Cover-Bild Die innere Ordnung
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10,99
inkl. MwSt
  • Verlag: epubli
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 200
  • Ersterscheinung: 25.06.2024
  • ISBN: 9783759832184
Harald Siehl

Die innere Ordnung

Zu Beginn der Fünfzigerjahre lernt die bereits verwitwete Vera in Gestalt eines hohen Verwaltungsbeamten den Mann ihres Lebens kennen und erfährt an dessen Seite einen nachhaltigen gesellschaftlichen Aufstieg. Dass die Vergangenheit ihres Mannes, insbesondere, was seine Tätigkeit im Krieg betrifft, dabei weitestgehend im Dunkeln bleibt, interessiert zu jener Zeit so gut wie niemanden.
Auch als sich zur Mitte der Sechzigerjahre der gesellschaftliche Wind zu drehen beginnt, und Veras Mann am Rande eines Prozesses unerwartet nochmals mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird, hat dies noch keine unmittelbaren Auswirkungen auf dessen Karriere. Irgendwann ist der Wandel jedoch nicht mehr zu ignorieren, und die damit verbundenen Irritationen beginnen, mit zunehmender Zeit auch im ehelichen Gefüge ihre Spuren zu hinterlassen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2025

Die innere Ordnung

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Gleich eingangs muß ich sagen, dass mich dieses Buch fasziniert hat und ich total begeistert bin. Wir sind im Ruhrgebiet in den 50iger und 60iger Jahren des letzten Jahrhunderts. Deutschland ist noch am ...

Gleich eingangs muß ich sagen, dass mich dieses Buch fasziniert hat und ich total begeistert bin. Wir sind im Ruhrgebiet in den 50iger und 60iger Jahren des letzten Jahrhunderts. Deutschland ist noch am Beginn des Wirtschaftswunders. Da lernt die junge Kriegerwitwe Vera, die ihr Kind alleine großziehen muß, den höheren Beamten Eberhard kennen. Sie erkennt, dass er ihr und dem Kind ein sorgenfreies Leben bieten kann und heiratet ihn. Eberhard ist ein bestimmender Mensch, er fühlt sich seiner Frau total überlegen und betitelt sie des öfteren mit dumme Gans. Für den Sohn sorgt er, schickt ihn sogar aufs Gymnasium und läßt ihn studieren. Vera muß sich ihrem Mann total unterordnen, doch sie scheint sehr clever zu sein und umgeht oftmals seine Anweisungen. Eberhard steigt in der Karriere höher und höher bis hin zum höchsten Chefposten. Vera gefällt dieses Leben, da sie finanziell sehr gut gestellt sind und sie sich so manchen Luxus leisten kann. Berhard war zwar in Kriegsgefangenschaft, aber er schweigt über diese Zeit total. Doch dann in den späten 60iger Jahren wird er mit seiner Vergangenheit konfrontiert und er kommt gewissen Fragen und Beschuldigungen nicht mehr aus. Doch dem entzieht er sich dann raffiniert. Als dann die moderne Technik in das Berufsleben Einzug hält, muß Bernhard passen, Vera hat sich ihre eigene Welt aufgebaut. Das Buch führt uns wirklich in eine Zeit, da der Mann noch das Sagen hatte. Die Frauen ordneten sich dem unter. So, wie Bernhard sich verhält, so stellt man sich einen knöchernen starren Beamten vor, der sich streng an die Gesetze und Vorschriften hält. Doch dann holt auch ihn die Vergangenheit ein, da er während des Kriegs unrecht auf sich geladen hat. Der Autor schreibt hier ohne viel Floskeln, trocken, bürokratisch. Dieser Stil paßt haargenau zu dem Buch und läßt uns die ganze Geschichte sehr realistisch erscheinen. Hat man einmal zu Lesen begonnen, kann man nicht mehr aiufhören und ist in den Szenen mittendrin. Ich konnte mich mit diesem Stil sofort anfreunden und sah Bernhard vor mir, grauer Anzug, weißes Hemd, Krawatte, glänzend geputzte Schuhe, kurz geschnittenes Haar mit akkuratem Seitenscheitel. Ein Blick in das Leben dieser Zeit.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Nachkriegsehe

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Mir hat "Die innere Ordnung" von Harald Siehl außerordentlich gut gefallen.

Wie man der Kurzvorstellung auf der Rückseite entnehmen kann, handelt das Buch von der Kriegswitwe Vera, die zu Beginn der ...

Mir hat "Die innere Ordnung" von Harald Siehl außerordentlich gut gefallen.

Wie man der Kurzvorstellung auf der Rückseite entnehmen kann, handelt das Buch von der Kriegswitwe Vera, die zu Beginn der 1950er Jahre einen höheren Verwaltungsbeamten. An dessen Seite sie auch in der Gesellschaft aufsteigt. Einige Jahre später werden sie jedoch von den Geschehnissen der Zeit eingeholt...

Ich finde im Buch wird sehr anschaulich das Leben einer (Ehe)frau in den 1950er Jahren beschrieben, so wie man sich eine Ehe eben in der damaligen Zeit vorstellt. Nichts wird meiner Meinung nach beschönig, es klingt alles nachvollziehbar und real.

Das Buch liest sich leicht und flüssig. Auch finde ich spiegelt der Schreibstil oder die Wortwahl den Zeitgeist der damaligen Zeit gut wieder. Ich fand es weder langweilig oder gar kitschig, ein sehr gelungenes Buch, danke dafür.

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Veröffentlicht am 04.05.2025

Zwischen Interessant und Merkwürdig

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Vera ist im Nachkriegsdeutschland der 50er Jahre alleinerziehend und muss sich und ihren Sohn mit zwei Jobs über Wasser halten. Der Mann ist im Krieg geblieben. Da lernt sie den Verwaltungsbeamten Eberhard ...

Vera ist im Nachkriegsdeutschland der 50er Jahre alleinerziehend und muss sich und ihren Sohn mit zwei Jobs über Wasser halten. Der Mann ist im Krieg geblieben. Da lernt sie den Verwaltungsbeamten Eberhard kennen. Ihn umgibt eine gewisse Anziehungskraft, aber auch eine Ahnung von einer dunklen Vergangenheit während des Kriegseinsatzes unter den Nazis. Auch sein Interesse an Vera ist gleich geweckt. Die Heirat erfolgt schnell, genauso der soziale Aufstieg, der den Luxus von Eigenheim, Auto, Gymnasium und Studium für den Sohn, Urlaub in Italien usw. mit sich bringt. Aber über allem schwebt die Angst vor der Enthüllung eines dunklen Geheimnisses aus der Vergangenheit. Nicht nur öffentlich, sondern auch für sich selbst fürchtet Vera die Aufdeckung von etwas, das sie ahnt, aber nicht recht greifen kann. Und zugleich ist da das Gefühl einer Art Mitschuld, weil sie selbst in Akzeptanz dieser dunklen Vergangenheit nun ein besseres Leben führt. So will sie lieber nicht wissen, die Augen geschlossen und an ihrem gut situierten Leben festhalten.
Damit beschreibt der Autor des Romans „Die innere Ordnung“ durchaus treffend die Situation in vielen Familien, die die Schuld der Vergangenheit verdrängen zugunsten des guten Leben im Jetzt und Hier. Er offenbart dem Leser die Gefühlslage der Protagonistin durchaus nachvollziehbar, wenn auch bisweilen etwas befremdlich. Das Interessante an der Machart des Romans ist die Perspektive, die ausschließlich die Sicht- und Fühlweise Veras bietet. So bleibt Eberhard für den Leser genauso undurchsichtig und sein Bild so verschwommen wie auf dem Cover. Sein Geheimnis bleibt bestehen. Aber da auch Vera nicht alle Gefühle zulässt, bleibt auch von ihr nur ein rudimentäres Bild, ein bisschen wie ein Klischée: eine pragmatisch zupackende Frau, die aus den Trümmern eine neue Existenz erstehen lässt und dafür bereit ist, über bestimmte Dinge hinwegzusehen. Dabei geht es nicht um Selbstverwirklichung und Lebensglück, sondern rein um eine gesellschaftlich gesicherte Existenz. Ich glaube, für Leser ist das aus heutiger Sicht schwer nachzuvollziehen. Wenn man die Mentalität der 50er und 60er Jahre nicht kennt, wird man mit dem Lesen so seine Schwierigkeiten haben, dann bleibt alles recht farb- und fühl- und gesichtslos. Und es ist auch schwer auszuhalten, dass das Geheimnis nicht gelüftet wird, damit bleibt am Ende irgendwie ein leerer Nachhall.

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Veröffentlicht am 27.05.2025

Ein Blick hinter die Kulissen….

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Die Kriegswitwe Vera „angelt“ sich Anfang der 1950er Jahre den höheren Beamten Eberhard, der noch eine beachtliche Karriere und somit auch einen steilen gesellschaftlichen Aufstieg vor sich hat. Irgendwann ...

Die Kriegswitwe Vera „angelt“ sich Anfang der 1950er Jahre den höheren Beamten Eberhard, der noch eine beachtliche Karriere und somit auch einen steilen gesellschaftlichen Aufstieg vor sich hat. Irgendwann wird er allerdings erneut damit konfrontiert, dass er in den Kriegsjahren Dinge getan hat, die nicht gerade lobenswert sind - genauer spezifiziert werden die Gräuel jener Zeit (leider) nicht, so wie insgesamt weite Teile des Romans eher aus bedeutungsschweren Andeutungen statt klaren Aussagen bestehen.

Das Cover finde ich merkwürdig, aber es passt gut zu den ebenfalls nur verschwommen dargestellten Hintergründen zu Eberhards Handlungen.

Mit dem Schreibstil habe ich mich lange recht schwer getan - vom Wortbuilding her passt er zum Inhalt des Buches, jedoch waren die Sätze so verschachtelt und deren Inhalt derart verklausuliert, dass ich die Aussage des Öfteren erst beim zweiten oder dritten lesen erfasst habe - hier muss man sich voll konzentrieren, um alles mitzubekommen!

Grundsätzlich werden die Widrigkeiten jener Zeit, die gesellschaftlichen Zwänge und Obliegenheiten sowie die Prüderie und das nach außen hin bloß immer blütenweiß zu erscheinende Familienbild sehr gut dargestellt und der Autor bietet einen interessanten Blick hinter die Kulissen, aber eben leider nicht unterhaltsam, sondern zumindest für mich eher schwergängig.

Was mich wirklich sehr gestört hat, ist, dass, obwohl er eine wirklich wichtige Rolle spielt, Veras Sohn keinen Namen bekommen hat! Falls das einen Sinn hat, habe ich diesen nicht verstanden. Ich könnte es allenfalls so interpretieren, dass Eberhard seinen Stiefsohn nie wirklich akzeptiert, sondern lediglich geduldet hat - vielleicht soll das durch die Namenlosigkeit unterstrichen werden!?

Nachdem ich diesen Roman beendet habe, bleibe ich etwas ratlos zurück, denn irgendwie warte ich noch immer auf die Antwort auf die Frage, warum ich dieses Buch gelesen habe - leider hat es mich nicht „abgeholt“ und ich warte irgendwie noch immer auf ein Aha-Erlebnis.

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Veröffentlicht am 29.04.2025

Veras Aufstieg

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Ruhrgebiet im Nachkriegsdeutschland der fünfziger und sechziger Jahre - es geht noch sehr speziell und spießig zu.

Zahlreiche junge Kriegswitwen müssen sich und ihre Familie nun alleine durchbringen. ...

Ruhrgebiet im Nachkriegsdeutschland der fünfziger und sechziger Jahre - es geht noch sehr speziell und spießig zu.

Zahlreiche junge Kriegswitwen müssen sich und ihre Familie nun alleine durchbringen. Das ist schwer genug, denn fast keine von ihnen hat eine gute Schulbildung oder sogar eine Ausbildung zu bieten. Da gibt es nur noch die Möglichkeit einer erneuten Eheschließung, um aus dem Gröbsten herauszukommen.

Diese einmalige Chance ergreift auch Vera, indem sie einen höheren Beamten heiratet. Allerdings hat alles auch seine Schattenseiten.

Ein gesellschaftskritischer Roman, der zeigt, wie es oft hinter der gutbürgerlichen Fassade zuging.

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