Cover-Bild Was wir sind

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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser, Carl
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 368
  • Ersterscheinung: 17.02.2020
  • ISBN: 9783446265639
Anna Hope

Was wir sind

Roman
Eva Bonné (Übersetzer)

Was ist aus dem Menschen geworden, der du einmal sein wolltest? – Anna Hope über drei ungleiche Frauen und ihre gemeinsame Zeit in London, über Freundschaft und die intimen Fragen eines jeden Lebens

Nach einer atemlosen gemeinsamen Zeit in London stehen Hannah, Cate und Lissa mit Mitte dreißig an ganz unterschiedlichen Punkten. Hannah liebt ihr Leben und das Leben mit Nathan, doch alles scheint wertlos ohne ein Kind. Cate ist nach der Geburt ihres Sohnes nach Canterbury gezogen und hat das Gefühl, sich mehr und mehr selbst zu verlieren. Und Lissa steht nach einer schwierigen Beziehung auf der Schwelle zu ihrem Traum. Was wollen wir, was können wir sein? „Beeindruckend scharfsinnig und voller emotionaler Weisheit“ (The Observer) erzählt Anna Hope von drei Frauen unserer Zeit und kommt dabei ihren Figuren so nah wie wir sonst nur uns selbst.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.04.2020

Ein weiblicher Roman über die Generation der heutigen Enddreißiger

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Es ist ein spürbar weiblicher Roman, ein feministischer Roman, der die heutige Generation der Enddreißiger samt ihrer Eltern im Blick hat.
Drei miteinander befreundete Frauen, in London und Umgebung ...

Es ist ein spürbar weiblicher Roman, ein feministischer Roman, der die heutige Generation der Enddreißiger samt ihrer Eltern im Blick hat.
Drei miteinander befreundete Frauen, in London und Umgebung lebend, stehen im Mittelpunkt.
Hannah ist mit Nathan verheiratet. Sie wünscht sich verzweifelt ein Kind und versucht alles Erdenkliche. Die Beziehung zu ihrem Mann verliert sie dabei etwas aus den Augen.
Lissa blieb als Schauspielerin der große Erfolg versagt und sie hangelt sich beruflich so durch. Aktuell wirkt sie an einer Tschechow Inszenierung mit. Kinder möchte sie auf keinen Fall, nicht zuletzt aufgrund ihrer komplizierten Beziehung zu ihrer Mutter Sarah.
Cate fühlt sich als „Restposten“ auf dem Männermarkt, bis sie dann doch jemanden im Internet kennenlernt, sich verliebt und ziemlich schnell ein Kind bekommt. Diese Mutterschaft stellt sie allerdings vor ungeahnte Herausforderungen.

Der Roman erzählt abwechselnd von den drei Frauen, auch mit Rückblicken in ihre Jugend. Normalerweise habe ich mit Zeitsprüngen und Perspektivwechseln keine Probleme, mag sie sogar sehr, aber hier hatte ich manchmal Mühe mich zu orientieren, von wem gerade die Rede ist.
Überhaupt musste ich mich auf diesen Roman erst mal einlassen, doch dann berührte er mich sehr, vor allem der Kinderwunsch Hannahs weckte tiefes Mitgefühl. Manche Szenen fesselten mich sehr, z.B. empfand ich die Theaterproben sehr spannend und lebendig, andere wiederum ließen mich eher kalt und ich langweilte mich sogar manchmal. In viele Situationen konnte ich mich hineinfühlen, allerdings nicht in jegliche und manche Handlungen konnte ich wirklich nicht nachvollziehen. Nichtsdestotrotz schienen sie mir jedoch möglich und damit letztlich auch glaubhaft. Hier wird vieles wenig romantisiert dargestellt, was mir einerseits gefiel, was mich andererseits aber auch etwas ernüchterte.
Den kurzen Ausflug in die Welt der Abjekte (was das ist, erfuhr ich erst durch diesen Roman) fand ich übrigens sehr amüsant..:)

Die Autorin nimmt sich den weiblichen Themen und Frauenfiguren auf sehr niveauvolle Weise an. Sie zeigt die unterschiedlichen Einstellungen zum Kinderwunsch sowie die unterschiedlichen Facetten von Mutterschaft. Sie zeigt Elternbeziehungen, Paarbeziehungen und vor allem auch die Beziehung der drei, letztendlich auch einsamen, Frauen untereinander. Es gibt Konkurrenz, Neid, Lug und Betrug. Waren es eigentlich Freundinnen, sind Frauenfreundschaften eigentlich möglich, fragte ich mich an einigen Stellen. Dieses Thema rührte mich sehr an und ich regte mich wirklich über Lissas Verhalten auf (das Verhalten des Mannes fand ich auch recht daneben).

Darüber hinaus werden die unterschiedlichen Generationen und Lebensideale gegenüber gestellt: die Elterngeneration der Frauen, politisch aktiv oder auch religiös orientiert, - im Gegensatz zu ihren nun erwachsenen Kindern, die zwar in der Jugend rebellisch waren, jedoch recht schnell das private Glück und die finanzielle Absicherung in ihren persönlichen Vordergrund stellten. „Die jungen Leute werden älter und fangen an, Kompromisse zu machen. So ist das eben. Man gibt den Kampf auf und kapituliert und wird zum Teil des Problems.“

Neben dem, dass der Roman mich nicht hundertprozentig fesseln konnte, bemängle ich die unscharfe Herausarbeitung der Themen des Romans, die mehr Akzente, mehr Klarheit verdient hätten. Vielleicht waren es insgesamt zu viele Themen- Lebenskrisen, Freundschaft, Feminismus, Mutterschaft, Beziehungen, Generationenportrait, so dass sie letztendlich, ähnlich des Titelbildes, etwas verschwimmen.
3,5 Punkte

Veröffentlicht am 29.03.2020

Wenn nichts bleibt, wie es war

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In den ersten Kapiteln dieses Romans fällt folgender Satz: „Du solltest an Deinen Freundschaften festhalten […]. An den Frauen. Am Ende werden nur sie für Dich da sein.“ Doch das Festhalten an Freundschaften, ...

In den ersten Kapiteln dieses Romans fällt folgender Satz: „Du solltest an Deinen Freundschaften festhalten […]. An den Frauen. Am Ende werden nur sie für Dich da sein.“ Doch das Festhalten an Freundschaften, auch oder gerade langjährigen Freundschaften, ist nicht immer einfach. Meist freundet man sich während einer ähnlichen Lebenssituation an, wenn man in räumlicher Nähe zueinander wohnt und zumindest teilweise ähnliche Interessen verfolgt. Aber was passiert, wenn sich diese Parameter ändern?

Davon handelt „Was wir sind“, der dritte Roman der britischen Autorin Anna Hope. Ihre drei Hauptfiguren Hannah, Lissa, Cate kennen sich aus Schule und Studium. Das Buch beginnt mit einem Rückblick auf das Jahr 2004, als die drei 29-Jährigen gemeinsam in einer WG in London wohnen, das Wochenende und den Frühling genießen, im Park liegen, Wein trinken und den Tag vertrödeln. Doch schon sechs Jahre später sind die Weichen ganz anders gestellt: Cate hat eine Familie gegründet und ist nach Canterbury gezogen. Hannah und ihr Freund Nathan versuchen, ein Baby zu bekommen. Und Schauspielerin Lissa realisiert, dass sie ihren beruflichen Zenit mit Mitte 30 schon überschritten haben könnte.

Anna Hope räumt jeder der drei Figuren gleichermaßen Platz ein, alle Frauen kommen selbst zu Wort und berichten von ihren Erlebnissen. Zwischendurch gibt es Rückblicke, die von ihrem Kennenlernen, von Wendepunkten in ihren Leben und ihren Beziehungen zueinander erzählen. Der Roman heißt „Was wir sind“, doch was sie sind, ist Hannah, Lissa und Cate gar nicht immer so klar. Denn selbst wenn man seinen Platz im Leben gefunden zu haben glaubt, muss dieser nicht für alle Zeiten sicher sein.

Die drei Protagonistinnen sind sehr unterschiedlich, doch Anna Hope schafft es, sie den Lesern gleich nah kommen zu lassen. Berührend dargestellt werden auch die inneren Nöte, die jede der Figuren hat – obwohl sie alle Leben führen, die Außenstehende als erfolgreich, angekommen und beneidenswert beurteilen könnten. Tatsächlich beneiden Hannah, Lissa und Cate sogar einander, und auch das ist nachvollziehbar: Was einer Freundin wichtig ist, fällt der anderen vielleicht mühelos in den Schoß, was die eine sich erkämpfen muss, bedeutet der anderen wenig. Doch wie viel Diskrepanz und Distanz hält ihre Freundschaft aus?

Der Roman liest sich schnell und intensiv und hat mir aufgrund seiner abwechslungsreichen Darstellungen und der Tiefe der Figuren gut gefallen. „Was wir sind“ ist keine Feelgood-Lektüre, sondern bittersüß und stellenweise durchaus unter die Haut gehend.

Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten.

  • Cover
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Veröffentlicht am 26.03.2020

Ein überraschender Roman über die Freundschaft

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Cate, Hannah und Lissa sind jung, engagiert und eng befreundet. Sie haben große Ziele für ihr Leben, Träume und Pläne, die sie verwirklichen wollen. Viele Jahre später sind sie erwachsen und stehen vor ...

Cate, Hannah und Lissa sind jung, engagiert und eng befreundet. Sie haben große Ziele für ihr Leben, Träume und Pläne, die sie verwirklichen wollen. Viele Jahre später sind sie erwachsen und stehen vor einem Leben, das sich ganz anders entwickelt hat. Cate lebt zusammen mit ihrem Mann und dem kleinen Tom außerhalb von London. Eigentlich sollte sie glücklich sein, doch das Kind verlang ihr viel ab, der Schlafmangel zehrt an ihr und sie fühlt sich einsam. Ihre beste Freundin Hannah hat dafür nicht allzu viel Verständnis, versucht sie doch seit Jahren verzweifelt ein Kind zu bekommen. Doch es will nicht klappen und die Sehnsucht und die zahlreichen Versuche zehren sie innerlich auf, alles droht zu zerbrechen. Und dann ist da noch Lissa, die vergeblich versucht als Schauspielerin erfolgreich zu werden und sich dabei auch einsam fühlt und unverstanden.

Alle drei haben auf irgendeine Weise mit Problemen zu kämpfen, sie fühlen sich isoliert, einsam, bestraft vom Leben. Sie wollen für ihre Freundinnen da sein und scheitern doch, da das eigene Leben im Weg zu stehen scheint. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd von Hannah, Cate und Lissa, immer wieder durchbrochen von Rückblenden in die Jugend der drei Frauen.

Anfangs war ich mir nicht sicher, ob "Was wir sind" das richtige Buch für mich ist. Dcoch sehr schnell wurde ich eines besseren belehrt. Hope beschreibt die Emotionen so unfassbar berührend und realistisch, ich hatte das Gefühl, die drei Freundinnen schon ewig zu kennen und hätte sie am liebsten an die Hand genommen um sie vor ihren Fehlern zu bewahren. Hope schildert auf sehr direkte Art, wie das Leben ist, wie es den Menschen darin ergeht. Nicht immer ist alles Friede-Freude-Eierkuchen, manchmal hat man das Gefühl zu verzweifeln, genau wie es auch Cate, Hannah und Lissa tun. Ich war wie gefangen und habe den Roman fast an einem Stück gelesen. Als Leser hat man irgendwie Angst um die drei Frauen und hofft gleichzeitig, dass sie es schaffen, ihre Freundschaft über all die Jahre und Streiterein aufrecht zu erhalten, auch wenn es öfters Krisen zu meistern gibt.

"Was wir sind" hat mich mit seinem Tiefgang und den vielen Emotionen sehr überrascht und ich bin nun sehr froh, es gelesen zu haben!

Veröffentlicht am 26.03.2020

Fragmente des Lebens

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Hannah, Cate und Lissa sind jung, lebensfroh und unzertrennliche Freundinnen. Sie wohnen gemeinsam in einem charismatischen Haus am Rande von London Fields, gehen zu Kulturveranstaltungen, lesen, diskutieren, ...

Hannah, Cate und Lissa sind jung, lebensfroh und unzertrennliche Freundinnen. Sie wohnen gemeinsam in einem charismatischen Haus am Rande von London Fields, gehen zu Kulturveranstaltungen, lesen, diskutieren, kochen und wissen genau, wer sie sind und wer sie sein wollen und werden.

Zehn Jahre später sind sie Mitte Dreißig und jede der emanzipierten Frauen hat ihr eigenes Problem: Hannah wird trotz mehrmaligen künstlichen Befruchtungen nicht schwanger und schlittert in eine Ehekrise. Cate leidet nach der Geburt ihres Sohnes an einer wiederkehrenden Depression - ihr einziger gedanklicher Halt ist das Erinnern an eine alte Liebe. Lissa zweifelt an ihrem Können als Schauspielerin und findet keine feste Beziehung. Sie sind nicht dort, wo sie sich erhofft hatten. Jede Frau will ein wenig von dem, was die andere hat.

Inmitten von Ehe- und Beziehungskrisen, Karrieren und Kinderwünschen gibt die Autorin Anna Hope jeder Frau ihre eigene Stimme und fragt: Was heißt es, im 21. Jahrhundert eine Frau zu sein? Wie führe ich abseits meiner eigenen und fremden Ansprüche und Erwartungen ein sinnerfülltes Leben? Wie finde ich mich zurecht als Rolle der Tochter, Mutter, Ehefrau, Freundin und Feministin?

Dabei rollt sie mit zwischenmenschlichem Gespür für Details die Leben der Frauen anhand von Zeitsprüngen und Erinnerungen auseinander - die Rückblicke sind wie verblasste Polaroids und erlauben dem Leser, tiefer mit den Charakteren zu fühlen und die Fragmente ihrer Leben zusammenzupuzzeln. Hope schreibt sehr einfühlsam, emotional weise und zutiefst menschlich. Die Beschreibungen der Umwelt und Menschen ist so bildgewaltig und präzise, dass man sie beim Lesen förmlich vor Augen hat.

Anna Hope entwirft einen sehr intimen, realitätsnahen und ehrlichen Blick (ähnlich wie Sally Rooney) auf zerstörerische Selbsterwartungen und wie wir es schaffen können, das Leben fließen zu lassen und einen Zwischenraum von Haben und Wollen zu finden. Wir alle leben trotz geplatzter Träume und Schmerz weiter. Und es ist ein Roman über das große Auf und Ab von Freundschaften, auch wenn man aus lauter Angst vor Verletzungen nicht über die wirklichen Probleme reden kann. Dabei enstehen leichte Längen, aber Hope navigiert mit so einer sinnlichen Prosa durch die Innenwelten der Frauen, dass ich über diese getrost hinwegschauen konnte.

  • Cover
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Veröffentlicht am 23.03.2020

Ruhig und intensiv

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„Wir haben für euch gekämpft. Damit ihr alles erreichen könnt. Euch zuliebe haben wir die Welt verändert, und was habt ihr draus gemacht?“

Es ist 2004. Hannah, Lissa und Cate sind 29 und leben in einem ...

„Wir haben für euch gekämpft. Damit ihr alles erreichen könnt. Euch zuliebe haben wir die Welt verändert, und was habt ihr draus gemacht?“

Es ist 2004. Hannah, Lissa und Cate sind 29 und leben in einem Haus in London Fields. Sie genießen ihr Leben, leben in den Tag hinein, denken nicht an später. „(...) Sie haben noch Zeit zu werden, wer sie später einmal sein wollen.“ Es folgt der Sprung zu 2010: die Situation hat sich grundlegend verändert. Hannah ist nun glücklich verheiratet und versucht verzweifelt, ein Kind zu bekommen, doch jeder Zyklus der künstlichen Befruchtung scheitert. Lissa ist deutlich weniger erfolgreich als Schauspielerin als sie sich ausgemalt hatte, spricht regelmäßig bei Castings vor und hält sich mit diversen Jobs über Wasser. Cate ist frisch verheiratet und Mutter eines Säuglings. Sie fühlt sich einsam, unverstanden, ängstlich und überfordert mit der neuen Situation. Auch mit dem Ehemann Sam ist es anders als sie es sich vorgestellt hatte, schließlich kannten sie sich erst relativ kurz. Die drei Freundinnen sind auseinander gewachsen. Sie treffen sich ab und zu, aber nicht jede kann sich auch für die andere freuen. Und jede der drei versucht, mit dem aktuellen Leben klarzukommen, das so ganz anders ist als in der früheren Vorstellung.

Anna Hope gelingt es mit einem ruhigen und deskriptiven Schreibstil, den Leser gut zu unterhalten. Die drei Protagonistinnen sind alle sehr unterschiedlich und auf ihre Weise interessant, so dass man sich als Leser wirklich in jede hineinfühlen kann. Im Buch selbst passiert eher wenig, was mich aber überhaupt nicht störte. Die Probleme sind alltäglich, es geht um das Erwachsen werden, um den Aufbau eines eigenen Lebens. Auch Feminismus bzw. Geschlechterrollen werden angesprochen, jedoch nur beiläufig. Ein ruhiger, aber intensiver Roman, den man auch als „Coming of Age“ Roman für Ende zwanzig/Anfang dreißig-jährige bezeichnen könnte.

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