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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.12.2025

Holt die heiße Schoki raus!

Holiday Ever After
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Protas: Clara und Jack
Stellenweise ein bisschen zu viel Klischee, aber das bei beiden übertrieben ausgeprägte Helfersyndrom macht das wieder wett.
Spice:
Seit “Icebreaker” habe ich noch ein Hühnchen zu ...

Protas: Clara und Jack
Stellenweise ein bisschen zu viel Klischee, aber das bei beiden übertrieben ausgeprägte Helfersyndrom macht das wieder wett.
Spice:
Seit “Icebreaker” habe ich noch ein Hühnchen zu rupfen mit Hannah Grace. Die gute Nachricht: Das ist hier sooo viel besser. Die beiden sind nicht im Kloster, Spice ist da, aber definiert sich nicht durch wortgewaltige und detailreiche Omnipräsenz, sondern in den meisten Fällen durch klug eingebaute, kleine Formulierungen.
Setting und Nebencharaktere:
Sowohl in Sachen “Cozy Small Town” als auch in Sachen “Mein Papa ist ein chauvinistisches A***loch und in der Firma versteht mich eh niemand” nichts Neues, aber dafür solide und mit charmanten Details.
Fazit: Ein charmantes Buch für die Weihnachtszeit, das mit wenig tiefenpsychologischem Drama, aber dafür einigen schrulligen Ideen daherkommt, über die man eine ordentliche Portion Puderzucker, Pardon, Klischees gestreut hat.
Aber in der Weihnachtszeit kann es ja nicht genug Puderzucker geben, oder?
Manche Szenen wie das Bauen eines Schneemanns oder die Suche nach dem Nussknacker hätten für meinen Geschmack deutlich kürzer ausfallen können, wer aber schon in Weihnachtslaune ist, wird seine Freude daran haben. Auch ganz ohne festliche Stimmung kann man sich am großzügig verteilten Humor erfreuen, und die Szenen in Flo’s Café machen extrem Hunger, auch auf nicht-weihnachtliches Gebäck!
Fazit: Auch wenn ich nicht ganz verstehe, wo der Begriff “Holiday” im Titel herkommt, weil Claras Aufenthalt in Fraser Falls definitiv als Arbeit bezeichnet wird, so lohnt sich die Reise dort hin.
Danke an @netgalley.de für das Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 07.11.2025

Frühstücksfernsehen

Mornings in Boston - The Stories We Tell
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Vielversprechendes Setting, vielversprechender Trope: Konkurrenzkampf bei den Morgennachrichten. Schade nur, dass die eine Partei gar nichts vom Konkurrenzkampf weiß. So wird aus Enemies-to-lovers eher ...

Vielversprechendes Setting, vielversprechender Trope: Konkurrenzkampf bei den Morgennachrichten. Schade nur, dass die eine Partei gar nichts vom Konkurrenzkampf weiß. So wird aus Enemies-to-lovers eher ein “unsympathischer-Kollege-rafft-sich-endlich-und-ist-attraktiv”.
Der angekündigte “Banter” (das scheint so ein Modewort der Branche zu sein, das laut nach einem Gemecker schreit!) beläuft sich auf platte Sprüche in teilweise sehr künstlich wirkenden Dialogen zwischen dem unsympathischen Kollegen und einer Protagonistin, die charakterlich so blass bleibt wie das Cover farbenfroh ist.
Statt großer Emotionen hat das Buch bei mir eher Augenverdrehen verursacht, wenn sich die Autorin mal wieder in zu vielen Details verzettelt. Anschauliche Beschreibungen schön und gut, aber ich muss nicht Farbe, Material und Stil von jedem verdammten Kleidungsstück jeder verdammten Person im Raum kennen, und schon gar nicht jedes dazugehörige Accessoire (mit Farbe, Material und Stil). Auch dass frau beim Shoppen an einer Drogerie vorbeigekommen ist, und noch Tampons gekauft hat, ist echt nicht sooo relevant.
Ich persönlich mag keine Spitznamen in Büchern. Schon gar nicht zu einem Zeitpunkt der Bekanntschaft, zu dem man sich in deutschen Büros vermutlich noch siezen würde. Auch die Wahl des Namens... eher ungünstig. Wenn mein Kollege mich “Angel” nennen würde, stünde ich jedenfalls beim Personalrat auf der Matte.

Auch etwas befremdlich: Im Jahr 1998 mit “E-Mail for you” war der "anonyme-Chatfreunde-Plot" echt unschlagbar. 2025 ist er aber langsam auserzählt. Vor allem, weil er IMMER auf dieselbe Art abläuft. Sie schreiben seit DREI Jahren, ohne Austausch von Infos, sind dadurch BESTE Freunde, dann checkt ER, dass sie sich im echten Leben kennen, er wartet auf den richtigen Zeitpunkt für die Wahrheit, sie findets vorher raus und dann ist DRAMA. Und natürlich ist das alles NIE auf den ersten zehn Seiten vorhersehbar.
In diesem Fall wirkt der Trope sogar, als sei er nachträglich noch in die Story eingeflochten worden, um den obligatorischen 3-Act-Breakup schreiben zu können.

Fazit: Ein sehr buntes Cover, das mich ohne den vielversprechenden Klappentext nicht angesprochen hätte. Einen Klappentext, der nicht hält, was er verspricht.
Und einen Schreibstil, der zu viel will und zu wenig transportiert.
Eben wie das Frühstücksfernsehen.
Wir nehmen uns wichtiger, als wir tatsächlich sind, wir unterhalten nebenher, aber man käme auch ohne uns aus.

Danke an netgalley für das Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Wie weit noch?

Love Sick
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Mama, wie weit noch?
Nein, dieses Buch ist keine nostalgische Erinnerung an Urlaubsreisen nach Italien im vollgestopften Familienauto, mit zwei Geschwistern links und rechts, und dem Beutel mit Muttis ...

Mama, wie weit noch?
Nein, dieses Buch ist keine nostalgische Erinnerung an Urlaubsreisen nach Italien im vollgestopften Familienauto, mit zwei Geschwistern links und rechts, und dem Beutel mit Muttis geschmierten Broten auf dem Schoß. Aber es liest sich so. Ein wenig.
Die Ausgangsidee war super, die Vorfreude groß, der Kofferraum ist beladen mit ein paar originellen Wendungen, Schreibstil und Charakterentwicklung – Pardon, die Butterbrote – flutschen. Und trotzdem… Mama, wann sind wir endlich da?
Es zieht sich. Manche Dialoge kehren wieder, wie dieses eine Lied, das zu jeder vollen Stunde im Radio läuft, andere ziehen sich wie die Verkehrsnachrichten am ersten Sommerferienwochenende. Und dann dieser Stau im letzten Drittel, der alles lahmlegt, und dessen Ursache so notwendig ist wie „Stau durch Gaffer“.
Dass ich mich mit dem Setting „Gynäkologie“ nicht unbedingt in mein persönliches Urlaubsparadies manövriert habe, war mir klar. Trotzdem wollte ich dem Buch aufgrund vieler positiver Rezensionen eine Chance geben. Was soll ich sagen: Das Setting kam ungefähr so intensiv zur Sprache wie man über die Kirchtürme der Alpendörfer spricht, an denen man vorbeifährt, wenn man auf den Gotthardtunnel zusteuert. Also so gut wie nicht. Dafür sind verwirrend viele andere Autos, Pardon, Nebenfiguren auf der Straße unterwegs.
„Der Weg ist das Ziel“ ist bei diesem Buch also NICHT das passende Motto, das Ziel trotzdem schön, denn (Spoiler): Sie kriegen sich.
Danke an @netgalley.de für das Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Souveräner zweiter Band

The Darlington - Ethan & Grace
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Dieses Buch macht Spaß, auch wenn es mit einem schlimmen Schicksalsschlag für Protagonistin Grace beginnt. Man fühlt sofort mit, wie sie von ihren KollegInnen wie ein rohes Ei behandelt wird, tut weh (auch ...

Dieses Buch macht Spaß, auch wenn es mit einem schlimmen Schicksalsschlag für Protagonistin Grace beginnt. Man fühlt sofort mit, wie sie von ihren KollegInnen wie ein rohes Ei behandelt wird, tut weh (auch wenn sie es nur gut meinen) und Ethans Reaktion bei ihrer ersten Begegnung ist im Kontrast dazu so lieb, dass man den unsympathischen Typen aus Band 1 sofort ins Herz schließt. Das passiert auch Grace sehr schnell, was in diesem Band aber deutlich glaubwürdiger geschieht, als in Band 1. Ich fand die zwei zusammen ein sehr stimmiges Paar. Auch die Rahmenhandlung bleibt spannend und nimmt Fahrt auf, mit einigen überraschenden Wendungen. Parallel dazu fiebert man auch mit Grace’ eigener “Ermittlung” mit, die in Sachen Spannungsfaktor, Aufbau und Plottwisteinsatz zwar überhaupt nicht neu ist, aber dennoch so angelegt wurde, dass man das Buch über mehrere Stunden nicht weglegen kann.
Danke an @netgalley.de für das Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Solider Auftakt

The Darlington - Henry & Kate
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Solide, aber teilweise unrealistisch und trotzdem bleibt es nicht lang im Gedächtnis. Die soziale "Kluft" zwischen den beiden Hauptfiguren ist zu groß, ihr Aufeinandertreffen, Kennenlernen, Sich-Verlieben ...

Solide, aber teilweise unrealistisch und trotzdem bleibt es nicht lang im Gedächtnis. Die soziale "Kluft" zwischen den beiden Hauptfiguren ist zu groß, ihr Aufeinandertreffen, Kennenlernen, Sich-Verlieben dafür zu banal, um diese Kluft glaubhaft überwinden zu können. Ich hab mich immer wieder gefragt - wieso mögen die sich noch gleich? Sie wirken wie zwei Fremde, die am Ende befreundete Fremde sind, die zwischendurch mal im Bett gelandet sind, wobei das dann wieder unnötig ausführlich zwei Kapitel lang beschrieben wird. Mehr Mut zu Close-Door-Romanen! Die Rahmenhandlung hingegen macht Spaß, man freut sich auf die weiteren zwei Bücher, deren ProtagonistInnen weitaus interessanter scheinen.
Danke an @netgalley.de für das Rezensionsexemplar!

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