Cover-Bild Die Hummerfrauen
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 400
  • Ersterscheinung: 26.06.2025
  • ISBN: 9783423284769
Beatrix Gerstberger

Die Hummerfrauen

Roman | Nominiert für die Shortlist der unabhängigen Buchhandlungen

Wo Vergangenheit auf Gegenwart trifft: drei Frauen in Maine

»Ich kann dir nichts über das Meer beibringen«, hatte Ann einmal zu Mina gesagt. »Du spürst es oder eben nicht. Am Ende ist es mit dem Meer wie mit dem Leben, man muss alles allein herausfinden. Andere können dich auf dem Weg nur begleiten.«

Die Sommer ihrer Kindheit verbrachte Mina jedes Jahr auf einer kleinen Insel in Maine, gemeinsam mit ihren Eltern und dem großen Bruder. Auf Eagle Island fühlte sich das Leben frei und leicht an: Mina streifte mit dem Fischerjungen Sam durch die Kiefernwälder, sammelte Muscheln und Vogelfedern, während die Erwachsenen die Tage am Strand und auf Gartenpartys vorbeiziehen ließen. Doch ein schicksalhafter Sommertag veränderte alles, die Wege von Mina und Sam trennten sich.

Ein eindringlicher und berührender Roman über eine große Liebe, die für immer im Schatten der Vergangenheit steht

Nun, fast zwanzig Jahre später, ist Minas Familie durch den plötzlichen Tod des Bruders zerbrochen. Sie hat allen Halt verloren, auch sich selbst ist sie fremd geworden. Und sie weiß: Ihre Suche nach sich selbst muss an jenem Ort beginnen, an dem sie zum letzten Mal glücklich war. In Maine, so hofft sie, wird sie endlich herausfinden, warum die Familie die Insel nach diesem Sommer für immer verließ und nie wieder zurückkehrte.

Stürmisch wie das Leben, tief wie das Meer

Mina strandet in einem Hummerfischerdorf bei den beiden Fischerinnen Ann und Julie. Die 72-jährige Ann lebt seit der Trennung von ihrer Lebensgefährtin allein in einem großen Haus am Wasser, nur ein seltener blauer Hummer namens Mr. Darcy leistet ihr Gesellschaft. Julie ist Mitte 50 und musste sich ihren Platz in der männlich geprägten Dorfgemeinschaft hart erkämpfen. Sie packt an, wo es nötig ist und nimmt kein Blatt vor den Mund, aber ihre Gefühle für den Fischer Nat kann sie aufgrund alter Verletzungen nicht zulassen.

Der raue Alltag der Hummerfischerinnen wird zum Schauplatz eines inspirierenden Romans über Liebe, die Kraft weiblicher Gemeinschaft – und die Frage, ob die Vergangenheit unsere Gegenwart bestimmt

Mit Ann und Julie fährt Mina hinaus aufs Meer, von ihnen erfährt sie Wärme und ein noch nie gekanntes Gefühl von Zugehörigkeit. Dann begegnet sie jedoch Sam wieder. Die tiefe Verbindung aus Kindheitstagen ist vom ersten Moment an wieder spürbar: Mina und Sam verlieben sich leidenschaftlich ineinander. Aber auch Sam kämpft mit seiner Vergangenheit, denn auch seine Familie war nach jenem schicksalhaften Sommer nicht mehr die, die sie einmal war.

»Wusstest du, dass ein Hummer nur deshalb fast hundert Jahre alt werden kann, weil er sich alle zwei bis drei Jahre häutet? Er stapelt einfach ein Leben auf ein nächstes, ohne zwischendurch den Tod reinzulassen. Er wächst sein Leben lang weiter und muss deshalb regelmäßig den alten Panzer abwerfen, damit er nicht zerquetscht wird. Klingt nicht schön, ist aber die größte Weisheit, die der alte Mr. Darcy mir mitgegeben hat.«

»Ein literarischer Pageturner voller Wärme, Humor, Menschenkenntnis und ein umwerfendes Romandebüt. Das Buch des Sommers, schon der erste Satz führt ins Leseglück.« Angela Wittmann, BRIGITTE

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.07.2025

Viel Flair, wenig Geschichte

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Eines Tages wird eine junge Frau an die Küste vor Stone Harbor in Maine angespült und von Ann und ihrer Freundin Julie liebevoll aufgenommen und aufgepäppelt. Wie sich herausstellt, war Mina, wie die "Meerjungfrau" ...

Eines Tages wird eine junge Frau an die Küste vor Stone Harbor in Maine angespült und von Ann und ihrer Freundin Julie liebevoll aufgenommen und aufgepäppelt. Wie sich herausstellt, war Mina, wie die "Meerjungfrau" heißt, bereits als Kind als Sommergast mit ihrer Familie öfter in der Gegend. Die drei Frauen werden zu einer freundschaftlichen Einheit, doch jede einzelne von ihnen hat mit der Liebe und dem Leben als Hummerfischerin zu kämpfen.

Üblicherweise erwähne ich das Cover in meinen Rezensionen nicht, aber jenes der "Hummerfrauen" verdient eine spezielle Erwähnung - der äußere Umschlag zeigt einen roten Hummer, während der Druck am Hardcover einen blauen zeigt - eine schöne Anspielung auf Ann's ungewöhnliches Haustier - den blauen Hummer Mr. Darcy. Nicht nur das Haustier ist ungewöhnlich (besonders, wenn man bedenkt, dass Ann die Tiere ansonsten fängt, um sich mit ihnen ihren Lebensunterhalt zu verdienen und ihnen so einen grausamen, im heißen Wasser eintretenden Tod beschert), sondern auch die Frauen selbst. Die eine - Ann - hat sich vor Jahrzehnten trotz des Widerstands des gesamten Dorfes durchgesetzt und ist Hummerfischerin geworden, obwohl das bislang nur Männern vorbehalten war. Auch Julie ist störrisch, vorlaut und derb und schert sich nicht um Konventionen. Mina hingegen ist eingeschüchtert und geprägt von ihrer herrischen und negativen Mutter, die ihr nie Liebe entgegenbringen konnte.

Die Sprache ist eingehend und angenehm zu lesen, die Geschichte springt zwischen den Jahren 2000/2001 und 1982, mit Ausnahme von Prolog und Epilog, die in der Gegenwart angesetzt sind. Die Zeitsprünge bringen eine willkommene Abwechslung in das Geschehen. Bedauerlicherweise dümpelt die Geschichte über weite Strecken so vor sich hin, zieht sich und ist nur wenig spannend. Als dann im letzten Drittel ein spannender Verdacht im Raum steht und sich das Blatt wenden zu scheint, wird dieser aber schnell wieder fallen gelassen. Das ist schade, denn es hätte der Geschichte eine entscheidende Wendung geben können. So verfolgen wir über weite Strecken Dorftratsch, gescheitere Beziehungen, bösartige Mütter und Nachbarinnen, unerfüllt und aufgegebene Lieben, Konflikte unter Freund*innen und das meist ohne Ziel. An vielen Stellen dachte ich beim Lesen an "Virgin River" in Maine. Viele Charaktere werden eingeführt und immer wieder erwähnt, ohne, dass sie für die Geschichte eine wesentliche Bedeutung hätten. Das Gefühl der rauen Landschaft und See konnte die Autorin sehr gut vermitteln, die Entwicklung der Charaktere und der Geschichte blieb aber größtenteils langweilig und vorhersehbar. Nach Beendigung des Buches habe ich das Gefühl, dass zwar viel, aber nichts wirklich erzählt wurde. Schade, besonders die Mutter-Tochter-Beziehung von Mina und ihrer Mutter Judith hätte Potential gehabt, wird aber leider auch nicht ansatzweise weiterverfolgt oder aus erzählt.

Mein Fazit: "Die Hummerfrauen" mag ein sommerlicher, leichter Roman sein, der oberflächlich von Freundschaft, Liebe und Konflikten erzählt und für alle empfehlenswert ist, die "Virgin River" lieben. Tiefe, Weiterentwicklung der Charaktere und Beziehungen und das große Ganze bleibt das Buch aber leider schuldig. Highlights sind die kurzen Sequenzen, in denen der blaue Hummer Mr. Darcy als Haustier vorkommt.

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Ein toller Titel für einen Sommerabend

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"Die Hummerfrauen" von Beatrix Gerstbeger verspricht vieles: eine bewegende Geschichte über weibliche Solidarität, eine zweite Chance für die Liebe und eine bildstarke Kulisse vor der rauen Küste Maines. ...

"Die Hummerfrauen" von Beatrix Gerstbeger verspricht vieles: eine bewegende Geschichte über weibliche Solidarität, eine zweite Chance für die Liebe und eine bildstarke Kulisse vor der rauen Küste Maines. Tatsächlich gelingt der Autorin hier ein toller Roman mit überzeugenden Figuren, doch bei aller Stärke bleibt nicht alles ohne Schwächen.

Die Autorin beherrscht es besonders gut den Schauplatzes lebendig werden zu lassen. Die Inselwelt, das Hummerfischerdorf, das raue Wetter, die salzige Luft – all das wirkt authentisch und stimmungsvoll. Man glaubt beinahe, selbst barfuß über das nasse Deck zu laufen oder mit den Fischerinnen den ersten Kaffee am Hafen zu trinken.

Auch die Hauptfiguren, insbesondere Ann und Julie, sind kraftvoll gezeichnet. Sie tragen die emotionale Wucht der Geschichte und sind das Herzstück des Romans. Ihre Dialoge sind authentisch, ehrlich, manchmal bitter – aber nie platt. Besonders Ann mit ihrer zurückhaltenden Lebenserfahrung wirkt lange nach und steht für eine weibliche Resilienz, die selten so unsentimental erzählt wird.

Trotz der Atmosphäre fällt auf, dass die Handlung insgesamt recht vorhersehbar verläuft und vor sich hin plätschert. Man ahnt früh, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird. Auch die Lebensgeschichten der drei Frauen wirken nach der Hälfte des Buches etwas eintönig und langweilig.

Gerade die Liebesgeschichte zwischen Mina und Sam bleibt im Vergleich zu den vielschichtigen Frauenfiguren eher flach. Die emotionale Tiefe, die zwischen Ann, Julie und Mina so überzeugend gelingt, springt bei Mina und Sam nicht in gleicher Weise über. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, bildreich und insgesamt angenehm zu lesen.

"Die Hummerfrauen" ist ein tolles Buch für einen lauen Sommerabend. Jedoch sollte man sich nicht zu viel erhoffen, da der Roman keine große Spannung bietet.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Ein Buch über drei Frauen in Maine

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Ein Buch über drei Frauen, die in Stone Harbor (Maine) jeweils auf ihre eigene Weise neu anfangen:
🔹 Anne, 72, ist mit ihrer damaligen Freundin dorthin gezogen, um dem Uniklatsch zu entkommen. Der Gemüseladen ...

Ein Buch über drei Frauen, die in Stone Harbor (Maine) jeweils auf ihre eigene Weise neu anfangen:
🔹 Anne, 72, ist mit ihrer damaligen Freundin dorthin gezogen, um dem Uniklatsch zu entkommen. Der Gemüseladen lief nicht – also wurde sie Hummerfischerin. Heute lebt sie allein mit Mr. Darcy – einem Hummer.
🔹 Julie, ca. 50, hat nach einem Unfall ihren alten Beruf verloren. In Stone Harbor findet sie einen Neuanfang – und das Hummerfischen.
🔹Die 28-jährige Mina kehrt nach dem Tod ihres Bruders auf die vorgelagerte Insel Eagle Island zurück. Nach einem missglückten Kajakausflug wird sie an Land gespült – und von Anne aufgenommen.
Das erste Drittel hat mir unglaublich gut gefallen: Atmosphäre, Setting, Figuren – alles wunderschön beschrieben.
Aber leider verliert die Geschichte mit der Zeit an Fahrt. Es wird zunehmend langatmig, stellenweise unlogisch, und am Ende bleiben einige Erzählstränge unaufgeklärt.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Tolle Szenerie, Handlung selbst eher unspannend

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Das Cover passt thematisch sehr gut zum Titel. Der Hummer ist mit Spotlack veredelt, wodurch er besonders gut zur Geltung kommt. Die dezente Farbgebung in Weiß- und Blautönen erinnert direkt an das Meer, ...

Das Cover passt thematisch sehr gut zum Titel. Der Hummer ist mit Spotlack veredelt, wodurch er besonders gut zur Geltung kommt. Die dezente Farbgebung in Weiß- und Blautönen erinnert direkt an das Meer, den Handlungsrahmen des Buches. Unter dem Umschlag befindet sich Annas blauer Hummer Mr Darcy, der auch eine wichtige Rolle im Roman einnimmt. Die Karte avon Maine fand ich hilfreich um sich den genauen Standort der Handlung zu erschließen.

Im Mittelpunkt des Buches stehen drei Frauen unterschiedlichen Alters, die durch das Hummerfischen zueinanderfinden und mit eigenen Problemen zu kämpfen haben, aber auch Kraft voneinander schöpfen.

Die Atmosphäre im Küstenort Maine mit seinen Menschen und dem stürmischen Meer gefiel mir gut und wirkte auf mich gut umgesetzt. Dies ist einer der wenigen positiven Punkte des Buches. Leider waren die drei Handlungsstränge der Frauen für mich zu wenig ausgearbeitet. Sie wirkten langatmig und wenig interessant, da hätte man mehr rausholen können.

Insgesamt hat mir das Setting an der Küste Mains gut gefallen, die Geschichten der drei Frauen dafür weniger und ihre doch sehr "unspannenden" Probleme.

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Veröffentlicht am 15.06.2025

Leider nicht ganz mein Fall

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"Die Hummerfrauen" klang nach einer berührenden Geschichte über drei Frauen, die auf unterschiedliche Weise mit Verlust, Einsamkeit und Neuanfang umgehen. Der Schauplatz – die Küste von Maine – und die ...

"Die Hummerfrauen" klang nach einer berührenden Geschichte über drei Frauen, die auf unterschiedliche Weise mit Verlust, Einsamkeit und Neuanfang umgehen. Der Schauplatz – die Küste von Maine – und die Idee vom Hummerfischen als verbindendem Element hatten definitiv Potenzial. Leider konnte mich der Roman nicht so richtig mitnehmen.

Ich hatte große Schwierigkeiten, mich auf die Figuren einzulassen. Ann, die älteste Hummerfischerin, war mir trotz ihrer interessanten Lebensumstände und Eigenheiten zu distanziert – ihr einziger wirklicher Lichtblick war für mich ihr Hummer Mr. Darcy, was ich tatsächlich eine sehr charmante Idee fand. Julie wirkte auf mich bemüht, aber blass. Ihre Geschichte hat mich emotional leider kaum erreicht.

Mina war für mich die einzige Figur, die Leben in die Handlung gebracht hat. Ihre Rückkehr nach Maine, die Begegnung mit Sam und ihre Vergangenheit waren berührend und haben mich zumindest phasenweise gefesselt.

Was mich besonders enttäuscht hat: Einige Passagen ziehen sich wirklich sehr, und trotz der wechselnden Perspektiven kam selten Spannung auf. Das offene Ende hat bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen – im Gegenteil, es wirkte, als ob etwas Wesentliches fehlen würde.

Insgesamt also eine nette Idee mit kleinen Highlights, aber für mich leider nur mittelmäßig umgesetzt. Drei Sterne – vor allem wegen Mina und Mr. Darcy.

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