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Veröffentlicht am 08.12.2019

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Bring Down the Stars
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Connor, Sohn einer reichen Familie, findet Freundschaft in Weston, der aus armen Verhältnissen stammt und zusätzlich noch einen familiären Verlust erlitten hat. Ein bedeutungsvolles Ereignis verfolgt Wes ...

Connor, Sohn einer reichen Familie, findet Freundschaft in Weston, der aus armen Verhältnissen stammt und zusätzlich noch einen familiären Verlust erlitten hat. Ein bedeutungsvolles Ereignis verfolgt Wes die ganzen Jahre lang, was ihn auch in seinem Tun motiviert. Wes' schuliche Laufbahn wird durch Stipendien gefördert. Dabei greifen Connors Eltern ihm unter die Arme, indem sie Westons Familie finanzielle Hilfe leisten. Dies empfindet er als Last und erledigt im Gegenzug Connors Schulaufgaben, da Wes sehr gute Noten hat und auch zielorientiert ist.
Die beiden unterstützen sich gegenseitig. Connor hält Wes vor Schlägereien fern, und als Connor sich in Autumn verliebt und sie mit romantischen Texten überzeugen möchte, bleibt Wes dabei keine andere Wahl, als seinem Kumpel diese Bitte zu ermöglichen und verdrängt dabei seine eigenen Gefühle.

Autumn ist das typische bildhübsche, naive Mädchen. Mit der Beziehung erhofft sie sich Romantik pur. Zusätzlich möchte sie eine feste Beziehung und hat hohe Erwartungen.
Anfangs war sie noch sympathisch, doch mit der Zeit habe ich mich gewundert wieso Autumn einfach nicht sieht, dass die beiden sie mit Texten und sogar Telefonaten manipulieren, zumal sie es geahnt hat und der Sache fast auf der Spur war.

Connor ist der beliebte Schüler, der immer ein Lächeln im Gesicht hat und mit jedem gut kann. Geld ist ihm nicht wichtig, weil er mehr als genug hat. Seine Gespräche mit Autumn sind nur oberflächlich, was auch der Grund ist, wieso er Weston Texte für sie verfassen lässt.
Connor fand ich anfangs auch sympathisch. Er war Westons Freund, der ihn beschützte und ihn mochte, wie er nunmal war. Die Sympathie hat aber spätestens da aufgehört, als er Wes ausgenutzt und die Falschheit in seinem Handeln nicht eingesehen hat und nur an sich selbst dachte, anstatt sich in seinen Freund zu versetzen oder gar seine Gefühle für Autumn zu erkennen.

Weston ist das genaue Gegenteil von Connor. Er hat nur wenige Freunde und hält sich von Menschen fern.
Autumn mag ihn und unterhält sich gerne mit ihm. Die beiden sind sich in vielerlei Hinsicht ähnlich, dennoch ist sie mit Connor zusammen. Wes ist fürsorglich und selbstlos, was aber sehr ins Extreme weicht. Ich habe mich gefragt, wann er denn endlich mal anfängt an sich zu denken. Trotzdem ist er mir ans Herz gewachsen und ich habe seine Parts am liebsten gelesen.

Die Bedeutung des Titels finde ich wundervoll und hatte einen Gänsehaut-Moment als ich es interpretieren konnte.
Mit der Handlung konnte ich nicht ganz warm werden. Sei es aufgrund der Charaktere, die blind und naiv durch die Welt stolperten oder der Tatsache, dass sie egoistisch handelten bis auf Wes natürlich. Da konnte der gute Schreibstil mit Wes' tollen Texten auch nichts retten. Dennoch war es spannend, die Geschichte zu verfolgen, weil die Ambivalenz in der sich die Charaktere befanden sehr realistisch dargestellt worden ist.
Der emotionsreiche Wendepunkt am Ende hat mich überrascht und erweckt Neugier auf Band 2.

  • Handlung
  • Charaktere
  • Cover
  • Erzählstil
  • Gefühl/Erotik
Veröffentlicht am 01.11.2019

Verschenktes Potential

Finde mich. Jetzt
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Tamsin verlässt ihr Elternhaus, nachdem sie es dort nicht mehr aushält. Zudem wurde sie von ihrem Freund betrogen und ihr Großvater ist verstorben, der sie ermutigt hat, ihr Leben zu leben.
So verlässt ...

Tamsin verlässt ihr Elternhaus, nachdem sie es dort nicht mehr aushält. Zudem wurde sie von ihrem Freund betrogen und ihr Großvater ist verstorben, der sie ermutigt hat, ihr Leben zu leben.
So verlässt sie in einer Nacht und Nebel Aktion ihr Elternhaus, und zieht nach Pearley, wo auch ihr bester Freund an der Universität arbeitet.
Sie möchte sich von Männern fernhalten und sich ganz auf ihr Studium fokussieren, doch nachdem sie Ryhs trifft, fällt es ihr schwer, sich an ihren Vorsatz zu halten.
Rhys saß sechs Jahre unschuldig im Gefängnis und hat das Vertrauen in Menschen verloren. Er verfolgt ein Ziel, aber als er Tamsin trifft, steht er vor einer großen Veränderung.

Der Schreibstil ist einfach und lässt sich flüssig lesen. Die dabei entstandene Atmosphäre war sehr angenehm und die Erzählung sehr bildreich und verständlich.

In Bezug auf ihre Beziehung, die viel zu schnell voranschritt, waren mir die Gefühle der beiden zu unrealistisch, Entscheidungen unüberlegt und das Verhalten oft nicht nachvollziehbar. Doch es gab auch einige Stellen am Ende, die sehr emotionsreich waren, aber zu schnell vorüber gingen, und somit nicht ins Gewicht fallen.

Tamsin, mutig, ehrlich und selbstlos, hat ein offenes Gemüt, ist stets in positiver Stimmung und sieht auch in allem das Positive, so gibt sie positive, zustimmende Worte von sich, auch wenn die Situation dazu nicht passt. Mit ihrer Art versucht sie, die Welt um sich herum rosig geblühmt aussehen zu lassen, was auf Dauer gekünstelt wirkt und gar nicht natürlich.

Rhys ist so ziemlich das genaue Gegenteil von Tamsin, nämlich verschlossen, negativ gestimmt, in gewisser Weise ängstlich und ohne ein Selbstbewusstsein. Hilfe sucht er sich nur ungern und sein Handeln ähnelt dem eines Jungen. Denn obwohl er schon Erwachsen ist, kann er nicht durchdachte Entscheidungen treffen. Dies liegt wahrscheinlich an der Tatsache, dass er seine Jugend im Gefängnis verbracht hat.

Nichtsdestotrotz fand ich beide sehr sympathisch. Tamsin mit ihrer Selbstlosigkeit und Positivität und Rhys mit seinen Gefühlen und der etwas verspäteten Veränderung, und einer bedeutungsvollen Gemeinsamkeit beider, die zum Nachdenken bringt.
Die anderen Charaktere sind auch gelungen. Vor allem Amy, die Sozialarbeiterin, die alles in ihrer Macht stehende tut, um Rhys aus ausweglosen Situationen zu retten. Sam der trotz eines Missverständnisses Tamsin beiseite steht, und auch die anderen Freunde von Tamsin und Rhys hatten solide Persönlichkeiten.

Wendepunkte waren meiner Meinung nach nicht wirklich vorhanden. Ein Wendepunkt war sogar von vornherein klar, kam also gar nicht unerwartet oder überraschend, kann deswegen auch gar nicht als solches bezeichnet werden.
Der Höhepunkt der Geschichte kam Richtung Ende am emotionalsten Part, was nicht lange anhielt, aber dennoch eine wichtige Szene darstellte.

Die Spannung wurde dem Leser häppchenweise überreicht, potentielle Spannungselemente nicht genutzt und nur so am Rande erwähnt oder oberflächlich angekratzt, teils im Sinne von "reimt euch den Rest zusammen", was ich sehr schade fand, denn dies hätte der Geschichte ihre Tiefe verliehen.

Fazit:
Die Charaktere sind der Highlight der Geschichte, inklusive der Grundidee der Geschichte, dass eigentlich zwei so unterschiedliche Menschen doch Gemeinsamkeiten haben können.
Dennoch blieb die Spannung auf der Strecke. So empfand ich die Geschichte, die anfangs großes Potential hatte, was aber später abflachte, als aufgesetzt und gezwungen.

Veröffentlicht am 03.10.2019

Originell, poetisch und mystisch

Strange the Dreamer - Der Junge, der träumte
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Lazlo wuchs nach dem Krieg als Waisenkind bei den Mönchen im Kloster in armen Verhältnissen auf. Er wurde streng erzogen und es herrschten Regeln, die bei Brechung zu Strafen führten.
Schließlich wird ...

Lazlo wuchs nach dem Krieg als Waisenkind bei den Mönchen im Kloster in armen Verhältnissen auf. Er wurde streng erzogen und es herrschten Regeln, die bei Brechung zu Strafen führten.
Schließlich wird er Bibliothekar, und findet in Büchern seine Welt und seine Leidenschaft wieder. Lazlo liebt Träume, Geschichten und Mythen und erforscht in seinen Büchern Weep - die Verborgene Stadt mit vielen Geheimnissen. Als sich die Gelegenheit ergibt, mit einer Gruppe nach Weep aufzubrechen, ergreift er die Gelegenheit und begibt sich auf ein spannendes Abenteuer.

Lazlos Kindheit im Kloster hat ihn sehr geprägt. Viele Charakterzüge hat er sich dort angeeignet, doch einige konnte er sich abgewöhnen. Er ist hilfsbereit, tolerant, selbstlos und auf seine eigene Art und Weise mutig. Lazlo macht eine ansehnliche Entwicklung durch, die ihn mehr in die Heldenrolle schlüpfen lässt. Mit seiner Persönlichkeit ist er sehr sympathisch und wie er mit seinen Schicksalsschlägen umgeht ist unglaublich beeindruckend. Ihn ins Herz zu schließen ist nicht schwer!

Die Nebencharaktere werden gekonnt in Szene gesetzt, sind tiefgründig und haben der Geschichte den nötigen Touch an Spannung verliehen und ihre Gefühle, Standpunkte und Sichtweisen sind verständlich dargestellt worden.

Der Schreibstil ist sehr flüssig, lässt sich toll lesen und ist einfach wundervoll. Die vielen Metaphern haben die Sicht auf die Geschichte auf poetische Weise klar verdeutlicht und viel Interpretationsraum gegeben, was den Lesespaß umso mehr gesteigert hat. Mit den detailreichen Beschreibungen, die ich hochgeschätzt habe, habe ich mich wie unmittelbar in der Geschichte gefühlt. Trotz des Ernstes, der in der Geschichte dominiert, kam an einigen Stellen der Humor zum Vorschein, der zum Lachen bringt, und so zum ausgeglichenen Gleichgewicht.

Die Spannung ist von der ersten bis zur letzten Seite vorhanden. Viele Höhepunkte und unerwartete Wendepunkte haben zu beeindruckenden Überraschungen geführt, zum Weiterlesen motiviert, und positiv zum Lesespaß beigetragen. Jedes neue Kapitel war ein Abenteuer für sich, was ich unglaublich genossen habe.

Fazit:
Lazlos Abenteuer in Weep ist mit vielen Höhepunkten und überraschenden Wendepunkten atemberaubend. Der poetische Schreibstil ergänzt den Lesespaß in der wundervoll und originell dargestellten Fantasywelt. Trotz des offenen Endes waren viele Spannungselemente vorhanden, die zum Weiterlesen motiviert haben. Das Ende erweckt besonders die Neugier auf den nächsten Band.

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Fantasie
Veröffentlicht am 22.09.2019

Mitlaufen

Laufen
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Die 43-Jährige Frau läuft auf Empfehlung ihrer besten Freundin Rike. Der Freund der Ich-Erzählerin hat Selbstmord begangen, und so fängt sie wieder mit dem Laufen an, um auf andere Gedanken zu kommen und ...

Die 43-Jährige Frau läuft auf Empfehlung ihrer besten Freundin Rike. Der Freund der Ich-Erzählerin hat Selbstmord begangen, und so fängt sie wieder mit dem Laufen an, um auf andere Gedanken zu kommen und mit dem Grübeln aufzuhören. Sie versucht den Verlust zu verarbeiten. Dabei wird sie von Rike und ihrer Therapeutin unterstützt.

Die Geschichte wird im inneren Monolog der Ich-Erzählerin erzählt. Der Leser begleitet sie beim Laufen und erfährt unmittelbar von ihren Gedanken und Gefühlen. Anfangs wiederholt sie sich oft, doch Stück für Stück teilt sie mehr aus ihrem Leben.

Der Schreibstil spiegelt in gewisser Hinsicht ihren Laufrhythmus wider. Die Sätze sind sehr lang und beeinträchtigen den Lesefluss in keiner Weise, im Gegenteil die Satzlänge trägt zu einem kontinuierlichen Weiterlesen an.

Trotz ihres tragischen Schicksalsschlags hat die Ich-Erzählerin ihren Humor nicht gänzlich verloren. So verleiht sie der traurigen Atmosphäre an einigen Stellen noch einen Hauch von Leichtigkeit, was zu einem ausgeglichenen Gleichgewicht führt.
Mit ihren Beschreibungen bezüglich ihrer Umgebung beim Laufen verschafft sie dem Leser einen kleinen Einblick auf ihre Umgebung, der sie selbst von ihren Gedanken ablenkt, indem sie sich viele Geschichten zusammenreimt.

Wendepunkte in der Geschichte sind meiner Meinung nach, bis auf eine Ausnahme, nicht zu finden. Die Protagonistin erzählt von ihrem Leben, und natürlich sind Entwicklungen in kleinen Schritten zu erkennen, doch diese bauen keine starke Spannung auf. Zwar ist eine gewisse Neugier auf das Kommende vorhanden, aber mehr auch nicht, was aber den Lesespaß auf keinen Fall beeinflusst, denn das Thema ist kein einfaches.

Fazit:
"Laufen" ist ein beeindruckendes Buch, das eine wichtige Message enthält, die jeder Leser selbst entdecken sollte.
Die Geschichte im inneren Monolog ist sehr gelungen. Es kommt das Gefühl auf, als ob die Ich-Erzählerin eine Freundin wäre, die ihre Gedanken und ihr privatstes Inneres teilt.

Veröffentlicht am 09.09.2019

Tolle Fantasygeschichte für jüngere Leser

Beast Changers, Band 1: Im Bann der Eiswölfe
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Die 12-jährigen Zwillinge Rayna und Anders sind Waisen, die seit sechs Jahren in den Straßen von Holbard leben und selbst zu sehen müssen, wie sie gegen Hunger und Kälte kämpfen. Beide klauen gemeinsam ...

Die 12-jährigen Zwillinge Rayna und Anders sind Waisen, die seit sechs Jahren in den Straßen von Holbard leben und selbst zu sehen müssen, wie sie gegen Hunger und Kälte kämpfen. Beide klauen gemeinsam Essen und Münzen, um am Leben zu bleiben. An einem belebten Tag wollen sie ihrer "Arbeit" nachgehen, doch werden erwischt. Unglücklicherweise verwandelt sich Rayna in einen Feuerdrachen inmitten von Eiswölfen, die sie angreifen, weil sie verfeindet sind, doch ihr gelingt die Flucht. Anders verwandelt sich in einen Wolf, was eigentlich unmöglich ist, denn in einer Familie kann es keine Wölfe und Drachen geben.

Anders, schüchtern und ängstlich, findet Halt an seiner Zwillingsschwester Rayna, die das genaue Gegenteil von ihm ist, nämlich selbstsicher und zielorientiert. Sie findet immer aus verzwickten Situationen heraus und hilft auch Anders in missglückten Situationen, indem ihr die klügsten Ideen einfallen, auf die Anders nicht gekommen wäre. Beide unterstützten sich seit Kindesbeinen gegenseitig und schlagen sich durch die Straßen durch.
Auch wurden die Nebencharakter gekonnt eingesetzt und waren genau zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Sie verliehen der Geschichte die passende "Würze" und ergänzten die Spannung.

Der Schreibstil ist sehr flüssig, lässt sich einfach lesen und ist ganz gut geeignet für Klein und Groß. Die Atmosphäre, die beim Lesen entstanden ist hat dazu geführt, dass der Leser Anders' Sichtweise und Gefühle besser verstehen konnte.

Anders' Ziel, seine Schwester zu finden, regt den Leser zum Weiterlesen und Mitfiebern an. Ihn auf seiner abenteuerlichen Reise zu begleiten erzeugt eine Spannung, die Richtung Ende seinen Höhepunkt erreicht, aber auch zwischendurch wird es nicht langweilig, da es immer etwas Neues zu entdecken gibt. Anders lernt viel über Freundschaften und sich selbst, und so erfährt auch der Leser viel über ihn.
Trotz leichter Vorahnung auf das Ende wird der Leser zu Gunsten Anders' positiv überrascht und das Ende erweckt eine Neugier auf den zweiten Band!

Fazit:
Die Geschichte vermittelt wichtige Lektionen in Bezug auf Freundschaft, Selbstfindung und Selbstentwicklung und ist eine Leseempfehlung vor allem für junge Leser, die Fantasygeschichten und Abenteuer lieben.