Für mich leider der schwächste Fitzek
Lange Zeit war Sebastian Fitzek mein Go-To-Autor, wenn es um Psychothriller geht. Ich habe seine früheren Werke wie "Der Augensammler" oder "Passagier 23" geliebt, weil sie so spannend und atmosphärisch ...
Lange Zeit war Sebastian Fitzek mein Go-To-Autor, wenn es um Psychothriller geht. Ich habe seine früheren Werke wie "Der Augensammler" oder "Passagier 23" geliebt, weil sie so spannend und atmosphärisch sind, doch die letzten Jahre haben mich seine Bücher immer mehr enttäuscht. Auf "Das Kalendermädchen" habe ich mich aber sehr gefreut, da ich vorab das Notrufprotokoll aus dem ersten Kapitel auf Fitzeks Instagram-Profil gelesen und direkt Gänsehaut hatte.
Der Schreibstil hat mit wie gewohnt sehr gut gefallen, da er sehr flüssig und atmosphärisch ist und ich sofort im Geschehen war. Außerdem waren mir mit Olivia und Valentina die Protagonstinnen der beiden Erzählstränge sehr sympathisch und ich mochte es, mehr über sie zu erfahren.
Bereits nach den ersten Kapiteln hatte ich unzählige Fragezeichen im Kopf und war komplett verwirrt – was per se etwas Gutes ist. Durch die verschiedenen Erzählstränge und auch -zeiten ist die Spannungskurve für mich aber sehr flach geblieben. Zwar gibt es die für Fitzek typischen Cliffhanger am Ende vieler Kapitel, allerdings wurde dann meist die Perspektive gewechselt, wodurch sich keine wirkliche Spannung aufgebaut hat.
Hinzu kommt, dass es für meinen Geschmack zu viele Logikfehler und unrealistische Momente gibt. Ob die Pille danach, die es so in dieser Form vor 21 Jahren noch gar nicht gab, die Szene im Krankenhaus oder auch das Verhalten Julians in der kompletten Story – es gab einfach so viel, was vorne und hinten nicht gepasst hat und mir das Gefühl gegeben hat, dass die Geschichte an den Haaren herbeigezogen ist, wodurch ich die Geschichte nicht wirklich genießen konnte.
Sebastian Fitzek ist ein Meister der Cliffhanger und Plot Twists, aber in den letzten Jahren konnte mich keines seiner Werke so wirklich überzeugen. "Das Kalendermädchen" ist für mich leider sein bisher schwächstes Werk.