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Veröffentlicht am 15.05.2022

Durch und durch wundervoll – ein absolutes MUSS für alle Austen-Fans

Mit Herz und Verstand
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Als bekennende Janeite lese ich generell gerne alles über ihre Romane, ihr Leben und die Zeit, in der sie gelebt hat, und ich bin ganz einer Meinung mit der Autorin des vorliegenden Andachtswerkes: Wieso ...

Als bekennende Janeite lese ich generell gerne alles über ihre Romane, ihr Leben und die Zeit, in der sie gelebt hat, und ich bin ganz einer Meinung mit der Autorin des vorliegenden Andachtswerkes: Wieso lesen wir so wenig über Jane Austens Beziehung zu Gott? Welch scharfsinnige Erkenntnis, dass Janes Glaube in sämtlichen Biografien und Dokumentationen bisher kaum Beachtung gefunden hat (… und das trotz der Tatsache, dass die Tätigkeit ihres Vaters als Pfarrer sehr wohl fast überall angeführt wird. Der Rückschluss, dass Religion in Janes Leben folglich eine bedeutende Rolle gespielt haben müsste, erscheint also nur logisch).

Ich liebe alles an diesem äußerlich wie inhaltlich wunderschönen Werk, ob Themenauswahl, den gelungenen Bogen von Janes Romaninhalten zum Christentum oder Susanne Degenhardts ehrliche, selbstreflektierte Einschätzung in ihren persönlichen Anekdoten, alles!! (Apropos persönlich: Ich war enorm beeindruckt davon, wie offen sie uns an privaten Ereignissen und Herausforderungen, mit denen sie zu kämpfen hatte, teilhaben lässt. Hut ab vor so viel Mut!)

Die zauberhafte optische Gestaltung würde ihre ganz eigene Rezension verdienen - WOW kann ich nur sagen! Dieses hochwertige Buch steht den legendären Coppenrath-Schmuckausgaben in nichts nach - ein absoluter Eyecatcher, der dazu einlädt, voller Ehrfurcht Seite um Seite umzublättern und sich darin zu verlieren.

Ich habe so viel Inspiration, Hoffnung, mentale Stärke und Erholung aus den 31 mit viel Feingefühl zusammengestellten Andachten gewonnen, die durch und durch mit klugen Gedanken, sympathischem Humor, anregenden Bibelstellen und stimmungsvollen Zitaten gefüllt sind! Mit Sicherheit werde ich das Werk noch ganz oft zur Hand nehmen. Nach der Lektüre hatte ich prompt Lust, alle meine Austen-Werke erneut zu lesen und nach den von der Autorin erwähnten Passagen zu suchen.

Zwar ist Religion das thematische Fundament, doch all die zahlreichen interessanten Interpretationen von clever ausgewählten Passagen aus Janes Romanen, die zum Nachdenken anregenden rhetorischen Fragen sowie der warmherzige, empathische Erzählton werden auch jene Austen-Liebhaber begeistern, die selbst vielleicht (noch) gar keinen Bezug zum christlichen Glauben haben.

Beim Lesen hatte ich den Eindruck, mit der Autorin plaudernd im Garten zu sitzen - die Sonne strahlt vom Himmel, wir sitzen mit Tee und Kuchen im Schatten, erfreuen uns an der Blumenpracht und tauschen uns (im wahrsten Sinne des Wortes) über Gott und die Welt aus. "Wie klein fühlen sich unsere Sorgen beim Anblick [der Schönheit der Natur] an und Dankbarkeit erfüllt das Herz" - treffender hätte man es nicht ausdrücken können.

Fazit: Der Buchtitel ist Programm! Mit viel Herz und Verstand beleuchtet Susanne Degenhardt die Werke meiner Lieblingsautorin im Hinblick auf ihren christlichen Glauben und lässt uns Leser:innen dabei auch einen Blick in ihre eigene Seele erhaschen. Eine unbedingte Empfehlung!! Kein Austen-Fan kommt an diesem Buchschatz vorbei!

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Veröffentlicht am 12.05.2022

Ganz okay

Heart of Texas - Das Land so weit
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Ich hatte mich sehr darauf gefreut, mit diesem Werk, welches den 3. Band von Debbie Macombers Heart-of-Texas-Reihe darstellt, erneut in die heimelig-charmante Kleinstadt Promise zurückzukehren, die aufgrund ...

Ich hatte mich sehr darauf gefreut, mit diesem Werk, welches den 3. Band von Debbie Macombers Heart-of-Texas-Reihe darstellt, erneut in die heimelig-charmante Kleinstadt Promise zurückzukehren, die aufgrund des Zusammenhalts ihrer liebenswerten, gottesfürchtigen, teilweise kauzigen Einwohner:innen in den zwei Vorgängerbänden einen ganz besonderen Reiz auf mich ausgeübt hatte.

Grady ist kein Mann großer Worte, kein eloquenter Redner, kein Charmeur. Dafür ist er aufrichtig, loyal und zuverlässig - jemand, der dein Fels in der Brandung sein kann. Er rackert sich auf der Familienranch ab und denkt erst ganz zuletzt an sich selbst. Der oftmals schroff wirkende, aber herzensgute Brummbär hatte mich ursprünglich an den charismatischen Drake aus Kelly Morans Redwood-Love-Reihe erinnert - harte Schale, weicher Kern. Allerdings fällt die Charakterzeichnung hier deutlich flacher aus.

Es tat mir im Herzen weh, dass ausgerechnet die Story um die Figur, die mich von Anfang an am meisten interessiert hatte, relativ seicht gehalten worden ist. Jegliches vorheriges neckisches Flirt-Geplänkel zwischen Grady und Caroline wird mit dem Frontal-Einstieg knallhart erstickt; Grady weiß aus heiterem Himmel: "Diese Frau will ich!" und los geht's. Ich spürte null Emotionen.

Insgesamt war das ganze Werk für meinen Geschmack zu sehr auf das Drama um den skrupellosen, manipulativen 'Bösewicht' der Reihe ausgerichtet (- jemand der mir schon seit Band 1 auf die Nerven gegangen war und den ich bisher still ertragen hatte, weil seine Handlungen die Story vorangetrieben haben). Am liebsten hätte ich seine Passagen einfach überblättert, was bei einem Werk von so wenigen Seiten jedoch wenig Sinn macht.

Apropos: Diese Form der zig kurzgehaltenen Geschichten hat den einzelnen Storys in meinen Augen eher geschadet, weil man permanent das Gefühl hat, es fehle etwas (da die Szenen ruck, zuck abgehandelt werden). Eine inhaltliche Verknüpfung zu zwei, drei längeren Romanen hätte mir besser gefallen und dem Ganzen sicherlich mehr Tiefe, den Charakteren mehr Entfaltungsspielraum verschafft.

Ein weiterer Punkt, der mir das Lesevergnügen ein wenig vermiest hat, war die Klischeehaftigkeit. Bestes Beispiel: Carolines Tochter. Bei fast ausnahmslos allen Liebesromanen, in denen jüngere Kinder vorkommen, läuft das Kind irgendwann weg, verirrt sich oder ist schlichtweg verschwunden und muss dann mit allerlei dramatischem Getöse gesucht werden. So auch hier. Da hatte ich mir von der international gefeierten Bestsellerautorin wirklich mehr Kreativität erhofft.

Das Setting gefiel mir wieder gut, auch wenn ich es nicht mehr als so atmosphärisch wie zuvor empfunden habe.

Fazit: 3 Sterne

Aller guten Dinge sind drei, und für mich wird dieser Band den Abschluss der Reihe bilden. Gradys Story hatte mich von all den (vielen, vielen) Figuren am meisten gereizt, weshalb ich es schade finde, dass sie mich nicht 100%ig überzeugen konnte. Es war okay; ein Buch, das man zwischendurch mal lesen kann (aber nichts Gravierendes verpasst, wenn man es nicht tut).

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Veröffentlicht am 09.05.2022

Tolles Natur-Sachbuch für Kinder

Der kleine Maulwurf: Über und unter der Erde
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Wisst ihr, was "Baumkronenschüchternheit" ist? Oder dass es in Australien Riesenregenwürmer gibt, die eine Länge von bis zu 3 Metern erreichen? Dass Kirschbäume "Herzwurzler" sind und dass Igel bis zu ...

Wisst ihr, was "Baumkronenschüchternheit" ist? Oder dass es in Australien Riesenregenwürmer gibt, die eine Länge von bis zu 3 Metern erreichen? Dass Kirschbäume "Herzwurzler" sind und dass Igel bis zu 8000 Stacheln haben?

Bei diesem hochwertig gestalteten, clever strukturierten und mit liebevollen Details ausgestatteten Hardcover-Sachbuch für Kinder bin ich aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen und habe zahlreiche interessante Fakten rund um das Thema Gartentiere und -pflanzen dazugelernt.

Der kleine Maulwurf, die niedliche Kultfigur, die vielen von uns noch aus dem DDR-Fernsehen bekannt ist, begleitet uns durch das mit allerlei großflächigen, hübschen Farbfotografien versehene Werk. Bereits das in kräftigen, kunterbunten Farben leuchtende Cover hat direkt Kindheitserinnerungen in mir wachgerufen. Unbeschwerte Tage voller spannender Abenteuer und neuer Entdeckungen, das möchte ich auch unserem Spatz ermöglichen. Folglich war ich sehr dankbar für all die kreativen Spiele, Bastelvorschläge und Experimente, die zum Nachahmen einladen. Wir freuen uns schon jetzt darauf, vieles davon in Form von gemeinsamen Projekten in die Tat umzusetzen, z.B. den Bau eines Schmetterling-Hotels und eines Winter-Unterschlupfs für Igel, das Ausprobieren vom Waldbingo sowie das Anpflanzen von eigenem Obst und Gemüse.

Apropos Nahrungsmittel: Die Rezepte, die in diesem Werk enthalten sind, haben mich total positiv überrascht! Nicht nur, dass die Gerichte allesamt mega lecker sind, sie beziehen sich zudem auf die in den Passagen zum Thema Gärtnern erwähnten Lebensmittel. Und das Beste daran: Das Nachkochen wird, im wahrsten Sinne des Wortes, ein Kinderspiel!

Dass den Kleinen der richtige Umgang mit Müll nähergebracht wird, gefiel mir ebenso gut wie die Tatsache, dass Vergleiche von giftigen und ungiftigen Pflanzen inkludiert worden sind, auch wenn ich mir vor allem im Hinblick auf die giftigen Doppelgänger mehr Beispiele gewünscht hätte. Selbiges gilt für die Passage "Spuren lesen" - hier wäre eine zusätzliche Doppelseite mit Fotos verschiedener Pfoten- oder Hufabdrücke der erwähnten Tiere toll gewesen.

Kindgerecht formulierte Informationen regen den Wissensdurst an; am Rand findet sich stets der betreffende Kategorie-Vermerk: Wissen, Forschen, Basteln, Gärtnern, Kochen. Abschließend gibt es in den Kapiteln "Wissen für kleine Küchenprofis" und "Wissen für kleine Gartenprofis" eine Übersicht der wichtigsten Begriffe und Abkürzungen.

Fazit: 5 Sterne

Unheimlich vielfältig und informativ. Ganz große Empfehlung für alle Erzieher:innen und Eltern, die bei ihren Kindern den Entdeckungsdrang und das Interesse an der Natur fördern möchten.

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Veröffentlicht am 08.05.2022

𝐘𝐊 + 𝐑 = 𝐇 (𝐘𝐯𝐲 𝐊𝐚𝐳𝐢 + 𝐑𝐨𝐦𝐚𝐧𝐢𝐝𝐞𝐞 = 𝐇𝐞𝐫𝐳𝐞𝐧𝐬𝐛𝐮𝐜𝐡)

The Reason of Love
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𝓓achte ich beim St.-Clair-Campus-Reihenauftakt, "The Dream Of Us" (- Lest dieses Buch! Lest es unbedingt!! -), noch 'Wie in aller Welt kann ich meine Begeisterung in so geregelte Bahnen lenken, dass meine ...

𝓓achte ich beim St.-Clair-Campus-Reihenauftakt, "The Dream Of Us" (- Lest dieses Buch! Lest es unbedingt!! -), noch 'Wie in aller Welt kann ich meine Begeisterung in so geregelte Bahnen lenken, dass meine Rezension nicht ausschließlich aus WOW WOW WOW besteht?!', bin ich beim Folgeband nun endgültig überfordert mit der Aufgabe. Seriously, ich sitze seit E-wig-keiten an dieser Rezension, korrigiere, lösche, beginne von Neuem, verzweifle. Und mein Mann hat den Nerv, entspannt zu sagen: "Schreib doch einfach, dass du das Buch liebst." Also atme ich tief durch und versuche nun zum x-ten Mal, genau das zu tun, auch wenn mir bewusst ist, dass meine Worte Yvys Schreibkunst unmöglich gerecht werden können.

𝓝ormalerweise liegt dem Footballspieler Mateo Ortega, dem sämtliche Herzen am Campus zufliegen, immer ein flotter Spruch auf den Lippen. Man könnte sagen, er ist ein Meister der Flirtkunst. Aber als er der selbsterklärten Einzelgängerin Haley begegnet, legt er eine verbale Bauchlandung hin, die ihn noch jahrelang beschäftigen wird, denn das faszinierende Mädchen mit den blauen Haaren und der einzigartigen Ausstrahlung, das ihn prompt auflaufen lässt, geht ihm nicht mehr aus dem Sinn. Ausgerechnet sie soll ihm nun Nachhilfestunden geben, damit er sein Sportstipendium nicht verliert. Dumm nur, dass ihm bereits im Vorfeld sein Ruf als zwar charmanter, doch flatterhafter Frauenheld alle Chancen bei ihr zunichtezumachen scheint.

𝓦as für eine catchy Figurenzeichnung! Haley, Mateo und Bo und Joshua hatten bereits in Band 1 jede:r für sich Favoritenpotential und endlich, endlich bekommen sie ihre eigene Geschichte! Mateo ist nicht der klassische, düstere Bad Boy, den es zu bekehren gilt, der für 'die Eine' sein ganzes Wesen ändern wird - er ist ein allseits beliebter Spaßvogel, ein loyaler, hilfsbereiter Freund, der trotz seiner Erfolge als College-Football-Star am Boden geblieben ist, wortgewandt, aufrichtig, clever und die Warmherzigkeit in Person. Kein Wunder, dass in seiner Gegenwart alle dahinschmelzen; wie kann man solch einem charismatischen Mann, der obendrein die Statur eines griechischen Gottes hat, auch widerstehen? Und genau das macht ihn so gefährlich - denn verlieben sollte man sich nicht in Mateo, der offen signalisiert: 'One-Night-Stands? Gerne! Aber mit Betonung auf ONE. Keine Wiederholung. Keine emotionale Bindung.' Und wenn die Nacht mit ihm noch so aufregend war, auf ein anschließendes gemeinsames Frühstück (geschweige denn auf eine Beziehung mit ihm) brauchen die Damen nicht zu hoffen. Er möchte dich nicht verletzen, doch wenn du dir mehr als eine lockere Bettgeschichte von ihm wünschst, wird er dir zwangsläufig das Herz brechen. Was steckt hinter seinem Verhalten? Und warum geht er der ansonsten so rationalen, logisch denkenden Haley unter die Haut, obwohl sie all das weiß und auf keinen Fall Gefühle für ihn entwickeln möchte?! "[…] ich frage mich, ob ich tatsächlich so dämlich sein kann, etwas für jemanden zu empfinden, der ganz offensichtlich kein Interesse an der Liebe hat?"

𝓓iese tiefgründige, romantische, rundum perfekte Reihe hat mein Herz. Go, Otters! Ich liebe alles am St.-Clair-Universum, alles!! … und werde ganz wehmütig beim Gedanken daran, dass mit "The Feeling of Forever" im Mai 2022 der finale Band der Trilogie erscheinen wird. Ich bin noch nicht bereit, mich von Fair Haven und all den liebgewonnenen Charakteren zu verabschieden.

𝓨vys Schreibstil ist hinreißend! Man spürt in jeder Zeile die Liebe, mit der sie ihre Figuren und deren Geschichte geformt hat. Alle Charaktere wirken wie aus dem Leben gegriffen, so nachvollziehbar und authentisch - eben wie echte Menschen, wie du und ich. Nichts deutet darauf hin, dass wir eine ausgedachte Story lesen, vielmehr fühlt es sich so an, als würden wir reale Erlebnisse vor unserem inneren Auge Revue passieren lassen. Ob allgemeine Dialoge oder die Gedankenwelt der Hauptfiguren, die Wortwahl ist so treffsicher, dass jede Emotion direkt auf mich übergesprungen ist. Ich habe mich gemeinsam mit Haley in Mateo verliebt, den ich ab sofort in Gedanken wohl immer »Priya« nennen werde, und mit Joshua, der mir aufgrund der Ereignisse um ihn und Bo seit Band 1 im Kopf herumgespukt ist, mitgefiebert. Wäre diese Buchreihe nicht im NA-Genre angesiedelt, würde ich sagen: Yvy schreibt auf dem Niveau einer Jojo Moyes, einer J. K. Rowling, einer Stephenie Meyer, eines Nicholas Sparks. Solch ein Schreibtalent hat es definitiv verdient, im gleichen Atemzug wie die ganz großen Namen genannt zu werden.

ℐm Gegensatz zu anderen Romanen wird der Sport American Football hier nicht verklärt durch eine rosarote Brille betrachtet; die gesundheitlichen Gefahren, denen die Spieler sich regelmäßig aussetzen und die noch viel zu wenig Beachtung in der Öffentlichkeit finden, wurden gekonnt in die Story eingebettet. "»Spieler sterben auf dem Feld. Es gibt Verletzungen, die bleibende Schäden hinterlassen. Wie können die Fans erwarten, dass man das in Kauf nimmt, um sie zu unterhalten […]?«" - Berechtigte Frage! Auch ich schaue gerne regelmäßig American Football an und habe mich dennoch schon so manches Mal ernsthaft erschrocken, wie brutal es teilweise auf dem Spielfeld zugeht. Apropos Sport: An alle, die befürchten, dies hier sei eine reine Sports-Romance, in der man von unromantischen Fakten wie Spielzügen, Trainingsplänen & Co. erschlagen wird - diese Sorge kann ich euch komplett nehmen. Vielmehr erwarten euch liebenswerte Figuren, eine intensive, tiefgründige Love Story, ein offener Umgang mit ernsten Themen wie Homosexualität oder Mobbing (ohne dabei die positive, erhebende Gesamtwirkung des Romans zu beeinflussen), und sogar eine Fake-Beziehung, über die ich an dieser Stelle allerdings kein weiteres Wort verlieren werde – lest selbst! Oh, und hatte ich den spannenden Cliffhanger erwähnt? Und die Playlist, die mir den ersten heftigen Ohrwurm des Jahres beschert hat?

𝐅𝐚𝐳𝐢𝐭: 10 ✰²
(Nun fragt ihr vielleicht: "10 Sterne … zum Quadrat … aber … geht das denn? Müsste die maximale Bestwertung nicht '5 Sterne' heißen?" - JAWOHL, DAS GEHT! Und das MUSS so heißen, weil ein Buch wie dieses nicht gemacht ist für 'nur' 5 Sterne!!)

So emotional und mitreißend wie Brittainy C. Cherry, so dramatisch und schreibtechnisch unfehlbar wie Colleen Hoover, und so wundervoll-kreativ-lebensnah-unvergesslich wie Mona Kasten: Yvy Kazi ist die neue Königin des New-Adult-Genres.

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Veröffentlicht am 05.05.2022

Leider nicht mein Fall

Blossom
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𝓦ie sehr hatte ich mich auf den als "aufsehenerregend" angepriesenen Roman, der den Auftakt einer New-Adult-Dilogie bildet, die ich zu lieben gewillt war, gefreut! Optisch schick, inhaltlich vielversprechend, ...

𝓦ie sehr hatte ich mich auf den als "aufsehenerregend" angepriesenen Roman, der den Auftakt einer New-Adult-Dilogie bildet, die ich zu lieben gewillt war, gefreut! Optisch schick, inhaltlich vielversprechend, ideale Voraussetzungen also.

𝓓as leuchtende Cover von Amelia Cadans Debütroman war mir sofort ins Auge gesprungen – was für eine Farbexplosion! Zudem erinnerte mich die schimmernde Optik an die ebenfalls wunderschön anzusehende L.O.V.E.-Reihe von Ivy Andrews.

𝓥ielleicht war ich zu selbstverständlich davon ausgegangen, dass die Geschichte mein Herz erobern würde, da im Vorfeld so viel dafür sprach: das Setting (ein renommiertes College an der Ostküste), ein Enemies-to-Lovers-Trope (Yes! Genau mein Ding!), der Schauspiel-Hintergrund der weiblichen Hauptfigur (alles rund um den Themenbereich Schauspiel, Theater & TV/Kino finde ich schließlich total interessant) und die Tatsache, dass ich generell NA-Romane liebe.

𝓓er Schreibstil war … wirklich nicht schlecht. Ich tue mich diesbezüglich schwer, ein passendes Wort zu finden. Ursprünglich hätte ich etwas geschrieben wie 'gut' oder 'ganz okay' … aber reicht die Tatsache, dass ein Text nicht abgehackt formuliert, sondern locker und flüssig geschrieben ist, wirklich aus, dass ich ohne schlechtes Gewissen sagen kann 'das Buch ist gut geschrieben', selbst wenn die darin beschriebenen Emotionen mich letztlich nicht erreichen? (Ich erwarte ja nicht, dass sie mich überrollen, das schaffen nur die wenigsten Romane, weshalb ich dies nicht als Voraussetzung sehe, doch irgendwie sollte man doch zumindest irgendetwas fühlen beim Lesen, oder?) Es gibt durchaus emotionale Momente, die nicht nüchtern, sondern mit passender Wortwahl beschrieben worden sind, aber so sehr ich es auch versuchte, es wollte mir nicht gelingen, diese Distanz zwischen dem Gelesenen und meiner Gefühlswelt zu überbrücken. Ich könnte mir vorstellen, dass ich das Ganze bei einer Verfilmung der Story, die an sich viel Potential hat, anders wahrnehmen würde. Die zahlreich eingestreuten, der Jugendsprache entnommenen Anglizismen störten mich nicht - cause why not, im wahrsten Sinne des Wortes, wenn es zur jeweiligen Szene passt.

𝓒rzählt wird abwechselnd aus Sicht von Jun und Leith, jeweils in der Ich-Perspektive. Der Einstieg in die Handlung war angenehm. Ich war beeindruckt davon, wie Jun den Alltag mit ihren zwei jüngeren Geschwistern meistert, im Grunde die Mutterrolle einnimmt, während ihre tatsächliche Mutter 'unpässlich' ist. Doch je weiter ich las, desto unsympathischer wurde mir Jun, die am Campus aufgrund ihres unterkühlten, unnahbaren Verhaltens den wenig schmeichelhaften Spitznamen "Eisprinzessin" verpasst bekommen hat. Versteht mich bitte nicht falsch, ich bin nicht der Meinung, dass man mit jedem Fremden gleich auf Best Friends machen sollte, allerdings empfand ich ihr anfängliches Verhalten gegenüber Leith grundlos herablassend und schlichtweg unhöflich. Sie hatte ihre vorgefertigte Meinung über ihn, ohne je ein Wort mit ihm gewechselt zu haben, verhielt zickig und zwischenzeitlich bockig wie ein kleines Kind; das machte sie in meinen Augen nicht gerade sympathisch. Natürlich ahnte ich (auch dank des im Klappentext angedeuteten dunklen Geheimnisses, mit dem sie zu kämpfen hat), dass ihre Figur sicher so negativ angelegt worden war, um die Leser:innen später mit einem bedeutenden Wandel zu begeistern. Mein Problem dabei ist jedoch: Wenn bei mir in puncto Sympathie mal der Ofen aus ist - oder schlimmer: wenn eine Figur mir egal ist -, dann nimmt das Ganze in rund 80% der Fälle keinen positiven Ausgang. Der einzige Grund, der mich weiterlesen ließ, war Leith. Ist der attraktive junge Mann perfekt? Nein, er begeht sogar einen entscheidenden Fehler - aber aus den richtigen Beweggründen.

𝓦enn grenzwertige Themen wie u.a. sexuelle Belästigung/Nötigung in die Handlung eines vom Verlag ab 14 Jahren empfohlenen Romans eingebettet werden, sollten sie erzähltechnisch nicht oberflächlich abgehandelt werden. (Ansonsten könnte der Eindruck entstehen, man hätte sich wahllos ein düsteres Thema herausgesucht, um auf diese Weise 'etwas Tiefgründiges' für die andernfalls eindruckslose Story zu haben. Just saying.) Wo war die Triggerwarnung?

𝓦as die Gesamtstimmung angeht: Eher verhangen, schwermütig und stellenweise etwas langatmig. Es wollte partout keine Leichtigkeit aufkommen. Über der gesamten Story hing für mich eine Wolke, die ich nicht wegzuschieben vermochte.

𝓓as Ende gefiel mir hingegen überraschend besser als erwartet, was garantiert an meinem stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn liegt; ich war schon immer ein Fan von Poetic Justice.

𝐅𝐚𝐳𝐢𝐭: 3 ½ ✰ ✰ ✰

Aufgrund des verlockenden Covers und des interessant klingenden Klappentextes werden sicher viele NA-Fans auf das Werk aufmerksam werden. Es war ganz okay für zwischendurch; in meinen Augen verblasst es leider etwas im Vergleich mit vielen anderen genialen Romanen in diesem Genre, da das Wichtigste fehlte - zwischen den Zeilen spürbare Emotionen, die mich mit den Charakteren mitfiebern lassen.

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