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Veröffentlicht am 03.04.2026

Oma Resis Lächeln

Die Totenklägerin
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Ein wirklich spannender Krimi der einen packt und nicht mehr loslässt.

Besonders gefallen hat mir in diesem Zusammenhang die Figuren. Alle Figuren hatten ihre Ecken und Kanten.

Matilda, die sich als ...

Ein wirklich spannender Krimi der einen packt und nicht mehr loslässt.

Besonders gefallen hat mir in diesem Zusammenhang die Figuren. Alle Figuren hatten ihre Ecken und Kanten.

Matilda, die sich als Trauerrednerin verdient und versucht in ihren Zwiegespräch mit den Verstorbenen etwas gerade zu rücken und damit etwas in Bewegung zu bringen, fand ich wirklich gelungen. Zumal sie eine ganz eigene und schwierige Vergangenheit vorzuweisen hat. Das sie als nervig empfunden wird kann ich gut nachvollziehen. Aber sie ist auch wirklich Cool und eine taffe Persönlichkeit, von der ich wirklich gerne weiter etwas lesen würde.

Womit wir auch schon bei Jacki sind, die die ganze Geschichte eigentlich ins Rollen bringt, weil ihr der plötzlich Tot der Oma Resie so seltsam vorkam. Ob sie damit Recht hat verrate ich hier nicht.
Jacki kommt aus ärmlichen Verhältnissen, einer Mutter die kaum zu hause ist, weil sie als Alleinerziehende für alles aufkommen muss. Somit ist Jacki schon in jungen Jahren nicht nur sehr selbstständig sondern auch relativ abgebrüht. Immer die Angst im Nacken, wenn sie zuviel Kosten auf dem Gymnasium verursacht dieses wieder verlassen zu müssen. Und das obwohl sie wirklich was auf dem Kasten hat.

Jacki nimmt also all ihren Mut zusammen und engagiert Matilda, nicht zuletzt wegen Rufs der ihr vorauseilt. Doch ihre Zusammenarbeit ist alles andere als reibungslos. Es knirscht häufig zwischen den beiden.

Doch je mehr Matilda in die Vergangenheit von Oma Resi eindringt desto mysteriöser wird ihr Tod. Und sie macht ihren Ruf als taffe und nervige Person wirklich alle Ehre. Sie geht den Verwandten richtig auf den Geist, legt sich mit Ihnen an. Und macht das was Ihr Job ist.

In diesem Roman wird ein wirklich wichtiges Thema behandelt, das in der breiten Öffentlichkeit und Politik eher wenig Beachtung geschenkt wird.

Fazit: Ein wirklich gelungener und spannender Krimi und absolut lesenswert.

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Aufwachsen im goldenen Käfig

Trag das Feuer weiter
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In diesem Roman wird die Familiengeschichte der Protagonistin erzählt.

In einem armen Land wächst sie zusammen mit ihrer Schwester nicht nur in einer privilegierten Familie auf sondern auch in einer Art ...

In diesem Roman wird die Familiengeschichte der Protagonistin erzählt.

In einem armen Land wächst sie zusammen mit ihrer Schwester nicht nur in einer privilegierten Familie auf sondern auch in einer Art goldenen Käfig. Die Armut der anderen Menschen und ihre Sorgen und Nöte bekommt sie wenn überhaupt nur am Rande mit. Sie wächst wohl behütet auf. Besucht eine der besten Schulen. Wird dadurch auch mit westlichen Werten sozialisiert.

Durch ihre Orientierung ist sie gezwungen sich zu verstellen. Was teils groteske Züge annimmt und sie charakterlich für mich eher unsympathisch macht. Sie stellt sich extrem fordernd und aneignend da. Zudem in vielen Fällen auch sehr über griffig.

Mit ihrem Verhalten als Kind und Jugendliche hatte ich teils erhebliche Problem. Aber Rückblickend kann man dies schlicht und einfach damit erklären, dass die Eltern beide ihrer Erziehungsarbeit nicht wirklich nachgekommen sind.

Das eigentliche Ziel die Familiengeschichte respektive die Figur ihres Vaters schärfer zu zeichnen, mehr über ihn zu erfahren, wird verfehlt. Grund hierfür ist der Vater selbst, der seine eigene Vergangenheit verleugnet und abgestreift hat. Das wenige was man über ihn erfährt ist jedoch bemerkenswert. Zum einen scheint er aus sehr ärmlichen Verhältnissen zu stammen. Hat sich bis ganz nach oben in einer Bank gearbeitet und dafür den Kontakt zu seiner Familie rigoros abgebrochen. Auch integer, weitblickend und Zukunftsgewand war er.

Durch all diese Privilegien hatte die beiden Schwestern die Möglichkeit ihre Zukunft in Europa zu finden und sich dort zu integrieren. Gerade noch rechtzeitig genug bevor ihr eigentliches Heimatland kollabierte und ihre Familie in Ungnade fiel.

Fazit: Ein wirklich interessanter Roman, der es dem Leser ermöglicht in einen anderen Kulturkreis einzutauchen und einer Familiengeschichte nachzuspüren. Auch wenn die Protagonistin eher unsympathisch ist, ist der Roman absolut lesenswert.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Perspektivwechsel

Gelbe Monster
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In den meisten Romanen, die das Thema häusliche Gewalt behandeln, sind die Täter männlich besetzt. Dieser Roman bricht mit diesem Klischee und berichtet aus der Sicht eines Täters aber aus der weibliches ...

In den meisten Romanen, die das Thema häusliche Gewalt behandeln, sind die Täter männlich besetzt. Dieser Roman bricht mit diesem Klischee und berichtet aus der Sicht eines Täters aber aus der weibliches Perspektive herhaus.

Auffällig ist das die Protagonistin nicht nur eine vollkommen verzehrte Selbstwahrnehmung hat sondern grundsätzlich uneinsichtig in Bezug auf ihre Probleme ist. Sie nimmt wahr das alle sehr vorsichtig sind in ihrer Umgebung sind. Nur ist es nicht Vorsicht sondern schlicht und einfach Angst.

Die Protagonistin hält sich selbst für hässlich, dumm und überhaupt nicht attraktiv. Die Wahrheit ist sie ist hochintelligent, studiert Mathematik. Ist nicht nur hübsch und attraktiv sondern in der Kindheit auch traumatisiert worden, durch die Misshandlung eines Elternteil.

Nein dies soll stellt keine Entschuldigung oder Rechtfertigung für ihr Verhalten anderer Menschen gegenüber dar, vervollständigt aber das Bild von ihr.

Durch diese Vorgeschichte hat sie eine extrem kurze Zündschnur. Sie findet für jede ihrer Übergriffe eine Rechtfertigung. Vom Unrecht das sie begeht, dass sie Unrecht tut, dass sie ihre Mitmenschen, Freunde, Freund tyrannisiert, sie manipuliert, sie unterwirft, den Eigenen Willen und ihre Freiräume nicht akzeptiert nimmt sie nicht wahr.

Alles dreht sich um sie. Selbst ein Antiaggressionstraining und Therapie macht sie nur weil ihre längste Freundin ihr die Pistole auf die Brust setzt.

Im Rahmen dieses Training muss sie sich sich selbst stellen, ihren gewalttätigen Ausbruch nicht nur stellen sondern aufarbeiten. Als Leser ist man dabei an ihrer Seite. Ich persönlich wurde immer wütender auf die Protagonistin, da sie ihre Probleme immer bagatellisierte und herunterspielte. Immer aber auch wirklich immer fand sie eine Rechtfertigung, immer haben alle anderen Schuld nur sie nicht.

Das Cover ist einfach ein richtiger Blickfang und passt perfekt zum Buch.

Fazit: Ein wirklich gelungener Roman der sich mit häuslicher Gewalt beschäftigt, die von Frauen ausgeht. Dabei wird explizit dargestellt wie schnell eine Situation eskalieren kann und wie eingeschüchtert das Umfeld der Täterin ist. Lesenswerter Roman

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Veröffentlicht am 10.02.2026

häusliche Gewalt

This Story Might Save Your Life
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Dieser Thriller mit seinem Cover, das übrigens perfekt zur Story passt und der pinke Farbschnitt sind schon ein richtiger Blickfang.

Auch wenn man am Anfang von der Fülle der Personen etwas überfordert ...

Dieser Thriller mit seinem Cover, das übrigens perfekt zur Story passt und der pinke Farbschnitt sind schon ein richtiger Blickfang.

Auch wenn man am Anfang von der Fülle der Personen etwas überfordert ist und schon eine kleine Weile benötigt diese für sich zu sortieren, gelingt es einen dann auch sie für sich einzuordnen.

Die Story ein Podcast Team das damit beschäftigt ist eine Sendung aufzunehmen, soweit nichts besonders auch das Thema unterscheidet sich augenscheinlich nicht groß von den vorangegangen. Doch hier täuscht der erste Blick. Es lohnt sich genauer hinzuschauen. Ein Blick hinter die Kulissen offenbart eine wahre Tragödie und ein Versuch dieser zu entkommen.

Opfer von häuslicher Gewalt verstecken und überdecken ihre Blessuren oft so gut, aus Scharm, aus Angst vor der öffentlichen Meinung. Wenn das Opfer zudem in einem engen Abhängigkeitsverhältnis mit dem Täter steckt, wird der Versuch des Ausbrechens aus dieser Hölle nicht nur riskant sondern oft auch lebensgefährlich.

Ich für meinen Teil hatte viel Spaß am Rätseln, nicht nur was passiert ist sondern auch ob der Exit für das Opfer möglich ist. Als problematisch fand ich allerdings das der Erzähler recht unzuverlässig war und erst nach und nach immer wieder kleine Fakten dazu kamen.
Gelungen fand ich auch das aus 2 Perspektiven und auf verschiedenen Zeitebenen erzählt wird, die auf einander zu laufen.

Fazit: Ein lesenswerter Thriller der einen nicht mehr loslässt und das Thema häusliche behandelt.

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Veröffentlicht am 31.12.2025

junge Serienkillerin

Das Beste sind die Augen
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Mit dem Schreibstil der Autorin konnte ich mich schnell anfreunden.

Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht ein junges Mädchen mit asiatischen Wurzeln, dessen Familiengeschichte mit etlichen Traumata belastet ...

Mit dem Schreibstil der Autorin konnte ich mich schnell anfreunden.

Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht ein junges Mädchen mit asiatischen Wurzeln, dessen Familiengeschichte mit etlichen Traumata belastet ist, die an die Nachkommen weiter gegeben werden.
Der Punkt wo aus einem fast normalen jungen Mädchen, eine Serienkillerin wird, ist schleichend und wird durch die familiären Umstände forciert. Hatte sie vorher nur eine leichte Tendenz ihren Mitmenschen oder Familienmitgliedern zu schaden, eskaliert dies als sich ihre Eltern trennen und recht schnell neue Partner finden.
Das ihre Mutter jedoch auf einen Betrüger herein fällt, der keine redlichen Absichten hat und zudem nicht nur rassistische sondern auch pädophile Tendenzen aufweist, wirkt bei dem Mädchen, das von ihm mit einer Nummer versehen wird, nicht nur entmenschlichend sondern auch eskalierend.
Denn ab diesen Zeitpunkt ist sie total auf blaue Augen fixiert. Und diesen Drang lebt sie auch aus. Auch wenn sie es anfänglich mit ihren Drogenkonsum begründet.
Den Schlenker den die Autorin dann jedoch vollzieht und diese Fixierung und auch die Morde mit einer Erkrankung zu rechtfertigen schlägt vollkommen fehl. Da nach dieser Behandlung das Töten nicht endet.

Auch wenn die Protagonistin in prekären Familienverhältnissen lebt, einen hohen Leistungsdruck unterworfen ist und zudem ständigen rassistischen Anfeindungen unterworfen ist, kann dies nicht alleine zusammen mit den familiären Traumata alleine dafür herhalten, das aus einem „normalen“ Mädchen eine Serienkillerin wird.

Das Ende war einfach nur dahin geschludert und wenig überzeugend ja geradezu enttäuschend.

Fazit: Wenn man sich mit diesem Buch auseinandersetzt muss man auch zwischen den Zeilen lesen und den Subtext erfassen. Ich hätte mir mehr erwartet und war von dem Ende schlichtweg enttäuscht.

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