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Veröffentlicht am 17.10.2024

Spannende Fortsetzung einer top Reihe

Blutbuße
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Im Skiort Åre hoch oben im Norden Schwedens wird die Immobilienentwicklerin Charlotte Wretlind in ihrer Hotelsuite auf brutale Weise erstochen. Charlotte plante hier ein ehemaliges Hotel abreißen zu lassen ...

Im Skiort Åre hoch oben im Norden Schwedens wird die Immobilienentwicklerin Charlotte Wretlind in ihrer Hotelsuite auf brutale Weise erstochen. Charlotte plante hier ein ehemaliges Hotel abreißen zu lassen und als exklusives Luxushotel wiederaufzubauen. Dies stieß nicht nur bei der Bevölkerung auf vehementen Widerstand, auch Umweltschützer sahen darin eine Bedrohung. Hannah Ahlander und Daniel Lindskog nehmen die Ermittlungen auf. Doch schon bald geschieht ein zweiter Mord.

Es ist bereits der dritte Fall für die sympathische Kommissarin Hannah Ahlander und ihren temperamentvollen Kollegen Daniel Lindskog. Der Fall ist in sich geschlossen und kann daher auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden, da alle wissenswerten Informationen geliefert werden. Wer jedoch die privaten Entwicklungen der beiden Protagonisten mitverfolgen möchte, der sollte sich an die chronologische Reihenfolge der Bände halten.
Viveca Sten versteht wirklich ihr Handwerk. Schon von Beginn an gibt es gleich mehrere Verdächtige, die durchaus als Täter in Frage kommen. Denn Charlotte Wretlind verstand es wie keine Zweite, sich ihre Mitmenschen zum Feind zu machen. Die Spannung ist von Beginn an vorhanden und hält sich auch kontinuierlich durch das ganze Buch auf einem hohen Niveau. Dafür sorgt nicht nur der spannende Erzählstil, sondern auch die kurzen Kapitel und damit einhergehenden Perspektivwechsel. Als Leser ist man so den Ermittlern immer einen kleinen Schritt voraus. Die Handlung spielt größtenteils Ostern 2021, doch dazwischen gibt es eingeschobenen Rückblenden aus dem Jahr 1973. Und natürlich fragt man sich die ganze Zeit, was diese Einschübe mit dem Hauptstrang zu tun haben.
Auch wieder mit dabei sind aus dem Ermittlungsteam Anton und Raffe. Und so nimmt nicht nur Daniel und Hannah Privatleben einen gewissen Raum ein, sondern man leidet auch ein wenig mit Anton, der immer noch seiner unerfüllten Liebe nachtrauert.

Insgesamt wieder ein äußerst spannender Fall der Polarkreis-Reihe. Eine Serie mit zwei sehr sympathischen Ermittlern, die man absolut empfehlen kann. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 19.09.2024

Düster, aber sehr spannend

Finster
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Nicht nur das Cover macht hier dem Titel alle Ehre, sondern auch der Inhalt. Eine sehr düstere, aber auch extrem spannende und fast gruselige Story, die zudem brillant erzählt wird.
Ort der Handlung ist ...

Nicht nur das Cover macht hier dem Titel alle Ehre, sondern auch der Inhalt. Eine sehr düstere, aber auch extrem spannende und fast gruselige Story, die zudem brillant erzählt wird.
Ort der Handlung ist Kaltenbrunn, ein fiktives Dorf im Odenwald. Hier verschwinden nicht nur immer wieder Jungen, auch die wenigen Dorfbewohner haben alle so ihr dunkles Geheimnis. Kriminalkommissar Hans J. Stahl kehrt lange nach seiner Pensionierung zurück an den Ort, an dem er vor Jahren scheiterte. Die unaufgeklärten Fälle lassen ihn nicht ruhen. Wird er es im zweiten Anlauf schaffen, das Rätsel der verschwundenen Kinder zu lösen?
Angesiedelt ist die Handlung im Jahr 1986 und nicht nur Tschernobyl lässt grüßen. Der Autor lässt hier die 80er Jahre so richtig aufblühen und so manche Erinnerung wurde bei mir wach und ließen mich richtig gut in die Geschichte eintauchen. Das lag an den vielen eingestreuten Details die ein authentisches Gesamtbild formen. Ermittlungsarbeit ohne viel technische Hilfsmittel wie es heute kaum mehr vorstellbar ist.
Die Kapitel sind angenehm kurz und die Perspektiven wechseln dabei ständig. So bekommt man ein und dieselbe Situation aus verschiedenen Sichtweisen erzählt. Gerade diese unterschiedlichen Wahrnehmungen der gleichen Szene haben mir sehr gefallen. Die vielen dunklen Geheimnisse, die die Dorfbewohner gut hüten machen sie aber auch gleichzeitig wieder verdächtig. Hier legt Ivar Menger eine Menge falscher Fährten aus, denen man bereitwillig folgt. Aber auch die Figuren selbst fand ich originell und stellenweise ziemlich schräg.
Insgesamt ein sehr spannender Thriller, der mit seiner düsteren Atmosphäre besticht. Da mich schon „Als das Böse kam“ begeistern konnte, kann ich nur sagen: Weiter so!

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Veröffentlicht am 12.09.2024

Thriller-Highlight

Stalker – Er will dein Leben.
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Der bis dato recht unbekannte Schauspieler Eric Sanders sieht sich endlich auf der Sonnenseite des Lebens. Die Rolle in einem Münchner Tatort lässt seinen Bekanntheitsgrad und die Anzahl seiner Follower ...

Der bis dato recht unbekannte Schauspieler Eric Sanders sieht sich endlich auf der Sonnenseite des Lebens. Die Rolle in einem Münchner Tatort lässt seinen Bekanntheitsgrad und die Anzahl seiner Follower über Nacht rasant steigen. Doch dann erstellt jemand einen Fakeaccount beginnt sich in den sozialen Medien für Eric Sanders auszugeben. Die anfänglich noch fast harmlosen Beleidigungen von Fans steigern sich rasch und der Stalker drängt sich immer mehr in Erics Leben. Eric versucht alles um die Lage in den Griff zu bekommen, doch vergeblich. Schließlich fordert der Stalker von Eric einen Mord öffentlich zu gestehen, andernfalls würde es seine Familie nicht überleben. Der seit seiner Kindheit traumatisierte Eric muss sich seiner Vergangenheit stellen…
Schon von Beginn an ist man von der Story gefangen. Man erfreut sich zunächst am plötzlichen Erfolg des sympathischen Erics und erlebt mit ihm die anfängliche Machtlosigkeit gegenüber dem Stalker. Alles wirkt äußert authentisch, obwohl die Handlung sich immer mehr zu einer fast unglaublichen Geschichte entwickelt. Eric begibt sich auf Spurensuche in seine Vergangenheit und dabei gilt es einige Hürden zu überwinden. Dabei passiert ständig etwas Neues und das Spannungsniveau ist durchgängig sehr hoch. Meine Vermutungen, wer hinter dem Stalker stecken könnte erwiesen sich zwar als falsch, aber ein paar falsche Verdächtige beleben die Handlung natürlich zusätzlich.
Besonders zum Ende hin gibt es zahlreiche Wendungen und Überraschungen, die mich total verblüfft, aber auch begeistert haben.
Für mich war „Stalker – Er will dein Leben“ eines der besten Bücher, die Arno Strobel bisher geschrieben hat. Temporeich, extrem spannend und die kurzen Kapitel sorgen zusätzlich dafür, dass man mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören mag. Für mich das bisherige Thriller-Highlight des Jahres!

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Veröffentlicht am 31.08.2024

Spannende Fortsetzung

Glutmoor (Janosch Janssen ermittelt 2)
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Als Carina Sander von der Nachtschicht im Krankenhaus ins elterliche Haus heimkehrt, bricht für sie eine Welt zusammen. Nicht nur ihre Eltern, sondern auch ihr Bruder und dessen kleiner Sohn wurden mit ...

Als Carina Sander von der Nachtschicht im Krankenhaus ins elterliche Haus heimkehrt, bricht für sie eine Welt zusammen. Nicht nur ihre Eltern, sondern auch ihr Bruder und dessen kleiner Sohn wurden mit Kopfschüssen hingerichtet. Das Motiv ist anfangs noch völlig unklar. Da Kommissar Janosch Janssens hochschwangere Frau Helen mit Carina befreundet ist, nehmen die beiden Carina bei sich auf. Doch bringen sie sich damit vielleicht selbst in Gefahr? Oder nimmt die Sache eine ganz andere Richtung und hat etwas mit der Gedenkstätte für Grenztote zu tun, die in der gleichen Nacht beschädigt wurde? Kommissar Janosch Janssen und Kriminaloberrätin Diana Quester nehmen die Ermittlungen auf…

Mit „Glutmoor“ legt der Autor Lars Engels bereits seinen zweiten Rhön-Krimi mit dem sympathischen Kommissar Janosch Janssen vor. Das Buch lässt sich auch ohne Vorkenntnisse des ersten Bandes lesen, allerdings wird in diesem Buch die Identität des Täters aus dem ersten Fall offengelegt, was natürlich den Lesespaß mindert. Wer also die noch junge Reihe komplett lesen möchte, sollte sich an die chronologische Reihenfolge halten.
Wieder mit dabei ist natürlich Janosch Schwiegermutter und Chefin Diana Quester. Gab es noch im ersten Band jede Menge Reibereien zwischen den beiden, so haben sich die beiden mittlerweile ein wenig angenähert und kommen wesentlich besser miteinander aus. Nicht zuletzt auch wegen der anstehenden Geburt von Dianas erstem Enkelkind.
Auch die Beschreibungen der Atmosphäre und der Landschaften des Moores in der Rhön sind in diesem Band weniger geworden. Da ich aber den Vorgänger kannte, hatte ich trotzdem gute Bilder im Kopf.
Die Spannung baut sich recht schnell gleich zu Beginn auf und kann sich bis zum Ende des Buches halten. Die privaten Verwicklungen wie die anstehende Geburt, aber auch Questers plötzliches Misstrauen gegenüber ihren Mitarbeitern nehmen zwar einigen Raum ein, mindern aber nicht das Spannungsniveau.
Wieder ein unterhaltsamer und spannender Fall, meine Erwartungen an den Folgeband wurden vollständig erfüllt. Und der fiese Cliffhanger am Ende des Buches macht auf alle Fälle jetzt schon neugierig auf den dritten Band.

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Veröffentlicht am 22.08.2024

Schachspiel mit tödlichem Ausgang

Schwarze Dame
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SCHWARZE DAME ist bereits der 24. Fall rund um die Kommissarin Julia Durant. Für mich war es der erste Band. Da aber die Fälle in sich geschlossen sind, konnte ich problemlos in die Geschichte eintauchen. ...

SCHWARZE DAME ist bereits der 24. Fall rund um die Kommissarin Julia Durant. Für mich war es der erste Band. Da aber die Fälle in sich geschlossen sind, konnte ich problemlos in die Geschichte eintauchen. Nur wer die Entwicklungen in Julias Privatleben genau verfolgen möchte, der sollte sich besser an die chronologische Reihenfolge halten.
In Frankfurt geschehen zwei Morde, bei denen die Opfer mit einem Hammer erschlagen wurden. Zufall oder stehen die Taten in einem Zusammenhang? Das Ganze erinnert an eine Serie vor bereits 30 Jahre bei denen die Opfer ebenfalls auf die gleiche Weise ums Leben kamen. Doch der Täter von damals wurde verhaftet und verstarb mittlerweile. Handelt es sich hier also um einen Nachahmungstäter? Doch dann wird Julia ein merkwürdiger Stadtplan von Frankfurt zugespielt. Dieser ist wie bei einem Schachbrett in 64 Felder unterteilt. Zudem tauchen bei weiteren Opfern, die nun auf andere Weise ums Leben kommen, Schachfiguren auf oder weisen einen Bezug zu dem königlichen Spiel auf. Ein Serientäter spielt ein blutiges Schachspiel…
Der Einstieg in das Buch war für mich etwas holprig. Prolog und erste Kapitel konnte ich anfänglich nicht ganz zuordnen. Doch nach ein paar weiteren Kapiteln war der Zusammenhang endlich erkennbar und von da an wurde es spannender. Auch die Kommissarin war mir von Beginn an sympathisch und man erfährt einiges aus ihrem Privatleben. Der Schauplatz Frankfurt wurde gut in die Handlung eingebracht und man hatte direkt die Bilder dazu im Kopf.
Was den Täter angeht, so tappt man lange Zeit im Dunkeln und rätselt wer dahinterstecken könnte. Dabei gibt es mehrere mögliche Verdächtige. Der Ausgang des Falls war dann für mich dennoch überraschend, denn damit hatte ich absolut nicht gerechnet. Letztendlich hätte man mit einer passenden Begründung aber wahrscheinlich jeden der Verdächtigen als den wahren Täter präsentieren können. Gefehlt hat nach meiner Meinung auch etwas mehr aus der Täterperspektive zu erfahren und dessen Motiv.
Insgesamt solide Krimikost mit genügend Lokalkolorit und einer sympathischen Protagonistin. Es war bestimmt nicht mein letztes Buch mit Julia Durant.

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