Zauberhaft magische Reise
Was sich als unscheinbares Ramen-Restaurant in den Gassen von Tokio ausgibt, ist in Wahrheit ein Pfandhaus der besonderen Art. Dort können bereute Entscheidungen gegen Seelenfrieden eingetauscht werden. ...
Was sich als unscheinbares Ramen-Restaurant in den Gassen von Tokio ausgibt, ist in Wahrheit ein Pfandhaus der besonderen Art. Dort können bereute Entscheidungen gegen Seelenfrieden eingetauscht werden. Hana soll das Geschäft von ihrem Vater Toshio übernehmen, doch als sie an ihrem ersten Tag im Laden ankommt, ist dieser verwüstet und ihr Vater verschwunden. Sie weiß, dass das nichts Gutes bedeuten kann. Sie muss ihn finden! Begleitet wird sie dabei von dem jungen Wissenschaftler Keishin, der sich nicht abschütteln lässt. Gemeinsam begeben sie sich auf eine abenteuerliche Reise, die ihnen beiden mehr als ein Geheimnis offenbaren wird ...
Water Moon ist eines dieser Bücher, bei denen man am Anfang überhaupt nicht kommen sieht, was die Geschichte noch mit sich bringen wird. Das einen Magie spüren lässt, zum Staunen bringt, und am Ende immer wieder überrascht.
In Hanas Welt ist alles für jeden vorherbestimmt. Der ganze Weg liegt zu Beginn des Lebens bereits fest. Eine Tatsache, an der Hana versucht sich festzuklammern, obwohl sie innerlich merkt, dass ihre Bestimmung nichts für sie ist.
Keishin ist als Wissenschaftler immer auf der Suche nach Antworten. So auch, als er Hana in ihre Welt begleitet. Doch im Laufe der Zeit muss er zwei Dinge feststellen: Nicht alles lässt sich rational erklären. Und manche Antworten will man vielleicht auch gar nicht wissen.
Beide waren zu Beginn eher mysteriös für mich, und trotzdem sofort sympathisch. Ich habe sie wirklich gern durch das Buch begleitet.
Was als Suche nach Toshio, Hanas Vater, beginnt, wird eine abenteuerliche, verzauberte Reise durch Hanas Welt und eine Art Selbstfindung für die zwei Hauptcharaktere. Die Welt ist dabei wirklich magisch, auf eine Art und Weise, die sich nur schwer erklären lässt. Es gibt keine typische Fantasymagie, Elementarzauber, Hexensprüche oder sonstiges. Sie besteht einfach aus vielen unerklärlichen, zauberhaften Dingen. Aus Papierwelten, einer Traumbrücke, schwebenden Märkten, Hoffnungen, die als Sterne an den Himmel gebracht werden, aus mit Tinte auf die Haut geschriebene Vorhersagen, aus Pfützen, die einen an andere Orte bringen. Klingt wild? So fühlte es sich aber gar nicht an. Man musste sich am Anfang ein bisschen für die Magie dieses Buches öffnen, aber dann kann man einfach auf der Welle mitreisen.
Natürlich ist nicht alles nur schön, es gibt Gefahren, es gibt Verfolger und es gibt einige aufgedeckte Geheimnisse, die mich wie auch die Protagonist*innen erschüttert haben. Hana und Keishin kommen an ihr Ziel, aber auf ganz andere Weise, als erwartet.
Was ich außerdem wirklich sehr mochte: Es steckten so unfassbar viele Weisheiten in dem Buch, und die fühlten sich niemals belehrend, sondern immer in den natürlichen Fluss des Buches eingewebt an. Traurige Weisheiten, augenöffnende Weisheiten. Auch welche zum Schmunzeln. Man könnte echt viel aus dem Buch zitieren.
Das mag jetzt alles etwas kryptisch formuliert sein, aber mehr kann ich auch einfach nicht sagen, ohne zu spoilern. Und manche Magie muss man einfach selbst lesen, weil sie sich nicht eine kurze Zusammenfassung packen lässt.
Für mich wars ein besonderes Buch, das mir viel Spaß gemacht hat. Ich liebe es, wenn sich die Wucht eines Buches erst nach und nach entfaltet und ich am Ende denke: Wow. Das hab ich mal so gar nicht kommen sehen. Empfehlung von mir!
5 Sterne