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Veröffentlicht am 03.02.2026

eine Reise durch die Lebensmitte

Mitte des Lebens
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Die Autorin Barbara Bleisch präsentiert mit ihrem Buch ein philosophisches Werk, das tief in die Seelenlage von Menschen in der Lebensmitte eintaucht. Ich bin gerade 50 und habe, wenn man sich an die Statistiken ...

Die Autorin Barbara Bleisch präsentiert mit ihrem Buch ein philosophisches Werk, das tief in die Seelenlage von Menschen in der Lebensmitte eintaucht. Ich bin gerade 50 und habe, wenn man sich an die Statistiken hält, die Hälfte meines Lebens bereits gelebt. Ehrlich gesagt, fühlt sich dieser Gedanke nicht gut an. Ich stelle mir Fragen wie 'Habe ich genug aus meiner Zeit gemacht?' oder 'Werde ich noch genug Zeit haben?' Es ist nicht so, dass ich gerade unzufrieden bin, mein Leben ist toll und genau dieses Gedankenwirrwarr zu entwirren erhoffte ich mir von diesem Buch.

Und ich habe wirklich viele gute Impulse mitgenommen. Statt oberflächlicher Ratschläge erkundet die Autorin die existenziellen Fragen, die Menschen um die Jahrhundertmitte ihres Daseins beschäftigen: Habe ich meine Potenziale ausgeschöpft? Entspricht mein Leben meinen ursprünglichen Vorstellungen?
Zunächst entfaltet Bleisch eine schonungslose Bestandsaufnahme der inneren Konflikte und Zweifel, denen sich Menschen in dieser Lebensphase gegenübersehen. Doch ihre Darstellung bleibt nicht beim kritischen Befund stehen. Vielmehr entwickelt sie einen inspirierenden Ansatz, der Stillstand nicht als Scheitern, sondern als Chance zur Selbstreflexion interpretiert.

Der zentrale Gedanke des Buches liegt in der Ermutigung, sich von gesellschaftlichen Erwartungsdrücken zu befreien. Statt einem unrealistischen Perfektionsideal hinterherzujagen, plädiert Bleisch für eine authentische Selbstwahrnehmung. Die Autorin lädt die Leserschaft ein, die eigenen Leidenschaften zu entdecken und sich von aufoktroyierten Zielsetzungen zu emanzipieren.

Ein besonders bemerkenswerter Aspekt ist Bleischs Analyse der Identitätsentwicklung. Sie unterscheidet zwischen der jugendlichen Phase des Abgrenzens und der mittleren Lebensphase des Sich-Verstehens. Während junge Menschen primär definieren, wer sie im Verhältnis zu anderen sind, geht es im reiferen Alter darum, sich selbst zu ergründen und bewusst zu gestalten.
Obwohl das Werk einen akademischen Anspruch hat, gelingt es Bleisch, komplexe philosophische Konzepte zugänglich zu präsentieren.

Das Buch ist keine Gebrauchsanweisung für ein gelungenes Leben, sondern eine Einladung zur Selbstreflexion. Es ermutigt dazu, das Staunen nicht zu verlieren, Begeisterungsfähigkeit zu bewahren und sich von externen Erfolgsdefinitionen zu lösen.
Für alle, die bereit sind, sich auf eine philosophische Reise der Selbsterkundung einzulassen, bietet 'Mitte des Lebens' wertvolle Impulse. Bleisch gelingt es, universelle Lebensweisheiten zu formulieren, die zum Nachdenken anregen und gleichzeitig Trost und Orientierung schenken.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Eine Frau und Ihre Töchter

Ein anderes Leben
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Anlässlich des Todes ihres Vaters blickt die Tochter auf das Leben ihrer ebenfalls bereits verstorbenen Mutter Hanna zurück. Hanna heiratete nacheinander drei ihrer Studienfreunde und bekam mit jedem eine ...

Anlässlich des Todes ihres Vaters blickt die Tochter auf das Leben ihrer ebenfalls bereits verstorbenen Mutter Hanna zurück. Hanna heiratete nacheinander drei ihrer Studienfreunde und bekam mit jedem eine Tochter. Für mich war „Ein anderes Leben“ von Caroline Peters vor allem wegen der töchterlichen Sicht auf die Mutter so besonders. Hanna ist exzentrisch und eckt mit dem was sie sagt und tut an. Sie hat Lyrik im Kopf und nicht den Alltag. Während sie sich bemüht, den Erwartungen zu entsprechen, verleugnet sie einen Teil ihrer Selbst. Dabei habe ich Hanna oft als omnipräsent und teilweise lieblos empfunden.

Caroline Peters, bekannt als Schauspielerin, beweist hier eindrucksvoll ihr Talent als Autorin. Sie lässt Persönliches einfließen. Der Roman besticht durch seine prägnante Sprache und die vernünftige Darstellung der Protagonistin, die mit den Herausforderungen des Lebens konfrontiert wird. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, allerdings nicht gerade sympathisch. Hanna ist ignorant und gleichgültig, die Schwestern untereinander sind ziemlich gehässig.

Insgesamt ist „Ein anderes Leben“ eine lesenswerte und bewegende Familiengeschichte, die mich zum Nachdenken angeregt hat. Es ist eine Geschichte über Veränderung.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Was willst Du, Kora?

Die Liebe, später
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Die Autorin gibt sich wirklich alle Mühe, dem Leser das Seelenleben von Kora nahe zu bringen und prinzipiell kann ich das ganze Zweifeln und ihre Depressionen gut nachvollziehen, auch ihre Gedanken über ...

Die Autorin gibt sich wirklich alle Mühe, dem Leser das Seelenleben von Kora nahe zu bringen und prinzipiell kann ich das ganze Zweifeln und ihre Depressionen gut nachvollziehen, auch ihre Gedanken über Freiheit. Kora muss eine aufwühlende Herzoperation verarbeiten, steckt in einer späten Midlife Crisis, hadert mit ihrer beruflichen Situation und dem Renteneintritt ihres Mannes; sie fühlt sich einerseits krank und alt, andererseits noch nicht bereit, in den kürzer oder gar in den Ruhestand zu treten. Und daher auch nicht, sich über die Freizeitpläne ihres Mannes zu freuen oder diese gar zu teilen. Stundenlang liest man von ihrem Zweifeln, ihrem Betrug (ja, so habe ich das empfunden) an ihrem wirklich tollen Mann und ihren kopflosen Aktionen.

Kora hat einiges durchmachen müssen, ja, aber sie hatte jederzeit Unterstützung, sicherlich auch eine private Krankenversicherung, lebt privilegiert. Sie hat so viel mehr als andere: einen großartigen Ehemann, Wohlstand, Sicherheit, Zeit und Geld. Aber sie seht sich nach einer leeren kleinen Wohnung in Berlin, nach ihrem Exfreund, der sie betrogen hat und ihren beruflichen Anfängen.

Für ihren verzweifelten Freund, dessen Frau spurlos verschwunden ist, hat sie keinen Nerv, weil sie nur um sich selbst kreiselt. Mich ärgerte, dass sie ihm immer wieder unterstellt, selbst schuld an dem Verschwinden seiner Frau zu sein, einfach nicht glauben will, dass es keine Eheprobleme gab. Auch für ihre Mentorin Gabriella hat sie keinen Nerv, obwohl es ihr offensichtlich gesundheitlich sehr schlecht geht. Kora ist eine Person, die andere Menschen verletzt, die keine Dankbarkeit empfinden kann und meint, das Leben wäre ihr etwas schuldig.

Fazit: Kann ich verstehen, dass Kora sich neu finden will? Ja, absolut. Aber ging sie mir mit ihren Gedankenkreiseln und ihrer Unsicherheit tierisch auf die Nerven? Ebenfalls ja.

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Eine mutige Frau

Eine wie Frankie
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Frances Howe wächst im Irland der 1950iger Jahre auf. Sie verliert früh ihre Eltern durch einen Unfall und kommt zur Tante mütterlicherseits, die mit einem Pfarrer verheiratet ist. Fortan ist Frances Jugend ...

Frances Howe wächst im Irland der 1950iger Jahre auf. Sie verliert früh ihre Eltern durch einen Unfall und kommt zur Tante mütterlicherseits, die mit einem Pfarrer verheiratet ist. Fortan ist Frances Jugend durch Verbote und Bibelzitate gekennzeichnet. Gerade 18 geworden, verheiraten ihre Pflegeeltern sie mit einem deutlich älteren Geistlichen, die Ehe hält nur kurz aber in dieser Zeit warten zahlreiche weitere Enttäuschungen auf die junge Frau. Nach dem Ende der Ehe gelangt Frances völlig ahnungs- und mittellos nach London zu Norah, einer Freundin aus der Schulzeit, die sie ihr gesamtes Leben begleiten wird, und vorn dort aus weiter nach New York. Eins muss man Frances lassen, ihr wird im Leben nichts geschenkt, aber sie hat immer Glück im Unglück.
Und davon zu lesen, macht wirklich Spaß! Es passiert viel und gerade in Sachen Glaubwürdigkeit ist der Roman sehr gut gelungen. Ja, Frances trifft – vor allem in Ihrer Jungend – dumme Entscheidungen bzw. lässt zu, dass diese über sie gefällt werden, aber das ist alles mit ihrer Erziehung zu begründen und daher glaubwürdig. (Über die Anzahl der Zufälle, die Frankie immer weiterhelfen, könnte man allerdings diskutieren.) Aber auch wie Graham Norton die Wechsel der Zeitebenen managt, fand ich sehr gut. Denn die Geschichte beginnt mit einer alten Frankie, die nach einem Beinbruch von einem Pfleger betreut wird und diesem ihre Geschichte erzählt. Damien ist ein toller Mensch, er arbeitet gern mit und bei älteren Menschen und liebt seinen Job, das spürt man als Leser. Frankie ist ebenfalls eine sehr symphytische Protagonistin und ihre Entwicklung ist bemerkenswert. Ist sie als junges Mädchen noch scheu, weltfremd und unwissend, gewinnt sie im Lauf der Geschichte zunehmend an Selbstsicherheit, die sich von keiner Niederlag abschrecken lässt. Ich bewundere Frankie sehr für ihren Mut!

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Ich finde leider die Story nicht

Mathilde und Marie
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Am besten haben mir an dem Buch das Vor- und das Nachwort des Autors gefallen. Dazwischen war leider nicht viel obwohl ich das Buch wirklich gern haben wollte. Das Cover ist wunderschön und die Idee eines ...

Am besten haben mir an dem Buch das Vor- und das Nachwort des Autors gefallen. Dazwischen war leider nicht viel obwohl ich das Buch wirklich gern haben wollte. Das Cover ist wunderschön und die Idee eines Bücherdorfes, in dem die Bewohner Handys und Internet nicht brauchen und sich ihren Mitmenschen noch wirklich zuwenden, wo die Welt also noch in Ordnung ist, das klang schön. Leider war das auch schon die ganze Story, denn es passiert nichts. Die Menschen im beschaulichen Örtchen Redu bewegen sich äußerst langsam, denken sehr viel nach, nehmen Rücksicht auf alles und jeden und sind gefühlt alle hypersensibel. Dazu wird der Leser übers Marmeladekochen belehrt oder über Papierschröpfen, alles handgemacht, natürlich. Die Sprache passt dazu, denn auch sie ist sehr rücksichtsvoll, fast altmodisch... langweilig.

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