Gute Idee, schwache Umsetzung
Das Dinner – Alle am Tisch sind gute Freunde. Oder?Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr: In Emily Rudolfs Thriller "Das Dinner" trifft sich eine alte Clique in einem abgelegenen Restaurant zum Krimidinner. Doch der fiktive Fall weist erschreckende ...
Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr: In Emily Rudolfs Thriller "Das Dinner" trifft sich eine alte Clique in einem abgelegenen Restaurant zum Krimidinner. Doch der fiktive Fall weist erschreckende Parallelen zum Verschwinden ihrer gemeinsamen Freundin Maria vor fünf Jahren auf.
Die Ausgangssituation hat mir so gut gefallen, dass ich es kaum erwarten konnte, das Buch zu lesen. Der Schreibstil ist sehr flüssig und atmosphärisch (wenngleich auch oft unnötig vulgär), und das abgeschiedene Setting war auch einfach super gewählt.
Leider hatte ich aber dennoch Probleme, in die Story hineinzukommen. Die ersten Kapitel haben sich sehr gezogen und es hat für meinen Geschmack zu lange gedauert, bis das Krimidinner beginnt und Spannung aufkommt. Hinzu kommt, dass es mir schwer gefallen ist, die fünf Charaktere und ihre Rollen beim Krimidinner auseinanderzuhalten.
Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der fünf Freunde, und das auf zwei Zeitebenen. Neben der Gegenwart gibt es viele Rückblicke zu dem Tag, an dem Maria spurlos verschwunden ist. Eigentlich eine gute Idee, allerdings empfand ich die Story aufgrund der vielen Rückblenden doch als recht langatmig und das Krimidinner selbst kam mir zu kurz.
Ab der Hälfte ist dann aber endlich Spannung aufgekommen und ich habe die ganze Zeit mitgerätselt, was wohl mit Maria passiert sein könnte. Da mir alle fünf Freunde recht unsympathisch gewesen sind, hätte ich jedem von ihnen ein Verbrechen zugetraut. Hinzu kommt, dass man in den Rückblenden erfährt, dass jeder von ihnen ein Motiv gehabt hätte, um Maria loswerden zu wollen, was mir dann aber doch etwas zu konstruiert war. Die Auflösung habe ich dann aber nicht kommen sehen, was mir gut gefallen hat.
Insgesamt ist "Das Dinner" ein Thriller mit einer spannenden Idee, die jedoch nicht optimal umgesetzt wurde. Für zwischendurch ist das Buch aber ganz nett. 🙂