Cover-Bild Todesengel

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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Lübbe
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 544
  • Ersterscheinung: 18.06.2015
  • ISBN: 9783404172382
Andreas Eschbach

Todesengel

Thriller
Was, wenn der Staat seine Bürger nicht mehr schützen kann? Muss es dann nicht jemand anderes tun?

Erich Sassbeck ist zur falschen Zeit am falschen Ort und gerät in eine brutale Schlägerei. Doch am Ende ist er es, der überlebt, während seine Angreifer tot sind - erschossen von unbekannter Hand. Sassbeck glaubt, dass ihn ein Wunder gerettet hat. Die Polizei dagegen fragt sich, ob nicht er geschossen hat. In Notwehr. Oder schlimmer: in Selbstjustiz. Der Journalist Ingo Praise findet bald Beweise, dass Sassbecks Geschichte stimmt. Ein Unbekannter streift durch die Stadt und beschützt Unschuldige. Praise macht den »Racheengel« zum Star - und löst damit eine Katastrophe aus ...

Bestsellerautor Andreas Eschbach hat mit Todesengel einen spannenden Thriller zum Thema Selbstjustiz geschrieben.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Spannung gepaart mit einer Portion Sozialkritik

2

Ein Engel, der immer dann auftaucht, wenn irgendwo in der Stadt Unschuldige verletzt werden und ein Reporter, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, für die Opfer einzutreten, da diese in der Gesellschaft ...

Ein Engel, der immer dann auftaucht, wenn irgendwo in der Stadt Unschuldige verletzt werden und ein Reporter, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, für die Opfer einzutreten, da diese in der Gesellschaft immer vergessen werden und sich mehr für die Täter interessiert wird.

Das Buch ist sehr facettenreich, die verschiedenen Erzählstränge laufen parallel und so nach und nach fügen sich die Puzzleteile zu einem Großen Ganzen zusammen.
Eschbachs Schreibstil ist flüssig, die Geschichte spannend erzählt und man kann sich gut in die einzelnen Charaktere hineinversetzen.
Ein spannender Krimi gewürzt mit einer ordentlichen Portion Sozialkritik.
Einfach Klasse!

Veröffentlicht am 03.12.2017

Engel oder Psychopath?

1

Ein Rentner wird von zwei Jugendlichen in einer U-Bahn-Station grundlos halb tot geschlagen, drei Skinheads prügeln und treten einen jungen Mann bewusstlos, vier Kerle überfallen eine junge Türkin, ein ...

Ein Rentner wird von zwei Jugendlichen in einer U-Bahn-Station grundlos halb tot geschlagen, drei Skinheads prügeln und treten einen jungen Mann bewusstlos, vier Kerle überfallen eine junge Türkin, ein jüdischer Trainer für Selbstverteidigung wird auf dem Heimweg von einigen jungen Arabern angegriffen – und immer erscheint zur Rettung der Bedrängten ein strahlend weißer Engel, der die Täter brutal bestraft und dann spurlos verschwindet. Die Polizei tappt im Dunkeln und vermutet anfangs falsche Aussagen der Überfallenen - für die Bevölkerung der Stadt jedoch handelt es sich hier um einen Engel, einen Racheengel zum Schutz der Wehrlosen. Doch dann bekommt der Journalist Ingo Praise ein anonymes Video zugeschickt, auf dem der „Todesengel“ zu sehen ist …

Die stets zunehmende Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft, das oft lebenslange Leid der Opfer und die meist geringe Bestrafung der jugendlichen Täter sind nur einige der Probleme, die der Autor Andreas Eschbach hier aufgegriffen und als spannenden Krimi verarbeitet hat. Der Schreibstil ist dabei von beeindruckender Intensität, ausdrucksstark und lebendig. Man merkt, dass sich der Autor mit dem Thema gründlich auseinander gesetzt hat, es von allen Seiten beleuchtet, ohne für eine bestimmte Seite Partei zu ergreifen. Er überlässt es dem Leser, sich seine eigenen Gedanken zu machen.

Selbstjustiz und Zivilcourage sind die vorherrschenden Themen des Buches. Soll man das Gesetz in die eigenen Hände nehmen, wenn der Staat versagt? Es wird mehr Mut zum Eingreifen gefordert, doch dass der Helfer sich selbst in Gefahr bringt oder sich gar strafbar macht wenn er den Angreifer verletzt – darauf weist niemand hin. Warum werden die Angreifer vor Gericht mit Samthandschuhen angefasst und wegen widriger Umstände, die zu der Tat geführt haben, noch bedauert, während die Opfer mit ihrem physischen, psychischen und materiellen Schaden meist alleine gelassen werden? Und was geschieht, wenn irrtümlich ein Unbeteiligter zu Tode kommt? Ein erschreckender, dramatischer Schluss, der perfekt zur Handlung passt, stimmt sehr nachdenklich und weckt beim Leser zwiespältige Emotionen.

Fazit: Ein empfehlenswertes Buch über ein mehr denn je aktuelles Thema – aufregend und sehr spannend umgesetzt.

Veröffentlicht am 29.04.2020

Rächer oder Retter?!

0

Der Rentner Erich Sassbeck wird von zwei Jugendlichen verprügelt. Als er schon fast bewusstlos am Boden liegt, kommt eine engelsgleiche Gestalt und erschießt die Schläger. Die Polizei glaubt, dass Sassbeck ...

Der Rentner Erich Sassbeck wird von zwei Jugendlichen verprügelt. Als er schon fast bewusstlos am Boden liegt, kommt eine engelsgleiche Gestalt und erschießt die Schläger. Die Polizei glaubt, dass Sassbeck selbst auf die Angreifer geschossen hat. Doch der Journalist Ingo Praise kann dieses widerlegen. Dadurch bekommt Praise einen Karriereschub und erhält eine eigene Fernsehshow.
In seinem Thriller beschreibt Eschbach über die Verrohung der Jugend. Er erörtert das Problem, der Polizei, nicht hart genug gegen gewalttätige Heranwachsende vorzugehen oder vorgehen zu können. Des Weiteren greift er das Thema Selbstjustiz auf. Kann Jemand einfach durch die Straßen ziehen und Täter erschießen? Auch wenn er vermeintlich von einer höheren Macht getrieben wird? Dieses Thema hat der Autor sehr spannend verarbeitet. Es hat mich von Anfang an gefesselt, da mir der Schreibstil sehr gut gefallen hat.
Auch das Leben der einzelnen Charaktere wird nicht ausgelassen. So ist dort Ingo Praise, ein kleiner Journalist, der immer Pech im Leben hatte und nun im Rampenlicht steht. In Evelyn Sassbeck´s Sohn Kevin erkennt er sich selbst, den schüchternen Jungen, der ständig drangsaliert wird. Dann gibt es noch Kommissar Ambick, der alles unternimmt um dem Rätsel des Racheengels näher zu kommen. Wogegen sein Chef Staatsanwalt Ortheil immer nur sein Ansehen und das des Bürgermeisters im Sinn hat. Zwischendurch tauchen dann immer mal wieder Ingo´s Ex Freundin, deren Neuer und diverse Verdächtige auf. Diese wurden, meiner Meinung nach, sehr gut dargestellt.
Bis kurz vor dem Ende des Buches weiß der Leser nicht sicher, wer nun der Todesengel ist. Als es dann zur Schlusshandlung kommt, gibt es kein allgemeines Happy End. Das hat mir sehr gut gefallen, denn ein „Alles wird gut“ ist, finde ich, langweilig.

Fazit: Ein rundum guter Thriller, den ich gerne weiterempfehle!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2019

Interessanter, aufrüttelnder Thriller

0

Erich Sassbeck wird brutal angegriffen als er zwei Jugendliche vom Vandalismus in einer U-Bahn-Station abhalten will. Die Schlägerei droht ihn das Leben zu kosten. Doch dann taucht eine engelhafte Gestalt ...

Erich Sassbeck wird brutal angegriffen als er zwei Jugendliche vom Vandalismus in einer U-Bahn-Station abhalten will. Die Schlägerei droht ihn das Leben zu kosten. Doch dann taucht eine engelhafte Gestalt auf, erschießt die Gewalttäter und rettet so Erich Sassbecks Leben. Die Polizei glaubt Sassbecks Erzählungen über den Engel nicht und verdächtigt ihn in Notwehr oder Selbstjustiz geschossen zu haben. Der Journalist Ingo Praise interviewt den Rentner nach dem Vorfall und glaubt dessen Geschichte. Er findet Beweise, dass tatsächlich ein Unbekannter durch die Stadt streift und versucht Unschuldige zu beschützen. Mit dieser Entdeckung nimmt das Verhängnis seinen Lauf.

Andreas Eschbach behandelt in dieser Geschichte ein brisantes, aktuelles Thema. Es geht um Gewalttaten, Notwehr, Zivilcourage und Selbstjustiz. Der Autor stellt hierbei die Behandlung der Gewalttäter durch den Rechtsstaat, auch im Vergleich zum Verhalten gegenüber anderen Straftätern, heraus. Die Bestrafung von Leuten, die in Notwehr oder aus Zivilcourage gehandelt haben und das Vergessen bzw. die mangelnde Unterstützung der Opfer, werden ebenfalls in den Vordergrund gerückt. Fakten und versteckte Kritik zu diesem Thema verpackt Autor geschickt in der Handlung des Buches.

Die Geschichte ist in Kapitel eingeteilt und erzählt die Vorkommnisse aus verschiedenen Perspektiven. Durch den Einblick in unterschiedliche Sichtweisen erlangt der Leser ein umfassendes Bild. Der Schreibstil des Autors ist flüssig und leicht zu lesen.

Alles in allem hat mir „Todesengel“ sehr gut gefallen. Bei mir kam nicht allzu viel Spannung auf, aber dennoch habe ich mich keineswegs gelangweilt. Es handelt sich im einen interessanten Thriller, der aufrüttelt und einen nachdenklich und, sollten die angeführten Urteile stimmen, ein wenig am Rechtsstaat zweifelnd zurück lässt.