Ein Wort: intensiv.
Das Cover ist so wunderschön! Der Kontrast zwischen Licht und Dunkelheit, dem tiefblauen Ausschnitt wie aus dem Sternenhimmel, zusammen mit den weißen Blüten und den hellen Akzenten ist so abwechslungsreich ...
Das Cover ist so wunderschön! Der Kontrast zwischen Licht und Dunkelheit, dem tiefblauen Ausschnitt wie aus dem Sternenhimmel, zusammen mit den weißen Blüten und den hellen Akzenten ist so abwechslungsreich gestaltet, wie es auch die Handlung ist: mit Höhen und Tiefen, Lichtblicken und auch etwas Düsternis.
Als Pixie an ihrem zwölften Geburtstag von einem Schaumstoffpfeil getroffen wird, lernt sie ihren neuen Nachbarn Gaze kennen, der mit seinem Vater in ihr Viertel gezogen ist. Pixie nimmt sich seiner an, unterstützt Gaze und zeigt ihm ihre Welt. Aus einer Mitternachtsbegegnung entwickelt sich eine starke Freundschaft, die jedes Problem überwindet und durch Hindernisse wächst. Selbst wenn die Welt ihnen den Rücken kehrt, Pixie und Gaze halten zusammen. Als Gaze etwas schlimmes zustößt, steht Pixie vor einer schweren Entscheidung, die ihr ganzes Leben für immer verändern wird. Doch liebt sie Gaze genug, um ihn gehen zu lassen?
Pixie Rae ist eine liebenswürdige, aufgeschlossene, immer anderen helfende und weltoffene Protagonistin, die schon als Kind früh lernen musste, erwachsen zu werden. Mich beeindruckt ihre Art, denn sie ist so selbstständig und aufmerksam, wie sie sich um ihre erschöpfte Mutter kümmert, sich selbst versorgt und auch Gaze eine gute Freundin ist. Sie ist so voller Lebensfreude und Optimismus, dass es sehr Spaß macht, die Kapitel aus ihrer Sichtweise zu lesen. Auch wenn sie nachts alleine ist, macht sie mit der Unterstützung von Gaze das Beste daraus und lässt sich von ihrer Angst nicht unterkriegen. Sie ist so stark und das motiviert einen, selbst stark zu sein.
Ihre Mutter arbeitet viel, um genug Geld für ihre bescheidene Wohnung zu verdienen und hat deswegen kaum für ihre Tochter Zeit. Zum Glück passt Gaze auf Pixie auf - und andersherum -, denn Gaze Vater verhält sich auch nicht so, wie ein Elternteil sich verhalten sollte. Er hat keine einfache Kindheit mit einem Alkoholiker als Vater, der auch seinem Sohn gegenüber gewalttätig werden kann. Aber trotzdem liebt und umsorgt der zwölfjährige Gaze ihn, genau wie Pixie um ihre überarbeitete Mutter, und das zeigt, wie loyal die beiden Kinder sind. Leider kann ich manchmal nur nicht wirklich nachvollziehen, warum der abwesende Gaze im Verlaufe der Handlung so gegenüber Pixie handelt und das hat mich leider gestört, vor allem weil ,,Drowning In Stars" ein wirklich mitreißendes Buch ist und der Lesefluss dadurch bedauerlicherweise ins Stocken gerät.
Für mich sind Pixie und Gaze trotzdem ein insgesamt perfektes Team. Sie ergänzen einander und verstehen sich auch ohne Worte. Pixie begleitet ihn in den Park und während er gegen die anderen Teenager spielt, liest sie im Schatten ein Buch. Und wenn sie gehen, genießen sie zusammen den Abend. Ihre Fenster sind immer füreinander offen.
Die Autorin schafft es, genau die richtige Stimmung mit den richtigen Worten zu vermitteln, ohne es zu übertreiben oder es als unwichtig darzustellen, sodass man diese dunkle Vorahnung hat, dass etwas schlimmes geschehen wird. Das macht das Schreiben aus, mit Worten Gefühle zu vermitteln. Und Debra Anastasia schafft das perfekt!
Die Themen, die in diesem Buch dargestellt werden, sind erschreckend real und ich kann soviel schon vorweg sagen: Gut und fesselnd geschrieben, abwechslungsreich, auch etwas spannend, aber was darin passiert, ist einfach nur schrecklich! Das Buch ist definitiv intensiv und keine leichte Lektüre. Doch tatsächlich dauert es eine Weile, bis die Handlung an Fahrt auf nimmt, dann etwas abschwächt, aber sich zum Ende die Ereignisse mit schwindelerregender Geschwindigkeit häufen. Wen das nicht stört und sich eine Friends-to-lovers-Geschichte mit erschreckendem Realitätsbezug wünscht, der hat sein nächstes Buch gefunden!