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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.04.2026

Kaleidoskop der Buchleidenschaft

Eine Seite noch
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In meinem Bekannten- und Familienkreis bin ich die einzige Leseratte. Vermutlich zieht mich Literatur über die Liebe zum geschriebenen Wort deshalb magisch an. Meike Winnemuths Enthusiasmus wäre absolut ...

In meinem Bekannten- und Familienkreis bin ich die einzige Leseratte. Vermutlich zieht mich Literatur über die Liebe zum geschriebenen Wort deshalb magisch an. Meike Winnemuths Enthusiasmus wäre absolut ansteckend, wenn ich nicht ohnehin schon längst „infiziert“ wäre.

In ihrem Werk „Eine Seite noch. Warum Lesen uns so glücklich macht“ beleuchtet die Autorin die verschiedensten Facetten dieser Leidenschaft. Sie geht der Frage nach, wie und warum Geschichten uns bewegen und durch das Leben begleiten. Dabei regt sie dazu an, auch die eigenen Lesegewohnheiten zu hinterfragen. So beginne ich nun tatsächlich damit, den inneren Druck abzubauen und frage mich: Muss ich wirklich jedes Kanonwerk gelesen haben? Oder darf ich einen Schmöker auch guten Gewissens zuklappen, bevor ich die letzte Seite erreicht habe? Frau Winnemuth erinnert daran, dass man beim Lesen die Regeln selbst bestimmt. Sie macht deutlich, dass Bücher Kaleidoskope der eigenen Wirklichkeit sind, die – abhängig von unseren subjektiven Erfahrungen – immer wieder neu gelesen und interpretiert werden können.

Fazit: Für jeden, der Geschichten nicht nur konsumiert, sondern sie fühlt, ist dieses Werk eine wunderbare Empfehlung. Indem es aufzeigt, wie facettenreich auch andere Menschen ihre Verbindung zu Büchern leben, gibt es einem die Erlaubnis, genau so zu lesen, wie es für einen selbst stimmig ist.

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Ein kluges Manual für den Körper im Wandel

Longevity - Die Anti-Bullshit-Formel
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Das Älterwerden verändert den vertrauten Körper, seine Fähigkeiten und seine Kompensationsmechanismen. Manchmal habe ich das Gefühl, „ihn“ ganz neu kennenzulernen und damit wächst der Wunsch nach einer ...

Das Älterwerden verändert den vertrauten Körper, seine Fähigkeiten und seine Kompensationsmechanismen. Manchmal habe ich das Gefühl, „ihn“ ganz neu kennenzulernen und damit wächst der Wunsch nach einer angepassten Gebrauchsanweisung, um ihn durch gute Wartung und Pflege bestmöglich in Schuss zu halten. Schließlich ist körperliche Fitness die Grundvoraussetzung für eine hohe Lebensqualität und ein selbstbestimmtes Leben. Deshalb habe ich gezielt nach einem Ratgeber gesucht, der mir realistisch umsetzbare Strategien an die Hand gibt, ohne das Blaue vom Himmel zu versprechen oder auf teure Wundermittel zu verweisen. Ich wollte wissen: Welche Präparate, Interventionen und Vorsorgeuntersuchungen sind wirklich hilfreich und wie erkenne ich eine evidenzbasierte Studienlage?

"Longevity - Die Anti-Bullshit-Formel“ von Herrn Prof. Dr. med. Trübel ist genau dieses Manual. Gegliedert in vier aufeinander aufbauende Kapitel, hilft es dabei, das gesunde Älterwerden klug zu managen. Die beschriebenen fünf "Strategiestellschrauben“ sind vielleicht nicht völlig neu, werden aber in ihrer alltagsnahen Umsetzbarkeit äußerst zugänglich aufbereitet.

Besonders dankbar bin ich für den 6-Wochen-Plan am Ende, der einen direkt "ins Tun“ bringt, sowie für die übersichtlichen Toolbox-Tabellen. Anhand dieser kann ich mir nun eine auf mich und meine individuellen Gesundheitsbaustellen angepasste Vorgehensweise zusammenstellen. Fazit: Ein fundierter, ehrlicher Ratgeber für alle, die Eigenverantwortung für ihre Gesundheit übernehmen wollen.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Ein tiefgründiges Date, für das man sich Zeit nehmen sollte...

Ein Date mit deinem Gehirn
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Dr. Dr. Damir del Monte nimmt uns in seinem Buch "Ein Date mit deinem Gehirn“ mit auf eine Entdeckungsreise zu dem Organ, das unser Menschsein erst erschaffen hat und es bis heute und wohl auch noch in ...

Dr. Dr. Damir del Monte nimmt uns in seinem Buch "Ein Date mit deinem Gehirn“ mit auf eine Entdeckungsreise zu dem Organ, das unser Menschsein erst erschaffen hat und es bis heute und wohl auch noch in Zukunft ausmachen wird. Der Neurowissenschaftler beschreibt dabei eindrucksvoll die Fähigkeiten, die uns von Künstlicher Intelligenz unterscheiden. Er versteht es, eigentlich trocken anmutendes Wissen mit einer ansteckenden Begeisterung zu vermitteln, indem er den Erzählbogen so unterhaltsam und bunt spannt, dass man aus dem Staunen kaum herauskommt. Stellenweise erfordert das Buch allerdings auch eine gute Portion Konzentrationsfähigkeit und ist somit definitiv keine Lektüre für zwischendurch.

Mein eher bescheidenes Laienwissen wurde durch interessante Informationen ergänzt, die mir immer wieder vor Augen geführt haben, wie erstaunlich unser Werden, unser Dasein und unser komplexes Fähigkeitsrepertoire, zum Beispiel von der Selbstreflexion bis zur Empathie, eigentlich sind.

Fazit: Wer erfahren möchte, was uns im Kern wirklich ausmacht, sollte dieses Date definitiv wahrnehmen.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Psychologische Erkenntnisse mit Geheimzutaten aus Forschung und Erfahrungswelt

Was dein Leben leichter macht
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Anfangs öffnete ich dieses Psychologiesachbuch wie eine inhaltlich unbekannte Pralinenschachtel. "Was dein Leben leichter macht (...)" von Sina Haghiri verspricht im Titel Geschmacksexplosionen, wie sie ...

Anfangs öffnete ich dieses Psychologiesachbuch wie eine inhaltlich unbekannte Pralinenschachtel. "Was dein Leben leichter macht (...)" von Sina Haghiri verspricht im Titel Geschmacksexplosionen, wie sie viele Süßigkeitenhersteller bzw. Ratgeber bewerben. Mein erster Blick in das Inhaltsverzeichnis ähnelte daher dem auf die Rückseite der Verpackung, um erst einmal die Sorten zu begutachten. Anfangs hatte ich noch das Gefühl, alle Zutaten der allgemein wirkenden Themen (Psyche, Gesellschaft, Alltag und Gesundheit) zu kennen und wurde schnell eines Besseren belehrt. Jedes Unterthema schmeckte anders als erwartet, denn die Zubereitungsart der einzelnen Kapitel ist wirklich raffiniert. Denn Herr Haghiri regt mit "Geheimzutaten“ aus Erfahrungswelt und Forschung zum Weiterdenken an, anstatt fertige Lösungen vorzugeben.

Sein Buch bietet psychologische Impulse ohne wie ein klassischer Ratgeber belehrend oder dogmatisch zu wirken und deckt zugleich inhaltlich ein enorm breites Spektrum ab, sodass es gewiss für alle Leser*innen persönliche Aha-Momente bereithalten wird. Die Fehlbarkeit unseres Gedächtnisses, die gedankliche Entlastung bei Schlaf(störungen) sowie die feinfühlig verfassten Abschnitte zum Umgang mit Krankheit und Abschied sind meine persönlichen Lektionshighlights. Jene unerwarteten Perspektivwechsel waren für mich wirklich hilfreich und wirken noch nach.

Fazit: Ein inspirierender Begleiter mit äußerst interessanten Erkenntnissen aus der Psychologie, der - genau wie eine mit Sorgfalt und Handwerkskunst angefertigte Praline - Schicht für Schicht mit neuen Geschmacksnuancen belohnt.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Die unsichtbare Grenze zwischen Freiheitssuche und Verwurzelung

Die Riesinnen
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"Die Riesinnen“ ist ein berührender Generationenroman über die Frauen der Familie Riessberger. Liese, Cora und Eva verbindet weit mehr als nur ihre auffällige Erscheinung - es sind vor allem ihre eigenwilligen ...

"Die Riesinnen“ ist ein berührender Generationenroman über die Frauen der Familie Riessberger. Liese, Cora und Eva verbindet weit mehr als nur ihre auffällige Erscheinung - es sind vor allem ihre eigenwilligen Charaktere, mit denen sie immer wieder an den Konventionen des Dorfes Wittenmoos anecken. Als Außenseiterinnen stehen sie vor der Herausforderung, ihren Platz zwischen Heimatverbundenheit und dem drängenden Wunsch nach Freiheit zu finden.

Dabei gewinnt jede Generation ein kleines Stück mehr Unabhängigkeit, bleibt jedoch zugleich in den eigenen Vorstellungen davon gefangen und überträgt jene sehnsüchtigen Entwürfe als Last auf die nächste Tochter. Gelingt es Eva, der jüngsten Frau, diesen Kreislauf zu durchbrechen? Und befreit sie damit eventuell auch ihre Vorfahrinnen?

Hanna Häffner gießt die Konflikte und hochkomplexen Innenleben in eine bildgewaltige Sprache. Dadurch fesselte mich ihr Roman bis zur letzten Seite und ließ mich zwischendurch immer wieder pausieren. Nämlich dann, wenn Wahrheiten so formvollendet formuliert waren, dass sie unmittelbar die eigene Selbstreflexion anstießen. Am Ende hallen die Fragen nach, die weit über das Buch hinausreichen: Was verstehe ich selbst unter Heimat und welche unsichtbaren Lasten meiner Vorfahren trage ich noch immer mit mir herum?

Fazit: Eine Familiengeschichte, die Zeit und Raum für die eigenen Gedanken lässt, mich weiterhin beschäftigt und sicher viele Leser*innen ähnlich in ihren Bann ziehen wird.

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