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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.07.2025

Eine ruhige Reise, die mehr verspricht als sie hält (Hörbuch)

Onigiri
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Dieses Buch hat definitiv Potenzial, doch irgendwie konnte mich die Geschichte nicht so richtig packen. Die Grundidee einer Reise mit einer dementen Mutter nach Japan, auf der sich alte Wunden öffnen und ...

Dieses Buch hat definitiv Potenzial, doch irgendwie konnte mich die Geschichte nicht so richtig packen. Die Grundidee einer Reise mit einer dementen Mutter nach Japan, auf der sich alte Wunden öffnen und Familiengeheimnisse ans Licht kommen, klang spannend und emotional. Doch leider hat sich das Buch für mich eher wie eine Sammlung von Momentaufnahmen angefühlt, die nicht wirklich zusammenfließen wollten.
Die Erzählweise ist ruhig und distanziert. Es gibt viele Rückblenden und Zeitsprünge, die den Lesefluss bzw. Hörfluss manchmal ins Stocken bringen. Ich fand es besonders schwer, mich mit den Charakteren richtig zu verbinden. Aki, die Tochter, hat zwar eine spürbare Zerrissenheit in sich, aber ihre Gefühle gegenüber ihrer Mutter und die wechselnden Beziehungen wirken oft eher oberflächlich und nicht immer greifbar. Dass sich Keiko, die an Demenz leidet, in Japan plötzlich zu erinnern scheint, ist ein schönes, aber leider zu wenig vertieftes Motiv.

Die kurzen Kapitel und die sprunghafte Erzählweise – mal in der Gegenwart, mal in der Vergangenheit – bringen keine klare Linie in die Geschichte. Es gibt viele Erzählmomente, die das Leben von Aki und ihrer Familie zeigen, aber sie bleiben oft nur Bruchstücke. Gerade die Reise nach Japan, die eine emotionale Reise hätte sein können, wirkt in ihrer Darstellung etwas unvollständig und hätte mehr Tiefe verdient.
Positiv hervorzuheben ist, dass das Buch einige interessante Einblicke in die japanische Kultur gibt. Die Onigiri, die immer wieder als Symbol für Trost und Verbindung in der Familie auftauchen, sind ein schöner roter Faden, der allerdings nicht genug Gewicht bekommt, um die eher kühlen Erzählpassagen aufzulockern.

Insgesamt ist „Onigiri“ ein leises, nachdenkliches Buch, das sicher seine Leser findet. Aber für mich fehlte es an Emotionen, Tiefe und einem klareren Handlungsbogen, um wirklich zu überzeugen. Die Idee war stark, aber die Umsetzung nicht ganz so kraftvoll, wie ich es mir gewünscht hätte.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Luxus, Leichen und viel Luft nach oben

Pretty Perfect
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Man nehme ein abgelegenes Luxusresort, eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Gästen, ein drohendes Unwetter und natürlich einen Mord. Klingt nach einer spannenden Mischung? Dachte ich auch. Dieser Thriller ...

Man nehme ein abgelegenes Luxusresort, eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Gästen, ein drohendes Unwetter und natürlich einen Mord. Klingt nach einer spannenden Mischung? Dachte ich auch. Dieser Thriller beginnt vielversprechend: Die Kulisse ist filmreif, die Stimmung drückt unterschwellig schon von Anfang an und Sprecherin Julia Nachtmann schafft es, jeder Figur ihre eigene Stimme zu geben, ohne zu übertreiben. Man fühlt sich direkt ein bisschen wie in einem modernen Agatha-Christie-Setting mit Yoga, Smoothies und Designer-Bademänteln.
Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr plätschert sie dahin. Die Figuren sind zwar interessant angelegt, bleiben aber größtenteils an der Oberfläche. Vieles wird angedeutet, manches bewusst verschleiert und was anfangs Spannung erzeugt, wirkt später leider wie ein Herumstochern im Nebel. Die Auflösung am Ende kommt eher beiläufig daher, ohne den großen Knall, den man sich nach all dem Aufbau erhofft hatte.

Unterm Strich ist „Pretty Perfect“ ein netter Begleiter für entspannte Nachmittage oder lange Zugfahrten. Wer auf vielschichtige Charaktere, überraschende Twists und echten Nervenkitzel hofft, wird hier eher nicht fündig. Aber für ein bisschen Urlaubsflair mit Schattenseiten reicht’s allemal.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Verlorene Nähe, verborgene Wahrheit

Brackwasser - Stille Wasser sind tief. Und manche sogar tödlich …
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Dieser Psychothriller fühlt sich an wie ein Blick in einen stillen, dunklen Teich: erst passiert scheinbar nichts und dann zieht es dich rein. Jana Stieler nimmt uns mit in die Wälder und Gewässer der ...

Dieser Psychothriller fühlt sich an wie ein Blick in einen stillen, dunklen Teich: erst passiert scheinbar nichts und dann zieht es dich rein. Jana Stieler nimmt uns mit in die Wälder und Gewässer der Schlei, und dort brodelt es gewaltig unter der Oberfläche.

Im Mittelpunkt stehen zwei Schwestern, die sich fremd geworden sind aber weiterhin verbunden durch ein altes Trauma, das nie ganz verschwunden ist. Und jetzt wird ein alter Mordfall wieder aufgerollt. Die Luft ist dick, das Misstrauen groß, und die Schuldgefühle sitzen tief. Svea kehrt zurück. Eigentlich nur, um ihrer Schwester beizustehen, aber natürlich wird alles komplizierter als gedacht. Und bedrohlicher.

Was die Autorin richtig gut kann? Atmosphäre aufbauen, ohne zu übertreiben. Keine unnötigen Effekte, keine überzeichneten Figuren, dafür echte psychologische Spannung, komplexe Beziehungen und eine düstere Grundstimmung, die lange nachwirkt. Und dann ist da diese Naturkulisse: Schlei, Wald, Wasser – wunderschön und gleichzeitig beunruhigend. Fast ein eigener Charakter im Buch.

Wer auf leise, aber intensive Psychothriller steht, bei denen zwischenmenschliche Dynamik wichtiger ist als Actiongeballer, liegt hier genau richtig. Jana Stieler liefert mit „Brackwasser“ ein fein komponiertes, norddeutsches Gänsehautstück – kein Schocker, sondern ein Kriecher. Und genau das macht’s so stark.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Romys Thriller schlägt zu und lässt nicht mehr los

Himmelerdenblau
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Romy Hausmann bringt mit „Himmelerdenblau“ einen Thriller auf den Markt, der die Nerven bis zum Zerreißen spannt. Schon der erste Satz hat es in sich … der Leser wird direkt in eine Geschichte geworfen, ...

Romy Hausmann bringt mit „Himmelerdenblau“ einen Thriller auf den Markt, der die Nerven bis zum Zerreißen spannt. Schon der erste Satz hat es in sich … der Leser wird direkt in eine Geschichte geworfen, die einen nicht mehr loslässt. Die Atmosphäre ist dicht, die Spannung unerträglich.

Es beginnt mit einem scheinbar unscheinbaren Ereignis, aber Hausmann versteht es meisterhaft, den Spannungsbogen so geschickt aufzubauen, dass man nie wirklich weiß, was als Nächstes passiert. Der Plot wendet sich immer wieder, nimmt unerwartete Wendungen und wirft die Fragen, die sich anfangs noch locker im Hintergrund gehalten haben, immer wieder auf. Wer ist vertrauenswürdig? Und vor allem: Wer ist der Täter?

Die Charaktere sind alles andere als klischeehaft. Die Autorin spielt mit den Erwartungen und lässt den Leser lange im Dunkeln tappen. Die Protagonisten sind vielschichtig, ihre Handlungen oft überraschend, was den Thriller noch packender macht. Ihr innerer Konflikt, gepaart mit der ständig wachsenden Gefahr, die sie umgibt, sorgt dafür, dass man mit ihnen fiebert.


Es ist der clevere Mix aus psychologischer Tiefe und rasanter Handlung, der das Buch so fesselnd macht. Hier geht es nicht nur um die Aufklärung eines Verbrechens, sondern um das Spiel mit der Angst und den Geheimnissen. Romy Hausmann versteht es, die psychologische Komponente mit echten, greifbaren Bedrohungen zu verbinden. Es gibt keine Langeweile, keinen Moment der Ruhe. Der Thriller ist ein wahrer Adrenalinkick, der immer wieder mit cleveren Wendungen überrascht und den Leser ständig auf Trab hält. Wer einen fesselnden, nervenaufreibenden Thriller sucht, der einem das Herz in die Hose rutschen lässt, ist hier genau richtig.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Eine Lüge, die süchtig macht!

Eine falsche Lüge – Wird es ihre letzte sein?
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Was. Für. Ein. Ritt!
„Eine falsche Lüge“ ist nicht einfach nur ein Thriller – es ist ein echtes Gedankenkarussell mit Hochgeschwindigkeitsmodus! Sophie Stava hat mich mit diesem Buch komplett abgeholt, ...

Was. Für. Ein. Ritt!
„Eine falsche Lüge“ ist nicht einfach nur ein Thriller – es ist ein echtes Gedankenkarussell mit Hochgeschwindigkeitsmodus! Sophie Stava hat mich mit diesem Buch komplett abgeholt, eingewickelt und am Ende sprachlos zurückgelassen.

Der Anfang? Täuschend ruhig. Man denkt, man weiß, worauf man sich einlässt. Und dann – zack! – zieht einem dieser Twist so was von den Boden unter den Füßen weg, dass man erstmal blinzeln muss: Moment mal, was?! Genau so liebe ich das! Unvorhersehbar, clever und richtig gut inszeniert.

Der Schreibstil? Lebendig, direkt, ein bisschen frech – genau mein Ding. Die Seiten fliegen nur so dahin, und plötzlich ist es 2 Uhr morgens und du sagst dir: „Nur noch ein Kapitel…“.

Und die Charaktere! Sloane ist keine klassische Heldin – sie ist clever, tricky und voller Widersprüche. Ich habe sie geliebt und gleichzeitig angezweifelt. Diese moralischen Grauzonen, dieses Spiel mit Identität und Wahrheit – grandios! Die Lockharts wirken auf den ersten Blick wie aus dem Bilderbuch, aber schnell merkt man: In diesem Buch trägt jeder eine Maske.
Kurz gesagt: Wer Lust auf Spannung mit Stil hat, auf Intrigen mit Tiefgang und auf Figuren, die einen auch nach dem Lesen noch beschäftigen – der sollte dieses Buch dringend auf den Lesestapel packen. Am besten ganz oben.

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