Cover-Bild Immergrün
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21,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Pfaueninsel
  • Themenbereich: Belletristik - Exil, Migration
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 02.03.2026
  • ISBN: 9783691310030
Ruth Olshan

Immergrün

Roman

Mit den Urnen ihrer Mutter und Großmutter im Kofferraum reist Ruth nach Litauen, um sie in der lang verlorenen Heimat der Familie beizusetzen. Auf der endlosen Fahrt erinnert sie sich an ihre Kindheit nach der Emigration in den siebziger Jahren: Erst in Israel und später in West-Berlin beginnt ein neues Leben, geprägt von Sprachschwierigkeiten, Überlebenskunst und den Hürden der Bürokratie. Die Mutter, einst gefeierte Sängerin, ringt mit Depressionen; Ruth wünscht sich Normalität - und findet Halt in Musik und Sport. IMMERGRÜN ist ein Roman über Exil, Neubeginn und die leise Kraft der Kunst im Schatten großer Umbrüche.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2026

Eine bewegende Familiengeschichte

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„Immergrün“ von Ruth Olshan ist kein klassischer Roman mit stringenter Handlung und Spannungsbogen. Vielmehr wirkt das Buch wie eine lose Aneinanderreihung von Erinnerungen, Episoden und Gedanken aus dem ...

„Immergrün“ von Ruth Olshan ist kein klassischer Roman mit stringenter Handlung und Spannungsbogen. Vielmehr wirkt das Buch wie eine lose Aneinanderreihung von Erinnerungen, Episoden und Gedanken aus dem Leben der Ich-Erzählerin. Wer eine durchkomponierte Erzählstruktur erwartet, könnte enttäuscht werden.

Im Mittelpunkt steht eine Familie aus Litauen, die in Deutschland offenbar nie wirklich angekommen ist. Zwischen Anpassung und innerer Distanz entsteht eine spürbare Schwermut, die sich durch das gesamte Buch zieht. Statt neue Wege einzuschlagen oder aktiv nach Veränderung zu suchen, verharren die Figuren in einer Art resignativer Haltung gegenüber ihren Lebensumständen. Besonders deutlich wird das bei der Mutter. In Litauen schlug sie eine Laufbahn als Sängerin ein. Ihr innerer Konflikt, nun in Deutschland nicht gesehen zu werden und den Verlust ihrer früheren Identität als Sängerin in der Sowjetunion verkraften zu müssen, prägt die Atmosphäre des Romans stark. Die psychische Erkrankung der Mutter erscheint als Folge dieser Entwurzelung und des Gefühls, ihre künstlerische Stimme verloren zu haben. Diese Passagen gehören zu den emotional stärksten Momenten des Buches.

Allerdings erschweren wiederkehrende Gedankensprünge und ein teils fragmentarischer Stil die Lektüre. Übergänge wirken mitunter abrupt, manchmal erschließen sich Zusammenhänge nicht immer sofort. Dies verstärkt den Eindruck eines Erinnerungsstroms statt einer ausgearbeiteten Romanhandlung.

Insgesamt ist „Immergrün“ ein melancholischer Roman, der weniger durch äußere Handlung wirkt. Die innere Handlung der Ich-Erzählerin steht im Vordergrund. Wer eine dichte, psychologisch geprägte Familiengeschichte schätzt und sich auf eine eher lose Struktur einlassen kann, wird in diesem Buch berührende Momente finden. Leserinnen und Leser, die eine klare Dramaturgie bevorzugen, könnten es jedoch als zu sprunghaft empfinden.

Ich persönlich bin nicht richtig warm geworden mit den Figuren. Sie wirkten distanziert und ich hatte manchmal den Eindruck, dass sich die Figuren als Opfer ihrer Umstände sahen.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Interessantes Thema, die Umsetzung hat mich persönlich aber leider nicht ganz abgeholt

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„Immergrün“ ist ein Roman von Ruth Olshan. Es gibt primär zwei Erzählstränge in dem Buch - zum einen über Ruths Aufwachsen und ihre Familiengeschichte (samt Emigration, West-Berlin, Herausforderungen und ...

„Immergrün“ ist ein Roman von Ruth Olshan. Es gibt primär zwei Erzählstränge in dem Buch - zum einen über Ruths Aufwachsen und ihre Familiengeschichte (samt Emigration, West-Berlin, Herausforderungen und Erkrankung ihrer Mutter) sowie über Ruths Reise nach Litauen mitsamt der Urnen ihrer Mutter und Großmutter.
Eine bewegte Familiengeschichte, die auch viele Tiefpunkte beinhaltet. Einzelne Erinnerungen, die eher distanziert erzählt werden, reihen sich aneinander - und werfen Fragen zum Beispiel nach Heimat, Emigration und Kindeswohl auf. Ich stelle es mir wirklich komplex vor, die eigene Familiengeschichte zu verschriftlichen und zu veröffentlichen. Thematisch fand ich das Buch daher wirklich interessant - die Umsetzung hat mich aber leider ein wenig ratlos zurückgelassen und ich bin beim Lesen nicht so ganz warm mit der Geschichte geworden.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Schwieriges Leben

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Die Autorin beschreibt ihre eigene Kindheit, aufgewachsen in Israel und Berlin, wo sie auch als Erwachsene noch lebt. Sie beschreibt ihre Kindheit und das Leben ihrer Mutter, das geprägt ist von Heimweh ...

Die Autorin beschreibt ihre eigene Kindheit, aufgewachsen in Israel und Berlin, wo sie auch als Erwachsene noch lebt. Sie beschreibt ihre Kindheit und das Leben ihrer Mutter, das geprägt ist von Heimweh nach Litauen, Trauer um die vergangene Karriere, Zerwürfnissen mit Ruths Vater und der Schwierigkeit in Deutschland Fuß zu fassen. Ruth muss sich bereits früh mit diesen Problemen auseinandersetzen.
Die Vergangenheit zieht an Ruth auf der Reise nach Litauen vorbei, wo sie auf Wunsch ihrer Mutter nach deren Ableben die Urne und die der Großmutter im Familiengrab beisetzen lässt.

Leider habe ich nicht wirklich in das Buch hineingefunden. Ich fand es schwierig, am Ball zu bleiben. Die Autorin huscht durch ihr Leben und das ihrer Angehörigen mit einem gewissen Abstand. Ich habe Ruths Eltern z.B. als laut, streitsüchtig und wenig lebenstüchtig wahrgenommen, was sicherlich so nicht gewollt ist. Von dem Buch hatte ich mir mehr versprochen.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Spannende Geschichte mit skurrilem Ansatz und recht eigenem Erzählstil

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Grundsätzlich ist dies ein spannendes Buch mit skurrilem Ansatz. Die Autorin fährt mit zwei Urnen im Gepäck von Deutschland nach Litauen, darüber kann man schon ein Buch schreiben.

Unterwegs denkt sie ...

Grundsätzlich ist dies ein spannendes Buch mit skurrilem Ansatz. Die Autorin fährt mit zwei Urnen im Gepäck von Deutschland nach Litauen, darüber kann man schon ein Buch schreiben.

Unterwegs denkt sie über das Leben ihrer Mutter nach und erinnert sich auch an ihre Kindheit, die nicht sehr glücklich war.

Ihre Mutter war Vida Vaitkuté, eine Sängerin, ein Superstar in Litauen in den 60er Jahren. Es zog sie erst nach Russland, dann nach Israel und schließlich mit Mann und Kind nach Deutschland. Das klingt hoch spannend, darüber würde man sehr gerne mehr erfahren. Leider ist das nur der Rahmen. Hauptsächlich erzählt die Autorin von ihrer eigenen Kindheit in Deutschland mit Eltern, die sich entwurzelt fühlen und einer Mutter, die daran verzweifelt, ein schillerndes Leben hinter sich gelassen zu haben.

Die Erzählweise ist eigen, streckenweise poetisch, wirkt aber distanziert. Während das Ambiente kunstvoll beleuchtet wird, bleiben die Figuren vage und die Handlung geht zügig dahin. Es wirkt wie ein Leben im Schnelldurchlauf, mehr die Zusammenfassung einer Geschichte als eine Geschichte.

Im letzten Drittel, wenn die kleine Ruth 14 ist, eskaliert die Situation, da wird es tatsächlich sehr berührend. Fast meint man, das ist die eigentliche Geschichte, sie hatte nur ein ziemlich langes Vorspiel, nur kommt dann auch noch ein üppiges Nachspiel.

Am Ende habe ich das Gefühl, an einer spannenden Familiengeschichte geschnuppert zu haben, wirklich kennengelernt habe ich dabei niemanden. Das ist ein bisschen schade, weil das Thema eigentlich viel hergibt.

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