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SophieH

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.02.2026

Der Preis für das Erwachsenwerden

Villa Rivolta
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Mailand 1979: Der dreizehnjährige Tonino findet in einer Baugrube vor dem Haus eine Wehrmachtspistole und nimmt sie am nächsten Tag mit in die Schule. Ehe er sich versieht ist er mit seiner Mutter Valeria ...

Mailand 1979: Der dreizehnjährige Tonino findet in einer Baugrube vor dem Haus eine Wehrmachtspistole und nimmt sie am nächsten Tag mit in die Schule. Ehe er sich versieht ist er mit seiner Mutter Valeria auf der Flucht vor der Polizei. Sie fliehen zu Piero, dem Kindheitsfreund ihrer Mutter. Was Tonino nicht ahnen kann: Mit dem Fund der Pistole stochert er in einem alten Familiengeheimnis herum. Auf dem Weg zu Piero erzählt die Mutter ihm von ihrer Kindheit in und um der Villa Rivolta, dem Elternhaus von Piero.

Bresso 1946: Die vierjährige Valeria zieht mit ihrer Mutter in die Villa Rivolta. Während ihre Mutter dort als Haushälterin arbeitet, ist Valeria sich selbst überlassen und freundet sich heimlich mit dem Sohn der Revoltas an, mit Piero. Beide Kinder verstehen sich von der ersten Minute an ohne Worte. Zwei Seelenverwandte haben sich gefunden. Während Piero aufgrund seiner Herkunft alles zufällt und er alles erreicht, was er möchte, muss Valeria um alles kämpfen. Doch einen Kampf kämpft Valeria vergebens: den Kampf um ihre große Liebe Piero. Piero heiratet Lele und Valeria trifft den faszinierenden Flavio und wird von ihm ungeplant schwanger. Wird Valeria mit Flavio glücklich werden? Oder wird sie Piero ewig nachtrauern? Ist es besser, nicht zu heiraten, weil man so befreundet bleiben kann?

In diesem tollen Buch steckt so viel: eine Familiengeschichte, eine (oder mehrere) Liebesgeschichten, die Geschichte Italiens mit seinem nationalen Gefälle und die Geschichte der Firma Iso, deren Isetta wohl jeder kennt. Daniel Speck versteht es, alles leicht miteinander zu verbinden. Seine Erzählweise hat mich von der ersten Seite an in den Bann gezogen. Ihm ist hier ein echter Pageturner gelungen. Die Figuren sind authentisch und als Leser leidet und fiebert man mit ihnen mit. Die italienischen Zitate, die Speck immer wieder einfließen lässt, kann man ohne Probleme verstehen und sie machen die Geschichte noch authentischer. Eine tolle Geschichte über Freundschaft, Herkunft, Leidenschaft und Verlust. Unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Unbedingt lesen!

Starfish
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„Dicke Menschen haben eine Superkraft: Ihre Augen sind Zollstöcke, mit denen sie die Abstände zwischen Gegenständen messen können, um einzuschätzen, ob sie hindurchpassen.“ Das Mädchen mit dieser Superkraft ...

„Dicke Menschen haben eine Superkraft: Ihre Augen sind Zollstöcke, mit denen sie die Abstände zwischen Gegenständen messen können, um einzuschätzen, ob sie hindurchpassen.“ Das Mädchen mit dieser Superkraft heißt Ellie und die Geschichte wird aus ihrer Sicht erzählt. Ellie ist extrem übergewichtig, so lange sie denken kann. Richtig wohl fühlt sie sich nur im Pool im Garten, obwohl dieser Pool für ihren Spitznamen Platschi verantwortlich ist. Bei einer Arschbombe an ihrem fünften Geburtstag, hat Ellie fast den gesamten Pool geleert. Es verwundert nicht, dass in der Öffentlichkeit Ellie mit ihrer Figur immer Aufsehen erregt. Fremde Menschen grabbeln sie an und geben ungefragt Kommentare ab und in der Schule wird sie gemobbt. Am schlimmsten wiegt für Ellie aber, dass ihre Familie kein Schutzraum bietet. Ellie hat das Gefühl, dass ihre Mutter sie wegen ihres Gewichts nicht lieben kann. Die Mutter setzt alles daran, dass Ellie Gewicht verliert. So gibt es jede Menge Dicke-Mädchen- Regeln. Zuhause ist Ellies einziger Verbündeter ihr Vater. Aber zum Glück gibt es da noch ihre Therapeutin und ein neues Mädchen in der Nachbarschaft.
Das gesamte Buch ist in Versform geschrieben und gibt so gut die Gedanken von Ellie wieder. Ich musste mich erst beim Lesen daran gewöhnen, aber ab Seite 3 habe ich das schon gar nicht mehr wahrgenommen. Die einzelnen Kapitel sind sehr kurz. Ich konnte das Buch kaum bei Seite legen, so sehr hat mich die Geschichte von Ellie beschäftigt. Mobbing kenne ich auch zu gut und bis heute gibt es davon Risse in meiner Seele. Umso wichtiger ist die Botschaft am Ende des Buches: Du bist richtig, genauso, wie du bist! Für mich ist dies ein Buch, das Pflichtlektüre sein sollte.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Aus der Sicht der Pharaonin

Kleopatra
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Die Geschichte der einst mächtigsten Frau der Welt, wie sie noch nie erzählt wurde. Diese Geschichte wird hier aus der Sicht der Pharaonin erzählt. Mit 19 Jahren besteigt sie nach dem Tod ihres Vaters ...

Die Geschichte der einst mächtigsten Frau der Welt, wie sie noch nie erzählt wurde. Diese Geschichte wird hier aus der Sicht der Pharaonin erzählt. Mit 19 Jahren besteigt sie nach dem Tod ihres Vaters seinen Thron. Damals ahnt sie noch nicht, welche Herausforderungen da auf sie zukommen. Sie muss gegen ihre Geschwister kämpfen, sie wird gehasst und geliebt. Sie ist Mutter, Freundin und Strategin zugleich.
Ich habe ein paar Seiten gebraucht, um mich an den Schreibstil der Autorin zu gewöhnen, doch dann hat mich das Buch gepackt und ich konnte es kaum beiseitelegen. Saara El-Arifi macht zu Beginn deutlich, dass wir nur sehr wenig über Kleopatra wissen. Obwohl es sich bei dieser Geschichte um einen Roman handelt, hat sie El-Arifi sehr um eine historisch korrekte Darstellung bemüht. So findet man im Anhang auch ein Verzeichnis der verwendeten Quellen. Sehr überraschend fand ich das Ende, das ich hier aber nicht spoilern möchte. Mir hat das Lesen sehr viel Spaß bereitet und ich kann das Buch wärmstens empfehlen!

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Nicht mein Buch

Die Reise ans Ende der Geschichte
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Dieses Buch fängt richtig stark an, nämlich mit der Vergiftung des Spions Dieter Germershausen. Rückblickend wird nun die Geschichte von Germershausen erzählt. Beginnen tut die Geschichte im Garten der ...

Dieses Buch fängt richtig stark an, nämlich mit der Vergiftung des Spions Dieter Germershausen. Rückblickend wird nun die Geschichte von Germershausen erzählt. Beginnen tut die Geschichte im Garten der Botschaft der russischen Föderation in Rom. Der eiserne Vorhang ist endlich gefallen und das muss ausgiebig gefeiert werden. Zu den Gästen zählt auch Germershausen, der an diesem Abend den Kontakt zum Dichter Jakob Dreiser sucht. Nicht, weil er dessen Gedichte so mag, sondern weil er ihn als Spion gewinnen will. Dumm nur, dass Germershausen so gar keine Gedichte mag. Noch dümmer, dass er eigentlich gar keine anderen Menschen mag. Er mag keine höflichen Geplänkel. Jakob Dreiser dafür umso mehr.
Der Beginn des Buches hatte mich sofort in seinen Bann gezogen, aber die Geschichte hielt in meinen Augen nicht, was sie versprochen hat. Die Protagonisten konnten mich nicht fesseln und blieben blass. Auch die Heiterkeit blieb für mich auf der Strecke. Ich habe mich nur so durch die Kapitel gequält. Ich bin ratlos zurückgeblieben. Was will diese Geschichte? Ich welches Genre soll ich sie einordnen?

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Veröffentlicht am 05.01.2025

Enttäuscht

Die Goldene Schreibmaschine
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Vorweg: Ich war vom „Buchspazierer“ total begeistert. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als jetzt ein Kinderbuch von Carsten Henn erschienen ist. Der Klappentext klang interessant und auch die Leseprobe ...

Vorweg: Ich war vom „Buchspazierer“ total begeistert. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als jetzt ein Kinderbuch von Carsten Henn erschienen ist. Der Klappentext klang interessant und auch die Leseprobe klang spannend. Doch die Magie des Buches konnte mich dann nicht wirklich packen.
Emily entdeckt in der Bibliothek, in der ihre Oma arbeitet, in einem Buch einen magischen Füller. Dieser Füller lässt sich in einen Schlüssel verwandeln, mit dessen Hilfe man durch ein Bild in eine geheime Bibliothek eintreten kann. In dieser Bibliothek befinden sich alle Bücher, die jemals geschrieben wurden und eine magische, goldene Schreibmaschine. Emily entdeckt schnell, dass sie mit dieser Schreibmaschine Bücher abändern kann. So ändert sie gleich bei ihrem ersten Besuch das Ende ihres Lieblingsbuches, das ihr nie gefallen hat. Doch dann muss sie feststellen, dass sie damit nicht nur das Buch, sondern auch das reale Leben abgeändert hat. In den folgenden Tagen begibt sich Emily immer wieder in die magische Bibliothek und ändert Seiten in Büchern, die dadurch auch ihr Leben verändern. Emily ist so auf der Suche nach ihrem perfekten Leben. Doch auch der skrupellose Lehrer Dr. Dresskau hat von der magischen Schreibmaschine erfahren.
Ich fand den Grundgedanken über die Macht von Geschichten und Worten klasse, aber die Umsetzung hat mir so gar nicht gefallen. Alle Figuren bleiben irgendwie blass. Anfangs war mir Emily noch sehr sympathisch, aber das änderte sich nach ein paar Kapiteln. So ganz konnte ich den Änderungen in den Büchern nicht folgen. Es wurde kaum explizit gesagt, was Emily wie abändert und so waren für mich die Änderungen im realen Leben unvorhersehbar und manchmal kam ich gar nicht mehr hinterher. Das Buch ist für Kinder ab 10 Jahren gedacht. Ich denke, dass Kinder in dem Alter vieles im Buch noch gar nicht verstehen können. Kaum ein Kind kann mit dem Begriff „Braunhemden“ etwas anfangen. Auch die Gewalt, die der Lehrer Emily gegenüber an den Tag legt – er knallt ihren Kopf mehrmals auf den Boden – hat in einem Kinderbuch für das Alter nichts verloren. Von mir daher nur 3 Sterne.

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