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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.03.2026

Es ist nie zu spät für eine Veränderung: Unterhaltsamer Gesellschaftsroman

Einatmen. Ausatmen.
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Marlene Buchholz kennt nur ihre Arbeit. Die Spitzenmanagerin ist tough und zeigt wenig Mitgefühl. Genau das wird ihr zum Verhängnis: Um ihr Karriereziel zu erreichen und die neue Vorstandsvorsitzende des ...

Marlene Buchholz kennt nur ihre Arbeit. Die Spitzenmanagerin ist tough und zeigt wenig Mitgefühl. Genau das wird ihr zum Verhängnis: Um ihr Karriereziel zu erreichen und die neue Vorstandsvorsitzende des Aviola-Konzerns zu werden, muss sie vorher ein Achtsamkeitstraining absolvieren. Davon hält Marlene natürlich gar nichts, beugt sich aber dem Willen ihres Chefs.
Im vornehmen Brandenburger Schloss soll sie zwei Wochen beim berühmten Coach Alex Grow neu geformt werden, um den Job zu bekommen.
Was Marlene nicht weiß: Dass die Academy von Alex Grow kurz vorm Bankrott steht und Alex einen Deal mit Marlenes Vorgesetzten hat. Wenn er Marlene „richtig“ coacht, bekommt er einen Großauftrag der Aviola. Das würde Alex retten, also wirft er schweren Herzens seine Prinzipien über Bord. Leider ist Marlene sehr coaching-resistent, und nochdazu passieren allerlei unvorhergesehene Dinge, darunter ein liebenswert-schüchterner Hausmeister, eine dreizehnjährige Ausreißerin auf der Flucht vor der Polizei und ein verletztes Wildschwein ...

Der Schreibstil von Maxim Leo ist locker und unterhaltsam. Die Charaktere sind, ehrlich gesagt, allesamt ziemlich überzeichnet und das Buch strotzt nur so vor Klischees – aber genau das funktioniert hier gut. Im Laufe des Geschehens bekommt die Geschichte etwas mehr Tiefgang (wenn auch nicht zu viel) und Menschen verändern sich ... mehr möchte ich lieber nicht verraten, um nicht zu spoilern.

„Einatmen. Ausatmen“ ist ein unterhaltsamer Gesellschaftsroman, der zwar noch etwas mehr Tiefgang vertragen hätte, mir insgesamt aber gut gefallen hat.

Vielen Dank an den Kiepenheuer & Witsch Verlag und Lovelybooks.de für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Warmherziges, humorvolles Kinderbuch

Der Sommer, als wir die Weltherrschaft übernahmen
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Auf das Buch „Der Sommer, als wir die Weltherrschaft übernahmen“ von Rieke Patwardhan haben wir uns sehr gefreut, da wir schon ihre beiden Kinderbücher mit der „Forschungsgruppe Erbsensuppe“ geliebt hatten.

Hier ...

Auf das Buch „Der Sommer, als wir die Weltherrschaft übernahmen“ von Rieke Patwardhan haben wir uns sehr gefreut, da wir schon ihre beiden Kinderbücher mit der „Forschungsgruppe Erbsensuppe“ geliebt hatten.

Hier in diesem Kinderroman geht es um Fili, Karo und Jeps. Die drei Geschwister möchten wie jedes Jahr die Sommerferien bei ihrer Tante Flora auf einer kleinen Nordseeinsel verbringen; die Eltern bleiben zuhause und müssen arbeiten. Doch in diesem Jahr ist alles etwas anders, denn Tante Flora ist nun die Bürgermeisterin der Insel. Und ihre großen Pläne stoßen bei den Einheimischen nicht gerade auf Begeisterung. Sie möchte, dass die Insel autofrei wird und stattdessen Esel für Kutschfahrten eingesetzt werden. Drei süße, aber sehr sture Esel hat Flora schon gekauft.
Als Tante Flora wegen eines gebrochenen Beins aufs Festland muss, nutzt ihr größter Gegner Böckmann seine Chance, um die Insulaner gegen die amtierende Bürgermeisterin aufzuhetzen.
Fili, Karo und Jeps wollen ihr helfen. Zusammen mit ihrer Freundin Martje und dem tierliebenden Tammo möchten sie die Esel trainieren, damit es mit den Kutschfahrten bald klappt. Es hat sich nämlich großer Besuch angekündigt: Der Ministerpräsident möchte auf die Insel kommen, und er soll von Floras Plänen unbedingt überzeugt werden.

Uns hat dieses Buch sehr gut gefallen. Es ist unterhaltsam und spannend, aber nicht oberflächlich. Wichtige Themen wie den Umgang mit Konflikten, Toleranz und Kompromissbereitschaft werden hier auf kindgerechte Art umgsetzt. Der Schreibstil von Rieke Patwardhan ist dabei sehr angenehm und keinesfalls belehrend. Die Charaktere sind allesamt gut getroffen.

Hervorzuheben sind noch die wunderschönen, witzigen und liebevollen Illustrationen von Regina Kehn – ein ganz besonderes Highlight dieses Buches!

Vielen Dank an den Knesebeck Verlag und Lovelybooks.de für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Kluges, wütendes, vielschichtiges Plädoyer für Feminismus

Funkenschwestern
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Wer sich fragt, ob wir wirklich noch ein Buch zum Thema Feminismus brauchen – im Fall von Barbara Blahas Neuveröffentlichung „Funkenschwestern“ ist meine Antwort eindeutig: JA!

In sieben Kapiteln vermittelt ...

Wer sich fragt, ob wir wirklich noch ein Buch zum Thema Feminismus brauchen – im Fall von Barbara Blahas Neuveröffentlichung „Funkenschwestern“ ist meine Antwort eindeutig: JA!

In sieben Kapiteln vermittelt die Autorin ein umfassendes Wissen zu Themen wie strukturelle Ungerechtigkeit, ungleiche Bezahlung / Finanzen, Care Arbeit und Familie, Mental Load, Zeit, Gesundheit, Hass und Gewalt gegen Frauen, etc.
Trotz des Umfangs an Zahlen, Fakten und Studien liest sich das Buch sehr leicht und gut verständlich, auch dank Barbara Blahas persönlichen Geschichten und Erfahrungen.
Auch wer sich (wie ich) schon intensiv mit dem Thema Feminismus, Patriarchat und strukturelle Ungleichheit befasst hat, kann in diesem Buch noch viel mitnehmen.
Die Autorin schafft es, komplexe Zusammehänge gut verständlich zusammenzufassen. Und auch wenn man vieles schon wusste oder persönlich erfahren hat, macht es beim Lesen erneut oft wütend und fassungslos.

„[...] Manche tun genau das. Andere macht allein das Wort Feminismus schon nervös. Nicht, weil sie etwas gegen die Gleichberechtigung der Frauen haben, sondern weil sie tief drinnen wissen, dass sie Privilegien haben, die der Feminismus ans Tageslicht holt. Abseits von ein paar wenigen Psychopathen wacht kein Mann morgens auf und denkt als erstes: „Heute knechte ich wieder ein paar Frauen.“ Aber alle Männer werden in einer Welt groß, in der ihnen die meisten Türen dank ihres Geschlechts offenstehen (es gibt Ausnahmen, rassistischer Ausschluss beispielsweise betrifft Männer genauso). Und wenn sie ihr Leben lang durch fast jede Tür durchspazieren können, dann merken sie vielleicht irgendwann nicht mehr, dass für andere viele Türen versperrt bleiben. Wenn Frauen dann auf diese Türen aufmerksam machen, dann fühlt sich das für viele Männer wie Kritik an. Aber es ist nicht zwingend ein Vorwurf, sondern die Einladung, Verantwortung zu übernehmen. Die Einladung, das Patriarchat wieder zu verlernen. Oft lese ich unter meinen Videokolumnen, die feministische Themen behandeln, das sei doch blanker Männerhass. Das ist ein Totschlag-Argument, das die Männer pauschal entlastet. Wenn es nur „Männerhass“ ist, dann muss man sich auch nicht mit den Zahlen, den Daten und den Fakten beschäftigen, die belegen, wie das Patriarchat bis heute Frauen auf allen Ebenen ausbeutet.“

„Eine Frau namens Amber Henry hat diese Verwechslung auf TikTok in wunderbare Worte gefasst: ‚Ich hasse Männer nicht. Ich hasse, wie ihre Blicke Orte finden, an die sie nicht eingeladen wurden. Ich hasse, dass ein ‚Nein‘ oft zu einer Debatte wird, statt eine Antwort zu sein. Ich hasse, dass jede Frau, die ich kenne, eine Geschichte trägt, die sie nie erzählen wollte. Ich hasse die Loyalität, die sie Tätern schenken, und wie sie unsere Selbstbestimmung gegen ihr Begehren eintauschen. Ich hasse, zehnmal so hart zu arbeiten wie sie. Für nur ein Zehntel der Anerkennung.‘ Wir hassen nicht die Männer, wir hassen das Patriarchat. All das, was Amber Henry da so zutreffend formuliert, wollen Männer meist nicht hören. Es ist so viel einfacher zu hören: ‚Ich hasse Männer.‘ Keine Frau sagt: ‚Du bist ein schlechter Mensch, weil du ein Mann bist.‘ Wir sagen: ‚Weil du ein Mann bist, hast du all diese Vorteile, kassierst – ob du willst oder nicht! –, die Dividende des Patriarchats und manche deiner Verhaltensweisen helfen mit, die Verhältnisse zu stabilisieren.‘“

„Funkenschwestern“ ist ein wirklich kluges, vielschichtiges und wichtiges Buch, das von mir eine absolute Leseempfehlung bekommt!

Vielen Dank an die Verlagsgruppe Styria | Molden Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Mutterliebe und flirrende Nerven

Sie wollen uns erzählen
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Mutterliebe und flirrende Nerven

In Birgit Birnbachers Roman „Sie wollen uns erzählen“ geht es um den Drittklässler Ozzy. Er hat ADHS und tut sich schwer im Schulalltag. Nachdem er am letzten Schultag ...

Mutterliebe und flirrende Nerven

In Birgit Birnbachers Roman „Sie wollen uns erzählen“ geht es um den Drittklässler Ozzy. Er hat ADHS und tut sich schwer im Schulalltag. Nachdem er am letzten Schultag vor den Ferien etwas Schlimmes angestellt hat, wünscht er sich auf dem Heimweg heimlich „eine kleine Katastrophe“, die seine Mutter vom Brief seiner Lehrerin ablenken könnte. Und tatsächlich: Als er heimkommt, hat seine ebenfalls nervlich sensible Mutter Ann keine Feier fürs Zeugnis vorbereitet, denn tatsächlich ist etwas passiert: Ozzys Oma Zilly, die in den Bergen lebt, ist aus dem Krankenhaus verschwunden ... Die beiden machen sich auf die Reise, um die Oma zu finden. Dabei kommt auch noch Anns Schwester Nell dazu, zu der Ann seit Jahren kein besonders gutes Verhältnis mehr hat, obwohl sich die Schwestern früher sehr nahe standen.

Hm, was soll ich sagen? Mir fällt die Bewertung dieses Romans einigermaßen schwer.
Den Anfang fand ich ziemlich stark, konnte mich gut in Ozzy hineinversetzen. Bei Ann fand ich vor allem die Einblicke in ihre Kindheit interessant; damals gab es noch keine Diagnosen wie heute, aber Ann spürt als Mutter, dass ihr Kind ihr sehr ähnlich ist.

„Diese Unrast haben die Mädchen auch gehabt.
Zwei Bubentöchter hab ich da.
Was waren diese Mädchen wild. Immer so viel wilder als alle anderen. Könnt ihr nicht stillsitzen, wie die Buben in der Kirche? Immer müssen sie lauter, aufgeweckter sein als andere, immer verspüren sie zu allem mehr Drang. Zäzilia und Hans Haag sind trotzdem nie auf die Idee gekommen, die Mädchen deswegen anschauen zu lassen. Vielleicht, weil es rundherum so viele Kranke gab, Nervenkranke. Das ganze Innergebirg war ja voll von lauter Nervenkranken. Durch die zwei großen Institutionen, die Nervenheilanstalt in St. Veit und in Schernberg, zwischen Schwarzach, St. Veit und Goldegg, kam auf jeden Einwohner mindestens ein Nervenkranker, die Nervenkrankheiten der gewöhnlichen Einwohner und die Nervenkrankheiten der gewöhnlichen Krankenhauspatienten noch gar nicht mitgezählt.
Jedenfalls waren es genug Nervenkranke, die man vom Einkaufen und vom Spazierengehen kannte, und Ann und Nell konnten als Kinder nie etwas Schlimmes daran sehen, verrückt zu sein.“

Leider fand ich den Schreibstil insgesamt, auch die fehlende wörtliche Rede, immer anstrengender zu lesen im Laufe des Buches. Auch die Handlung konnte mich nicht ganz überzeugen. Ich hatte wahrscheinlich andere Erwartungen an das Buch. Final vergebe ich 3 von 5 Sternen für einen interessanten Plot, dessen Umsetzung mich nicht wirklich packen konnte.

Vielen Dank an den Hanser Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Wie chronischer Stress das Abnehmen verhindert

Der stille Dickmacher
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Ich habe mich in letzter Zeit wieder vermehrt mit dem Thema Ernährung beschäftigt und einige sehr interessante Bücher dazu gelesen.

Auch das Buch „Der stille Dickmacher: Wie chronischer Stress den Stoffwechsel ...

Ich habe mich in letzter Zeit wieder vermehrt mit dem Thema Ernährung beschäftigt und einige sehr interessante Bücher dazu gelesen.

Auch das Buch „Der stille Dickmacher: Wie chronischer Stress den Stoffwechsel blockiert – und wie Sie ihn in 30 Tagen wieder aktivieren“ von Daniela Kielkowski war hier sehr hilfreich und informativ.

Ernährungsmedizinerin Daniela Kielkowski zeigt auf, weshalb wir trotz gesunder Ernährung oft nicht abnehmen. Sie erklärt ausführlich und gut verständlich, wie chronischer Stress über den Cortisolspiegel den Stoffwechsel blockiert und zu Bauchfett führt.
Vielen (leider auch Fachleuten!) ist nicht klar, dass das Gehirn entscheidet, wie Nährstoffe verarbeitet werden, nicht nur die Kalorienzahl!

Nach dem sehr informtiven ersten Teil folgt noch ein 30-Tage-Aktivierungs-Programm. Hier liegt der Fokus auf der Stabilisierung des Cortisolspiegels durch Schlafoptimierung, Entspannungsübungen und gezielte Ernährung.

Das Buch ist kein klassisches Diät-Buch, aber so etwas möchte ich auch gar nicht lesen!
Vielmehr ist das Buch ein guter Ratgeber, um das Thema Gewicht und Ernährung auf ganzheitlicher Ebene zu betrachten.

Vielen Dank an den Becker Joest Volk Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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