Schöne, kurzweilige Lektüre
Matcha-Tee am MontagAm ersten Montag im Monat veranstaltet das Café Marble eine besondere Tee-Verkostung mit zwei Sorten Matcha und klassischem japanischem Gebäck. Hinein platzt unverhofft Miho, die sich seit dem Neujahrsfest ...
Am ersten Montag im Monat veranstaltet das Café Marble eine besondere Tee-Verkostung mit zwei Sorten Matcha und klassischem japanischem Gebäck. Hinein platzt unverhofft Miho, die sich seit dem Neujahrsfest vom Pech verfolgt fühlt. Im Café findet sie nicht nur einen neuen Blickwinkel, sondern verliebt sich auch ein wenig in Kellner Kippei. Doch der hilft heute eigentlich nur aus und arbeitet sonst im Familienunternehmen in Kyoto. Werden die beiden sich wiedersehen?
Das ist nur eine von insgesamt 12 kleinen Geschichten, die Michiko Aoyama in „Matcha-Tee am Montag“ erzählt; die deutsche Übersetzung verfasste, wie auch in den zwei bisher veröffentlichten Werken, Sabine Mangold. Die Autorin entführt uns erneut in das kleine Café Marble in Tokio, in dem der mysteriöse Besitzer, den alle nur Master nennen, und sein Personal sich um ihre Gäste kümmern. Jedes Kapitel spielt dabei in einem anderen Monat des Jahres, die alle mit alten Namen wie „Eismond“ oder „Taumond“ bezeichnet werden. So erleben wir einen ganzen Jahreszyklus rund um das kleine Café.
Neben Miho ist da zum Beispiel noch Mitsu, die in der Kunst des kamishibai, also des japanischen Schaukastentheaters, ihre Berufung gefunden hat, sich von ihrer Großmutter aber nicht ernst genommen fühlt. Oder Takaharu, der glaubt, seine wahre Natur vor anderen verbergen zu müssen, weil man ihn ansonsten verspottet. Dann ist da noch Antiquar Yoshihara, der fürchtet, mit seiner Berufswahl seine Frau enttäuscht zu haben. Ein Kapitel wird sogar aus dem Blickwinkel einer Katze erzählt und wir treffen auch alte Bekannte aus „Donnerstags im Café unter den Kirschbäumen“ wieder.
„Matcha-Tee am Montag“ ist ein kleiner Reigen aus Alltagsgeschichten. In jedem Kapitel steht eine Figur im Fokus und eine Nebenfigur wird dann in der nächsten Geschichte zum Mittelpunkt. Dabei behandelt die Autorin die unterschiedlichsten Probleme zwischenmenschlicher Beziehungen, lässt dabei aber ganz schwere Themen aus. Darüber hinaus kann man noch so einiges über Matcha und seine Zubereitung, japanische Süßigkeiten oder bestimmte Feste lernen. Eine schöne, kurzweilige Lektüre.