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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.11.2025

Konnte mich leider nicht so begeistern wie die Vorgänger

In den Scherben das Licht
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Als langjährige Leserin von Carmen Korns Romanen habe ich mich sehr auf „In den Scherben das Licht“ gefreut.
Bisher hat mich wirklich jedes ihrer Bücher überzeugen können. Umso bedauerlicher ist es für ...

Als langjährige Leserin von Carmen Korns Romanen habe ich mich sehr auf „In den Scherben das Licht“ gefreut.
Bisher hat mich wirklich jedes ihrer Bücher überzeugen können. Umso bedauerlicher ist es für mich, dass mich ihr neuer Roman diesmal nicht wirklich erreichen konnte.

Im Keller der ehemaligen Schauspielerin Friede treffen die jungen Leute Gert und Gisela aufeinander und versuchen, den Alltag im Hungerwinter 1946 zu meistern. Im stark zerstörten Hamburg ist das ein wahrer Kraftakt, doch zusammen schaffen sie es, sich den Herausforderungen zu stellen.

Der Roman beginnt mit dem Kennenlernen der drei Hauptfiguren und es fällt leicht, in die Handlung hineinzukommen.
Dann häufen sich allerdings die Perspektivwechsel, was meinen Lesefluss ziemlich gestört hat, da ich mich immer wieder kurz neu orientieren musste.
Hinzu kommt, dass mir der Zugang zu den Charakteren überraschend schwerfiel. Normalerweise gelingt es Carmen Korn mühelos, ihren Figuren Leben einzuhauchen. In diesem Buch jedoch empfand ich die Schreibweise stellenweise als zu trocken und distanziert, sodass ich keine wirkliche Bindung zu den Protagonisten entwickeln konnte.

„In den Scherben, das Licht“ reicht meiner Meinung nach nicht an die Stärke ihrer bisherigen Romane heran, allerdings bin ich davon überzeugt, dass es Leser gibt, die einen besseren Zugang zum Buch finden.

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Cosy Crime mit ernstem Hintergrund

Der Tag, an dem Barbara starb
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Kriminalromane, besonders wenn es sich um Cosy Crime handelt, die in Großbritannien spielen haben für mich immer einen besonderen Reiz. Hier passt meist vieles zusammen: das Setting, das Wetter, die Menschen ...

Kriminalromane, besonders wenn es sich um Cosy Crime handelt, die in Großbritannien spielen haben für mich immer einen besonderen Reiz. Hier passt meist vieles zusammen: das Setting, das Wetter, die Menschen mit ihrem besonderen Humor.
So spielt auch „Der Tag, an dem Barbara starb“ in einem kleinen Dorf im Norden Englands, in einer Nachbarschaft, in der jeder jeden seit vielen Jahren kennt, mag oder eben auch nicht.
Die 89 jährige Margaret ist ein Urgestein dieser kleinen Gemeinde und bis zu dem Tag, der alles verändert, dachte sie auch, so ziemlich alles über ihre Nachbarn zu wissen. Doch als ihre beste Freundin Barbara eines Tages tot aufgefunden wird, muss sie erkennen, dass nicht alles so ist wie es immer erschien.
Gemeinsam mit ihrem 15 jährigen Enkel James nimmt sie die Ermittlungen auf. Das ist allerdings gar nicht so leicht, denn seit einiger Zeit hat Margaret mit Gedächtnislücken zu kämpfen, die ihr Leben mehr und mehr beeinträchtigen.

Die Idee eines generationenübergreifenden „Ermittlerduos“ fand ich reizvoll, und wirklich großartig war James ungezwungener Umgang mit der Erkrankung seiner Großmutter. Wo Tochter und Schwiegersohn aufgeregt und sorgenvoll umher wuseln, schenkt er Margaret Gelassenheit und Aufmunterung.
So interessant und auch emotional es war über das Fortschreiten einer Alzheimererkrankung zu lesen, so hat dieses Thema für meinen Geschmack etwas zuviel Raum in dieser Geschichte eingenommen.
Der Fall Barbara kommt anfangs irgendwie zu kurz, plätschert etwas vor sich hin, zieht allerdings später an und wird dann auch richtig rätselhaft und unerwartet spannend.
Fazit
Ein Kriminalroman mit einer liebenswerten Ermittlerin, der zwar etwas Anlaufzeit braucht, dann aber zum Miträtseln einlädt.

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Veröffentlicht am 13.10.2025

Irreführender Klappentext

Der Krieger und die Königin
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Als großer Fan historischer Romane, hatte ich mich sehr darauf gefreut, mich in die über 500 Seiten lange Geschichte um Waltrada und Garibald zu stürzen, doch leider fiel mir schon der Einstieg ungewohnt ...

Als großer Fan historischer Romane, hatte ich mich sehr darauf gefreut, mich in die über 500 Seiten lange Geschichte um Waltrada und Garibald zu stürzen, doch leider fiel mir schon der Einstieg ungewohnt schwer.
Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals so viele Namen, Verwandtschaftsverhältnisse oder wer mit wem verfeindet ist, auf den ersten 100 Seiten eines Romanes gelesen zu haben.
Ein Hauch von Lesefluss kam erst auf als ich nicht mehr krampfhaft versucht habe, jeden Namen richtig einzuordnen.
Ein ganz großes Lob und mein großer Respekt gilt der Rechercheleistung der beiden Autoren für dieses Buch. Diese ganzen Fakten aufzutun und zu ordnen muss unglaublich aufwendig gewesen sein, hat der Unterhaltung in meinen Augen allerdings mehr geschadet als zu ihr beigetragen.
Bis auf Garibald kann man fast zu keiner anderen Person eine Bindung aufbauen, denn bei den vielen verschiedenen Charakteren und Szenen bleibt irgendwie nicht genug Zeit, in die Tiefe zu gehen. Garibalds Reise und sein kluges Handeln fand ich zwar wirklich interessant, aber für mich war es eher, als würde ich ein geschichtliches Sachbuch lesen; ich habe die Informationen zur Kenntnis genommen, war emotional aber nicht wirklich dabei.
Die im Klappentext angekündigte große Liebesgeschichte zwischen Garibald und Waltrada wird nur ganz am Rande abgehandelt, es geht vielmehr um Kämpfe und Gebietsansprüche. Diese irreführenden Beschreibungen beobachte ich in letzter Zeit häufiger und finde es wirklich ärgerlich, wenn der Klappentext etwas Anderes verspricht, als das Buch dann bietet.

Empfehlen kann ich „Der Krieger und die Königin“ eigentlich nur für diejenigen, die gern historische Sachbücher lesen; zum Abtauchen in vergangene Welten ist dieser Roman für mich nicht geeignet.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Ein Krimi mit vielen Facetten

Über die Toten nur Gutes
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Mads Madsen ist Trauerredner aus Leidenschaft und lebt zusammen mit seinem etwas verschrobenen Vater in einer norddeutschen Kleinstadt. Als er einen Brief seines erst kürzlich verstorbenen Jugendfreundes ...

Mads Madsen ist Trauerredner aus Leidenschaft und lebt zusammen mit seinem etwas verschrobenen Vater in einer norddeutschen Kleinstadt. Als er einen Brief seines erst kürzlich verstorbenen Jugendfreundes Patrick erhält, der ihn bittet, seine Trauerrede zu schreiben, erwacht in Mads der Ermittlergeist. Seit Jahren hatte er keinen Kontakt zu Patrick, warum sollte er ihm plötzlich eine geheime Botschaft schicken? Mads vermutet, dass mehr hinter dem Tod seines ehemaligen Freundes steckt und begibt sich zusammen mit seiner Malteserhündin auf Spurensuche.



Dieser Kriminalroman ist der Auftakt einer Reihe des Autors Andreas Izquierdo, der mich schon mit vielen anderen Werken begeistern konnte. Schon das Cover und der Klappentext hatten einen Krimi zum Schmunzeln angedeutet, gespickt mit teils sehr besonderen Persönlichkeiten.

Und tatsächlich war ich wirklich hingerissen von der Mischung aus Humor, Spannung und ernsteren Tönen. Mal steht das Krimielement im Vordergrund, dann wird es wieder richtig witzig und zwischendurch, vor allem wenn der Blick ein wenig in die Vergangenheit geht, wird die Stimmung auch mal ernster.

Mir hat hier einfach alles gut gefallen und ich verabschiede mich nur ungern von den vielen liebenswerten Charakteren, allen voran Mads und Fritjof.

Zum Glück steht schon fest, dass es einen zweiten Teil geben wird, worauf ich mich jetzt schon freue.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Facettenreicher Mittelalterroman

Das Lied des Vogelhändlers
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Der neue historische Roman des Autors Ralf H. Dorweiler spielt im Hochmittelalter, genauer gesagt im Jahr 1190. Die junge Franziska ist eine von vielen Menschen, die den dritten Kreuzzug unter der Führung ...

Der neue historische Roman des Autors Ralf H. Dorweiler spielt im Hochmittelalter, genauer gesagt im Jahr 1190. Die junge Franziska ist eine von vielen Menschen, die den dritten Kreuzzug unter der Führung Kaiser Barbarossas begleiten. Als sie dem Markgrafen von Baden das Leben rettet, verändert dies ihr Leben auf schicksalhafte Weise. Zehn Jahre später reist sie zur Burg Hachberg, wo die Söhne des Markgrafen ein Fest ausrichten und lernt dort den Vogelhändler Wigbert kennen.

Was Ralf H. Dorweilers Romane auszeichnet ist, dass man kaum Zeit braucht, um im Buch anzukommen. Man ist einfach von Seite eins an mittendrin und fühlt sich bis zur letzten Seite bestens unterhalten.
Die Geschichte um Franziska von Hellenau und den Vogelhändler Wigbert findet zunächst auf unterschiedlichen Zeitebenen in zwei Erzählsträngen statt. Diese werden dann im weiteren Verlauf geschickt miteinander verbunden.
Das Schicksal der tatkräftigen Franziska hat mich besonders angesprochen.
Nach dem Tod ihres Onkels ist sie ganz auf sich allein gestellt und das mitten im riesigen Tross des dritten Kreuzzuges fern von der Heimat. Doch sie gibt nicht auf, geht dem Bader zur Hand und erwirbt dadurch wertvolle Fertigkeiten, die ihre Zukunft sichern.
In diesem Erzählstrang erfährt man viel über die Widrigkeiten, denen die Menschen während des dritten Kreuzzuges ausgesetzt sind, was mir wirklich gut gefallen hat.

Auf der anderen Ebene spielt der Vogelhändler Wigbert die Hauptrolle. Durch Zufall trifft er auf den Minnesänger Walther von der Vogelweide und gemeinsam, doch mit zunächst unterschiedlichen Absichten, reisen sie zum großen Turnier auf Burg Hachberg. Hier geht es um Machtkämpfe, Verrat und Mord.
Das Vogelthema wird immer wieder sehr kreativ aufgegriffen, sei es als Kapitelüberschrift oder als kleine Anekdote zwischendurch.

Fazit
„Das Lied des Vogelhändlers“ ist wieder einmal ein facettenreicher, spannender und einfach wunderbar zu lesender Roman des Autors Ralf H. Dorweiler.

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