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Nilchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.03.2019

Was gefunden ist, gehört auch mir?

Goldschatz
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Eine alte Tante stirbt, was macht man mit dem alten Bauernhaus? Man lässt der Tochter ihren Willen, die eine Studenten-WG in der Bruchbude einrichten will…es gibt noch einen alten kauzigen Nachbarn und ...

Eine alte Tante stirbt, was macht man mit dem alten Bauernhaus? Man lässt der Tochter ihren Willen, die eine Studenten-WG in der Bruchbude einrichten will…es gibt noch einen alten kauzigen Nachbarn und eine Goldschatz. Was braucht man mehr für eine schwarze Komödie!
Ich habe schon einige von Ingrid Nolls Romanen gelesen. Ihre ganz besondere Art ist es die Charaktere erst sehr naiv und unschuldig wirken zu lassen und dann passiert etwas und das „Böse“ kommt zum Vorschein. Die Figuren haben dann immer gute Gründe, warum das alles gar nicht so schlimm oder schlecht ist, was sie tun (müssen). Und eine ganz besondere Spezialität von Ingrid Noll ist der große Paukenschlag zum Schluss – ein Ätschibätsch und es kam dann doch anders als vermutet. Beim ‚Goldschatz‘ waren die Figuren wieder wunderbar ausgestaltet und man konnte sie beim Lesen förmlich wie ein Mäuschen unter dem Tisch fühlen und sich ab und an diebisch freuen. Sehr realistisch! Leider blieb der ultimative Twist am Schluss aus. Sonst waren die Enden bei Ingrid Noll meist boshafter.
Nichtsdestotrotz habe ich mich bestens unterhalten gefühlt beim Lesen, vor allem weil Ingrid Noll sprachlich die perfekte Mitte trifft zwischen einfach plätschernd und wohlformuliert. Es ist ein Pageturner der einem zum Schmunzeln bringt. Da treffen wieder die kuriosesten Personen aufeinander und es muss natürlich Reibung geben, sonst keine Unterhaltung für uns Leser*innen.

Fazit: Leichte nette Lektüre! Ich habe es in kürzester Zeit weggelesen.

Veröffentlicht am 17.03.2019

Anwärter ein Klassiker zu werden!

Rodrigo Raubein und Knirps, sein Knappe
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Ein neues Buch von Michael Ende! Wie kann das sein? Im Nachlass gab es ein begonnenes Buch, die ersten 3 Kapitel existierten schon. Nun hat Wieland Freund es zu Ende geschrieben.

Was für eine tolle Idee ...

Ein neues Buch von Michael Ende! Wie kann das sein? Im Nachlass gab es ein begonnenes Buch, die ersten 3 Kapitel existierten schon. Nun hat Wieland Freund es zu Ende geschrieben.

Was für eine tolle Idee und aus unserer Sicht ist gelungen! Beim Vorlesen habe ich kaum den Bruch in der Sprache wahrgenommen, natürlich weiß man welche Kapitel von Michael Ende sind und welche von Wieland Freund, aber es passt!

„Rodrigo Raubein und Knirps, sein Knappe“ ist eine märchenhafte Erzählung in der es alle Elemente gibt einer klassisch mystischen und spannenden Geschichte des Mittelalters. Wir treffen eine Prinzessin, einen Raubritter, einen Zauberer und einen Drachen. Was will man mehr?

Knirps, der Sohn von Puppenspielern reißt aus und will Raubritter werden durch eine Lehre beim bekannte Rodrigo Raubein. Dieser Raubritter täuscht alle über seine eignen Ängste und Unsicherheiten hinweg und treibt Knirps in eine Mutprobe. Wunderbar wie die Brücke von dieser Geschichte zu den Puppen der Puppenspieler geschlagen wird. Knirps der so gerne die Abenteuer erleben will, die seine Eltern spielen, ist nun mittendrin und beweist Mut und Stärke.

Sprachlich toll erzählt, weder zu ausschweifend, aber mit einem nötigen Detailgrad um die Stimmung und das Ambiente rüber zu bringen, lesen wir uns hier herrlich durch die Abenteuer von Knirps. Meine Altersempfehlung liegt bei mindestens 6 Jahren (wie vom Verlag angegeben), ein Buch das sich sehr gut in der Grundschulzeit vorlesen lässt und noch spannend ist selbst in der 4. Klasse zu lesen! Definitiv sollten empfindliche Kinder das Buch nicht all zu früh hören/lesen, da es verschrecken könnte durch gruselige Elemente. Das Ausreißen gleich zu Beginn und die Täuschungen des Raubritters können zarte Gemüter irritieren.

Erwähnenswert sind auch die super tollen Illustrationen, von denen es einige im Buch gibt. Regina Kehn schafft es die Stimmung auf den Bildern zu illustrieren, man könnte fast glauben auch diese seien aus einer anderen Zeit. Sehr sehr gelungen.

Fazit: Ich würde mich nicht wundern, wenn dieses Buch bei meinen Kindern, wenn sie mal groß sind zum „Klassiker-Kanon“ zählt! Und auch wenn die Geschichte weit weg ist von der alltäglichen Kindheit unserer eigenen Zwerge, oder gerade deshalb (!), lieben es meine Kinder sich vorzustellen selbst der mutige Knirps zu sein.

Veröffentlicht am 12.03.2019

Zu viel an philosophische Tiefe in dieser Fabel

Liebende
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Könnt ihr euch noch an die Romane des Franzosen Francois Lelord erinnern? Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück. Dann folgte Hector und die Geheimnisse der Liebe und viele andere. Und nun kommt, ...

Könnt ihr euch noch an die Romane des Franzosen Francois Lelord erinnern? Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück. Dann folgte Hector und die Geheimnisse der Liebe und viele andere. Und nun kommt, wie es schon im Untertitel so schön heißt, „Eine poetische Fabel über die unermessliche Kraft verbundener Herzen“ mit ‚Liebende‘ von Jeon Ho-seung. Beim Lesen dieser poetischen Fabel wurde ich stark an die Hektor-Romane erinnert. ‚Liebende‘ ist ein Bestseller in Südkorea, der sich schon seit 2005 über 2 Millionen Mal verkauft hat und in der 32. Auflage ist!
Interessant zu diesem Bändchen zu wissen ist, dass der Text nicht aus dem koreanischen ins Deutsche direkt übersetzt wurde, sondern einen Umweg genommen hat, es ist aus dem Englischen von Bernhard Kleinschmidt übertragen worden.
Auch die sehr asiatisch anmutenden Tuschezeichnungen sind nicht aus dem Original, diese hat die Deutsche Illustratorin Gisela Goppel beigetragen.
Es geht um einen Fisch, der als Windspiel am Dach eines buddhistischen Tempels hängt. Ihm ist es nicht genug dort zu hängen und die Liebe seines Kompagnons ist ihm auch nicht genug. Die Geschichte und die philosophischen Einsichten nehmen ihren Lauf. In sehr poetischer Sprache werden phantasievoll die philosophischen Fragen der Liebe erörtert. Etwas vorauf man sich einlassen können muss, sonst funktioniert dieses Buch nicht. Eine starke Auseinandersetzung mit der eigenen Einstellung über den liebessuchenden Fisch.
Mir persönlich war es etwas zu viel an philosophische Tiefe in dieser Fabel. Demütig sein, wer nicht gibt, der nicht bekommt und ohne Tod kein Leben.

Veröffentlicht am 12.03.2019

Lasse ist unterwegs!

Lasse im Ferienfieber
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Ach, was haben wir uns gefreut zu erfahren, dass Lasse in die dritte Runde geht!

Nach ‚Lasse in der ersten Klasse‘ (Band 1) und ‚Lasse feiert Geburtstag‘ (Band 2) kommt nun ‚Lasse im Ferienfieber‘ (Band ...

Ach, was haben wir uns gefreut zu erfahren, dass Lasse in die dritte Runde geht!

Nach ‚Lasse in der ersten Klasse‘ (Band 1) und ‚Lasse feiert Geburtstag‘ (Band 2) kommt nun ‚Lasse im Ferienfieber‘ (Band 3). Und auch dieser dritte Band ist herrlich gut wie die anderen beiden.

Schon die Überschrift ergab die erste Frage bei uns: Was bitte ist Ferienfieber? Schmunzel.

Lasse fährt mit seinen Eltern und seiner besten Freundin Rike in die Ferien auf einen Bauernhof nach Holland. Da gibt es viel zu entdecken!

Toll an dem Setting finde ich, dass Rike wieder sehr vorlaut ist und viele Flausen im Kopf hat und der liebe Lasse eher schüchtern und ruhig. Ja, Jungs können auch mal leise und zart besaitet sein. Toll!

Illustrationen sind wie immer auch gelungen von Anne-Kathrin Behl. Das Buch hat genau die richtige Menge an Zeichnungen!

Der Text von Sarah Welk ist auf Erstleser ausgerichtet. Einfacher Satzbau, übersichtlich große Schrift. Sehr toll.

Aber auch zum Vorlesen, wie bei uns, geeignet, ab ca. 5 Jahren. Nicht zu aufregend und trotzdem eine super Geschichte.

Beim Vorlesen braucht man auch keine Sorge, dass es sich bei Lasse um ein Schulkind handelt. Die Geschichten sind leicht nachvollziehbar und nehmen den Vorschülern vielleicht auch ein wenig die Angst vor dem unbekannten Wechsel in die Schule (gilt natürlich eher für Band 1)!

Fazit: Wer Lasse noch nicht kennt, sollte sich einen zulegen, alle 3 Bände haben uns SEHR gefallen!

Veröffentlicht am 03.03.2019

Grandioser Vorlesespaß ab 5 Jahren.

Drei Helden für Mathilda
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Wo ist Mathilda nur hin???
Drei Kuscheltiere wachen im Bett der kleinen Mathilda auf und wundern sich wo ihre geliebte Mathilda ist. Große Sorgen machen sich breit und die „Drei Helden für Mathilda“ machen ...

Wo ist Mathilda nur hin???
Drei Kuscheltiere wachen im Bett der kleinen Mathilda auf und wundern sich wo ihre geliebte Mathilda ist. Große Sorgen machen sich breit und die „Drei Helden für Mathilda“ machen sich auf in ein Abenteuer das Mädchen zu finden.
Es ist ein wunderbares Vorlesebuch für Vorschüler. Eine spannende Geschichte, die aber nicht zu gruselig ist. Die drei sind wirklich knuddelige Kuscheltiere, die man sehr gerne begleitet. Und wo Mathilda ist – na, das findet mal selber heraus, aber eine niedliche Auflösung.
Geschrieben hat Oliver Scherz dieses nette Buch auf eine sehr angenehme Weise, es lässt sich gut vorlesen. Mir hat die Sprache besonders gut gefallen. Satzbau, Vokabular, wörtliche Rede – gelungen! Oliver Scherz tritt aus unserer Sicht in die Fußstapfen der ganz großen deutschen Kinderliteraten. Schon Ben und der Schabalu haben uns sehr gefallen.
Und was dieses Buh auch so gelungen macht, ist die Illustrierung! Denn Vorschüler lauschen schon sehr gerne komplexen Geschichten, aber es muss auch Bilder geben und die gibt es in dieser Geschchte ausreichend! Sehr gelungen, denn auch Daniel Napp gehört zu unseren liebsten in der Branche, man denke nur an den tollen Dr. Brumm!
Natürlich nicht nur zum Vorlesen gut, auch wer selbst zu lesen beginnt, kann hier gefallen finden. Allerdings keine Erstleserschrift.
Fazit: Zwei Stars der Branche Oliver Scherz und Daniel Napp haben hier ein wunderbares Vorlesebuch geschaffen – Potential für die Bestellerliste in 2019!