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Veröffentlicht am 15.05.2026

Oktober 1962 - Zwischen Kuba-Krise und Spiegel-Affäre

Schwarzer Samstag
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"Schwarzer Samstag" ist der fünfte Band der Philipp-Gerber-Reihe von Ralf Langroth (ein Pseudonym von Jörg Kastner). Kriminalrat Gerber wird nach Hamburg beordert, um dort Waffenschmugglern auf die Spur ...


"Schwarzer Samstag" ist der fünfte Band der Philipp-Gerber-Reihe von Ralf Langroth (ein Pseudonym von Jörg Kastner). Kriminalrat Gerber wird nach Hamburg beordert, um dort Waffenschmugglern auf die Spur zu kommen. Zeitgleich wird seine frisch angetraute Ehefrau Eva Herden als Reporterin des Spiegelmagazin für ein Interview nach Kuba gesandt. Dort soll sie mit Fidel Castro ein Exklusivinterview führen. Schnell führen die Spuren und Verwicklungen zusammen und beide müssen unabhängig voneinander sich der gefährlichen Situation stellen. Denn es ist Oktober 1962, als die Welt am Abgrund und ihre Zukunft auf dem Spiel steht. Bereits zum fünften Mal lässt Ralf Langroth seinen Protagonisten ermitteln. Eingebettet inmitten der Kuba-Krise und der in Deutschland als Spiegel-Affäre bekannten Ereignisse geht es um Waffenschmuggel und die Vorherrschaft um Macht und Ideologie. Das Ringen um einen nahenden Atomkrieg und das politische Tauziehen zwischen dem jungen amerikanischen J.F. Kennedy und dem sowjetischen Staatschef Chruschtschow, dazwischen in Kuba der Revolutionär Fidel Castro und in der Bundesrepublik ein Kanzler Adenauer und dessen Verteidigungsminister Franz Josef Strauß, der seinen eigenen Angriff auf die Pressefreiheit durchführte. Diese Gemengelage an historischen Ereignissen Anfang der 60er Jahre bilden den Rahmen für diesen Roman. Dabei gelingt es dem Autor diese bildhaft und absolut spannend in Szene zu setzen. Hat man mit diesem Buch zu lesen begonnen, kann man dann auch fast nicht mehr davon loslassen. An den verschiedenen Handlungsorten ist jeweils die Anspannung der Situation absolut greifbar zu spüren und man versinkt in die Ereignisse rund um den "Schwarzen Samstag". Für mich ein absolut gelungener neuer Fall aus dieser Buchreihe, der mir bestens gefallen hat. Klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 07.05.2026

Operation Parsifal und der geheime Rat der Zwölf

DIE LANZE (Project 2)
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"Die Lanze" ist der zweite Band der Project-Reihe von Alex Lukeman. Als der amerikanische Präsident in Israel auf dem Tempelberg eine Rede halten soll, kommt es zu einem verheerenden Bombenanschlag. Nur ...

"Die Lanze" ist der zweite Band der Project-Reihe von Alex Lukeman. Als der amerikanische Präsident in Israel auf dem Tempelberg eine Rede halten soll, kommt es zu einem verheerenden Bombenanschlag. Nur mit Glück und dank des Einsatzes von Nick Carter, einem Ex-Marine, kann der Präsident dem Anschlag entkommen. Gegenseitige Beschuldigungen von Muslimen, Juden und Christen führen zu einem Konflikt großen Ausmaßes in der Region. Die Welt steht am Abgrund vor einem dritten Weltkrieg und im Hintergrund werden die Fäden von einer Organisation gezogen, die das vierte Reich errichten will. In diesem zweiten Auftrag des Project-Teams hat Alex Lukeman ein Szenario entwickelt, dass aktuell unter den Ereignissen in der Straße von Hormus nicht aktueller sein könnte. Dabei verwebt er historische Fakten mit Okkultismus des dritten Reiches, sowie Terror und Verschwörung bis in die höchsten Kreise im Oval Office. Entstanden daraus ist ein actiongeladener Abenteuerroman, der Elemente von "Indiana Jones" enthält. Seine Spezialeinheit, die ausschließlich dem Präsidenten der USA untersteht, agiert dabei weltweit. Die Kapitel sind kurz, die Geschwindigkeit der Ereignisse hoch. Stakkatoartig gerät der Leser dabei in den Trubel des Geschehens und kann erst am Ende des Buches aufatmen. Ein klassischer amerikanischer Heldenroman im Stile von Clive Cussler, aber einfach gut. Alex Lukeman und sein Project-Team gefallen mir, besonders die Verbindung aus Abenteuer und Action.

Veröffentlicht am 30.04.2026

Live and Let Die inmitten von Voodoozauber

James Bond
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"Leben und sterben lassen" ist der zweite James Bond Roman von Ian Fleming aus dem Jahr 1954. In Deutschland erstmalig erschienen 1961 und in ungekürzter und originalgetreuer Übersetzung dann 2012 beim ...

"Leben und sterben lassen" ist der zweite James Bond Roman von Ian Fleming aus dem Jahr 1954. In Deutschland erstmalig erschienen 1961 und in ungekürzter und originalgetreuer Übersetzung dann 2012 beim Cross Cult Verlag. 007 wird auf Mr. Big angesetzt, einen Mitglied der russischen Organisation SMERSH. An diese hat Bond schmerzliche Erinnerungen aus seinem ersten Fall im Casino Royale. Diesmal führt ihn sein Weg nach Harlem. In den Vereinigten Staaten tauchen vermehrt Goldmünzen auf, die aus einem alten Piratenschatz von Captain Morgan stammen. Mr. Big scheint in Harlem uneingeschränkte Macht zu besitzen, denn er hat die Voodoomacht von Baron Samedi, dem Herrn der Toten. Felix Leiter vom CIA und Bond vom MI6 sollen Mr. Big das Handwerk legen, doch dies ist ein gefährliches Unterfangen. Dieser Roman unterscheidet sich teilweise deutlich von der späteren Verfilmung. Er diente in diversen Szenen mehreren Bond-Verfilmungen. Ebenso ist die Sprache von Ian Fleming dem Zeitgeist der 50er Jahre entsprechend. Allein, das Kapitel zum Beispiel "Niggerhimmel" tituliert sind, wäre in heutigen Romanen undenkbar. Aber vor knapp einem dreiviertel Jahrhundert war die Sprache in Romanen noch eine völlig andere. Ich finde es gut, dass der Cross Cult Verlag dem deutschen Leser die originalgetreue Übersetzung zukommen gelassen hat, denn die Bondromane sind auch Zeitzeugen und ich zähle sie zu den absoluten Klassikern der Spionageromane. Auch dieser Fall ist durchwegs spannend geschrieben und findet seinen Höhepunkt an Jamaikas Riffen inmitten von Haien und Barrakudas. Ein toller Spionageroman, nicht nur für James Bond-Liebhaber wie mich.

Veröffentlicht am 26.04.2026

Der Pfähler von Wien

Das Buch des Totengräbers (Die Totengräber-Serie 1)
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"Das Buch des Totengräbers" ist der erste Band der Totengräber-Serie von Oliver Pötzsch. 1893 im herbstlichen Wien wird im Prater die Leiche einer Dienstmagd aufgefunden. Bei näherer Untersuchung stellt ...

"Das Buch des Totengräbers" ist der erste Band der Totengräber-Serie von Oliver Pötzsch. 1893 im herbstlichen Wien wird im Prater die Leiche einer Dienstmagd aufgefunden. Bei näherer Untersuchung stellt man fest, das die Frau gepfählt wurde. Der junge Inspektor Leopold von Herzfeldt ist soeben aus Graz angekommen um seine Stelle als Polizeiagent in Wien anzutreten. Mit seinen modernen Methoden der Tatortanalyse schafft er sich aber gleich Feinde innerhalb den eigenen Polizeireihen. Und währenddessen ist dieser Mord nur der Beginn einer unheimliche Serie. Verbündete findet von Herzfeldt daher bei den Ermittlungen nur in dem eigenwilligen Totengräber Augustin Rothmayer und der Telefonistin Julia Wolf. Oliver Pötzsch beginnt mit diesem Fall für Leopold von Herzfeldt eine neue Reihe im historischen Wien Ende des 19. Jahrhunderts. Atmosphärisch fängt er dabei den Leser ein, wenn er in den Herbsttagen Stimmungen auf dem Wiener Zentralfriedhof oder im Prater beschreibt. Dazu Charaktere, die in ihren Wesen teils unterschiedlicher nicht sein können und aufeinanderprallen. Daraus entsteht eine Kombination, die einen beim Lesen in das damalige Wien abtauchen lässt. Obwohl ich früh einen Verdacht bzgl. des Täters hatte, der sich letztendlich bestätigte, war die Story immer kurzweilig. Auch der technische Wandel dieser Zeit wurde gut eingefangen. In Summe ein spannender historischer Krimi und eine Auftakt dieser Reihe, bei der ich sicherlich weitere Bände lesen werde.

Veröffentlicht am 19.04.2026

Sylt: Meer - Leidenschaft - Tod

Brennende Gischt
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"Brennende Gischt" ist der zweite Band der Liv-Lammers-Reihe von Sabine Weiß. Bei Löscharbeiten finden Feuerwehrleute in einer stürmischen, regnerischen Nacht im Keller eines verlassenen Hauses eine Leiche. ...

"Brennende Gischt" ist der zweite Band der Liv-Lammers-Reihe von Sabine Weiß. Bei Löscharbeiten finden Feuerwehrleute in einer stürmischen, regnerischen Nacht im Keller eines verlassenen Hauses eine Leiche. Dass es sich nicht um einen tragischen Unfall handeln kann, steht schnell fest (Info Klappentext). Verletzungen weißen darauf hin, dass hier jemand zuvor verzweifelt um sein Leben gekämpft hat. Liv Lammers und ihre Kollegen von der Flensburger Kripo ermitteln erneut auf der Insel Sylt. Kein einfacher Ort für Lammers, denn nicht nur die Ermittlungen decken nach und nach Abgründe auf, auch sie selbst muss sich erneut ihrer familiären Vergangenheit in ihrer alten Heimat stellen. Und schon bald steht sie beruflich wie privat immer wieder zwischen den Fronten. Dieser Krimi weißt viele spannende Elemente auf, aber teilweise verliert er sich auch zwischen den verschiedenen Verhören und Ermittlungsansätzen im ersten Drittel. Dann ändert sich dies aber komplett und die Story nimmt immer mehr Fahrt auf. Die Ermittlungen werden immer zielführender, Geheimnisse mehr und mehr gelüftet und die Dramatik steigt von Seite zu Seite. Genau dies macht diesen Fall wieder für den Leser spannend und lässt einen flüssig durch die Zeilen fliegen. Letztendlich für mich eine gelungene Fortsetzung und ich freue mich schon darauf weitere Bände zu lesen.