Cover-Bild Roxy
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16,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Fischer Sauerländer
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 448
  • Ersterscheinung: 23.02.2022
  • ISBN: 9783737361200
  • Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Neal Shusterman, Jarrod Shusterman

Roxy

Ein kurzer Rausch, ein langer Schmerz | Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2023
Pauline Kurbasik (Übersetzer), Kristian Lutze (Übersetzer)

Als Isaac der überirdisch schönen Roxy begegnet, zieht sie ihn sofort in ihren Bann. Er fühlt sich lebendig wie nie, alles ist leicht und nichts scheint unmöglich. Isaac ahnt nicht, dass Roxy kein normales Mädchen ist, sondern eine Droge, hergestellt in einem Labor, um die Menschen von ihrem Schmerz zu befreien. Und Millionen Menschen lieben sie dafür. Doch das ist Roxy nicht genug. Sie will beweisen, wie tödlich sie ist. 

Neal und Jarrod Shustermans neuer Fantasy-Thriller über ein hochaktuelles Thema: die im wahrsten Sinne toxische Liebesgeschichte zwischen Mensch und Droge - schillernd & gefährlich.

Erzählt aus der Perspektive der Droge - Stell dir vor, Drogen wären Menschen wie du und ich ... Was würden sie fühlen, denken und wovon würden sie heimlich träumen?

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.03.2022

Ein erschreckend reales Drogendrama!

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Genau wie schon der Apokalypse-Thriller "Dry" ist "Roxy" wieder als Gemeinschaftsprojekt von Neal und dessen Sohn Jarrod Shusterman entstanden. Neal Shusterman ist in den letzten Jahren mit seinen beiden ...

Genau wie schon der Apokalypse-Thriller "Dry" ist "Roxy" wieder als Gemeinschaftsprojekt von Neal und dessen Sohn Jarrod Shusterman entstanden. Neal Shusterman ist in den letzten Jahren mit seinen beiden Reihen "Vollendet" und "Scythe" sowie dem Sozialthriller "Game Changer" in meine persönliche Hall-of-Fame eingezogen und hat bewiesen, dass er ein absoluter Meister in Sachen Dystopien für junge Erwachsene ist. Kein Wunder also, dass ich nach dem Lesen des Klapptextes annahm, dass es sich auch bei "Roxy" um eine Science-Fiction-Geschichte handelt, in denen im Labor gezüchtete Menschen drogengleich ihre Opfer verführen. Diesen Eindruck unterstreicht auch das schillernde, futuristische Cover, auf dem sich eine künstliche, in blau-violettes Licht getauchte Frauenfigur mit kinnlangen Haaren und metallischer Haut von einem schwarz-glänzenden Hintergrund abhebt. Auf ihrem ausgestreckten Finger steht die Silhouette eines Mannes, der in den schwarzen Abgrund blickt, während eine Frau mit wehenden Haaren auf ihn zuläuft.


Erste Sätze: "Ich bin kein Superheld. Aber ich kann dich vor denjenigen retten, die das von sich behaupten. Ich bin kein Zauberer. Aber ich habe die Macht, die Toten wieder aufstehen zu lassen. Manchmal zumindest. Und nie oft genug."


Schon nach wenigen Sätzen landete ich dann aber hart auf dem Boden der Tatsachen und erkannte, dass Cover, Klapptext und meine Vorerfahrung mit dem Autor mich auf eine falsche Fährte geführt haben. Denn statt eines futuristischen Fantasy-Thrillers erzählen die beiden Shustermans hier von einem erschreckend realen Drogendrama, dessen fantastischer Zusatz eher metaphorisch verstanden werden kann. Die Grundidee ist dabei so simpel wie originell: um der Entstehung einer Sucht auf den Grund zu gehen erwecken die beiden Autoren hier die bekanntesten Drogen zum Leben und lassen sie als gottähnliche Persönlichkeiten mit eigenen Interessen, Plänen und Eigenschaften, also als handelnde Figuren in der Geschichte auftreten. Jede der vorgestellten chemischen Substanzen hat dabei einen Namen und eine fest zugeteilte Aufgabe, die diese jedoch nicht alle ernst nehmen. Statt sich auf den Bereich zu konzentrieren, für diesen sie im Labor erschaffen wurden, haben es sich manche Drogen zum Ziel gemacht, Menschen zu verführen, ihre Opfer an höhergestellte Drogen weiterzureichen oder bis in den Tod zu begleiten.


Roxy: "Wir sind die Schrittmacher und im Augenblick bin ich diejenige, die den Takt angibt Es gibt keine bessere Zeit, um ich selbst zu sein."


Diese Personalisierung von chemischen Substanzen scheint zunächst befremdlich, funktioniert aber bei näherem Hinsehen ganz wunderbar, ohne Drogen allgemein zu dämonisieren oder die Eigenverantwortung der Menschen herunterzuspielen. Es bleibt zu jedem Zeitpunkt klar, dass es im Endeffekt die Menschen sind, die die Substanzen zu sich einladen, ihnen die Tür öffnen und Entscheidungen treffen, die sie deren Verführungen aussetzen. Dennoch wird auf sehr eindrückliche Art und Weise verdeutlicht, wie tückisch und verführerisch Drogen wirken, welche sozialen Faktoren bei der Entstehung einer Sucht eine Rolle spielen und welch verheerende Wirkung sie auf das menschliche Denken und Verhalten haben können.


Isaac: "Sein Fuß braucht die Tabletten nicht mehr, aber der Rest von ihm. Und dieser Rest wird nicht aufhören, ihm das vor Augen zu halten. Die roten Lichter des Krankenwagens blitzen auf seinem Gesicht auf, während die Alarmglocken in seinem Kopf schrillen. Denn das Leben, das er sich so sorgfältig aufgebaut hatte, ist komplett vom Kurs abgekommen und driftet in eine völlig unbekannte Richtung."


Die beiden Autoren nutzen dabei bildhafte Metaphern und generieren zusätzlich zu ihren vermenschlichten Drogen eine schillernde Parallelwelt, sodass die Grenze zwischen Realität und Fantasie an vielen Stellen stark verschwimmt. So wird die einsetzende Wirkung einer Substanz zu einem goldenen Fahrstuhl, der Drogentrip zu einer strahlenden Party in der Lounge über den Wolken und die Süchtige selbst zum "Plus-Eins" der dort wie Götter lebenden Drogen. Wenn der Trip ihrer Zielpersonen zu entgleisen droht, nehmen die Drogen ihn oder sie mit in die "VIP-Lounge", aus welcher es nur selten eine Wiederkehr gibt. Eine Figur kann also gleichzeitig weggetreten in einem verlassenen Crackhaus auf einer gammligen Matratze liegen und auf der "Party" um sein Leben tanzen. Diese teilweise verwirrende Überlappungen von Ort, Zeit und Wirklichkeit spiegeln die Wirkung der Drogen auf interessante und treffende Art und Weise wider.


Roxy: "Ich wandele wie benommen durch die Party und merke, dass die Ausgelassenheit in den Hintergrund tritt und ich stattdessen sehe, was unsere menschlichen Opfer sehen: Crack-Häuser und Hinterhöfe. Einsame Zimmer und Toilettenkabinen, Orte, an denen sie mit uns verkehren. Diese Szenen sind immer präsent, doch es ist so leicht, sie unsichtbar zu machen, wenn man sich auf die Party konzentriert. Wer sieht den Schmutz auf der Fensterscheibe, wenn dahinter eine derart spektakuläre Aussicht liegt?"


Organisiert sind die Drogen in Familienclans, welche den großen Klassen der Pharmazie entsprechen - Halluzinogene, Schmerzmittel und Aufputschmittel - und in den vorderen Leselaschen graphisch dargestellt sind. Diese Übersicht über die "Familienclans der Drogen" ist auch dringend notwendig, um durchgängig zu verstehen, welche Droge hinter welcher Person steckt und zu welcher Klasse gehört. Zwar sind manche Namen wie "Al" (Alkohol), Mary Jane (Marihuana), Molly (MDMA) oder Crys (Crystal Meth) recht selbsterklärend, bei anderen wie zum Beispiel "´Lude" (Methaqualon), "Phineas" (Morphium) oder "Charly und Dusty" (Kokain) braucht man aber ein bisschen Hilfe, um am Ball zu bleiben. Besonders im Vordergrund der Geschichte stehen dabei "Roxy" (Oxycodon, ein Schmerzmittel aus der Klasse der Opioide) und "Addison" (Adderall, ein Aufputschmittel, das bei ADHS verschrieben wird), welche mit einer Wette die Rahmenhandlung der Geschichte definieren: Aus dem Wunsch nach Größe und Anerkennung ihrer jeweiligen "Vorgesetzten" möchten beide beweisen, wie tödlich sie sein können und wetten deshalb, dass sie einen Menschen ganz ohne Hilfe stärkerer Substanzen in den Ruin treiben können.


Addison: "Lass uns zusammen rausgehen und der Welt in den Arsch treten." Ivy öffnet die Augen, resigniert, regeneriert. Sie schnappt sich ihren Rucksack und eilt nach unten, um sich fertig zu machen. Ich muss einfach bewundern, was sie für einen starken Willen hat. Aber meiner ist stärker."


Als Opfer haben sich die beiden die Geschwister Ivy und Isaac Ramey ausgesucht. Durch diese Wette und den Prolog, in dem wir aus der Sicht des Opiod-Antagonisten Naloxon (ein Notfallmedikament, das von Rettungskräften bei einer akuten Vergiftung oder Überdosis eingesetzt wird) miterleben, wie ein Leichensack mit der Aufschrift "Ramey, I." aus einem verlassenen Haus getragen wird, ist also von der ersten Seite an klar, dass die Geschichte kein gutes Ende haben wird. Offen bleibt hingegen, welchen der beiden Geschwister es erwischen wird. Da die Namen der beiden Hauptprotagonisten beide mit einem "I" beginnen und ebenfalls beide im Verlauf der Geschichte in Kontakt mit unterschiedlichen Drogen kommen, kann man bis zum Ende kaum sagen, wessen Schicksal es ist, in diesem Leichensack zu enden. Die Gewissheit, dass das Ringen der beiden ein schlechtes Ende nehmen wird in Zusammenhang mit der Frage, welchen der beiden es kostet, generiert eine Spannung, die kaum auszuhalten ist und dafür sorgt, dass man weiterliest, auch wenn im Mittelteil auf der reinen Handlungsebene nicht viel passiert.


Ivy: "Das Medikament ist technisch gesehen ein Aufputschmittel, das einen entwässert und den Hunger hemmen kann. Keine große Sache. So lautet in diesen Tagen ihr Motto. In der Schule übertrifft sie sich selbst, wie könnte sie sich beschweren?"


Wohlwissend, dass ich mich auf einen dunklen Weg mit den beiden begebe, der für mindestens einen von ihnen kein gutes Ende nimmt, habe ich versucht, mich beim Lesen emotional von Ivy und Isaac zu distanzieren. Der Schreibstil der beiden Shustermans machte dieses Vorhaben aber leider unmöglich. Je mehr ich versucht habe, mich nicht zu sehr emotional mitreißen zu lassen, desto intensiver wurde ich in den Bann der Geschichte gezogen. Mit Ivy und Isaac haben wir zwei sehr vielschichte und lebensechte Figuren, die deine eigenen Nachbarn sein könnten und deren Geschichte deshalb auch sofort zugänglich und nachvollziehbar ist. Während die beiden Geschwister trotz ihrer teilweise fragwürdigen Handlungen also klare Sympathieträger sind, hat man es mit Addison und Roxy schon schwerer. Mit der Zeit konnte ich mich aber immer besser auf die Idee einlassen und in die beiden hineinfühlen. Sehr interessant fand ich, dass die Persönlichkeiten von Roxy und Isaac sowie von Ivy und Addison im Laufe der Handlung immer mehr miteinander verschmelzen. So wird dargestellt, wie der Einfluss von Drogen die Persönlichkeit verändern kann. Gleichzeitig lösen die Geschwister jedoch auch in ihren jeweiligen Drogen etwas aus. Addison können wir dabei zusehen, wie er zunehmend mit seinem Gewissen kämpft, während bei Roxy vor allem deren emotionale Beziehung zu Isaac im Vordergrund steht.


Roxy: "Wie ist es, ich zu sein? Es ist wild. Es ist frenetisch. Es ist überlebensgroß auf einer überdimensionierten Skala. Dennoch kam mir auf die Frage das Wort einsam in den Sinn, und selbst das ist nur die Spitze des Eisbergs. Das Wort, das nun an dieser steht, sagt alles. Nicht erfüllend."


Bei der angedeuteten Liebesgeschichte von Roxy und Isaac werden - genau wie bei manch anderen Aspekten der Handlung (z.B. Roxys Ausflug auf das "Dach") - die Grenzen der Realität für meinen Geschmack etwas zu stark überstrapaziert. Auf diese, zwar sehr kreativen, der Dramaturgie zuträglichen Stellen, hätte ich gerne verzichten können, wenn stattdessen noch einige konkrete Informationen und eine genauere Einordnung der einzelnen Wirkstoffe vorgenommen worden wäre. Ich hatte aufgrund meines sachlichen Vorwissens keine Verständnisschwierigkeiten, kann aber schlecht einschätzen, wie die Geschichte auf LeserInnen mit weniger Vorwissen wirkt. Fest steht für mich jedoch, dass eine etwas sachlichere Herangehensweise aus meiner Sicht mehr Mehrwert gehabt hätte als die Ausführung des Familiendramas der Drogen.

Nichtdestotrotz ist "Roxy" definitiv ein lehrreiches Buch in mehrerlei Hinsicht. Neben dem verbesserten Überblick über die Klassen und Wirkweisen von Drogen werden zwei wichtige Botschaften auf sehr eingängige Art und Weise vermittelt. Als erstes räumen die beiden Autoren mit Vorurteilen über Drogensucht auf und machen klar, dass die Sucht eine heimtückische Krankheit ist, die einen in jedem Milieu, in jeder Familie und jeder Lebenssituation kalt erwischen kann. Und zweitens wird hier immer wieder betont, wie wichtig es ist, aufmerksam zu sein, die Anzeichen zu kennen und richtig zu reagieren. Um den Blickwinkel des Romans etwas zu erweitern, das Voranschreiten der Handlung jedoch nicht zu behindern, werden zwischen den einzelnen Kapiteln Intermezzos aus der Sicht von anderen Drogen, die hier nicht direkt vorkommen, deren Machenschaften jedoch alle in gewisser Weise mit der Geschichte in Verbindung stehen, eingeflochten. Zusätzlich sind zu Beginn der Kapitel durch fett gedruckte Buchstaben kleine Botschaften versteckt, was zu dieser verschachtelten, komplizierten, entrückten Geschichte wunderbar passt. Besonders hier fällt auf: Statt wie viele andere Anti-Drogen-Bücher im Rundumschlag alle Drogen als böse zu verurteilen oder ein plumpes Negativbeispiel zu liefern, versucht das Vater-Sohn-Autorenduo den Missbrauch von Drogen und verschreibungspflichtigen Medikamenten von verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. In welchen Kontexten bieten Drogen Chancen? Welche zerstörerische Abgründe tun sich jedoch auch auf? In der Logik von "Roxy" also: welche Droge ist unser Freund, welche unser Feind, welche beides? Welche verstrickt uns in toxische Romanzen...? Welche setzt ihre Macht gegen uns ein?


Ivy: "Man sagt, es könnte die CIA gewesen sein oder vielleicht die Chinesen", verkündete Tess. "Ich behaupte nicht, dass es so war; es ist nur das, was mag sagt." Es ist dasselbe namenlose man, das behauptet, Impfungen wären eine Form der Gedankenkontrolle durch die Regierung und die Welt würde heimlich von Echsenmenschen beherrscht. Für Ivy ist es bloß ein Beweis dafür, dass die Idiotie sich bester Gesundheit erfreut."


Ganz nach dem Untertitel "Ein kurzer Rausch, ein langer Schmerz" wird zwar der Drogenrausch als exklusiver Club, als schillernde Erfahrung dargestellt, die dem gegenüberstehende Düsternis und Darstellung des Schmerzes, garantiert jedoch ausreichend, dass man beim Lesen mehr abgeschreckt als fasziniert wird. Emotional hat die Geschichte bei mir beim Lesen deshalb vor allem viele ungute Gefühle wie Bedrückung, Angst, Unruhe, Wut, Ekel und Entsetzen ausgelöst. Besonders die sehr wahrheitsgetreue Darstellung eines Entzugs hat mich sehr mitgenommen. Stellenweise wollte ich sogar gar nicht mehr weiterlesen, da ich ja genau wusste, dass das Ende weh tun wird. Diese Annahme hat sich dann schlussendlich auch erfüllt. Neben dem Schmerz und der Tragödie bleibt vor allem das drängende Gefühl, dass diese hätten verhindert werden können und der Wunsch, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen. "Roxy" mag also vielleicht kein besonders schönes Leseerlebnis sein, aber definitiv eines, das zum Nachdenken anregt, emotional mitnimmt und dem Thema gerecht wird.



Fazit:


Auch wenn "Roxy" in eine ganz andere Richtung ging, als ich zunächst angenommen hatte, wurden meine Erwartungen an die Geschichte haushoch übertroffen. Neal und Jarrod Shusterman haben nicht nur eine originelle Grundidee gesellschaftskritisch und intelligent zu einem spannenden Fantasy-Thriller umgesetzt, sondern schildern dabei auch noch sehr eindrücklich und wahrheitsgetreu den Weg in eine Sucht.

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Veröffentlicht am 05.03.2022

Einzigartig. Unvergleichlich. Genial.

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Leseerlebnis :
Roxy ist wieder einmal ein Buch, das mich sprachlos zurück gelassen hat und mich nicht loslässt. Mein Leseerlebnis war unheimlich intensiv und ich habe die 448 Seiten an einem normalen Wochentag ...

Leseerlebnis :
Roxy ist wieder einmal ein Buch, das mich sprachlos zurück gelassen hat und mich nicht loslässt. Mein Leseerlebnis war unheimlich intensiv und ich habe die 448 Seiten an einem normalen Wochentag durchgesuchtet.
Ich kann kaum beschreiben, wie sehr mich dieses Buch eingenommen und bewegt hat, wie tief es an meinen Emotionen gerüttelt hat.
Dieses Buch ist ein Aufschrei, ein Weckruf und gleichzeitig eine Warnung.
Für mich definitiv mal eine sinnvolle Schullektüre ab der 8. Klasse, die das Thema Drogen und toxische Beziehung sehr gut beleuchtet ohne das man das Gefühl hat, dass der erhobene Finger geschwungen wird.
Roxy hat einfach alles, was ein gutes Buch braucht. Man weiß schon am Anfang, wie das Buch endet. Nichtsdestotrotz hat man durchweg die Hoffnung, dass es sich ändert.
Ich habe noch nie etwas Vergleichbares gelesen und bin voller Begeisterung. Kategorisiert wird dieses Buch als Fantasy-Thriller, was zwar stimmt, aber dem ganzen nicht gerecht wird.
Das Shusterman- Autorenduo hat mich wirklich umgehauen. Der Schreibstil ist flüssig, packend und unheimlich präsent. Ich habe alles am eigenen Leib fühlen können. Beeindruckend.
Allein die Grundidee ist grandios und genauso ist sie umgesetzt.
Fazit :
Lest dieses Buch!

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Veröffentlicht am 01.03.2022

Die letzte Party

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Isaac ist ein ehrgeiziger Teenager, der große Ziele in seinem Leben hat und sie auch erreichen kann. Nach einem Zwischenfall, bei dem er sich verletzt, lernt er Roxy kennen. Sie macht ihn so glücklich ...

Isaac ist ein ehrgeiziger Teenager, der große Ziele in seinem Leben hat und sie auch erreichen kann. Nach einem Zwischenfall, bei dem er sich verletzt, lernt er Roxy kennen. Sie macht ihn so glücklich und gleichzeitig schmerzfrei wie noch nie in seinem Leben. Er tut alles dafür, mit ihr zusammen bleiben zu können. Doch Roxy ist kein echtes Mädchen, sondern eine Droge, erschaffen in einem Labor um Schmerzen zu nehmen. Doch sie kann noch so viel mehr, als nur das.

Schon allein das Cover hat so anziehend auf mich gewirkt, dass ich die Geschichte unbedingt lesen musste. Es verspricht ein Abenteuer, eine Party und wirkt doch sehr düster, genau wie Roxy, eine der Hauptprotagonisten im Buch.

Auch der Schreibstil hat mich von Anfang an gefesselt und begeistert. Die Emotionen wurden so gut rüber gebracht, dass es mir an manchen Stellen eine Gänsehaut beschert hat.

Eine weitere Besonderheit ist, dass im Text jedes Kapitels einzelne Buchstaben hervorgehoben sind, die eine zweite Überschrift ergeben.

Auch die Protas waren sehr originell und unvergleichlich.

Isaac hat in seinem Leben große Ziele und das Potenzial, diese auch zu erreichen. Er ist ein toller Freund und großer Bruder, der alles tut um sie zu schützen. Nur gegen Roxys Anziehungskraft kommt er nicht an.

Roxy ist die Droge OxyContin. Sie lebt für den Moment, erledigt ihren Job, Menschen den Schmerz zu nehmen, sehr gewissenhaft. Aber damit gibt sie sich nicht immer zufrieden, denn sie will mehr. Mehr Aufmerksamkeit, mehr Intimität und mehr Liebe.

Neben Isaac und Roxy gibt es noch die Hauptprotagonisten Ivy und Addison (Adderall) und auch ihre Geschichte ist sehr intensiv.

Roxy ist ein Buch, dass dir den Atem raubt und deinen Puls beschleunigt. Es lässt dich in dunkle Abgründe blicken und feiert mit dir die schillerndsten Partys und ehe du es merkst, bist du süchtig danach. Ich kann es wirklich sehr empfehlen.

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Veröffentlicht am 25.02.2022

Schockierend und Fesselnd

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Wer mich kennt, der weiß: Ich vertraue Neal und Jarrod Shusterman blind, was die Geschichten angeht. Und gerade bei sensiblen Themen kann ich mich immer darauf verlassen, dass die Bücher tief gehen und ...

Wer mich kennt, der weiß: Ich vertraue Neal und Jarrod Shusterman blind, was die Geschichten angeht. Und gerade bei sensiblen Themen kann ich mich immer darauf verlassen, dass die Bücher tief gehen und den Kern erfassen. Deshalb war ich so gehyped auf Roxy. Deshalb bin ich mal wieder völlig hin und weg. Wer jetzt denkt: „Das sagt sie doch nur wieder, weil das ihr Lieblingsautor ist.“, den kann ich beruhigen. Denn tatsächlich habe ich mich anfangs etwas schwer getan.

Das liegt aber unser Anderem daran, dass ich den Klappentext etwas anders eingeschätzt habe und den englischen auch als passender empfinde. Es geht nämlich nicht nur um Roxy (also Oxycontin) und Isaac. Auch Isaacs Schwester Ivy, die aufgrund von ADHS Adderall, welches im Buch vom Charakter Addison verkörpert wird, verschrieben bekommt, spielt eine große Rolle. Während Roxy also beweisen will, wie tödlich sie ist, möchte Addison ebenfalls etwas beweisen, nämlich dass er mehr ist, als nur der Good Guy. Deshalb hatte ich mit so viel geballter Realität gar nicht gerechnet und musste mich etwas von meiner Vorstellung lösen.

Als Belohnung bekam ich dann aber wieder geballte Shusterman-Power. Die beiden schaffen es, ihre Botschaft rüberzubringen und mit den Drogen als Persönlichkeiten geben sie denen ein Gesicht. Dadurch wird alles sehr gut veranschaulicht. Isaac und Ivy sind aber ebenfalls sehr interessante Charaktere und das Buch vermittelt, durch welche Wege und Ereignisse man in diesen Drogen-Strudel geraten kann. Ich finde, dass dadurch auch Klischees und Vorurteilen entgegen gewirkt wird. Die Autoren zeigen sowohl das schlechte als auch das gute Ende, sodass die Gefahren durch Drogenkonsum gut hervorgehoben werden, aber trotzdem auch Hoffnung gemacht wird, was meiner Meinung nach auch nicht vergessen werden darf.

In Roxy haben noch mehr Drogen ihren Platz und so habe ich selbst auch noch sehr viel rumgegoogelt und mich weitergebildet, was dieses Thema betrifft. Es ist schon schwierig zu einem Buch mit sensiblen Thema eine Rezension zu schreiben, das Buch selbst zu schreiben und die passenden Worte zu finden ist noch viel schwieriger. Doch je mehr ich gelesen habe, desto mehr hat mich die Idee und der Gedanke überzeugt. Gerade das Ende hat mich sehr sprachlos gemacht und alles, was ich vorher noch als Kritikpunkt hatte, hat sich aufgelöst.

Fazit: Ein sensibles Thema, aber genau deshalb ist es so wichtig, dass darauf aufmerksam gemacht wird. Gerade weil es auch Unterschiede zwischen den Ländern gibt, wie mit medizinischen Drogen verfahren wird, ist es noch interessanter. ich könnte über dieses Thema und das Buch wohl ein eigenes Buch schreiben 😀 Aber von mir bekommt Roxy eine dicke Leseempfehlung. Lest es bitte mit Bedacht, allerdings haben die Autoren auch daran gedacht und einen kleinen Text dazu geschrieben 🙂

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Veröffentlicht am 07.12.2024

Ein kurzer Rausch, ein langer Schmerz....wie passend

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Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;)



" Vollendet" und " Scythe" fand ich schon klasse und auch hier klang der Klappentext einfach wieder sehr vielversprechend so dass das Buch ohne die Meinungen ...

Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;)



" Vollendet" und " Scythe" fand ich schon klasse und auch hier klang der Klappentext einfach wieder sehr vielversprechend so dass das Buch ohne die Meinungen abzuwarten einziehen durfte.

Ich mag den Schreibstil des Autors echt gerne, denn er ist schnörkellos, rasant und irgendwie immer wieder eindringlich. Die Geschichte wird aus mehren Perspektiven erzählt am Anfang des Kapitels mit dem jeweiligen Namen klar ersichtlich deklariert.

Das Besondere des Buches ist, dass einer der Hauptcharaktere " Roxy" eine Droge ist und zwar Oxycodon. Die Darstellung fand ich äusserst gelungen ja unheimlicher weise schon nahezu authentisch. Isaac ein weiterer wichtiger Protagonist, für mich eigentlich schon irgendwie die Hauptperson der Story empfand ich nachvollziehbar beschrieben, seine Schwester Ivy verblasste daneben fast ein bisschen.

Es tummeln sich noch viele weitere Personen oder eben Drogen, weshalb ich zeitweise doch etwas den Überblick verloren habe und des öfteren einen Blick auf den Stammbaum am Anfand des Buches werfen musste.

Die Idee zusätzlich aus der Sicht der Drogen zu erzählen und ihnen ein Gesicht zu geben finde ich einfach genial. Kann mir aber auch gut vorstellen, dass dies nicht jeden Leser ansprechen wird. Gut möglich, dass ich etwas vorbelastet bin, da ich mit der Thematik Sucht leider im engsten Familienkreis konfrontiert worden bin. Jedenfalls haben mich mehrere Stellen wahnsinnig berührt, ich habe mir Sätze markiert oder konnte oft nur zustimmend nicken.

Ich finde das Buch sollte Pflichtlektüre an Schulen werden, denn es veranschaulicht ohne erhobenen Zeigefinger....

.....wie schnell man doch in die Fängen der Drogen gerät, wie verführerisch dich diese Substanzen umgarnen und bevor du dich versiehst bist du schon der Sucht verfallen.

Ich vergebe hiermit 4,5 Sterne

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