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Veröffentlicht am 07.05.2026

Mal was anderes

Das Schwert der Wahrheit 7
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Da dieses Buch ein wenig aus der üblichen Reihe herausfällt, starte ich heute mit einer kurzen Inhaltsübersicht – Spoiler lassen sich dabei nicht ganz vermeiden.
Im Mittelpunkt steht Jennsen, die nichts ...

Da dieses Buch ein wenig aus der üblichen Reihe herausfällt, starte ich heute mit einer kurzen Inhaltsübersicht – Spoiler lassen sich dabei nicht ganz vermeiden.
Im Mittelpunkt steht Jennsen, die nichts Geringeres als die Tochter von Darken Rahl ist und ihr bisheriges Leben im Verborgenen bzw. auf der Flucht verbracht hat. Als sie erfährt, dass ihr Vater tot ist, keimt zunächst Hoffnung auf eine ruhigere Zukunft auf. Doch diese zerbricht schnell wieder, denn mit Richard gibt es bereits einen neuen Lord Rahl. Für Jennsen steht fest: Auch er könnte es auf sie abgesehen haben. Aus dieser Überzeugung heraus fasst sie den Entschluss, selbst aktiv zu werden und sowohl Richard als auch Kahlan auszuschalten.
Dabei ist sie allerdings nicht allein unterwegs. Eine weitere Person taucht auf, die ebenfalls behauptet, ein Nachfahre Darken Rahls zu sein und für sich den Anspruch erhebt, der wahre Lord Rahl zu sein. Parallel dazu findet Jennsen in Sebastian einen unerwarteten Verbündeten, der sich im Verlauf als oberster Stratege des Kaisers entpuppt.
Währenddessen steht Kahlan als Mutter Konfessor einer übermächtigen Armee von Kaiser Jagang gegenüber, die bereits vor den Toren Aydindrils lagert. Die Situation spitzt sich zunehmend zu und wirkt nahezu ausweglos.
Auffällig ist in diesem Band vor allem, dass Richard selbst kaum präsent ist. Obwohl er ständig im Hintergrund mitschwingt und das Geschehen um ihn kreist, tritt er selbst praktisch nicht in Erscheinung. Das wirkt zunächst ungewohnt und auch etwas befremdlich, entfaltet aber mit der Zeit seinen Reiz, da andere Figuren stärker in den Fokus rücken und neue Perspektiven eröffnen.
Etwas schwer tat ich mich mit Jennsen. Ihr Verhalten wirkt trotz ihrer zwanzig Jahre oft deutlich unreif, eher wie das eines viel jüngeren Mädchens, was sie stellenweise etwas anstrengend macht und den Zugang zu ihr erschwert. Auch der Einstieg in die Handlung verläuft eher ruhig und gemächlich. Erst zum Ende hin nimmt das Tempo stark zu und mündet in einer regelrechten Flut an Action, die kaum Zeit zum Durchatmen lässt. Zudem tauchen einige Figuren plötzlich sehr unvermittelt auf, was beim Lesen etwas überraschend wirkt – typisch Fantasy eben, könnte man sagen.
Fazit:
Auch wenn dieser Band in seiner Struktur deutlich anders aufgebaut ist und der Hauptcharakter Richard kaum aktiv vorkommt, hat mir die Geschichte insgesamt gut gefallen. Gerade dieser Perspektivwechsel bringt frischen Wind in die Reihe und sorgt für neue Impulse. Die Ideen wirken spannend, und die Handlung entwickelt zum Ende hin mehrere überraschende Wendungen sowie viel Dynamik. Jennsen war für mich nicht durchgehend überzeugend, bleibt aber dennoch eine interessante Figur. Und was es mit den rätselhaften drei Ziegen auf sich hat, muss man wohl selbst herausfinden. Insgesamt freue ich mich auf den nächsten Teil der Reihe.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Mal sehen, wo die Reihe noch hingeht

Das Schwert der Wahrheit 6
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Richard wird schließlich in eine ausweglose Lage gebracht und von seinen Gegnern festgesetzt. Durch einen Mutterbann verknüpft die Gegenspielerin ihr eigenes Leben untrennbar mit dem von Kahlan und zwingt ...

Richard wird schließlich in eine ausweglose Lage gebracht und von seinen Gegnern festgesetzt. Durch einen Mutterbann verknüpft die Gegenspielerin ihr eigenes Leben untrennbar mit dem von Kahlan und zwingt Richard damit, sich ihr zu fügen. Unter diesem Druck werden beide in die Alte Welt verschleppt, genauer nach Altur’Rang, dem Machtzentrum der Imperialen Ordnung.

Dort entsteht unter Kaiser Jagang ein monumentaler Palastkomplex, der als künftiger Herrschaftssitz über die gesamte bekannte Welt dienen soll. Richard wird dabei wie unzählige andere Gefangene als Zwangsarbeiter auf der riesigen Baustelle eingesetzt, während Kahlan den Kontakt zu den Truppen der Midlands wiederherstellt.

Die Lage spitzt sich dramatisch zu: Die Armee der Imperialen Ordnung hat Anderith bereits hinter sich gelassen und setzt ihren Vormarsch unaufhaltsam fort. Ein gnadenloser Eroberungsfeldzug beginnt, bei dem ein Reich nach dem anderen unter der militärischen Übermacht zusammenbricht.

Der Roman entfaltet dabei ein enorm dichtes und durchgehend spannendes Erzähltempo, das über viele Hundert Seiten kaum nachlässt. Gleichzeitig wird die Struktur der Imperialen Ordnung ausführlich beleuchtet – einschließlich ihrer ideologischen Fehlentwicklungen, die stellenweise wie eine Kritik an zentral gelenkter Wirtschaftsplanung wirken. Richards Versuche, die unmenschlichen Zustände zu verändern, wirken zunehmend wie ein aussichtsloser Kampf gegen eine übermächtige Realität.

Im Finale kulminieren seine Pläne in einer riskanten, beinahe selbstmörderischen Strategie, die letztlich den Widerstand gegen die Imperiale Ordnung entfacht. Auch wenn dieser Schluss stark pathetisch überhöht ist, bleibt er doch extrem wirkungsvoll und mitreißend.

Insgesamt präsentiert sich „Schwester der Finsternis“ als düsteres, apokalyptisches Fantasy-Epos, das sich problemlos in die Spitze des Genres einreiht und teilweise neue Maßstäbe setzt. Eine klare Empfehlung – allerdings nur sinnvoll, wenn die vorherigen Bände der Reihe bereits bekannt sind.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Wieder stärker als der Vorband

Das Schwert der Wahrheit 5
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Auch der fünfte Band knüpft unmittelbar an die Ereignisse des Vorgängers an, wobei Richard und Kahlan sich einer neuen, bedrohlichen Gefahr stellen müssen: den Chimären, Wesen, die Magie nicht nur konsumieren, ...

Auch der fünfte Band knüpft unmittelbar an die Ereignisse des Vorgängers an, wobei Richard und Kahlan sich einer neuen, bedrohlichen Gefahr stellen müssen: den Chimären, Wesen, die Magie nicht nur konsumieren, sondern sie vollständig aus der Welt zu tilgen drohen.

Ihre Reise führt sie nach Anderith, ein abgeschottetes Grenzland zwischen der Alten Welt und den Midlands. Dort herrscht eine hochgesicherte Ordnung durch den sogenannten Dominie Dirtch, ein Verteidigungssystem, das das Land nahezu uneinnehmbar macht. Doch hinter dieser scheinbaren Stabilität brodelt politisches Chaos: Die Machthaber von Anderith schwanken zwischen einer Allianz mit Kaiser Jagang oder einem Zusammenschluss mit den Midlands. Intrigen, Machtspiele und Eigeninteressen bestimmen dabei das Handeln fast aller Beteiligten.

Dieser Band entfernt sich deutlich von klassischer Fantasy-Action und legt den Schwerpunkt stärker auf politische Strukturen, gesellschaftliche Dynamiken und strategische Machtkämpfe. Genau das dürfte auch der Grund für die eher geteilten Reaktionen vieler Leser sein. Wer jedoch Freude an detailliert ausgearbeiteten Schauplätzen und komplexen politischen Verflechtungen hat, kommt hier voll auf seine Kosten. Besonders die Entwicklung von Snip, der Aufstieg des ehrgeizigen Dalton sowie die vielschichtigen Figuren rund um Herrscher, Direktoren und Kulturministerium sorgen für eine dichte, fesselnde Atmosphäre.

Parallel dazu werden immer wieder Einblicke in das Lager von Kaiser Jagang gegeben, wo die Prälatin verzweifelt versucht, ihre Schwestern des Lichts zu befreien.

Insgesamt bleibt Band 5 für mich ein starkes Kapitel der Reihe – weniger durch klassische Fantasy-Elemente geprägt, dafür umso mehr durch politische Spannung und Charaktertiefe. Lediglich das etwas abrupt wirkende Ende hinterlässt einen kleinen Kritikpunkt, schmälert den Gesamteindruck aber kaum. Dadurch bleibt vor allem der Wunsch bestehen, direkt mit dem sechsten Band fortzufahren.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Nicht ganz so stark wie die Vorgänger

Das Schwert der Wahrheit 4
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Der Einstieg hingegen macht zunächst genau das, was man sich wünscht: Er knüpft nahtlos an den Vorgänger an, ist flüssig erzählt und baut schnell wieder Spannung auf. Das überraschende Auftauchen einer ...

Der Einstieg hingegen macht zunächst genau das, was man sich wünscht: Er knüpft nahtlos an den Vorgänger an, ist flüssig erzählt und baut schnell wieder Spannung auf. Das überraschende Auftauchen einer vermeintlich alten Liebe Richards, die ihn heiraten will (später als Intrige Shotas entlarvt), die Einführung eines Halbbruders sowie das Erscheinen eines Günstlings Jagangs, der Richard gezielt ausschalten soll, sorgen für einen dynamischen und vielversprechenden Auftakt. Auch die actionreiche Verfolgungsjagd Kahlans durch die Katakomben der Stadt und die Burg der Zauberer trägt ihren Teil dazu bei, das Tempo hochzuhalten.
Ab etwa Seite 250 jedoch kippt das Bild deutlich. Die Handlung verliert zunehmend an Straffheit, wird zäh und teilweise unnötig ausgedehnt. Immer gleiche Dialogmuster und vorhersehbare Monologe bremsen den Lesefluss erheblich. Besonders die Konflikte zwischen Kahlan und Richard ziehen sich über viele Seiten, ohne neue Erkenntnisse zu liefern – man ahnt die Versöhnung längst, lange bevor sie tatsächlich ausgesprochen wird. Das wirkt nicht nur redundant, sondern nimmt der Geschichte auch viel von ihrer emotionalen Wirkung.
Auch die Pest-Epidemie und die Versuche, sie einzudämmen, bleiben hinter ihrem erzählerischen Potenzial zurück. Obwohl das Szenario eigentlich dramatisch genug wäre, verliert es sich in ausführlichen Beschreibungen und trägen Dialogen. Zeitgefühl und Erzähltempo geraten dabei zunehmend aus dem Gleichgewicht: Während im Text scheinbar Tage vergehen, sind es tatsächlich nur wenige Stunden – wodurch die Dynamik spürbar leidet.
Positiv hervorzuheben sind die wiederkehrenden Nebenhandlungen rund um Nathan sowie Zedd und Ann. Diese Abschnitte wirken oft frischer und interessanter als die eigentliche Hauptstory und wecken stellenweise sogar den Wunsch, ihnen mehr Raum zu geben.
Erst im letzten Drittel findet das Buch wieder zu seiner Stärke zurück. Der Schlussakt um den Tempel der Vier Winde ist spannend inszeniert, überraschend in seiner Wendung und insgesamt sehr gelungen. Genau hier zeigt sich wieder das erzählerische Niveau, das bereits der Anfang versprochen hatte.
In der Gesamtwertung bleibt ein gemischtes Bild: Ein starker Auftakt und ein überzeugendes Finale stehen einem deutlich zu langen und zähen Mittelteil gegenüber. Letztlich ergibt sich daraus eine solide, aber unausgewogene Lektüre – insgesamt drei Sterne.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Eine epische Reihe!

Das Schwert der Wahrheit 3
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Ich habe die Reihe rund um Richard und Kahlan bereits vor mehr als einem Jahrzehnt zum ersten Mal verschlungen – und es fühlt sich jedes Mal aufs Neue an, als würde ich wieder vollständig in diese Welt ...

Ich habe die Reihe rund um Richard und Kahlan bereits vor mehr als einem Jahrzehnt zum ersten Mal verschlungen – und es fühlt sich jedes Mal aufs Neue an, als würde ich wieder vollständig in diese Welt hineingezogen werden. Diese Bücher sind schlichtweg überwältigend und erzählen eine Geschichte, die für mich bis heute etwas Eigenständiges und Besonderes bleibt. Wenn ich die Reihe mit nur einem Wort einordnen müsste, dann wäre es ohne Zweifel: episch.

Im dritten Band „Die Günstlinge der Unterwelt“ hat Richard gerade erst eine kaum vorstellbare Bedrohung überwunden – und doch bleibt ihm keine Verschnaufpause. Nachdem mit Darken Rahl bereits ein beeindruckender Antagonist besiegt wurde, denkt man unweigerlich, dass eine Steigerung kaum möglich ist. Doch genau hier zeigt die Geschichte erneut, dass das Böse noch dunkler, noch komplexer und noch gefährlicher auftreten kann. Die Reihe beweist damit einmal mehr: Es geht tatsächlich immer noch schlimmer.

Besonders in diesem Teil wird Richards innerer Konflikt sehr greifbar. Einerseits trägt er seine Rolle als Sucher mit wachsender Selbstverständlichkeit, andererseits sehnt er sich nach einem einfachen Leben fernab von Verantwortung und Gefahr – nach einem Dasein in Ruhe, fast unscheinbar, irgendwo in seiner Waldhütte.

Parallel dazu folgen wir Kahlan und Zedd auf ihrem Weg, Richard beizustehen. Beide Figuren sind außergewöhnlich tief und liebevoll gestaltet. Überhaupt ist die Figurenzeichnung von Terry Goodkind beeindruckend detailreich und konsequent ausgearbeitet. Kahlan ist eine Figur, die man kaum nicht mögen kann, Zedd ebenso. Die Mord-Sith wiederum lösen verständlicherweise eher Ablehnung aus – und trotzdem besitzen selbst sie eine gewisse Faszination. Selbst Charaktere, die man eigentlich „ablehnt“, bleiben irgendwie unvergesslich. Darken Rahl ist dafür das beste Beispiel: trotz seiner Rolle als Gegenspieler bleibt er einer der prägendsten Figuren der Reihe.

Zwischendurch nimmt sich die Handlung zwar etwas mehr Zeit, was bei einem Umfang von über 800 Seiten aber kaum überrascht. Und ehrlich gesagt: Eine durchgehende Dauerexplosion aus Spannung und Brutalität wäre auf Dauer kaum zu verarbeiten. Die Härte der Geschichte ist dabei durchaus präsent – Krieg und Gewalt werden ungefiltert und ohne Beschönigung dargestellt. Wäre das Buch heute erschienen, würde es vermutlich entsprechende Hinweise geben.

Gegen Ende zieht das Tempo dann deutlich an. Besonders die letzten rund 200 Seiten entwickeln eine enorme Sogwirkung, sodass man das Buch kaum noch beiseitelegen kann. Der finale Höhepunkt bündelt noch einmal alles, was die Geschichte ausmacht, und hinterlässt einen ziemlich sprachlos zurück, wenn die letzte Seite umgeblättert ist.

Kurz gesagt: ein intensives, düsteres und beeindruckendes Fantasywerk, das man so schnell nicht vergisst.

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