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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.08.2019

Kleine Kunstwerke

Der lange Weg zu dir
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Auch als Erwachsene haben mich die etwa 40 Seiten dieses Kinderbuches tief berührt.

Ein Tier zu verlieren, das ist für mich eines der schlimmsten Ereignisse, die mir widerfahren können. Und dennoch in ...

Auch als Erwachsene haben mich die etwa 40 Seiten dieses Kinderbuches tief berührt.

Ein Tier zu verlieren, das ist für mich eines der schlimmsten Ereignisse, die mir widerfahren können. Und dennoch in der Regel irgendwann unvermeidlich.

So geht es auch Adam, dessen alter Hund stirbt. Es verlässt ihn jeder Lebensmut. Auf der anderen Seite des Meeres leben die kleine Sonia und ihre Katze Mitzi, die sich mühsam durchschlagen müssen. Doch Mitzi spürt instinktiv, dass sie gebraucht werden und so machen sich beide auf die gefahrvolle Reise zu Adam.

Die in dunklen Farben gehaltenen Illustrationen sind wirklich kleine Kunstwerke und ergänzen den Text perfekt.
Auf kindgerechte Weise wird hier versucht, das eigentlich immer wieder Unbegreifbare erfassbar zu machen. Ein Buch über tiefe Trauer, Freundschaft und darüber, die Kraft für einen Neubeginn zu finden.

Veröffentlicht am 18.08.2019

Zauberdrache

Silberdrache (Silberdrache 1)
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Ich liebe Drachen und Jugendbücher. Daher komme ich an dieser Kombination auch als Erwachsene nicht vorbei. Hinzu kommt noch das wunderhübsche blaue Cover.

Das Mädchen Sirin bildet die Rahmenhandlung. ...

Ich liebe Drachen und Jugendbücher. Daher komme ich an dieser Kombination auch als Erwachsene nicht vorbei. Hinzu kommt noch das wunderhübsche blaue Cover.

Das Mädchen Sirin bildet die Rahmenhandlung. In ihrer Welt sind Drachen und ihre menschlichen Reiter nur noch Legende. Darum fällt es Sirin umso schwerer an Wunder zu glauben, als ihre Mutter ernsthaft erkrankt. Die Erzählung über diese Parallelwelt hat mir mit ihren philosophischen Anklängen über Hoffnung angesichts von Schicksalsschlägen gut gefallen. Andererseits blieb sie aber durch ihre Kürze etwas blass.

Der Hauptfokus liegt dagegen beim Handlungsstrang um Joss und seine Schwester. Sie wachsen in einer weiteren Parallelwelt als Waisen bei einer bösen Pflegefamilie auf. In ihrer Welt existieren mit den Raptoren auch bösartige und gefährliche Drachenverwandte, die Raptoren. Als Joss ein Drachenei vor die Füße rollt, ist das zwar nicht sehr innovativ, macht aber trotzdem Spaß. Denn aus diesem schlüpft der Silberdrache Lysander.
Die Handlung ist reichhaltig und wird sicher noch für Folgebände genügen.Ich werde der Geschichte weiter folgen. Auch wenn Joss mich nicht ganz überzeugen konnte, ist das Lysander gelungen.

Veröffentlicht am 18.08.2019

Sog des Verbrechens

Something in the Water – Im Sog des Verbrechens
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Mit dem Ende zu beginnen, kann manchmal ein raffinierter Kunstgriff sein. Und tatsächlich hat mich der Prolog, in dem Protagonistin Erin eine Leiche verscharrt, elektrisiert und in die Geschichte gesogen. ...

Mit dem Ende zu beginnen, kann manchmal ein raffinierter Kunstgriff sein. Und tatsächlich hat mich der Prolog, in dem Protagonistin Erin eine Leiche verscharrt, elektrisiert und in die Geschichte gesogen. Es blieb auch noch genügend Spannung übrig. Wie kam es zu der Tat und hat tatsächlich Erin sie verübt?

Zurück auf Anfang: Erin und ihr Mann flittern auf Bora Bora, obwohl sie knapp bei Kasse sind. Die Versuchung ist daher groß, als sie beim Tauchen eine Tasche mit wertvollem Inhalt finden.

Eine falsche Entscheidung führt zur nächsten. Die zu Beginn sehr naiv wirkende Erin wächst immer mehr über sich hinaus und entwickelt handfeste kriminelle Fähigkeiten. Dies wurde für mich nicht immer plausibel erzählt. Auch der Spannungsbogen konnte nicht durchweg gehalten werden und mündet schließlich in einem etwas unrunden Ende.

Solide Thrillerkost mit hervorstechendem Cover, die mich aber nicht zum Nägelkauen verführte.

Veröffentlicht am 15.08.2019

Mitternachtssonne

The Hurting
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Was für ein ungewöhnliches Buch! Eine Achterbahn der Gefühle mit überraschenden Wendungen vor kalter nordischer Kulisse.

Nell, ihre Schwester Harper und ihr fast fanatisch religiöser, trunksüchtiger ...

Was für ein ungewöhnliches Buch! Eine Achterbahn der Gefühle mit überraschenden Wendungen vor kalter nordischer Kulisse.

Nell, ihre Schwester Harper und ihr fast fanatisch religiöser, trunksüchtiger Vater sind nach Norwegen gezogen, um der krebskranken Harper innovative Therapien zu ermöglichen. Nells Leben ist trostlos und bestimmt durch die Pflege ihrer undankbaren Schwester.

Als sie auf den wirklich ungewöhnlichen und geheimnisumwitterten Lukas trifft, der ihr seine volle Aufmerksamkeit widmet, ist es daher schnell um sie geschehen. Mit Lukas ist der Autorin ein undurchschaubarer, ambivalenter Charakter gelungen, der zugleich abstößt und fasziniert. Denn hinter Lukas' Interesse für Nell steckt mehr, als ich lange Zeit vermutet habe. Als Vielleserin bin ich nicht mehr leicht zu überraschen, doch hier gelang es mehrmals. Es entfaltete sich ein wahres Tableau aus dem Kampf für die schützenswerte Natur, menschlichen Abgründen und Familiengeheimnissen. Das hat bei mir ein gewisses Verständnis auch für dunklere Motive geweckt und dem Buch eine lobenswerte Tiefgründigkeit verliehen. Wie weit Nell bereit ist, für Lucas zu gehen und was sich daraus entwickelt, sollte man wirklich selbst gelesen haben.

Veröffentlicht am 11.08.2019

Nichts ist okay

Alles okay
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Schade, dass dieser bewegende Roman nicht länger dauerte. Dann hätte es sicher für die volle Punktzahl gereicht. Auch wenn ich ihn innerhalb weniger Stunden fertig gelesen hatte, wirkte seine schwermütige ...

Schade, dass dieser bewegende Roman nicht länger dauerte. Dann hätte es sicher für die volle Punktzahl gereicht. Auch wenn ich ihn innerhalb weniger Stunden fertig gelesen hatte, wirkte seine schwermütige Stimmung doch eine ganze Weile nach.

Marin ist allein im Internat. Alle anderen sind über die Weihnachtstage nach Hause gefahren. Doch Marin scheint nichts zu haben, wohin sie zurückkehren könnte. Und dass sich ihre beste Freundin Nabel zu Besuch angesagt hat, scheint auch nicht ihrem Wunsch zu entsprechen. Marin wirkt wie auf der Flucht. Doch was hat sie zurückgelassen?

Mit einfacher, aber poetischer Sprache und dennoch großer Sogwirkung erzählt die Autorin eine Coming of Age Story der besonderen Art. Wieder einmal ein kleines Highlight aus dem Hanser Verlag, mit dem ich eigentlich noch nie falsch gelegen habe.