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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.05.2020

Verhalten der Protagonisten eher fraglich - schöne Wendungen!

Rebel Heart
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Nach dem super fiesen Cliffhanger im ersten Band war ich nun umso gespannter auf die Fortsetzung von Gia und Rush’s Geschichte. Die Autorinnen lassen den Leser in „Rebel Heart“ zum Glück auch nicht lange ...

Nach dem super fiesen Cliffhanger im ersten Band war ich nun umso gespannter auf die Fortsetzung von Gia und Rush’s Geschichte. Die Autorinnen lassen den Leser in „Rebel Heart“ zum Glück auch nicht lange warten, denn der zweite Band knüpft direkt an den Ersten an.

Auch in der Fortsetzung wird das Thema Familie sehr groß geschrieben. Es gibt sehr viele Situationen, denen Gia und Rush gegenüberstehen, die mit ihrer Familie zusammenhängen. Hier wird nicht von der typischen „Bilderbuchfamilie” erzählt, sondern die Autorinnen haben einen sehr realistischen Weg gefunden, die beiden Familien darzustellen. Vom jüngsten Mitglied der Familie, welches sich als Sorgenkind entpuppt, bis zum kaltherzigen Halbbruder, ist alles vertreten. Dieser Aspekt macht die Geschichte nicht nur super abwechslungsreich, sondern zeigt auf, dass keine Familie perfekt ist, auch wenn es nach außen hin so scheint.

Gia’s erste Reaktionen auf die Wahrheit waren für mich absolut verständlich und nachvollziehbar. Wenn ich mir auch nur ansatzweise vorstelle in ihrer Haut zu stecken, könnte ich sofort in Panik verfallen. Aus diesem Grund zolle ich ihr auch meinen größten Respekt, dass sie Anfangs relativ „gelassen“ an diese Offenbarung herangetreten ist.

Doch im Verlauf der Geschichte war für mich ein Punkt erreicht, wo mir das Verständnis für die Beiden ausgegangen ist. Wie sich Gia und Rush auch vollkommen unabhängig voneinander verhalten, war für mich teilweise echt fragwürdig. Nachdem Rush die Wahrheit über Gia und seinen Bruder erfahren hat, ging es irgendwann nur noch darum, wie er sich mit der Situation fühlt und wie er damit zurechtkommt. Natürlich steht außer Frage, dass die Wahrheit für ihn ein großer Schock gewesen ist, doch bei dieser ganzen Thematik ist mir Gia immer wieder unter gegangen.

Schließlich muss nicht nur Rush mit dieser Offenbarung zurechtkommen, sondern auch Gia, die genauso ahnungslos war, wie er. Doch wer gehofft hat, sie würde für sich und ihre Meinung kämpfen, hat weit gefehlt. Es ging die ganze Zeit immer wieder nur um Rush’s Gefühle und seinen Gemütszustand. Und da kann ich Gia’s Reaktionen einfach nicht verstehen, denn ein bisschen Egoismus gehört dazu und sei es zum Selbstschutz. Mal ganz davon abgesehen, dass ich Rush irgendwann nur noch gerne an den Schultern gepackt und mal ordentlich durchgeschüttelt hätte.

Im Verlauf hatte ich immer öfter das Gefühl, dass die Geschichte eine ganz falsche Perspektive und der Konflikt von Gia und Rush eine ganz falsche Basis einnimmt. Immer wieder kam es mir so vor, als wenn Gia einen großen Fehler gemacht hätte und sich nun bei Rush Gutstellen müsste, um diesen Fehler irgendwie wieder gut zu machen, damit Rush ihr verzeiht. Und das entspricht überhaupt nicht dem eigentlichem Geschehen, weshalb diese Darstellung für mich falsch und etwas fehl gegriffen war.

Durch dieses ganze hin und her zog sich die Thematik somit irgendwann in die Länge. Manchmal habe ich das Gefühl gehabt, als hätten die Autorinnen diesen einen Punkt verpasst, an dem sie alles hätten auflösen können. So wurden manche Passagen sehr langatmig und es war einfach alles etwas zu viel des Guten. Zu viel Drama, zu viel Unsicherheit und zu viele Gedanken. Dadurch ging irgendwann die Spannung verloren, weil ich mir von Seite zu Seite einfach nur gedacht habe: Wann löst sich dieser ganze Konflikt endlich auf?

Ein großer Pluspunkt war die ein oder andere unerwartete Wendung, die die Geschichte eingenommen hat. Gerade in Bezug auf Rush’s Familie habe ich so eine Überraschung eher nicht erwartet, weshalb ich mich umso mehr darüber gefreut habe.

Ebenfalls rührend war Rush’s Verhalten gegenüber Gia in Bezug auf das ungeborene Kind, wenn man einmal vom Vater absieht. Rush war immer für die Beiden da, hat ihnen trotz des Konfliktes jeden Wunsch von den Lippen abgelesen und hat sich wirklich liebevoll um sie gekümmert. Damit konnte er bei mir einiges retten, da er durch sein ganzes Verhalten und seine Reaktionen sehr viele Pluspunkte verloren hat.

Während ich am Anfang des ersten Bandes super begeistert von den Protagonisten war und mich sehr gut mit diesen identifizieren konnte, musste ich in der Fortsetzung leider nicht nur einmal den Kopf schütteln. Die charakterliche Entwicklung von Gia ging für mich in die vollkommen falsche Richtung und auch Rush hat mich schwer enttäuscht. Für mich hätten die Autorinnen sehr viel retten können, wenn sich die Thematik nicht ausschließlich auf die Beiden konzentriert hätte. Es waren im Verlauf verschiedene Ansätze da, die man hätte weiter ausbauen und ausführen können. Dadurch hätte die Geschichte noch abwechslungsreicher gestaltet werden können.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 02.05.2020

Eine sehr tiefgründige Botschaft!

Als ob du mich siehst
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Bei „Als ob du mich siehst“ handelt es sich um das aller erste Buch, was ich von Michelle Schrenk gelesen habe, weshalb ich umso gespannter auf ihre Geschichte war.

Die Erzählperspektive war für mich ...

Bei „Als ob du mich siehst“ handelt es sich um das aller erste Buch, was ich von Michelle Schrenk gelesen habe, weshalb ich umso gespannter auf ihre Geschichte war.

Die Erzählperspektive war für mich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, da die Geschichte aus der Gegenwart erzählt wird. Da mir diese Erzählform bis jetzt noch nicht allzu häufig begegnet ist, war es für mich anfangs eine extreme Umstellung. Zudem stößt der Leser hier nicht wie üblich auf die Bezeichnung „Mann“ und „Frau“, sondern auf „Mädchen“ und „Junge“, was mich anfangs sehr gestört hat. Für mich sind die Protagonisten mit einundzwanzig Jahren schon erwachsen, weshalb ich diese Bezeichnung als unpassend empfunden habe. Aufgrund dessen habe ich den Roman eher als Jugendbuch eingestuft, was jedoch nicht den Tatsachen entspricht.

Schon das erste Kapitel, welches für mich eher als Prolog fungiert, lässt vermuten, dass Elisa in ihrer Vergangenheit sehr viel Schlechtes erleiden musste. Ihre Gedanken schweifen immer wieder in die besagte Vergangenheit ab, wodurch sich oftmals ein Gedankenkarusell entwickelt. Doch durch ihre Vergangenheit hat sie nicht nur enorme Probleme mit sich selbst, sondern auch mit Anderen. Ihr fällt es sehr schwer, von ihren Mitmenschen Hilfe anzunehmen, was mir manchmal etwas zu verbissen vorkam. So kam ich immer wieder zu der Frage: Was hat sie erlebt und erleiden müssen?

Mit ihrer Rückkehr nach Nürnberg versucht Elisa ihr Leben umzukrempeln und einen Neuanfang zu wagen. Dieser Schritt ist sehr mutig und zeugt davon, dass sie etwas ändern möchte. Um sich selbst zu unterstützen, aber auch in gewisser Weise zu schützen, hat sie sich einen Plan zurecht gelegt. Anfangs war ich von diesem Plan auch echt begeistert, doch irgendwann hatte ich auch das Gefühl, dass sie ihn dazu nutzt, für bestimmte Dinge Ausreden zu finden.

Es gab einige Situationen, in denen ich Elisas Verhalten einfach nicht nachvollziehen und gutheißen konnte. Gerade in Bezug auf Joan wirkte ihr Verhalten auf mich des Öfteren eher unangemessen und überzogen, worüber ich nur den Kopf schütteln konnte. Ich möchte damit nicht sagen, dass ich Elisas Erlebnisse nicht verstehe oder nachvollziehen kann, doch es wurde mir irgendwann etwas zu viel, wodurch mir mein Verständnis für sie etwas verloren gegangen ist.

Richtig schön fand ich die Thematik der Sterne, die in dem Buch des Öfteren behandelt wurde. Die Sterne haben für Elisa eine sehr besondere Bedeutung und schweben somit über der ganzen Geschichte. Sie stehen als Sinnbild für viele Dinge in ihrem Leben und dieser Aspekt gibt der Geschichte noch mal einen ganz besonderen Flair.

Die neue Mitbewohnerin von Elisa fand ich von Anfang an super sympathisch. Die Beiden verstehen sich auf Anhieb sehr gut, da Louisa ein sehr offener und unvoreingenommener Mensch ist. Sie hinterfragt manche Situationen und Verhaltensweisen in genau den richtigen Momenten und ist immer für Elisa da. Doch sie ist nicht einfach nur eine Freundin für Elisa. Die Autorin hat mit ihr einen Nebenstrang erschaffen, der parallel zu Elisas und Joans Geschichte verläuft. Dadurch wirkte die Geschichte direkt viel abwechslungsreicher, da sie sich so nicht nur auf die beiden Protagonisten konzentriert hat.

Doch auch die anderen Nebencharaktere waren richtig toll ausgearbeitet. Der Leser hatte die Möglichkeit, Jass und Kale „wiederzusehen“ und auch deren Freunde. Man merkte in jeder einzelnen Zeile sofort die Liebe und das Herzblut für jeden einzelnen Charakter, denn sie existieren nicht einfach nur nebenher, sondern greifen ins Geschehen mit ein und sind daran beteiligt.

Auch wenn ich meine Probleme mit Elisa hatte, habe ich großes Mitleid mit ihr und ihrer Situation empfunden. Dieses Buch birgt eine sehr tiefe Botschaft und behandelt ein Thema, welches ich in der Form noch nie zuvor gelesen habe. Im Verlauf der Geschichte überkam mich immer wieder eine Gänsehaut. Vor allem, als immer und immer mehr ans Licht kam, was Elisa und Joan in ihrer Vergangenheit erlebt haben. Am Ende war ich sogar den Tränen nahe, so sehr hat mich das Schicksal der Beiden berührt..

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.05.2020

Die Protagonisten konnten mich absolut überzeugen!

Rebel Soul
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Eigentlich gehe ich in meinen Rezensionen nur sehr selten auf das Cover ein, doch hier muss ich es einfach. Das Cover von „Rebel Soul“ hat mich sofort umgehauen, als ich es zum ersten Mal auf den sozialen ...

Eigentlich gehe ich in meinen Rezensionen nur sehr selten auf das Cover ein, doch hier muss ich es einfach. Das Cover von „Rebel Soul“ hat mich sofort umgehauen, als ich es zum ersten Mal auf den sozialen Kanälen gesehen habe. Daraufhin habe ich mir die Leseprobe durch gelesen, welche mich schon von der ersten Seite an Fesseln konnte. So habe ich mich mit großer Freude auf eine typische New Adult Geschichte eingestellt, da ich die damit verbundenen Klischees liebe. Ich bin nun mal eine hoffnungslose Romantikerin. Um so schnulziger eine Geschichte ist, umso mehr gefällt sie mir.
Die Protagonisten Gia und Rush sind einfach cool. Vor allem Gia ist sehr aufgeschlossen, nimmt kein Blatt vor den Mund und konnte mich deshalb total begeistern. Vor allem ihre ungestüme Art. Nicht nur einmal hatte ich das Gefühl, dass sie erst redet und dann denkt, wodurch ich mich direkt sehr gut mit ihr identifizieren konnte.
Auch wenn Rush von den Autoren wahrscheinlich als typischer Badboy dargestellt werden sollte, habe ich das von Anfang an überhaupt gar nicht so empfunden. Die Beiden haben sich direkt von Anfang an sehr gut verstanden und Rush war Gia gegenüber sehr offen und ehrlich. Oft hat er selbst zugegeben, dass er ihr gegenüber einfach nichts geheim halten kann, sondern das Bedürfnis hat, ihr alles von sich zu erzählen.
Zudem war es toll, dass diese typischen Klassifizierungen im Hinblick auf den gesellschaftlichen Stand und die Reichtümer nicht, wie so oft, genutzt wurden. Zwar ist Rush unfassbar wohlhabend und Gia eine mittellose Autorin, doch Rush ist, genau wie Gia, unter ganz normalen mittelständischen Umständen aufgewachsen. Er weiß, was es bedeutet, wenn man Geldsorgen hat und um jeden Cent kämpfen muss. So kann er die Nöte von Gia auch sehr gut nachvollziehen. Des Weiteren merkt man seine Bodenständigkeit auch daran, wie er mit seinen Mitarbeitern umgeht. Zwar ist er ein sehr strenger Chef, doch ihm sind die Zufriedenheit und die guten Arbeitsbedingungen seiner Mitarbeiter sehr wichtig. Das zeigt mir deutlich, dass er nicht nur auf Geld aus ist.
Spannend waren auch die familiären Hintergründe von Rush, da er sich mit seinem Vater und seinem Halbbruder überhaupt nicht versteht. Diese beiden sind das genaue Gegenteil von Rush und bei allem und jedem nur auf Geld aus. Doch mit seiner Art kann er den beiden immer sehr gut die Stirn bieten, auch wenn sie ihm ständig das Gefühl geben, nur eine lästige Fliege zu sein. Ihm werden immer wieder einige Vorurteile angehängt, doch diese interessieren ihn nicht die Bohne.
Während des Lesens gab es unglaublich viele Momente, wo ich mich kaputt lachen musste. Vor allem das erste Aufeinandertreffen von Gia und Rush war toll ausgearbeitet und unglaublich witzig gestaltet. Dieses Szenario konnte mich so überzeugen, dass das weitere Lesen für mich eine reine Freude war. So habe ich das Buch innerhalb eines abends beendet.
Der Schreibstil der Autorinnen ist typisch New Adult Roman. Ich habe es nicht umsonst in einer Nacht durch gelesen, die Seiten flogen einfach so dahin. Der Roman an sich ist nicht allzu anspruchsvoll, es war locker und leicht geschrieben. Natürlich dürfen die erotischen Szenen auch nicht fehlen, doch es hätten ruhig ein zwei Szenen mehr sein können. Die Wendung, die die Geschichte einnimmt fand ich einfach fantastisch. Es ist zwar nicht einzigartig und etwas sehr besonderes passiert, doch es hat sehr gut zu der gesamten Geschichte gepasst und dadurch schlägt die Geschichte noch mal eine ganze andere Richtung ein.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.05.2020

Eine Thema mit einer tiefen Botschaft!

The Right Kind of Wrong
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Das Buch „The Right Kind of Wrong“ hat mich schon aufgrund der Thematik sehr neugierig gemacht. Aus dem Klappentext geht hervor, dass die Protagonistin unter Panikattacken leidet, was für mich direkt einen ...

Das Buch „The Right Kind of Wrong“ hat mich schon aufgrund der Thematik sehr neugierig gemacht. Aus dem Klappentext geht hervor, dass die Protagonistin unter Panikattacken leidet, was für mich direkt einen persönlichen Bezug hergestellt hat. Darüber hinaus erwartet den Leser eine richtig süße Liebesgeschichte, die mich tief berühren konnte.
Dadurch, dass ich selbst viele Erfahrungen mit Panikattacken habe, konnte ich mich sehr gut in die Gefühlswelt der Protagonistin Zoe hineinversetzen. Wenn mich jemand fragt, gestaltet es sich für mich immer sehr schwierig, die richtigen Worte zur Beschreibung einer Panikattacke zu finden. Was für Gefühle gehen damit einher? Was für Gedanken hat man in diesen Momenten? Was macht man in diesem Moment wirklich durch? Hierbei handelt es sich um keine sichtbare Erkrankung, sondern es findet alles nur im Kopf der jeweiligen Person statt. Jennifer Bright hat für diesen Umstand genau die richtigen Worte gefunden. Besser könnte ich diese Gefühlsempfindungen nicht in Worte fassen. Bei jedem gelesenen Satz zu diesem Thema habe ich immer mit den Kopf genickt und sehr viele Parallelen zu mir selbst gefunden.
Die Protagonistin Zoe ist für mich eine ganz starke Person. Sie ist sehr loyal und mutig, lässt sich von niemandem etwas gefallen und versucht, sich durchzusetzen. In ihrem jungen Leben musste sie schon sehr viel aushalten, hat sich jedoch trotzdem zu einer tollen Persönlichkeit entwickelt. Den Umgang mit ihren Panikattacken zolle ich meinen größten Respekt, da sie sich davon nicht einschüchtern oder unterkriegen lässt. Fast wirkt es, als würde sie an jeder einzelner nur noch mehr wachsen. Ich kann nachvollziehen, dass sie ihre Erkrankung nicht mit der ganzen Welt teilen möchte. Aber wie sich vertrauensvoll erst ihrer Freundin Kate und im Anschluss auch Noah mitteilt, finde ich einfach toll.
Mir ist es nicht besonders schwer gefallen, diesen Roman in einem Rutsch durchzulesen. Die Geschichte ist nicht zu anstrengend oder anspruchsvoll geschrieben, sondern eher locker und leicht. Es ist einfach ein tolles Buch für zwischendurch, was jedoch eine sehr tiefgreifende Botschaft vermittelt.
Auch wenn ich die Autorin nicht persönlich kenne, kann es mir des Öfteren so vor, als hätte sie sehr viele Charaktereigenschaften von sich selbst in die Geschichte mit eingebracht. Es ist schwer in Worte zu fassen, aber manchmal hatte ich das Gefühl durch die geschriebenen Zeilen auch der Autorin näher zu kommen und diese kennen zu lernen. Und diesen Aspekt finde ich wirklich wundervoll, da mich das Buch so noch mehr packen konnte.
Das einzige Manko an der Geschichte war, dass es mir gegen Ende hin alles ein bisschen zu schnell ging. Während die Geschichte immer einem leichten und gemütlichen Rhythmus gefolgt ist, hat sich das zum Ende hin komplett geändert. So hätte ich mir ein paar Seiten mehr gewünscht, die mir von der Zukunft der Protagonisten erzählen..

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.04.2020

Nichts für schwache Nerven!

All Saints High - Die Prinzessin
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Schon das Cover und der Klappentext von „All Saints High“ haben es mir richtig angetan. Als ich dann gesehen habe, dass man sich für die Leserunde bei der Lesejury bewerben kann, war ich direkt Feuer und ...

Schon das Cover und der Klappentext von „All Saints High“ haben es mir richtig angetan. Als ich dann gesehen habe, dass man sich für die Leserunde bei der Lesejury bewerben kann, war ich direkt Feuer und Flamme.

Die Leseprobe hat mich sehr neugierig auf die Geschichte von Daria und Penn gemacht, obwohl ich mir aufgrund dessen etwas ganz anderes vorgestellt habe. Im Prolog lernt der Leser die Protagonistin Daria als vierzehnjährigen Teenager kennen, die scheinbar mit dem typischen Problemen eines Teenagers zu kämpfen hat. Ihre Reaktionen sind sehr von Gefühlen geleitet, weshalb ich mich nicht nur einmal gefragt habe, ob ich sie hassen oder lieber bemitleiden sollte. So habe ich versucht mich zu erinnern, wie ich mich mit vierzehn Jahren verhalten habe. Einfach, um sie besser zu verstehen zu können.

Mit der Protagonistin Daria hat die Autorin einen sehr vielfältigen Charakter erschaffen, der verdeutlicht, dass es immer zwei Seiten gibt. Eine Seite, die man nach außen hin zeigt und der Allgemeinheit offenbart. Und eine Seite, die hinter die Fassade blickt und die wirklichen Gefühle preisgibt. Dafür gibt es für mich fast kein besseres Beispiel als Daria.

Zu Beginn wirkt sie sehr oberflächlich und verwöhnt. Ihre Freundinnen und sie machen durch die verschiedensten Sprüche deutlich, was sie von Menschen halten, die nicht den gleichen Lebensstandard haben, wie sie selbst. Dadurch werden die sozialen Unterschiede in der Geschichte immer wieder verdeutlicht.

Doch blickt man einmal hinter die Fassade von Daria merkt man, was sich hinter ihrem Verhalten verbirgt. Ihre familiären Verhältnisse und auch das dauerhafte Konkurrenzdenken haben sie scheinbar abgestumpft und lassen sie immer wieder Dinge tun, die sie selbst zutiefst erschüttern.

Daria trägt sehr viele Geheimnisse mit sich herum. Die meisten waren für mich weitestgehend nachvollziehbar, doch im Verlauf der Geschichte offenbart sich ein Umstand, der mich fast etwas verstört hat. Ich war absolut schockiert, doch gleichzeitig auch sehr neugierig, welche Umstände zu diesem Verhalten geführt haben. Ich würde diese Idee der Autorin als sehr speziell bezeichnen, doch gibt sie der Geschichte nochmal eine ganze bestimmte Note, weshalb ich diesen Aspekt nicht als negativ deklarieren kann.

„All Saints High“ ist für mich das erste Buch der Autorin. Doch wie ich in der Leserunde erfahren habe, basiert diese Reihe auf der „Sinners of Saint“-Reihe. Gerade für die Leser, die die Bücher von L.J. Shen schon vorher verschlungen haben finde ich es toll, dass sie mit den Charakteren quasi in die Zukunft reisen können. Der Leser kann nachvollziehen, wie sich die ursprünglichen Charaktere entwickelt haben und lernt in dieser Reihe deren Kinder kennen. Auch wenn ich die Reihe nicht kenne, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die Fehler, die Daria und Co. machen, damals schon von ihren Eltern auf eine ähnliche Weise begangen wurden. Schließlich wachsen sie ebenfalls in einem scheinbar sorgenlosen Umfeld auf und ihnen fehlt es an nichts. Doch wie ich schon sagte, es gibt immer zwei Seiten.

Ein Riesen großer Pluspunkt für mich war, dass sich die Geschichte nicht ausschließlich auf die Liebesgeschichte von Daria und Penn konzentriert hat. Der Fokus ging in sehr viele verschiedene Richtungen, behandelte aber keine typischen oder klischeehaften Probleme des Erwachsenwerdens. Nach und nach wird deutlich, mit wie vielen Baustellen sich Daria schon in ihren jungen Jahren befassen muss. Manchmal hätte ich sie mir selbst gerne einmal geschnappt und sie in den Arm genommen, da sie mir in manchen Momenten von Herzen leid getan hat.

Die gesamte Geschichte wird von einer eher derben und schmutzigen Sprache beherrscht. Am Anfang empfand ich es als gewöhnungsbedürftig, doch es wirkte absolutes authentisch, da es zu den Jugendlichen und ihren Verhaltensweisen gepasst hat. Die Autorin versteht sich sehr gut darin, die Gefühlswelt jeder einzelnen Figur zu beschreiben. So ist es mir überhaupt nicht schwer gefallen, mich in die Protagonisten hineinzuversetzen. So konnte ich Daria und Penn jeden einzelnen Gedanken und deren Folgen in vollen Maße abnehmen und in gewisser Weise verstehen.

Aufgrund dessen, dass ich die „Sinners of Saint“ Reihe nicht gelesen habe, waren mir die meisten Charaktere fremd. So empfand ich die vielen verschiedenen Personen, die schon zu Beginn auf einen einwirken, etwas erdrückend. Mir ist es schwer gefallen, die verschiedenen Charaktere dem jeweils Anderen zuzuordnen und in Verbindung zu bringen. Eine kurze Übersicht oder vielleicht ein Stammbaum zum Anfang oder Ende des Buches hätte mir da schon geholfen. Dazu kam, dass sich die Charaktere manchmal mit dem Vornamen, öfters aber auch mit dem Nachnamen angesprochen haben.

Alles in Allem ist „All Saints High“ eine für mich sehr besondere Geschichte mit sehr vielen Facetten. Ich konnte so viele verschiedene Charaktere kennen und lieben lernen, weshalb ich die Folgebände fast kaum noch abwarten kann.

  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl