Ein bewegender Roman über die deutsche Besatzungszeit der Weltmetropole Paris zur Zeit des 2. Weltkrieges.
Beschreibung
Die innige Freundschaft von Marie, Amiel und Geneviève wird einer harten Zerreißprobe unterzogen, als 1940 die Deutschen in Paris einmarschieren und als Besatzungsmacht das Leben der Franzosen ...
Beschreibung
Die innige Freundschaft von Marie, Amiel und Geneviève wird einer harten Zerreißprobe unterzogen, als 1940 die Deutschen in Paris einmarschieren und als Besatzungsmacht das Leben der Franzosen umkrempeln. Marie kann in den Kriegswirren schon bald ihren Beruf als Lehrerin nicht mehr ausüben und schließt sich der Résistance an. Als Ärztin unterstützt Amiel den Widerstand, obwohl für sie als Jüdin das Leben in Paris immer gefährlicher wird. Geneviève hingegen kann endlich wieder als Musikerin arbeiten, auch wenn ihre Auftritte vor den Deutschen sind, gibt es für sie nichts Wichtigeres, als endlich wieder auf der Bühne stehen zu können. Doch als sie sich mit einem Deutschen einlässt, fühlt sich Marie von ihrer engsten Freundin verraten…
Meine Meinung
Vor über zehn Jahren konnte mich Lea Korte bereits mit ihren historischen Mittelalter-Romanen »Die Maurin« und »Die Nonne mit dem Schwert« mit ihrem mitreißendem Schreibstil begeistern. Deshalb war ich gleich Feuer und Flamme als sie mich über ihren neuen Roman »Morgen werden wir glücklich sein«, der zur Zeit der deutschen Besatzung von 1940 bis 1945 in Paris während des 2. Weltkrieges angesiedelt ist, informierte.
Das historische Setting von einem kriegsgebeutelten Paris, welches sich durch die deutschen Besatzer noch einmal verändert, ist Lea Korte hervorragend gelungen. Anhand ihrer Protagonistinnen bildet sie zudem gleich unterschiedliche Schicksalsgeschichten ab, die stellvertretend für viele Menschen der damaligen Zeit stehen und zudem beleuchtet die Autorin gekonnt, wie die einschneidenden Erlebnisse auch in die nächsten Generationen weitervererbt werden.
Die Hauptstory über die drei ›Unbesiegbaren‹ Freundinnen Marie, Amiel und Geneviève ist eingebettet in eine kleine Rahmenstory, die sich in der Gegenwart zuträgt und in der Malou, die Enkelin von Marie, versucht mit Johanna, der Enkelin von Geneviève, ins Gespräch zu kommen, um die beiden entzweiten Freundinnen wieder zusammenzubringen. Zwar hätte die Geschichte den Rahmen nicht unbedingt benötigt, doch hiermit zeigt sich hervorragend, dass sich die Auswirkungen des Krieges auch noch in die nächsten Generationen übertragen haben.
Besonders gut gefallen hat mir neben den historischen Details, die unterschiedlichen Charaktere der Freundinnen, auch wenn mir Marie mit ihrer schwarz-weiß-Sicht nicht gerade die symphatischte Zeitgenossin war. Kein Wunder, dass Marie immer wieder mit der pragmatischen Künstlerinnenfreundin Geneviève aneinandergerät, denn diese versucht aus der Situation das Beste zu machen und verliebt sich sogar in einen Deutschen, denn sie erkennt, dass nicht alle Deutschen über einen Kamm geschert werden können. Amiel ist die beschwichtigende Vermittlerin des Trios und sorgt sich als Ärztin immer zuerst um andere als sich selbst. Leider besiegelt sie damit auch ihr eigenes Schicksal, denn sie schiebt eine Flucht aus ihrer Heimatstadt immer wieder auf.
Das Thema über die Trennung von ›Schuldigen‹ und ›Unschuldigen‹ bekommt dank Lea Kortes umfassender Abbildung der Gesellschaft einen komplexen Anstrich, der die Schwierigkeit einer eindeutigen Verteilung deutlich macht. Eines wird jedoch sehr klar, dass der Krieg für alle daran beteiligten Seiten schreckliche Auswirkungen mit sich bringt.
Fazit
Ein bewegender Roman über die deutsche Besatzungszeit der Weltmetropole Paris zur Zeit des 2. Weltkrieges, in dessen Fokus die Freundschaft dreier Frauen steht.
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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 09.09.2022