssystem nicht fremd.

Der Schreibstil von Yumiko Kadota wirkt eher nüchtern, doch durch meine eigenen Erfahrungen konnte ich mir viele der beschriebenen Sequenzen lebhaft vorstellen und auch ihren emotionalen Kern begreifen.

Dieses Buch hat mich aufgrund meiner eigenen Erfahrungen traurig gestimmt und berührt. Doch am Ende verspricht das Cover nicht zu viel: Egal wie dunkel es scheint, es gibt einen Weg aus dem Dunkel!

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Veröffentlicht am 30.06.2025

"Messer vor Leben"

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Ein leiser, tragischer Leitspruch des Romans, mit einer tiefgreifenden persönlichen-existenziellen und kritischen Bedeutung.
Er thematisiert eindrucksvoll die Spannung zwischen Berufung und persönlichen ...

Ein leiser, tragischer Leitspruch des Romans, mit einer tiefgreifenden persönlichen-existenziellen und kritischen Bedeutung.
Er thematisiert eindrucksvoll die Spannung zwischen Berufung und persönlichen Verlust.
Er wird zur bitteren Selbsterkenntnis oder sogar zu einer Anklage gegen das System, das von Chirurg:innen fordert, ihre eigenen Lebensbereiche (Familie, Freizeit, Selbstfürsorge) zugunsten ihrer Arbeit zu opfern.

Yumiko Kadota, bereits in ihrer Kindheit durch japanischen Leistungsethos geprägt, erzählt eindrücklich ihren Weg von der ehrgeizigen Medizinstudentin zur angehenden plastischen Chirurgin in Australien.
Sie schildert ihren alltäglichen Klinikalltag, geprägt von Überarbeitung, Sexismus, sexuelle Belästigung durch übergestellte „Kollegen“, Mobbing und Rassismus, stets als zu schwach - als„emotional female" abgewertet.
Durch die tagelangen 24-Stunden-Schichten und Rufbereitschaften plagten sie massive Erschöpfungszustände, Vereinsamung, geistige Unruhe und Schlafprobleme.
Sie besaß keine Zeit mehr, Beziehungen zu pflegen, pflegte kaum noch Kontakte zu Freunden, Eltern und Geschwistern, achtete kaum noch auf ihre eigene Bedürfnisse, vergaß Rechnungen zu bezahlen, aß nicht mehr vernünftig, äußert lautstark ihren Frust und ihre Unzufriedenheit, distanzierte sich psychisch von ihrer Arbeit bis hin zu Gedanken an Selbstverletzung.
Sie agierte nur noch im Überlebensmodus.
Schon beim Lesen kann man den Druck und den Stress spüren. Man fühlt sich als Leser selbst total gehetzt und aufgewühlt. Der kommende Burnout schrie einem förmlich aus dem Buch entgegen.
Zu der fehlenden beruflichen Unterstützung und beruflichen Überforderung, kamen noch Zulassungsprobleme und die damit verbundene drohende Arbeitslosigkeit und der Verlust ihres Selbstwertgefühls.
Auch die „Flucht“ in den Sport, der ihr sonst wenigstens zu etwas Hochgefühl verhalf, führte nur noch zu Misserfolgen.
Der komplette Kontrollverlust, der sonst so durchstrukturierten Yumiko Kadota führte zur Kapitulation, zur Kündigung.
Eine ehemalige vor Energie sprühende und für ihr Fach „brennende“ brilliante Assistenzärztin wird so verheizt, dass sie ihr „Ikigai“ (Lebenszweck) und ihr „Kojo“ (Mut, Entschlossenheit, Kampfgeist) verliert und in einer schweren Depressionen und Burnout landet.

Sie beschreibt anfänglich recht nüchtern und steril, stellenweise recht oberflächlich.
Das Erlebte niederzuschreiben, war für die Autorin sicherlich recht schwer und hat sicher sehr viele unangenehme Erinnerungen und negative Gefühle geweckt.
Medizinische Fachausdrücke werden aber stets einfach umschrieben und für jeden Leser gut erklärt, so dass es auch Nicht-Mediziner verstehen.
Man spürt wie die Euphorie und Hingabe zu Beginn, der inneren Leere und Abstumpfung Yumiko Kadotas bis zum Burnout weichen, bis auch sie, trotz japanisch anerzogener Zurückhaltung anfängt, für ihre Verhältnisse, nach außen “laut“ aufzubegehren. Sie beginnt einen Blog zu schreiben, aus dem auch dieses Buch heraus entstand.
Sie beschreibt ihren inneren und auch äußeren Heilungsweg, welche Rolle Familie und Freunde, aber auch das medizinische System und ihr verlorenes Vertrauen darin, spielten.
Ab da änderte sich für mich gefühlsmäßig der Schreibstil, er wirkte lockerer, losgelöster, gelassener, entspannter, flüssiger.

Mmh, was erwartet man, wie und wo sollte man das Buch einordnen?
Also wer ein Buch á la Grey’s Anatomy mit aufregenden medizinischen Fällen, ein paar schmutzige Geschichten und etwas Drama erwartet, wird enttäuscht sein.
Als ein „Weg aus dem Burnout, Anleitung zur Selbsthilfe“ ist es mit Sicherheit auch nicht zu verstehen, dazu ist es wieder zu sehr subjektiv und zu einseitig beleuchtet und bei den entsprechenden Passagen der Heilung zu oberflächlich und nicht tiefgründig genug.
Es ist geeignet für Mediziner:innen, Studierende, Angehörige im Gesundheitswesen, aber auch für alle Leser:innen mit Interesse an medizinischen Themen, Einzelbiografien und persönlicher Entwicklung.
Für ein medizinisches Sachbuch ist es natürlich zu wenig detailgetreu.
Ich hätte mir tiefergehende Erklärungen der Facharztausbildung und des australischen Gesundheitssystem gewünscht.
Ich habe die zentrale Vergabe der Assistenzarztstellen und die Zulassungskriterien für das Facharztprogramm nicht ganz verstanden bzw. waren sie für mich nicht so nachvollziehbar, hätte mir da mehr Einblicke gewünscht.
Es handelt sich für mich eher um ein „Manifest“, sie selbst bezeichnet es als ihre „Memoiren“, einen schonungslosen menschlich subjektiven Bericht über den Alltag einer Ärztin, in einer immer noch von starken Hierarchien geprägten Branche mit ihren systemischen Problemen und ihren schweren steinigen Weg aus dem Burnout, des sich Selbst-Wiederfindens, Sich-an-sich-selbst-glaubens und der Wiedererlangung des Vertrauens in andere Menschen.

Für mich ist sie eine „Emotional Female“, dass ist aber auch gut so, das macht sie menschlich.
Ihr Umgang mit ihren Patienten und ihre Hingabe zu ihren Beruf sind für mich vorbildlich, da können sich sicher einige Ärzte:innen ein „Scheibe“ von Abschneiden.

Nebenbei bemerkt fand ich die kurzweiligen Einblicke in die japanische Kultur und Traditionen sehr interessant.

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Wenn ein Traum zerbricht

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Yumiko Kadota erzählt in ihrer Biografie ‘Emotional Female‘ von ihrem schweren Weg Ärztin mit der Spezialausrichtung Plastische Chirurgie zu werden, um sich und sicherlich auch ihrer Familie einen Herzenswunsch ...

Yumiko Kadota erzählt in ihrer Biografie ‘Emotional Female‘ von ihrem schweren Weg Ärztin mit der Spezialausrichtung Plastische Chirurgie zu werden, um sich und sicherlich auch ihrer Familie einen Herzenswunsch zu erfüllen. Das Licht der Welt erblickt sie in Tokio, wächst behütet allerdings ohne emotionale Nähe seitens ihrer Eltern gemeinsam mit zwei jüngeren Schwestern auf. Ihre Eltern führen ein Leben, dass stark mit der japanischen Tradition verbunden ist, in der Gefühle zu zeigen einen eher untergeordneten Stellenwert besitzen, als Schwäche und äußerst unangebracht gewertet werden. Einzig und allein die Leistung, die Darstellung der eigenen Fähigkeiten in der Gesellschaft ein leistungsfähiges und starkes Mitglied zu sein, zählen. Das erzeugt bei der Protagonistin einen unglaublich hohen Druck stets Höchstleistungen zu bringen, noch mehr zu leisten und den Lehrern und späteren Vorgesetzten stets ein mehr als vorbildliches Zeugnis ihrer Schaffenskraft abzuliefern. Denn diese herausfordernden Eigenschaften werden in Singapur, England und Australien differenzierter gesehen und verleiten in der ohnehin matriarchalisch geprägten Welt der Chirurgie dazu, Menschen mit diesem selbstzerstörerischen Pflichtbewusstsein auszunutzen, ihre Psyche zu zerstören.
In einem sehr nüchternen Schreibstil, der an Tagebucheinträge erinnert, legt Yumiko Kadota ihren Lebensweg offen dar, insbesondere die umfangreichen Schritte ihrer Facharztausbildung. Dabei geht sie immer wieder darauf ein, in welcher hohen körperlichen als auch seelischen Belastung sie sich über viele Jahre hinweg befand und welche Schwächen das medizinische System aufweist.
Wer gern einen detaillierten Einblick in das anstrengende, aufopfernde Leben einer sich in der Facharztausbildung befindlichen jungen Japanerin verschaffen möchte und falsch verstandenen Ehrgeiz als Symptom für ein Burnout kennenlernen möchte, bekommt in dieser Biografie einen umfassenden Einblick.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Der Ausweg aus dem Burnout…

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Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr leicht – der Schreibstil ist angenehm und die kurzen Kapitel machen das Lesen zugänglich. Die Fülle an Namen empfand ich als verwirrend, was den Lesefluss etwas hemmte.

Was ...

Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr leicht – der Schreibstil ist angenehm und die kurzen Kapitel machen das Lesen zugänglich. Die Fülle an Namen empfand ich als verwirrend, was den Lesefluss etwas hemmte.

Was mich besonders betroffen gemacht hat, war Yumikos ständiger Leistungsdruck, ihr fehlender Ausgleich und das permanente Streben nach Funktionalität – selbst unter dem Aspekt, „gesund bleiben zu müssen“. Erste Warnzeichen von Überforderung und Erschöpfung sind deutlich spürbar. Auch die Thematik rund um Diskriminierung und Sexismus ist erschütternd und gibt viel Stoff zum Nachdenken. Yumikos Wunsch, es immer allen recht zu machen – inklusive sich selbst – ließ wenig Raum für Schwächen.

Das Buch hinterlässt einen bleibenden Eindruck und regt auf jeden Fall zum Nachdenken an.

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