Cover-Bild Eine Farbe zwischen Liebe und Hass
(26)
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Suhrkamp
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 376
  • Ersterscheinung: 08.03.2020
  • ISBN: 9783518469965
Alexi Zentner

Eine Farbe zwischen Liebe und Hass

Roman
Werner Löcher-Lawrence (Übersetzer)

Seine Familie glaubt an die Überlegenheit der weißen Rasse, und damit scheint für den jungen Jessup alles entschieden. Doch nach der Rückkehr seines Stiefvaters aus dem Knast und einem tragischen Unfall muss er endlich selbst Antworten finden auf die Fragen: Was glauben, wem folgen, wen lieben? 

Alexi Zentner hat einen Anschlag von Neonazis auf sein Elternhaus in Literatur verwandelt. Gegen Hass und Gewalt setzt er die Kraft des Erzählens. Gegen Hetze und Fanatismus die Fähigkeit, sich einzufühlen, in einen jungen Mann auf der anderen Seite … Eine Farbe zwischen Liebe und Hass ist ein augenöffnendes Familienporträt, ein packender Coming-of-Age-Roman, eine Geschichte über Loyalität, Zugehörigkeit und die Gefühle in den dunkelsten Ecken des heutigen Amerikas. 

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2020

Und es werde Licht!

0

Dieses Buch stellt für mich immer wieder die Frage nach Disposition – und hier weniger biologischer, sondern eher soziologischer Art – in welches Land, welche Familie werde ich hineingeboren und wie beeinflusst ...

Dieses Buch stellt für mich immer wieder die Frage nach Disposition – und hier weniger biologischer, sondern eher soziologischer Art – in welches Land, welche Familie werde ich hineingeboren und wie beeinflusst diese meinen weiteren Lebensverlauf.

Im Mittelpunkt des Buches steht der siebzehnjährige Jessup, dessen Züge man zu Beginn langsam kennenlernt. Zunächst wird hierbei ein recht sadistisches Bild von ihm gemalt, erkenntlich an seinem Gefallen an der Brutalität seines Sports (Football - Freude auf die Hässlichkeit des Spiels) und an Schmerz. Neben diesen rauen Zügen zeigt er gleichwohl weiche Seiten, die insbesondere in seiner Beziehung zu seiner jüngeren Schwester Jewel und seiner Freundin Deanne hervortreten. Die Mitte zwischen beiden Polen bildet seine Sehnsucht nach Ruhe, die er bei der Jagd findet. Jessup ist generell eher schweigsam. Und er sehnt sich immer wieder nach Unsichtbarkeit, die ihm aufgrund seiner Statur und vielmehr durch die Geschichte seiner Familie vergönnt ist.

Das Buch liest sich nicht nur wie ein Porträt eines jungen Mannes, sondern auch wie eines einer Familie. Da ist Jessups Mom, Cindy, die aus jeder ihrer Beziehungen ein Kind hervorgebracht hat. In Jessups Alter wurde sie von ihren Eltern vor die Tür gesetzt - da ist sie bereits Mutter eines Sohnes. Es folgen Jessup, dessen Vater dem Alkohol verfallen ist und noch vor seiner Geburt verunglückt. Mit David John, dem dritten Partner seiner Mutter, enden ihre Doppelschichten, ihr Hang zum Alkohol und der Kühlschrank ist fortan stets gefüllt. Er behandelt Jessup und seinen älteren Bruder Ricky wie seine leiblichen Kinder. Mit ihm zieht auch die Kirche in die Familie ein. Das Leben aller wendet sich mit dem Totschlag zweier Schwarzer Studierender durch Ricky unter Beteiligung von David John. Als letzterer vier Jahre nach der Tat wieder freikommt, setzt der Verlauf der Geschehnisse in dem Buch ein. Dieser Tag ist es auch, der Jessups Leben abermals für immer nachhaltig verändern wird.

Jessup wünscht sich derweil ein Leben zurück, in dem er nicht bezweifelte, dass sein Stiefvater ein guter Mensch und seine Kirche die richtige ist. Wohin Jessup auch geht, die Geschehnisse um seinen Bruder und Stiefvater eilen ihm wie ein Stigma voraus. Sich dieses Umstands bewusst, arbeitet er umso härter – für seine Bildung und die damit verbundenen Chancen, für den Unterhalt seiner Familie während der Abstinenz seines Stiefvaters. Manches Mal möchte man ihn einfach aus der Situation nehmen und in eine unbeschwertere Gegenwart verpflanzen. So wie er sich selbst so weit es geht entfernt von seiner Heimat Cortaca wünscht und sich aus diesem Grund bei entlegenen Universitäten beworben hat.

Die Stärke des Buches besteht für mich in der Charakterisierung des Protagonisten. Sie ließ mich im nahe fühlen, ihm das Beste wünschen. Sein Leben und Handeln ist scheinbar voller Ambivalenzen: Angehöriger der Kirche des Weißen Amerikas und Freund einer Person of Color, liebender und zärtlicher großer Bruder und gleichwohl brutaler Football-Spieler. Auch sein Stiefvater David John ist von Widersprüchlichkeiten durchzogen. Immer mehr kommen Jessup Zweifel an der Vereinbarkeit von David Johns Verhalten, seinen Tattoos und seinem Glauben.

Trotz all der Ereignisse in diesem Werk ist es irgendwie ein stilles Buch und das macht für mich gerade seine Kraft aus. Es hat nichts Reißerisches, Wertendes, Fingerzeigendes. Vielmehr hat es einen zwischenmenschlichen Sog. Neben der Frage nach Menschlichkeit in unserem Tun, unserem Glauben, geht es um die Machenschaften im Lichte oder vielmehr unter dem Deckmantel von Religion, aber auch um Solidarität und das Thema Kapital – in finanzieller und kultureller Form.

Letztlich bleibt für mich die Frage, welche Farbe zwischen Liebe und Hass liegt. In jedem Fall hat sie eine helle Nuance und eine, die für mich stets mit der Erinnerung an dieses Buch verbunden sein wird.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.03.2020

Rassismus hat viele Zwischentöne

0

Jessup ist 17 Jahre, im Football und auch so in der Schule sehr gut, aber die Familie und die Geschehnisse haften an ihm. Sein Vater und Bruder Ricky sind im Gefängnis weil sie ein Hassverbrechen begangen ...

Jessup ist 17 Jahre, im Football und auch so in der Schule sehr gut, aber die Familie und die Geschehnisse haften an ihm. Sein Vater und Bruder Ricky sind im Gefängnis weil sie ein Hassverbrechen begangen haben. Den Halt findet die Familie in der Glaubensgemeinschaft „Heilige Kirche des Weißen Amerikas“, doch für Jessup ist dies alles nichts. Er liebt Deanne, die Afroamerikanerin ist, er versucht seinen eigenen Weg zu finden doch dann überschlagen sich die Ereignisse…

Ich bewundere und danke dem Autor der hier seine eigenen Geschehnisse zum Thema Rassismus aufgeschrieben bzw. in diese Geschichte gepackt hat. Seine Eltern sind seit Jahren sehr engagiert gegen Antisemitismus und Rassismus und natürlich sieht das jeder nicht tolerant, das hat Alexi Zentner in „Eine Farbe zwischen Liebe und Hass“ eingearbeitet.

Der Einstieg war etwas holprig, gerade weil der Protagonist Jessup ein leidenschaftlicher und sehr guter Footballspieler ist, aber gewiss nicht jeder Leser, so wie meine Wenigkeit, mit diesem Sport etwas anfangen kann. Daher waren die ersten guten 30 Seiten schon eher langatmig, gefüllt über Football und ich habe sie mehr übersprungen.

Doch dann ändert sich die Situation für Jessup und somit auch für den Leser.

Jessup war mir von Beginn an sympathisch. Einfach weil er so zwischen den Stühlen sitzt, man genau spürt wie ihn die Verbrechen von seinem Stiefvater und Bruder zusetzen, wie die Gesellschaft ihn verurteilt und er einfach einen Abstand gewinnen möchte, er möchte als Jessup gesehen werden ohne verurteilt zu werden, ohne auf Vorurteile zu treffen. Und gleichzeitig merkt man aber dass Jessup seine Familie, auch seinen Stiefvater liebt, er ihm nie etwas angetan hat sondern für ihn stand ehrliche Arbeit, Anstand, Intelligenz und für seine Träume arbeiten immer an erster Stelle und dies hat er an seine „Kinder“ weitergegeben.

Auch die Familie, das Umfeld von Jessup ist unterschiedlich, zerrissen, geeint, aber jeder hat seine eigenen Gedanken, Vorurteile oder Vorteile im allgemeinem im Sinn und Jessup sowie der Leser muss hier sich ebenso aus diesen Fängen befreien.

Große Probleme hatte ich auf jeden Fall mit der „Heiligen Kirche des Weißen Amerikas“, bei deren Vorstellungen, Einstellungen und was sie aus Ereignissen ziehen, da sollte jedem bewusst werden wie gefährlich, krank und dumm Rassismus ist, das hier keinem geholfen ist, dass es keine Wahrheit gibt sondern nur Momentaufnahmen die man so gerne sehen möchte und selbst spürt.
Rassismus gibt es überall, er ist wieder „modern“ und engt Menschen ein, verurteilt sie bevor sie ein Wort gesprochen haben, sie gehören nicht zu dieser Gesellschaft und kämpfen gegen Windmühlen an. Doch auch gibt es Rassismus und Drohungen gegen Menschen die nicht auf der Seite der „weißen Rasse“ sind, die ihre eigenen Gedanken und Wege gehen und dies nicht gerne gesehen wird.

Auch hier erlebt man Rassismus und Ausgrenzung und man merkt beim Lesen eines sehr schnell – Rassismus hat viele Facetten und Zwischentöne, auf die man dringend hören muss.
Ich persönlich bin von diesem Buch, von der Geschichte mit ihrer starken und eindringlichen Aussage sehr berührt und begeistert und möchte es jedem gerne ans Herz legen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2020

Der Exit vom Hass

0

Jessup lebt in einer Familie, in der das rechtsradikale Gedankengut nicht nur zum täglichen Leben gehört, wie das Atmen, nein es nimmt zudem einen sehr hohen Stellwert ein. Selbst eine Kirche der White ...

Jessup lebt in einer Familie, in der das rechtsradikale Gedankengut nicht nur zum täglichen Leben gehört, wie das Atmen, nein es nimmt zudem einen sehr hohen Stellwert ein. Selbst eine Kirche der White Power Bewegung geht Jessups Familie an. Doch bis jetzt ist Jessup den süßen Worten des Hasses dieser Bewegung nicht erlegen. Seine Familie lebt bitter arm in einem Wohnwagen. Als sein Stiefvater aus dem Gefängnis kommt, scheint es so als würde Jessup noch tiefer in diese Bewegung reingezogen und das obwohl er ganz und gar nicht diese radikalen Gedanken vertritt. Er hat eine dunkelhäutige Freundin und will so weit weg von dieser Stadt, wie nur irgend möglich. Er lernt und ist im Foodball Team. Er setzt alles dran mittels Stipendium oder durch den Foodball raus aus dieser Stadt zu kommen. Doch dann passiert ihm was nicht passieren darf, es kommt zu einen tödlichen Unfall. Der führende Kopf der White Power Bewegung schaltet sich ein und will Jessup und seine Familie für seine Ziele ausschlachten. Er schreckt auch nicht Mord zurück. Es kommt zu einem tödlichen Schusswechsel. Und genau dieser ist für Jessups Stiefvater der nötige Weckruf. Er setzt nun alles daran seine Familie diesem rechtsradikalen Gedankengut zu entziehen.

Der Autor schafft es den Leser mit einen nüchternen, abgeklärten Schreibstil zu fesseln. Besonders interessant ist der Perspektivwechsel, da der junge Jessup die Hauptrolle in dieser Geschichte spielt.

Mit relativ kurzen Kapiteln, die jeweils mit einer Überschrift versehen sind, schafft der Autor es mit verschiedenen Spannungsbögen eine wirklich mitreisende Story zu erzählen. Dabei weis man als aufgeklärter Mensch immer. Das ist keine gute Gesellschaft in der sich der Protagonist befindet. Er ist so vielen Verlockungen ausgesetzt. Auch wenn er für sich bereits eine Entscheidung getroffen hat und sich dieser Gemeinschaft zu entziehen versucht, sind die Bänder, da von Kindheit an in dieser Gemeinschaft, sehr stark. Anfangs denkt man noch ok ließt man vielleicht eine Geschichte über die Radikalisierung. Tut man ja in gewisser Weise auch, da der beste Freund und Bruder des Protagonisten, dieser süßen Verlockung des Hasses nicht widerstehen können. Aber Jesup ist anderes, er will raus. Und den Weg, den der Protagonist gehen muss, erzählt der Autor auf eine ganz besondere Weise.

Die Figuren, anhand derer der Autor diese Geschichte erzählt sind zum einen glaubhaft aber auch sehr nüchtern dargestellt. Das heißt jetzt aber nicht das sie emotionslos dargestellt sind nein. Der Autor hält nur eine gewisse Distanz zu seinen Figuren, welche bewirkt dass man das Verhalten besser nachvollziehen kann. Er gibt sich wirklich sehr viel Mühe mit den Figuren, auch wenn sie durch die Distanz und das eingesetzte Brennglas teilweise oberflächlich wirken. Als Leser schaut man immer von außer aus einer gewissen Distanz auf die Handlung. Das heißt aber nicht, dass einen die Figuren nicht ans Herz wachsen. Das Gegenteil ist der Fall. Am Ende ist man sehr froh das Jessup und seine Familie den Absprung schaffen und einen Neuanfang starten.

Fazit: Dieser Roman ist nicht einfach nur einer weiterer Roman über Rassismus in Amerika sondern vielmehr wie man sich diesen entzieht. Ich gebe zu es ist kein einfaches Buch und an den Erzählstil muss man sich auch erst gewöhnen. Aber ab einem gewissen Zeitpunkt will man einfach nur noch wissen, welchen Weg schlägt der junge Protagonist ein. Es ist ein toller Roman der die Entwicklung eines jungen Menschen und dessen Familie sehr gut nachzeichnet und die Einflüsse zeigt die auf die Entwicklung eines Menschen einwirken können und wie man sich diesen entziehen kann. Mich hat dieser Roman tief bewegt. Ich kann ihn euch nur sehr ans Herz legen. Gegen die Liebe hat der Hass keine Chance.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.03.2020

Gibt es einen Weg?

0

„Die Leute reden. Nicht erst jetzt. Sein ganzes Leben schon.“

Jessups Mutter ist 14, als sie ihren Sohn Ricky bekommt, 19, als Jessup geboren wird. Mit 25 Jahren heiratet sie David John und bekommt ihr ...

„Die Leute reden. Nicht erst jetzt. Sein ganzes Leben schon.“

Jessups Mutter ist 14, als sie ihren Sohn Ricky bekommt, 19, als Jessup geboren wird. Mit 25 Jahren heiratet sie David John und bekommt ihr drittes Kind, Jewel. Die Familie lebt in ärmlichen Verhältnissen in einem Wohnwagen in Cortaca und bekennt sich zur „Heiligen Kirche des Weißen Amerika“.

„In der Kirche sagen sie, was ist falsch daran, stolz darauf zu sein, dass man weiß ist? Wenn du mittags zusammen mit schwarzen Schülern am Tisch sitzt oder die Juden sich das auserwählte Volk nennen, warum soll es dann ein Problem sein, wenn man mit seinen Leuten zusammen sein will, mit denen, die denken, dass weiß sein eine gute Sache ist?“

Jessup geht zur Highschool, ist ein guter Schüler und leidenschaftlicher Football-Spieler. Schwarze und Weiße spielen in einer Mannschaft – hier zählt nur die Farbe des Trikots. Sein Bruder Ricky wurde für den Mord an zwei Schwarzen verurteilt und sein Stiefvater wegen Beihilfe. Von Hassverbrechen war die Rede. Damals war Jessup 11 Jahre alt. Er hat sich danach von der Kirche distanziert.

Er liebt seine kleine Schwester Jewel und arbeitet viel, um seine Mutter zu unterstützen, solange der Stiefvater im Knast sitzt. Trotzdem wird es ihn verfolgen. Und irgendwann gerät Jessup in eine Situation, aus der es kein Entkommen für ihn zu geben scheint. Können ihn die Provokationen seines schwarzen Gegenspielers aus dem entscheidenden Football-Spiel noch ruhig bleiben lassen, so gibt es kurz danach einen tragischen Unfall. Jessup muss sich entscheiden – oder gibt es eine Gruppe, die ihm die Entscheidung abnehmen will?

Der Autor Alexi Zentner, dessen Familie selbst Opfer von Hass und Gewalt durch einen Anschlag von Neonazis geworden ist, erzählt die Geschichte von Jessup sehr eindringlich, unglaublich spannend und so fesselnd, dass ich das Buch nicht zur Seite legen konnte. Niemals zuvor hat mich eine Geschichte zum Thema Hass, Gewalt und Fanatismus so stark berührt wie diese. Vielleicht lag es daran, dass der Autor Jessups Gefühlswelt mit all seinen Gedanken, seinen Wünschen und seiner inneren Zerrissenheit so deutlich und klar geschildert hat? Selbst die Beschreibung des entscheidenden Football-Spiels, die außergewöhnlich ausführlich – ich möchte das Wort „langatmig“ vermeiden - war, hat so viel Persönliches vermittelt, dass ich das im Nachhinein nicht missen möchte.

Die kurzen Abschnitte mit den „Schlagzeilen“ im Fettdruck habe ich als sehr positiv empfunden. „Eine Farbe zwischen Liebe und Hass“ wird bestimmt noch lange in mir nachklingen und mich zum Nachdenken anregen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.03.2020

Ein starkes Buch

0

Der 17jährige Jessup lebt in einem Wohnwagenpark in einer US-Kleinstadt. Seine junge Mutter hat ihn und seinen größeren Bruder Ricky mit in die Ehe von David John gebracht, der die beiden Jungen liebt ...

Der 17jährige Jessup lebt in einem Wohnwagenpark in einer US-Kleinstadt. Seine junge Mutter hat ihn und seinen größeren Bruder Ricky mit in die Ehe von David John gebracht, der die beiden Jungen liebt und sie gut behandelt. Sie gehören der der "Weißen Kirche des heiligen Amerikas" an, einer rassistischen Vereinigung, die uner dem Deckmantel des Glaubens ihre Ziele verfolgt. Doch Jessup ist anders. Er möche seinen eigenen Weg gehen, der Armut und der Kleinstandt entfliehen und hat aufgrund seiner guten schulischen Leistungen und als toller Foodball-Spieler eine positive Zukunft vor sich mit Aussicht auf ein Stipendium an einer Uni. Er hat mit der Kirche nichts am Hut, er hat allen Menschen gegenüber eine positive Einstellung und sogar eine schwarze Freundin. Doch die Loyalität seiner Familie gegenüber bringt ihn in Konflikte.

Sein Bruder Ricky und sein Stiefvaer David John wurden wegen des Mordes an zwei jungen Schwarzen verurteilt, sie sitzen ihre Strafe ab. Für den Rest der Familie beginnt eine schwere, entbehrungsreiche Zeit. Jessup ist sehr besorgt um seine jüngere Schwester, zu der er ein sehr gutes Verhältnis hat. Dann wird David John entlassen, alle hoffen auf leichtere Zeiten. Doch dann geschieht ein Unglück. Ein schwarzer Junge wird getötet, mit dem Jessup vorher eine Auseinandersetzung hatte. Es ist ein Unfall, doch Jessup entscheidet sich für den falschen Weg und vertuscht ihn. Die "Weiße Kirche d. h. Am." nimmt das zum Anlass, um Missgunst und Hass zu schüren und setzt alles dran, ihre rassischtischen Ziele zu verfolgen. Jessup wird zum Spielball ihfer Machenschaften.

Am Anfang des Buches kam ich nicht so richtig rein in die Geschichte, ich konnte nicht so viel mit dem breit gewalzten Foodballspiel anfangen. Doch nach dem holprigen Start hat mich das Buch sofort gefangen genommen. Der Autor beschreibt die Geschehnisse in wunderbarer Art, teilweise in kühlen Bildern, und das Unheil nimmt seinen Lauf. Die Charaktere finde ich großartig skizziert, die "Figur" Jessup empfand ich in seiner Komplexität stimmig, seine Zerissenheit, sein innerer Kampf zwischen der Loyalität seiner Familie gegenüber und seinen Wünschen, seine Angst und seine Zweifel ließ mit mitfiebern. Ein toller Charakter, der das Buch getragen hat. Das Grauen konnte sich in seiner ganzen Breite entwickeln und auch die inneren Konflikte der Personen waren gut nachzuvollziehen. Das ganze Thema bedrückend und leider wieder so aktuell. Doch es war auch schön zu sehen, dass es auch um Zusammenhalt ging, um feste Freundschaften, um Menschen, auf die man sich auch in schweren Zeiten verlassen kann.

En wichtiges Buch, das ich jedem emfehlen kann, der sich objekiv mit Rassismus auseinandersetzten möchte. Das aber auch Mut macht, nicht auf der Welle mitzuschimmen, sondern eigene Wege zu finden. Zu erkennen, dass Gewalt nicht das Maß der Dinge ist, sondern die Schwäche aufzeigt, die der Verursacher vertuschen möchte.

Unbedingt lesenswert!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere