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Veröffentlicht am 16.11.2025

Die Biografie der Schauspielerin verwoben mit einer historischen Kriminalgeschichte

Tod bei den Salzburger Festspielen
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Ein Roman, der eher eine literarische Biografie als ein reiner historischer Kriminalroman ist. Sehr gut hat die Autorin das Leben von Else Heims, Max Reinhardts erster Frau und einer Schauspielerin Österreichs ...

Ein Roman, der eher eine literarische Biografie als ein reiner historischer Kriminalroman ist. Sehr gut hat die Autorin das Leben von Else Heims, Max Reinhardts erster Frau und einer Schauspielerin Österreichs jener Zeit, beleuchtet. Mit einem schwungvollen und imposanten Schreibstil versteht sie es, die Lesenden bei Laune zu halten. Die opulente Sprache hat mir durchaus imponiert.

Das Leben der mir bislang unbekannten Schauspielerin wird mit Zeitsprüngen in ihre Kindheit und ihr Wirken in den 1930er-Jahren sehr gut dargestellt. Was mir persönlich weniger gefallen hat, waren die kriminaltechnischen Aspekte. Im Vergleich zu anderen Kriminalromanen war mir hier zu wenig „Krimi“ vorhanden. Ich hätte mir mehr Ermittlungsarbeit und Nebenschauplätze gewünscht – vielleicht bin ich aber auch mit anderen Erwartungen an diesen Roman herangegangen.

Die Biografie der Schauspielerin, verwoben mit einer historischen Kriminalgeschichte, hatte für mich eher den Charakter eines biografischen Romans. Besonders interessant fand ich die vielen Einblicke in die Theaterwelt, in die Gefühlswelt der Schauspielerei und in deren schöne wie auch weniger schöne Momente, die die Autorin sehr gut beleuchtet. Auch die politische Problematik des Judentums in den 1930er-Jahren ist gut in die Geschichte integriert.

Losgelöst vom Krimiaspekt hat mich diese Geschichte, die von einem äußerst formidablen Schreibstil getragen wird, sehr gut unterhalte

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Was wissen wir eigentlich über unsere Familien?

Die Verlorene
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Ein Roman, der zum Nachdenken über die eigene Familiengeschichte anregt und einen Blick in eine fiktive Familie wirft, die aber doch so viel gemeinsam hat mit den Familien von heute.

Miriam Georgs Bücher ...

Ein Roman, der zum Nachdenken über die eigene Familiengeschichte anregt und einen Blick in eine fiktive Familie wirft, die aber doch so viel gemeinsam hat mit den Familien von heute.

Miriam Georgs Bücher waren für mich immer ein Abtauchen in eine andere Welt. Diesmal schildert sie den Roman nicht nur aus verschiedenen Perspektiven, sondern sie hat einen generationenübergreifenden Roman geschrieben, der auf zwei Zeitebenen spielt. Im Gegenwartsstrang haben wir die Großmutter Änne, die Mutter Ellen und Laura. Laura und ihre Mutter machen sich Sorgen um Änne, die alte Dame ist schwer gestürzt. Doch was hat sie bewogen, auf einen wackeligen Hocker zu steigen? Und was hat es mit dem Karton auf sich? Die beiden Frauen stehen vor einem Rätsel.

Im Vergangenheitsstrang ist Karl an der Front auf der Krim, und wir lernen Änne und Luise in Schlesien kennen. Wir tauchen ein in die Vergangenheit von Lauras Großmutter Änne.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich eine tiefere Beziehung zu Laura aufbauen konnte als zu Luise und Änne. Ich kann nicht genau beschreiben, woran das lag, aber die Figuren in der Vergangenheit haben mich nicht so berührt wie Lauras Schicksal. Meine Großmutter mütterlicherseits stammt ebenfalls aus Schlesien, daher war es für mich interessant, etwas über diesen Landstrich zu erfahren, aber es hat mich nicht so bewegt, wie ich im Vorhinein gedacht hatte.

Der Zweite Weltkrieg und der Nationalsozialismus sind in diesem Roman sehr präsent, ebenso Themen wie Heimatverlust, Identitätsfindung und die damit verbundenen Traumata. Krieg und Vertreibung haben bei vielen Menschen tiefe Wunden hinterlassen. Im Nachwort stellt die Autorin die berechtigte Frage, wie viel wir heute eigentlich über unsere Familien wissen und über was alles geschwiegen wurde. Zumindest in meiner Familie gibt es viel Unausgesprochenes, dessen bin ich mir sehr sicher. Leider sind meine Großeltern teilweise sehr früh gestorben, sodass ich mit ihnen nicht darüber reden konnte oder sie haben sich ein Leben lang geweigert, darüber zu sprechen.

Viele Traumata werden an die nächsten Generationen weitervererbt, und die Lücken in unseren Familien bleiben. Ein wichtiger Roman, der zum Nachdenken, aber auch zum Reden anregt. Sprechen wir über das Unausgesprochene.

Die Figurenzeichnung ist der Autorin vor allem in der Gegenwart sehr gut gelungen. Leider konnte ich gerade mit der jungen Änne nur sehr wenig anfangen, geschweige denn mich mit ihr identifizieren. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, allerdings gab es für mich ein paar Längen im Roman. Zudem empfand ich den Erzählfluss zwischen Gegenwart und Vergangenheit als unausgewogen, die Zeitebenen sind meines Erachtens nicht gleichgewichtig dargestellt.

Nichtsdestotrotz empfehle ich diesen Roman allen, die sich intensiver mit der Vergangenheit ihrer Familien auseinandersetzen möchten. Er ist ein wichtiges Zeugnis dafür, dass es oft noch eine andere Wahrheit in unseren Familien gibt.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Veränderungen in Little Germany

Little Germany - Der Geschmack von Freiheit
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Auch in Band 2 entführt uns Maria Nikolai wieder nach New York und lässt uns am Leben von Lissi und Julia teilhaben. Nach der schweren Tragödie auf dem East River ist das Leben der beiden Freundinnen nicht ...

Auch in Band 2 entführt uns Maria Nikolai wieder nach New York und lässt uns am Leben von Lissi und Julia teilhaben. Nach der schweren Tragödie auf dem East River ist das Leben der beiden Freundinnen nicht mehr wie zuvor.

Gerade Lissi hat es schwer getroffen, aber kaum jemand in Little Germany ist von dem Unglück auf irgendeine Weise verschont geblieben. Das Viertel verändert zunehmend sein Gesicht, viele Menschen verlassen den Ort, der sie immer wieder an das Grauen erinnert. So fangen auch Lissi und Julia neu an – doch können sie ihre Vergangenheit wirklich hinter sich lassen?

Maria Nikolai erzählt wieder einmal sehr einfühlsam und stimmungsvoll vom New York zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es hat mir erneut großen Spaß gemacht, die liebgewonnenen Figuren durch die Straßen dieser faszinierenden Stadt zu begleiten. Die Autorin hat hervorragend recherchiert, und eine Karte zur Zeit des Romans bietet eine hilfreiche Orientierung.

Die Figurenzeichnung ist, wie schon in Band 1, sehr gelungen. Besonders schön fand ich, dass noch einmal eine Brücke zur „Überfahrt“ geschlagen wird – so wirkt die Geschichte wunderbar rund.

Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt flüssig, die Sprache leicht und die Dialoge lebensnah und authentisch. Insgesamt gliedert sich der Roman in drei Teile, wobei gegen Ende einige Zeitsprünge eingebaut sind, die die Erzählung etwas weniger dicht wirken lassen.

Eine gelungene Dilogie über zwei junge Frauen, die in New York ihr Glück suchen. Sehr lesenswert – nicht nur für alle, die sich für Auswanderergeschichten interessieren, sondern auch für Leserinnen und Leser, die zeitgeschichtliche Romane mit fundierter Recherche schätzen.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Humorvolle aber auch tragische Geschichte

Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt (Die Mordclub-Serie 4)
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Ein neuer Fall für die Rentner-Gang aus Coopers Chase, dem Altenheim, in dem sie leben. Ein neuer Mord um den Jahreswechsel erschüttert das beschauliche Örtchen in Kent. Dabei geht es auch um ein mysteriöses ...

Ein neuer Fall für die Rentner-Gang aus Coopers Chase, dem Altenheim, in dem sie leben. Ein neuer Mord um den Jahreswechsel erschüttert das beschauliche Örtchen in Kent. Dabei geht es auch um ein mysteriöses Drogengeschäft. Was hat der Getötete verborgen, oder ist er ein Zufallsopfer?

Alle vier Rentner sind für sich besondere Persönlichkeiten. Ich persönlich mag Ibrahim sehr gerne, da er immer einen Spruch auf Lager hat und mit seiner spitzfindigen Analyse dem Club stets mit Rat und Tat zur Seite steht. Aber auch Elizabeth habe ich sehr in mein Herz geschlossen.

Der Krimi besticht durch seine Charaktere und seine heimelige, cozy Atmosphäre. Dieser Fall hat eine gewisse Tragik, die der Geschichte einen leichten, traurigen Schleier verleiht. Gleichzeitig sorgen viele witzige Passagen für Auflockerung. Der Fall an sich ist interessant aufgebaut, wobei ich eine Ahnung hatte, wer hinter den ganzen Taten steckt.

Der sehr lockere Schreibstil des Autors und seine besondere Art der Situationskomik sorgen für einen guten Lesefluss. Man muss diese schrulligen Charaktere einfach gernhaben. Manche Situationen sind mir etwas zu plump und platt dargestellt, aber das ist auch ein Kennzeichen dieser Romanreihe.

Ein erneut guter Cozy-Krimi, der mir in Summe wieder gut gefallen hat.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Wundervolle Welt der Bücher für Liebhaber

Die geheime Sehnsucht der Bücher
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Herzlich willkommen zurück auf dem Bücherschiff von Monsieur Perdu! Nina George hat auch diesmal wieder eine herzergreifende Geschichte geschaffen, die mich vollkommen gefangen nahm. Ich mag die Idee der ...

Herzlich willkommen zurück auf dem Bücherschiff von Monsieur Perdu! Nina George hat auch diesmal wieder eine herzergreifende Geschichte geschaffen, die mich vollkommen gefangen nahm. Ich mag die Idee der literarischen Apotheke sehr und würde nur zu gerne einmal ein solches Schiff betreten und mich dort beraten lassen.

Die Figurenzeichnung der Autorin ist gewohnt diffizil und sorgfältig angelegt. Facettenreich und voluminös ist ihre Sprache. Nina George spielt regelrecht mit Worten und zeigt eindrucksvoll, welche Macht und welchen Wert Sprache in unserer Welt besitzt.

Vor allem die junge Françoise hat mein Herz im Sturm erobert, und ich habe so sehr mit ihr gefiebert und gehofft, dass sich am Ende alles zum Guten wendet. Es geht um Familie, Freundschaft und Liebe, um den Mut, sich neuen Dingen zu öffnen und neue Erfahrungen zuzulassen.

Eine Hommage an die Bücher, an das Lesen, an alle Buchhändlerinnen und Buchhändler sowie an alle Leserinnen und Leser. Büchermenschen sind etwas ganz Besonderes und genau das zeigt die Autorin mit dieser Geschichte.

Philipp Schepmann hat diese Geschichte mit seiner warmen und gefühlvollen Stimme wunderbar vertont. Es gelingt ihm, jeder Figur eine eigene Tonlage zu verleihen und die Emotionen fein nuanciert zu transportieren.

Eine klare Hörempfehlung für alle, die die Welt der Bücher lieben und an ihren Zauber glauben.

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