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Veröffentlicht am 27.02.2026

Nicht mein göttliches Spiel

The Games Gods Play – Schattenverführt
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Der Titel und der Klappentext klangen für mich vielversprechend: griechische Götter, ein göttlicher Wettkampf und gefährliche Anziehung – das hatte definitiv Potenzial. Leider konnte mich das Buch bis ...

Der Titel und der Klappentext klangen für mich vielversprechend: griechische Götter, ein göttlicher Wettkampf und gefährliche Anziehung – das hatte definitiv Potenzial. Leider konnte mich das Buch bis zum Schluss nicht abholen.
In „The Games Gods Play“ geht es um Lyra, die von Zeus mit einem Fluch belegt wurde: Niemand kann sie lieben. Als wäre das nicht genug, wird sie von Hades als Championesse für das sogenannte „Crucible“ ausgewählt: ein göttlicher Wettkampf zwischen verschiedenen Auserwählten. Das Konzept erinnerte mich stark an The Hunger Games. Zwar unterscheiden sich die Prüfungen inhaltlich, dennoch waren mir die Parallelen insgesamt zu deutlich, wodurch das Ganze für mich an Eigenständigkeit verlor.
Ein großer Kritikpunkt war die Protagonistin Lyra. Mit ihren 23 Jahren wirkte sie häufig erstaunlich kindisch und emotional sprunghaft. Besonders widersprüchlich empfand ich ihren Umgang mit Zeus’ Fluch: Einerseits betont sie immer wieder, dass sie damit abgeschlossen habe, andererseits wird ständig hervorgehoben, wie tragisch und belastend ihre Situation sei. Dieser innere Konflikt hätte spannend sein können, wirkte auf mich jedoch eher wiederholend als tiefgründig.
Zudem ist Lyra extrem selbstaufopfernd. Sie möchte am liebsten alle unbeschadet durch das Crucible bringen – unabhängig davon, ob diese Personen sie respektieren oder nicht. Anfangs fand ich das noch nachvollziehbar, doch mit der Zeit erschien es mir überzogen und wenig glaubwürdig. Dass sie scheinbar jedem helfen kann und nahezu jede Situation richtig löst, nahm für mich viel Spannung aus der Geschichte.
Auch Hades konnte mich leider nicht überzeugen. Er wird als typischer Shadow Daddy inszeniert: geheimnisvoll, mächtig, düster. Doch die Beziehung zwischen ihm und Lyra entwickelte sich für mein Empfinden viel zu schnell. Die Dynamik wirkte konstruiert und die aufkeimenden Gefühle konnte ich emotional nicht nachvollziehen. Gerade im Hinblick auf den enormen Altersunterschied – ein mehrere hundert Jahre alter, mächtiger Gott und eine vergleichsweise unreife und bedeutungslose Protagonistin – fehlte mir die glaubhafte Entwicklung.
Die Nebencharaktere blieben für mich ebenfalls eher blass und konnten bei mir keine Bindung erzeugen. Dabei hätte gerade das in einem Wettkampf-Setting viel zur Spannung beitragen können.
Positiv hervorheben möchte ich jedoch den Schreibstil der Autorin: Er ist flüssig, leicht zugänglich und mit humorvollen Elementen versehen. Das Buch liest sich grundsätzlich angenehm und schnell. Allerdings waren einige der Prüfungen im Crucible für mich stellenweise etwas unklar oder unvollständig beschrieben. Zudem zog sich die Vielzahl an Aufgaben irgendwann in die Länge, sodass die Handlung an Tempo verlor. Das Ende des Wettkampfs erschien mir etwas an den Haaren herbeigezogen, damit jetzt noch alles gut ausgeht.

Insgesamt fand ich das Setting der griechischen Götter im modernen Leben als Grundidee wirklich spannend. Leider konnte mich die konkrete Umsetzung nicht überzeugen, weshalb ich die Reihe nicht weiterverfolgen werde.
Dennoch denke ich, dass das Buch durchaus seine Zielgruppe hat. Wer moderne Göttergeschichten mit romantischem Fokus liebt, ein Wettkampf-Setting mit vielen Prüfungen und Action schätzt sowie Shadow Daddy-Love-Interest-Dynamiken mag, wird möglicherweise an dem Buch Freude haben. Für mich persönlich blieb das Potenzial jedoch leider ungenutzt.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Wenn aus PR plötzlich Liebe wird

Spiral
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*Ich verfasse die Rezension auf Grundlage der englischsprachigen Originalausgabe. Dabei bewerte ich alles unter Ausnahme der deutschen Übersetzung.
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„Spiral“ ist – ähnlich wie sein Vorgänger – eine ...

*Ich verfasse die Rezension auf Grundlage der englischsprachigen Originalausgabe. Dabei bewerte ich alles unter Ausnahme der deutschen Übersetzung.
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„Spiral“ ist – ähnlich wie sein Vorgänger – eine süße, gefühlvolle Geschichte rund um die Protagonisten Sage und Elias.
Sage ist eine ehrgeizige Balletttänzerin, die alles für ihren Traum gibt. Trotz ihres Talents bleibt ihr jedoch die mediale Aufmerksamkeit verwehrt, wodurch sie kaum Chancen auf eine bedeutende Rolle bekommt. Elias ist ein begnadeter und berühmter Eishockeyspieler, dem zu Unrecht ständig wechselnde Frauengeschichten nachgesagt werden. Zusätzlich steckt er sportlich in einer Flaute und wartet verzweifelt auf sein nächstes Tor. Gemeinsam beschließen die beiden, eine Fake-Beziehung einzugehen, um sich gegenseitig zu helfen – denn was sollte dabei schon schiefgehen?
Der Einstieg in die Geschichte wirkte auf mich zunächst etwas holprig. Doch sobald ich richtig angekommen war, konnte mich der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin wieder überzeugen. Besonders gut gelingt es ihr dabei, Emotionen authentisch zu transportieren und den Figuren Tiefe zu verleihen.
Sage mochte ich mit ihrer schlagfertigen, selbstbewussten Art sehr, denn sie bringt frischen Wind in die Geschichte. Elias hingegen ist trotz seines Bekanntheitsgrades angenehm bodenständig und unglaublich liebevoll. Vor allem sein Umgang mit Sages Bruder war einfach herzerwärmend.
Auch Aiden und Summer aus dem ersten Band haben immer wieder kleine Auftritte, was ich als schönes Easter Egg empfand. Ihre Einbindung wirkte stimmig und bereicherte für mich die Geschichte.
Den einzigen Kritikpunkt sehe ich beim Ende: Meiner Meinung nach hätte die Geschichte etwas früher abgeschlossen werden können. Einige Szenen wirkten unnötig in die Länge gezogen. Auch der Epilog war mir etwas zu überladen – innerhalb von drei Jahren erleben die beiden gefühlt alle großen Lebensziele im Schnelldurchlauf.
Insgesamt ist „Spiral“ jedoch eine gelungene Sports-Romance mit dem beliebten Fake-Dating-Trope und findet sicher bei allen Lesenden Anklang, die auch den ersten Band mochten.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Winterliches Small-Town-Setting trifft Second-Chance-Romance

Seasons in Truffle Falls: Winterträume
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„Seasons in Truffle Falls: Winterträume“ ist der Auftakt einer Romance-Reihe, die in einer winterlichen Kleinstadt spielt und das Wiedersehen von Holly und Zane erzählt, die eine gemeinsame Vergangenheit ...

„Seasons in Truffle Falls: Winterträume“ ist der Auftakt einer Romance-Reihe, die in einer winterlichen Kleinstadt spielt und das Wiedersehen von Holly und Zane erzählt, die eine gemeinsame Vergangenheit verbindet.
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht. Der Roman liest sich insgesamt sehr flüssig und eignet sich gut als cozy Read für zwischendurch. Die Figuren sind überwiegend sympathisch, besonders Zane sticht dabei positiv hervor und verkörpert eine echte Green Flag. Auch die Atmosphäre von Truffle Falls wird sehr stimmungsvoll eingefangen: Die Kleinstadt wirkt träumerisch und man kann sich beim Lesen gedanklich gut an den Ort versetzen. Insgesamt passt die Umsetzung super zum romantischen Wintersetting.
Allerdings gab es auch Aspekte, die mich gestört haben. Holly hat eine traumatische Erfahrung gemacht und es ist nachvollziehbar, dass bestimmte Situationen sie immer wieder triggern. Mit der Zeit empfand ich ihre Selbstzweifel und Schuldgefühle jedoch als sehr dominant, da sich ein Großteil der Handlung aus ihrer Perspektive immer wieder um genau diese Gedanken drehte. Hier hätte ich mir irgendwann eine subtilere Darstellung gewünscht, statt die Problematik so häufig und deutlich zu betonen.
Ein weiterer Punkt betrifft die Beziehung zwischen Holly und Zane: Die beiden haben sich zwei Jahre lang nicht gesehen und offenbar auch keinen Kontakt gehalten. Das ist eine lange Zeit, in der sich Menschen verändern. Trotzdem sind beide sofort wieder ineinander verliebt. Vor allem Zane wirkt, als wäre er die gesamte Zeit Single gewesen und habe nur darauf gewartet, dass Holly hoffentlich endlich nach Truffle Falls zurückkehrt. Trotz Hollys innerer Konflikte kommt es dabei dann recht unkompliziert zur gemeinsamen Annäherung – mal abgesehen davon, dass Zane sowieso bereits ab dem ersten Tag „all in“ gegangen wäre. Das empfand ich alles als etwas unrealistisch.
Auch wenn mir das insgesamt etwas zu einfach erschien, gewinnt die Geschichte am Ende noch einmal an Tempo und bleibt letztlich dennoch ganz süß.
Zusammenfassend erzählt der Roman eine gefühlvolle Geschichte über zwei ehemalige Freunde, die sich aus den Augen verloren haben, sowie über Verlust und emotionale Verarbeitung. Ich empfehle das Buch allen, die eine Small-Town- und Second-Chance-Romance mit cozy Vibes und Wintersetting suchen. Ob ich die Reihe weiterverfolgen werde, weiß ich aber noch nicht.

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Düstere Kulisse, verhaltene Wirkung

Starling House
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* Ich verfasse die Rezension auf Grundlage der englischsprachigen Originalausgabe. Dabei bewerte ich alles unter Ausnahme der deutschen Übersetzung.
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Da ich mysteriöse Geschichten liebe und mich das ...

* Ich verfasse die Rezension auf Grundlage der englischsprachigen Originalausgabe. Dabei bewerte ich alles unter Ausnahme der deutschen Übersetzung.
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Da ich mysteriöse Geschichten liebe und mich das wunderschöne Cover sofort angesprochen hat, war „Starling House“ für mich ein klarer Kauf- und Lesegrund. Umso enttäuschter war ich, dass mich das Buch letztlich nicht so überzeugen konnte, wie ich es mir erhofft hatte.
Die Grundidee klang laut Klappentext unglaublich spannend. Leider fiel mir der Einstieg sehr schwer: Der Anfang zieht sich enorm, gefühlt vergehen die ersten 100 Seiten, ohne dass wirklich etwas passiert. Zusätzlich störten mich die zahlreichen Fußnoten, die den Lesefluss immer wieder unterbrachen, sowie die verschiedenen Versionen und Erzählungen über das Haus zu Beginn, die eher verwirrend waren als neugierig machten. Zwar wurde der Schreibstil im weiteren Verlauf fesselnder, dennoch ertappte ich mich mehrfach bei dem Gedanken, das Buch abbrechen zu wollen, weil es mich stellenweise einfach langweilte.
Was die Autorin jedoch sehr gut beherrscht, ist das Erzeugen einer düsteren und geheimnisvollen Atmosphäre, ohne dass diese beim Lesen erdrückend oder belastend wirkt. Auch die Protagonistin Opal ist grundsätzlich interessant angelegt. Ich konnte zwar keine echte emotionale Bindung zu ihr aufbauen, dennoch gefiel mir, dass sie keine typische Heldin ist: Sie hat keine Familie, kein richtiges Zuhause, kein Geld, trägt die alleinige Verantwortung für ihren Bruder und entspricht äußerlich nicht den gängigen Schönheitsidealen. Gerade diese Unperfektheit macht sie ungewöhnlich und hebt sie von vielen anderen Figuren ab.
Natürlich spielt sie eine besondere Rolle in Verbindung mit dem geheimnisvollen Starling House, wo sie Arthur kennenlernt – einen zurückgezogenen, einsamen Kauz, zu dem sie Nähe aufbaut.
Die Liebesgeschichte hätte es für mich allerdings nicht gebraucht. Opal weiß kaum etwas über Arthur, weshalb mir diese Entwicklung stellenweise unlogisch erschien. Wirklich gestört hat sie mich jedoch auch nicht – sie fühlte sich einfach überflüssig an.
Angesichts der vielen positiven Bewertungen denke ich, dass „Starling House“ definitiv etwas für Leser:innen ist, die dunkle, mysteriöse Geschichten mit Smalltown-Atmosphäre mögen und Geduld für einen sehr ruhigen Einstieg mitbringen. Mir persönlich hat das Buch jedoch nicht genug gegeben, um es weiterzuempfehlen. Ich habe nicht das Gefühl, dass mir etwas gefehlt hätte, wenn ich es nicht gelesen hätte. Schade.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Wenn ein Sieger zerbricht – Haymitchs tragische Geschichte

Die Tribute von Panem L. Der Tag bricht an
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Nachdem ich vor Kurzem „Die Tribute von Panem: Das Lied von Vogel und Schlange“ gelesen hatte, war ich sofort wieder im Panem-Fieber. Daher konnte ich es kaum erwarten, „Der Tag bricht an“ von Suzanne ...

Nachdem ich vor Kurzem „Die Tribute von Panem: Das Lied von Vogel und Schlange“ gelesen hatte, war ich sofort wieder im Panem-Fieber. Daher konnte ich es kaum erwarten, „Der Tag bricht an“ von Suzanne Collins zu lesen.
Dieses Mal steht Haymitch Abernathy im Mittelpunkt der Geschichte. Schon seit der ursprünglichen Trilogie habe ich mich gefragt, wie er zu dem grummeligen, alkoholabhängigen Mentor wurde, den wir kennen. Auch dieser Band ist – wie bereits das Prequel um Präsident Snow – in drei Teile gegliedert.
Haymitchs Geschichte ist durchweg herzzerreißend, gleichzeitig ist er unglaublich sympathisch, sodass mir der Einstieg in die Handlung sehr leichtfiel. Der Schreibstil ist spannend und hat mich deutlich mehr gepackt als im Prequel X. Besonders die neuen Tribute fand ich faszinierend. Es war beeindruckend, wie reflektiert und mutig sie trotz ihres jungen Alters handeln. Auch die Arena war wieder hervorragend gestaltet. Beim Lesen konnte man sich diesen Ort wirklich sehr lebhaft vorstellen.
Neben den neuen Figuren tauchen zudem auch viele bekannte Charaktere auf und ermöglichen spannende Einblicke in ihre Vergangenheit. Dabei wurden einige offene Fragen geklärt, was mir sehr gefallen hat. Besonders gelungen fand ich außerdem die erneute Verknüpfung zu den Covey, die bereits im Prequel X eine große Rolle spielten. Auch die Verbindung zu Katniss bzw. ihrer Familie wird deutlicher. Ich liebe es, wenn sich solche Puzzleteile nach und nach zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenfügen.
Ich empfehle dieses Buch definitiv allen „Tribute von Panem“-Fans. Meiner Meinung nach ist Haymitchs Geschichte essenziell für das Verständnis der Trilogie. Im Gegensatz zum Prequel X könnte ich mir sogar gut vorstellen, diesen Band vor den drei Hauptteilen zu lesen, da man von Anfang an einen ganz anderen Blick auf einige Figuren hätte.

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