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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.05.2026

Luftiges Abenteuer

Eagle Rider 1. Deine Kraft findet dich
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Tyl träumt davon ein angesehener Ritter zu werden. Doch sein Schicksal hat andere Pläne. Tyl rettet einen verwundeten Adler und tauft ihn auf den Namen Eylo. Als Tyl in größter Not ist, ist es Eylo, der ...

Tyl träumt davon ein angesehener Ritter zu werden. Doch sein Schicksal hat andere Pläne. Tyl rettet einen verwundeten Adler und tauft ihn auf den Namen Eylo. Als Tyl in größter Not ist, ist es Eylo, der ihm zur Hilfe kommt und ihn in das Tal der Adlerreiter bringt. Dort trifft er auf andere Kinder und ihre Verbündeten, zusammen müssen sie sich gegen den bösen Lord und seine Falken beweisen.

Eagle Rider von Britta Sabbag ist ein Leseabenteuer für Kinder ab acht Jahren. Die Geschichte hat viel Potenzial, doch leider auch ein paar Schwächen. Den Schreibstil empfand ich an einigen Stellen etwas holprig, die Erwähnungen, dass die Geschichte im 12. Jahrhundert stattfindet, waren zum Beispiel sehr gewollt und wirkten nicht wirklich authentisch. Auch die Charaktere bzw. Handlungen sind sehr typisch. Das schwarze Schaf der Familie, das woanders zum Helden wird; der große Bruder, der in allem besser ist/zu sein scheint; das Mädchen, das tougher ist als alle Jungs zusammen,… Auch die Verbindung zwischen Eylo und Tyl erinnert sehr an einen großen Verkaufsschlager aus der Erwachsenabteilung, man tausche lediglich den Adler gegen einen Drachen. Insgesamt wirkte alles eher wie eine Rohfassung, der es an Tiefe fehlt und die sehr schnell durch die Geschichte peitscht. Die Zeichnungen kamen beim Lesekind leider auch nicht gut an und wirkten an manchen Stellen eher verängstigend, besonders die Augen der Kinder.

Dennoch waren auch viele positive Dinge vorhanden. Die Geschichte hat ein enormes Tempo und man fliegt förmlich durch die Seiten. Auch Tyl ist ein toller Protagonist, der sehr sympathisch ist und tolle Eigenschaften besitzt. Seine Gefühlswelt, die vor allem zu Beginn eher traurig ist, kann man gut nachvollziehen und man leidet mit ihm mit. Besonders gefallen hat uns jedoch die Verbindung zwischen Eylo und Tyl, die während des Lesens spürbar war und die vor allem aus einer tollen Tat von Tyl hervorgeht und nicht einfach aus dem ‚Nichts‘ existiert. Und auch die Gruppe der Adlerreiter hat einige schöne Momente hervorgebracht und die Lust auf mehr Abenteuer mit ihnen, die dann gerne noch etwas mehr ins Detail gehen dürfen.

Veröffentlicht am 23.05.2026

Zu viel!

Starminster - Stadt in den Wolken
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Astrid hat noch nicht viel gesehen von der Welt, lediglich die Videos, die ihre Mutter ihr zeigt. Ansonsten verbringt sie den ganzen Tag im Schuppen und träumt davon, den Sternenhimmel zu sehen. Eines ...

Astrid hat noch nicht viel gesehen von der Welt, lediglich die Videos, die ihre Mutter ihr zeigt. Ansonsten verbringt sie den ganzen Tag im Schuppen und träumt davon, den Sternenhimmel zu sehen. Eines Tages taucht eine Frau mit Flügeln auf und zeigt Astrid nicht nur mehr von der Welt, sondern auch, dass sie eine Librae ist und verspricht ihr, dass auch ihr irgendwann Flügel wachsen werden.

Starminster von Megan Hopkins wird Kindern ab 11 Jahren empfohlen, lässt sich für mich jedoch eher schwierig in ein Alter einordnen. Angesprochene Themen richten sich auf jeden Fall eher an ältere Kinder, aber Astrid hat sich für mein Lesekind (11J.) jünger angefühlt, weswegen die Protagonistin und damit auch die Geschichte für sie eher uninteressant war.

Ich möchte mit dem positiven anfangen, das ist für mich eindeutig die Welt und die Besonderheit der Librae. Die grundsätzliche Idee gefällt mir ausgesprochen gut. Der Klappentext lässt auch erahnen, dass manche Themen schwierig sein können, darauf war ich daher vorbereitet, aber am Ende hatte ich nicht das Gefühl, dass ich eine magische Geschichte gelesen habe, sondern eine Sammlung aus Alltagsproblemen, die in die Welt der Librae übertragen und stumpf übermittelt wurden.

Kinderbücher sollten definitiv gesellschaftskritische Themen beinhalten und Botschaften übermitteln, aber das eher feinfühlig, über die Geschichte und die Protagonist:innen. Starminster wählt jedoch die Brechstange, spricht alles sehr direkt an und verliert dadurch sich selbst. So werden u.a. Tierversuche, Umweltschutz/-verschmutzung, Diskriminierung, Unterdrückung und die Klassengesellschaft thematisiert und das meiste davon ganz unverblümt, ohne sich wirklich in der Geschichte um Astrid zu entfalten.

Dann kommt noch das Thema hinzu, welches sich im Klappentext andeutet. Astrid wird von ihrer Mutter gefangen gehalten, von Mrs. Wairi befreit und doch entführt, denn Astrid möchte nicht gehen und gleichzeitig verschwinden andere Kinder, auch hier geht es um Entführung und potenzielle Misshandlung. Das hätte gut ausgearbeitet werden können und bleibt für mich leider an viel zu vielen Stellen nicht richtig auserzählt und daher problematisch. Klar ist, dass die Entführungen der Kinder als schlecht dargestellt werden, aber mir fehlte die Verdeutlichung, dass es bösartige Taten sind und dahinter auch noch viel Schlimmeres steckte. Hinzukommt, dass Mrs. Wairi mit Astrid ähnliches getan hat und auch das eher nicht reflektiert wird, zumal Astrid mitgeht und dieses Thema sicherlich keines ist, das Elternteile, die ihren Kindern predigen nicht mit Fremden mitzugehen, gerne lesen.

Allein die Themen des Klappentextes hätten gereicht, um ein Buch mit knapp 250 Seiten zu füllen und die Leser:innen in die Welt von Starminster zu bringen, wenn man es reflektiert und die Figuren mit der Geschichte arbeiten. Hopkins hat sich leider dazu entschlossen, noch viele weitere Themen einzubringen und damit den Zauber der Welt verpuffen zu lassen. Auch hier, jedes einzelne Thema kann sich gut über die Geschichte erzählen lassen, aber aufgrund der geringen Seitenanzahl haben die Themen nicht genug Raum bekommen. Am besten gelang die Umsetzung noch beim Thema Klassengesellschaft, das sich über Arm und Reich, Flügge und Nicht-Flügge, sowie unterschiedliche Flügelarten präsentiert hat und in der Ausarbeitung gute Ansätze gezeigt hat, aber Wörter wie Steuern sind unerklärt noch viel zu groß für Kinder.

So bleibt am Ende eine tolle Idee, die sich leider komplett verloren hat. Eine Reihe, die vermutlich nicht weiterverfolgt wird.

Veröffentlicht am 22.05.2026

Die Wahrheit

Im Morgengrauen (Art Mayer-Serie 4)
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Eine junge Frau geht viral. Ihre Videos enthalten skandalöse Details über eine Affäre mit dem Bundeskanzler. Ist das ein Fake oder die pure Wahrheit? Kurz darauf verschwindet der Kanzler Henrik Westphal.

Art ...

Eine junge Frau geht viral. Ihre Videos enthalten skandalöse Details über eine Affäre mit dem Bundeskanzler. Ist das ein Fake oder die pure Wahrheit? Kurz darauf verschwindet der Kanzler Henrik Westphal.

Art und Nele werden in einen U-Bahntunnel gerufen, dort befindet sich die kopflose Leiche einer Frau. Handelt es sich um die Frau aus dem Video?
Ein Netz Lügen breitet sich aus und bringt nicht nur Art in Gefahr, wem kann er noch Vertrauen?

Im Morgengrauen von Marc Raabe ist der vierte Band der Thriller-Reihe um das Ermittlerteam Artur ‚Art‘ Mayer und Nele Tschaikowski, die auf jeden Fall von Beginn an gelesen werden sollte. Wir erleben die Geschichte wie gewohnt aus mehreren Perspektiven, wobei Art Mayer im Fokus steht. Die Darstellung der zeitlichen Ebene hat mir ausgesprochen gut gefallen, in dem das Davor auf den Tag Null zulief und das Danach sich von Tag Null entfernte. Dadurch ließ sich die Geschichte zeitlich nicht nur gut einordnen, sondern erhöhte die Spannung, um den Tag Null.

Die Entwicklung der einzelnen Charaktere wirkt super authentisch, das hat auch gute Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen den Figuren, sodass auch das (komplette) Ermittlerteam immer mehr Tiefe gewinnt. Der Fall selbst hat mir sehr gut gefallen, auch weil es viele Fragen geklärt hat. An einigen Stellen war mir der Zufall etwas zu häufig am Werk, vor allem im Bezug auf die Jagdhütte und die Lösung fand ich auch recht offensichtlich, dennoch hat mir das Werk spannende Lesestunden bereitet und vor allem die Vorgängerbände sehr gut abgerundet.

Eine klare Empfehlung für Im Morgengrauen, aber wer die Vorgängerbände bereits kennt, der wird sowieso weiterlesen wollen und wer noch kein Buch der Reihe gelesen hat, dem ist Der Morgen sehr ans Herz, um eine tolle Reihe zu beginnen!

Veröffentlicht am 21.05.2026

Wie viel bekommt sie mit?

Die Ehefrau – Was hat sie zu verbergen?
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Dank eines zufälligen Treffens bekommt Sylvia Robinson das Angebot als private Pflegekraft für Victoria Barnett zu arbeiten. Victoria ist seit ihrem Unfall ans Bett gefesselt und kann sich kaum artikulieren. ...

Dank eines zufälligen Treffens bekommt Sylvia Robinson das Angebot als private Pflegekraft für Victoria Barnett zu arbeiten. Victoria ist seit ihrem Unfall ans Bett gefesselt und kann sich kaum artikulieren. Doch Sylvia beschleicht ein komisches Gefühl, kann Victoria mehr als sie vorgibt? Sie findet Victorias Tagebuch und die düsteren Geheimnisse der Familie Barnett.

Die Ehefrau von Freida McFadden ist ein atmosphärischer (PsychThriller, der vor allem mit dem Innenleben der Charaktere überzeugen kann und auf der psychologischen Ebene wie so oft ganz großes Kino ist. Ich muss gestehen, dass McFaddens Schreibstil und der intensive Einblick in die Psyche ihrer dargestellten Perspektiven und Figuren mich jedesmal begeistern können, auch wenn der Plot selbst eher flach bleibt. Allein deswegen gehören ihre Bücher für mich zu den besseren.

Die Ehefrau hat im Gegensatz zu anderen ihrer Bücher bestimmt weniger Überraschungspotenzial und besondere Kniffe und doch schafft sie es mich von der ersten bis zur letzten Seite bestens zu unterhalten.

Veröffentlicht am 21.05.2026

Gefangen im eigenen Körper

Locked in
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In Heidelberg ist eine dritte Person auf mysteriöse Weise verschwunden. Nachdem eines der Opfer tot aufgefunden wurde, tickt die Zeit für das letzte Entführungsopfer und von Tag zu Tag schwindet die Hoffnung, ...

In Heidelberg ist eine dritte Person auf mysteriöse Weise verschwunden. Nachdem eines der Opfer tot aufgefunden wurde, tickt die Zeit für das letzte Entführungsopfer und von Tag zu Tag schwindet die Hoffnung, sie lebend wieder zu finden. Kommissar Pau Maertens hat endlich eine Spur aufgenommen, doch es kommt zu einem folgenschweren Unfall und der mutmaßliche Täter befindet sich im Wachkoma. Maertens letzte Hoffnung ist Dr. Theo Linde, der eine Methode entwickelt hat, mit der er mit Komapatienten kommuniziert. Kann Maertens auf diese Weise das Versteck finden und das Entführungsopfer lebend befreien?

Locked In von Henri Faber ist ein packender Thriller, der über mehrere Perspektiven eine einnehmenden Wirkung erzeugt und unheimlich spannungsgeladen ist. Durch kurze Kapitel und die verschiedenen Perspektiven erschafft Faber ein kurzweiliges Lesevergnügen. Der Plot ist interessant und auch in der Umsetzung sehr gut gelungen, bis zum Schluss konnte ich Miträtseln. Gegen Ende wurden mir die Wendungen etwas zu viel und waren dann zu knapp auserzählt, doch insgesamt konnte mich Locked In sehr gut unterhalten.