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Veröffentlicht am 22.01.2026

Zwei Außenseiter, ein Neuanfang: Wie Fürsorge zu Heilung führen kann

Der andere Arthur
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Liz Moores "Der andere Arthur" ist ein tiefgründiger, einfühlsamer Roman, der auf faszinierende Weise zeigt, wie in der Fürsorge für andere die eigene Rettung liegen kann. Die Autorin lässt zwei Außenseiter ...

Liz Moores "Der andere Arthur" ist ein tiefgründiger, einfühlsamer Roman, der auf faszinierende Weise zeigt, wie in der Fürsorge für andere die eigene Rettung liegen kann. Die Autorin lässt zwei Außenseiter zu Helden werden und erzählt auf feinsinnige Weise von zerbrochenen Lebensentwürfen, wahrer Freundschaft und unerwarteten Neuanfängen.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Arthur Opp, ein ehemals erfolgreicher Literaturprofessor, der mittlerweile mit 250 Kilo und einer jahrelangen Isolation in seinem Haus lebt, und der siebzehnjährige Kel, der in einem nahegelegenen Vorort lebt und sich mit der Sorge um seine kranke Mutter und der Angst um seine Zukunft herumschlägt. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein: Der eine hat sich in seine physischen und emotionalen Barrieren zurückgezogen, während der andere mit den Herausforderungen des Erwachsenwerdens und seiner familiären Verantwortung kämpft. Doch trotz dieser Unterschiede verbindet sie eine tiefe Einsamkeit, die sie auf unterschiedliche, aber letztlich ähnliche Weise prägt.

Die Begegnung der beiden Protagonisten entfaltet sich, als Kels Mutter nach Jahren des Schweigens mit einem verzweifelten Hilferuf an Arthur herantritt. Moore webt eine Geschichte, die nicht nur alte Wunden aufreißt, sondern auch neue Chancen eröffnet. Der Roman zeigt eindrucksvoll, dass sich in der Verantwortung für andere Menschen oft ein Weg zur eigenen Heilung finden kann.
Der Schreibstil von Moore ist zugleich präzise und poetisch, sie schafft es, die inneren Konflikte der Figuren auf eine Weise zu schildern, die den Leser tief berührt. Arthur und Kel sind keine klassischen Helden, sie sind gebrochene, komplexe Menschen, die mit ihren eigenen Dämonen kämpfen. Doch gerade in ihrer Verletzlichkeit und Unvollkommenheit liegt die wahre Stärke des Romans.

"Der andere Arthur" ist ein feinfühliger und kraftvoller Roman über die Möglichkeit von Veränderung, die Heilkraft von Beziehungen und die unvorhersehbaren Wege des Lebens. Moore gelingt es, mit einem klaren Blick auf das Leben der "Außenseiter" zu zeigen, dass es niemals zu spät ist, neue Verbindungen zu schaffen und Verantwortung für das eigene Leben und das Leben anderer zu übernehmen. Ein absolutes Highlight!

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Lichtblicke und Schatten

Tage des Lichts
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"Tage des Lichts" ist ein ruhiger, literarischer Roman, der das Leben seiner Protagonistin in sechs ausgewählten Tagen umspannt. Beginnend im England des Jahres 1938 begleitet man die junge Ivy an einem ...

"Tage des Lichts" ist ein ruhiger, literarischer Roman, der das Leben seiner Protagonistin in sechs ausgewählten Tagen umspannt. Beginnend im England des Jahres 1938 begleitet man die junge Ivy an einem scheinbar gewöhnlichen Ostersonntag, der sich als prägend für ihr weiteres Leben erweist. Jahre später führt eine unerwartete Begegnung dazu, dass Erinnerungen, Entscheidungen und unausgesprochene Gefühle erneut an die Oberfläche treten.

Megan Hunter erzählt diese Geschichte mit einer sehr bildhaften, poetischen Sprache. Atmosphären, Landschaften und innere Zustände werden fein und sensibel beschrieben, sodass weniger die Handlung als vielmehr die Stimmung im Vordergrund steht. Die fragmentarische Erzählweise verleiht dem Roman Tiefe und Eleganz, verlangt aber auch Aufmerksamkeit und Geduld – nicht jede Szene entfaltet sofort ihre Wirkung.

Ivy ist eine zurückhaltende, beobachtende Figur, deren innere Zerrissenheit eher zwischen den Zeilen spürbar wird als in klaren Worten. Gerade das wirkt authentisch, kann aber auch dazu führen, dass man ihr emotional nicht durchgehend nahekommt. Der Roman lebt von Zwischentönen, Erinnerungen und leisen Momenten, weniger von dramatischen Wendungen.

Insgesamt ist es eine stimmungsvolle, nachdenkliche Lektüre, die lange nachhallt. Kein Buch für schnelle Spannung, sondern für Leser*innen, die literarische Ruhe, sprachliche Feinheit und emotionale Tiefe schätzen.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Zwischen Obsession und Wahrheit – ein düsterer Tauchgang

Tödliche Tiefen
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"Tödliche Tiefen" von John Marrs ist ein eindringlicher Thriller, der von der ersten Seite an eine dichte, fast greifbare Atmosphäre aufbaut. Die Geschichte zieht nicht durch reißerische Action in ihren ...

"Tödliche Tiefen" von John Marrs ist ein eindringlicher Thriller, der von der ersten Seite an eine dichte, fast greifbare Atmosphäre aufbaut. Die Geschichte zieht nicht durch reißerische Action in ihren Bann, sondern durch psychologische Spannung, emotionale Tiefe und das stetige Gefühl, dass sich hinter jeder Erinnerung etwas Dunkles verbirgt.

Im Mittelpunkt steht Damon, dessen Leben nach einer Nahtoderfahrung im Meer eine dramatische Wendung nimmt. Die Bilder eines unbekannten toten Jungen lassen ihn nicht mehr los und entwickeln sich zu einer Obsession, die ihn zwingt, sich mit seiner eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Diese innere Reise ist intensiv, stellenweise beklemmend und gleichzeitig unglaublich fesselnd, weil sie so menschlich und nachvollziehbar erzählt wird.

John Marrs versteht es hervorragend, innere Zerrissenheit und unterschwellige Bedrohung miteinander zu verweben. Die Spannung entsteht leise, aber konstant, wächst von Kapitel zu Kapitel und entfaltet ihre Wirkung vor allem im Kopf. Besonders gelungen ist dabei, wie Erinnerungen, Schuld und Wahrheit ineinandergreifen und immer neue Fragen aufwerfen.

Auch ohne permanenten Nervenkitzel bleibt die Geschichte durchgehend packend. Der Thriller fordert Aufmerksamkeit, belohnt sie aber mit einer starken Atmosphäre, glaubwürdigen Figuren und einer Handlung, die überrascht, ohne überladen zu wirken.

"Tödliche Tiefen" ist ein intensiver, atmosphärischer Thriller, der zeigt, wie wirkungsvoll psychologische Spannung sein kann.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Mitternachts-Mystery zwischen Erinnerung und Albtraum

Middle of the night
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"Middle of the Night" von Riley Sager ist ein psychologisch geprägter Thriller, der sich bewusst Zeit nimmt und seine Wirkung vor allem über Atmosphäre und innere Spannung entfaltet. Im Mittelpunkt steht ...

"Middle of the Night" von Riley Sager ist ein psychologisch geprägter Thriller, der sich bewusst Zeit nimmt und seine Wirkung vor allem über Atmosphäre und innere Spannung entfaltet. Im Mittelpunkt steht Ethan Marsh, der Jahrzehnte nach dem rätselhaften Verschwinden seines besten Freundes in seine alte Nachbarschaft zurückkehrt. Die Vergangenheit ist allgegenwärtig – in Erinnerungen, unausgesprochenen Schuldgefühlen und in seltsamen nächtlichen Beobachtungen, die den Schlaf rauben.

Die Geschichte lebt weniger von rasanten Wendungen als von einer stetig wachsenden Unruhe. Die ruhige Vorstadt, die einst Sicherheit versprach, wirkt plötzlich beklemmend und voller Lücken. Riley Sager spielt geschickt mit der Frage, wie verlässlich Erinnerungen sind und ob die Grenze zwischen Realität und Einbildung verschwimmt. Genau dieser schwebende Zustand sorgt für eine konstante, unterschwellige Spannung.

Die Figuren wirken glaubwürdig und menschlich, allen voran Ethan, dessen innere Zerrissenheit gut nachvollziehbar ist. Allerdings verlangt der Erzählstil Geduld: Manche Passagen ziehen sich etwas, und nicht jede Entwicklung überrascht. Wer einen actionreichen Thriller erwartet, könnte enttäuscht sein.

Wer sich jedoch auf eine ruhigere, psychologisch dichte Geschichte einlässt, bekommt einen stimmungsvollen Thriller, der nachhallt und mehr auf Atmosphäre als auf Effekte setzt. "Middle of the Night" ist damit kein lauter Pageturner, sondern ein leises, dunkles Gedankenspiel für lange Abende.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Suite 11: Geheimnisse hinter eleganten Fassaden

The Woman in Suite 11
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"The Woman in Suite 11" entführt in ein luxuriöses Hotel in der Schweiz und setzt auf eine elegante, leicht beklemmende Atmosphäre, wie man sie von Ruth Ware kennt. Im Mittelpunkt steht erneut Lo Blacklock, ...

"The Woman in Suite 11" entführt in ein luxuriöses Hotel in der Schweiz und setzt auf eine elegante, leicht beklemmende Atmosphäre, wie man sie von Ruth Ware kennt. Im Mittelpunkt steht erneut Lo Blacklock, die versucht, beruflich und persönlich einen Neuanfang zu wagen. Doch aus einer scheinbar harmlosen Recherche entwickelt sich schnell eine Geschichte voller Misstrauen, Andeutungen und unterschwelliger Bedrohung.

Die Stärke des Romans liegt klar in seiner Stimmung. Die abgeschiedene Kulisse, der Kontrast zwischen äußerem Luxus und innerer Unsicherheit sowie die psychologische Perspektive der Hauptfigur erzeugen eine leise, konstante Spannung. Lo wirkt verletzlich und menschlich, was sie weiterhin zu einer glaubwürdigen Erzählerin macht – auch wenn man ihr Zögern und Grübeln nicht immer geduldig folgt.

Allerdings bleibt die Handlung insgesamt eher zurückhaltend. Der Spannungsbogen baut sich langsam auf und setzt mehr auf Atmosphäre als auf überraschende Wendungen. Einige Entwicklungen sind absehbar, und der große Wow-Moment bleibt aus. Gerade Leserinnen und Leser, die einen temporeichen Thriller erwarten, könnten das als zu ruhig empfinden.

Trotzdem ist "The Woman in Suite 11" ein solides, gut geschriebenes Buch, das Fans von psychologischen Thrillern mit Fokus auf Figuren und Stimmung zufriedenstellen dürfte. Kein Highlight im Werk der Autorin, aber eine ordentliche, angenehm zu lesende Geschichte für zwischendurch.

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