Cover-Bild Der Moment zwischen den Zeiten
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14,99
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 12.10.2020
  • ISBN: 9783423436809
Marta Orriols

Der Moment zwischen den Zeiten

Roman
Ursula Bachhausen (Übersetzer)

Der Weg zurück ins Leben

Ein Paar trifft sich zum Mittagessen. Er erzählt dies und das, bis er die Bombe platzen lässt: Er hat sich in eine jüngere Frau verliebt. Eine der ältesten Geschichten der Welt. Doch dann, nur wenige Stunden später, wird Mauro bei einem Verkehrsunfall getötet. Schockstarre. Fassungslosigkeit. Paula steht vor den Trümmern ihrer Liebe. Über zehn Jahre war sie mit Mauro zusammen: Mit einem Schlag ist das vorbei. Wie trauern um den Mann, der einen kurz vor seinem Tod verlassen hat?
"Wie man weiterlebt, wenn das Leben von einem Tag auf den anderen in viele kleine Teile zerspringt und widersprüchliche Gefühle einen zerreißen, erzählt Marta Orriols sehr einfühlsam, aber nie pathetisch." Daniela Stohn in ›Brigitte‹

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.01.2021

Gefühlschaos

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Hui, diese Lektüre war etwas schwerwiegend. Aber irgendwie auch umso schöner. Und ich konnte wirklich in jeder Zeile des Buches mit der Protagonistin Paula Empathie empfinden. Paulas Freund Mauro stirbt ...

Hui, diese Lektüre war etwas schwerwiegend. Aber irgendwie auch umso schöner. Und ich konnte wirklich in jeder Zeile des Buches mit der Protagonistin Paula Empathie empfinden. Paulas Freund Mauro stirbt bei einem Unfall. Doch das eigentlich Tragische an der Geschichte des Romans „Der Moment zwischen den Zeiten“ von Marta Orriols ist eigentlich, dass Mauro sich ganz kurz vorher von Paula wegen einer anderen, jüngeren Frau getrennt hat. Dem Leser wird der Gefühlskonflikt, der durch Paula wie ein Sturm fegt, direkt klar. Und ja, bei mir flossen Tränen. Und zwar einige. Paula trauert um Mauro, aber irgendwie ist sie auch wütend auf ihn. Und alle Welt bemitleidet sie. Dabei war ja die Beziehung doch schon einige Augenblicke vorher beendet. Dieses gefühlschaotische Geschehen hat sich mir direkt verinnerlicht, da ich sehr gut mit der Protagonistin mitfühlen konnte. Der Schreibstil der Autorin Marta Orriols ist fantastisch, anders kann ich es gar nicht ausdrücken. Die Worte bebildern mühelos jede Szene im Buch, und dennoch bleibt genügend Raum für eigene Interpretationen. Der Titel ist im Übrigen perfekt für die Geschichte. Und ich denke, so ein Moment zwischen den Zeiten hat jeder von uns schon einmal durchlebt. Der Moment, von dem an nichts mehr so ist und auch nie wieder so sein kann, wie vorher.

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Veröffentlicht am 13.10.2020

Wow! Was für eine Geschichte

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Eine Frau wird von ihrem Mann verlassen, nur wenige Stunden, bevor dieser tödlich verunglückt. Nun handelt es sich hier aber nicht um irgendeine Frau, sondern um eine erfolgreiche, liebevolle Neonatologin, ...

Eine Frau wird von ihrem Mann verlassen, nur wenige Stunden, bevor dieser tödlich verunglückt. Nun handelt es sich hier aber nicht um irgendeine Frau, sondern um eine erfolgreiche, liebevolle Neonatologin, die ihre kleinen Patienten genauso sehr ins Herz schliesst, wie der Leser die Protagonistin.
Die Autorin versteht es meisterlich, den Leser die unterschiedlichen Arten von Trauer und Verlust spüren zu lassen. Sie schafft in diesem Buch eine Atmosphäre, angefüllt mit Liebe, Erinnerungen und Feingefühl. Alles in allem ein hochemotinaler, berührender und niemals kitschiger Roman über das Leben und das Loslassen, der es verdient hat, die Zeit zu überdauern.

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Veröffentlicht am 26.10.2020

Wie soll man trauern, wenn man unsäglich wütend ist?

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Inhalt übernommen:
Der Weg zurück ins Leben

Ein Paar trifft sich zum Mittagessen. Er erzählt dies und das, bis er die Bombe platzen lässt: Er hat sich in eine jüngere Frau verliebt. Eine der ältesten ...

Inhalt übernommen:
Der Weg zurück ins Leben

Ein Paar trifft sich zum Mittagessen. Er erzählt dies und das, bis er die Bombe platzen lässt: Er hat sich in eine jüngere Frau verliebt. Eine der ältesten Geschichten der Welt. Doch dann, nur wenige Stunden später, wird Mauro bei einem Verkehrsunfall getötet. Schockstarre. Fassungslosigkeit. Paula steht vor den Trümmern ihrer Liebe. Über zehn Jahre war sie mit Mauro zusammen: Mit einem Schlag ist das vorbei. Wie trauern um den Mann, der einen kurz vor seinem Tod verlassen hat?

Meine Meinung:

Die Autorin erzählt die Geschichte von Paula ziemlich schnörkellos und geradeheraus. Man kann sich gut in die Protagonistin hineinversetzen, ich habe mir mehrmals die Frage gestellt, wie ich in einer solchen Situation reagieren würde .
Einerseits liebt sie ihren Mann immer noch, andererseits ist sie wütend, dass er sie gegen eine jüngere Frau austauschen wollte.
Nur langsam Stück für Stück findet sie wieder ins Leben zurück. An diesem Werdegang habe ich sehr gerne teilgenommen. Mich hat das Buch emotional mitgenommen, ich kann es weiterempfehlen .

Veröffentlicht am 22.10.2020

Paula trauert

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Paulas Lebensgefährte möchte nicht mehr mit ihr leben und verliert nur Stunden nach dieser Mitteilung sein Leben. Fortan ist Paula gefangen in einer Mischung aus Schweigen, Zorn, Wut, Arbeitseifer, Rachegelüsten, ...

Paulas Lebensgefährte möchte nicht mehr mit ihr leben und verliert nur Stunden nach dieser Mitteilung sein Leben. Fortan ist Paula gefangen in einer Mischung aus Schweigen, Zorn, Wut, Arbeitseifer, Rachegelüsten, Verlust und vor allem Trauer – aber worum trauert Paula eigentlich?

Dies ist vielleicht nicht unbedingt die vorherrschende Frage des Romans, aber die, die sich mir nach der Lektüre des Buches, das ich in kürzester Zeit gelesen habe, aufdrängt. Natürlich trauert Paula um Mauro, den Mann, den sie für den Begleiter durch ihr Leben gehalten hat. Aber ihr Bedauern ist vielschichtiger. Sie betrauert Chancen vertan zu haben, Möglichkeiten zu spät genutzt zu haben, es sich in ihrer Beziehung zu bequem gemacht zu haben, den prägenden Verlust ihrer Mutter, die fehlende Zweisamkeit mit einem Partner, das Ende der Jugend, die sprachlose Beziehung zu ihrem Vater – und vor allem beweint sie sich selbst und das, was aus ihr geworden ist. Gefangen ist sie dabei in dem unsteten Versuch, wieder Halt zu finden und sich selbst als eigenständige Paula wieder im Leben zu verankern. Auch wenn sich diese Liste nach einem ganzen Katalog von Selbstmitleid anhört, versinkt Paula doch nie im Gram. Im Gegenteil – ihre Trauer ist von einem relativen, manchmal leider sehr unreifen, Aktionismus geprägt, der in seiner Darstellung den Roman lebendig macht und vor allem auf überzogene und langatmige Innenschauen verzichtet, die nur auf der Stelle treten. Diese ausgesprochen gut gehaltene Balance zwischen Introspektion und Aktion ist der Grund dafür, dass man als Leser mit großem Interesse das Trauerjahr der Protagonistin begleitet.

Paulas Figur ist äußerst lebensecht. Ihre Handlungsweisen sind zwar nicht immer unbedingt nachvollziehbar, unterstreichen aber so, dass jeder Mensch seinen individuellen Weg der Trauer – noch dazu in der hier geschilderten, außergewöhnlichen Situation – gehen muss. Sympathisch ist mir Paula jedoch nicht, sie wäre von ihrem Wesen und ihren Gedanken und vor allem auch von ihrer Art her, mit anderen Menschen umzugehen, sicher nicht meine Freundin. Aber auch hier: alles, was sie tut und fühlt, passt haargenau zu der Figur, die Marta Orriols dem Leser präsentiert.

Was den Romanaufbau anbelangt, sind besonders die sehr gelungenen Zwiesprachen mit Mauro hervorzuheben, in denen Paula Einblicke in eine verletzlichere, sanftere Frau gewährt und in denen der stumpfe Schmerz des Verlustes greifbar wird. Der Roman besticht insgesamt durch treffende Sprache und oft auch punktgenaue Beobachtungen zu Verlust und Verlassen, allerdings habe ich mich an ebenso vielen Gemeinplätzen und abgedroschenen Weisheiten, die den Text durchziehen, gestört.

Der Roman hat mich mit seiner außergewöhnlichen Thematik beeindruckt und beschäftigt, aber Paulas einsame, scharfe Trauer bleibt mir bei aller Authentizität fremd. Lesenswert ist Der Moment zwischen den Zeiten auf jeden Fall – denn irgendwie trauern wir alle immer um etwas.

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Veröffentlicht am 14.10.2020

Der seltsame Weg der Liebe

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Paula geht mit ihrem Partner Mauro Mittagessen. Als Hauptgang gibt es Mauro‘s Offenbarung: er hat sein Herz an eine andere verloren. Paulas Dessert ist Wut und das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu ...

Paula geht mit ihrem Partner Mauro Mittagessen. Als Hauptgang gibt es Mauro‘s Offenbarung: er hat sein Herz an eine andere verloren. Paulas Dessert ist Wut und das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren.
Wenige Stunden nach dieser Nachricht, stirbt Mauro bei einem Verkehrsunfall. Alles ist vorbei und die Welt steht für einen Moment still. Aber wie trauert man um den Mann, den man über zehn Jahre geliebt hat, den man als Vertrauten in sein Herz gelassen hat, der einen aber so zerrissen hat?

„Der Moment zwischen den Welten“ ist wahrlich eine besondere Geschichte. Autorin Marta Orriols spricht ein Thema an, um welches wir uns so gut wie keine Gedanken machen, denn diese Situation die sie hier beschreibt, geschieht den Wenigsten von uns, aber sie geschieht und dann ist die Frage, wie kann man damit umgehen? Ihre Protagonistin Paula verstrickt sich regelrecht in ihre Wut und ihren Hass. Das ist nicht ganz einfach zu lesen, denn hier kommen die eigenen Gedanken zu diesem Thema ganz von allein immer wieder mit in den Leserhytmus. Hier und da konnte ich Paulas Reaktion verstehen, anderswo wiederum nicht. Egal, denn jeder würde damit anders umgehen.
Die Erzählungen von Spanien/Barcelona, geben der Geschichte eine gewisse Stütze und Bild. Wir haben gewisse Punkte vor Augen und können Paula dadurch besser folgen, sie besser verstehen. Der Blick in ihre Emotionen und in ihre Seele ist speziell....vielleicht liegt es an dem verschachtelten Satzbau, an der Wortwahl. Ich bin nicht immer damit warm geworden, aber habe es dennoch mit Genuss gelesen.
Man muss sich bei dieser Geschichte von der eigenen Meinung befreien und wirklich sich nur auf Paluas Geschichte einlassen...zum Schluss kann man dann mal sehr gut bei sich selbst reflektieren und genau damit hallt dieses Buch nach...4 von 5 Sterne gibt es hier von mir.

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