Cover-Bild Von hier aus weiter
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 256
  • Ersterscheinung: 13.02.2025
  • ISBN: 9783462005684
Susann Pásztor

Von hier aus weiter

Roman

Von zweiten und dritten Chancen im Leben

Nach dreißig Jahren Ehe ist Marlene plötzlich Witwe, doch statt zu trauern, ist sie vor allem wütend. Die Mitglieder ihrer angeheirateten Großfamilie wundern sich über ihr Verhalten, aber Marlene lässt niemanden an sich heran. Bis sie eines Tages einen unerwarteten Mitbewohner bekommt: Jack ist nicht nur ein begnadeter Koch, sondern stellt auch die richtigen Fragen. Und er ist nicht der Einzige, der Marlene noch mal so richtig aus dem Konzept bringt.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2025

Time after time

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Das Buch beginnt mit einer drolligen Szene, in der die Protagonistin Marlene es nicht schafft, die Tür einer Toilettenkabine wieder zu öffnen und sich daher unten drunter rausrobben muss. Gleichzeitig ...

Das Buch beginnt mit einer drolligen Szene, in der die Protagonistin Marlene es nicht schafft, die Tür einer Toilettenkabine wieder zu öffnen und sich daher unten drunter rausrobben muss. Gleichzeitig ist Marlene in Trauer um ihren toten Mann.
Das ist typisch für das Buch, absurde wie ernste Momente zu mischen.

Marlenes Zustand der Wut und Trauer wird detailliert herausgearbeitet. Manche Momente erinnern mich an Daniela Kriens letzte Roman, in der die Hauptfigur auch in Trauer war, allerdings um ihr Kind.
Es kommt in Susann Pasztors Buch jedoch zu einem anderen Aspekt, als eine weitere Figur auftaucht: Jack Habermann, ein ehemaliger Schüler von ihr, jetzt Klempner und momentan obdachlos. Sie nimmt ihn bei sich auf.
Marlene und Jack verstehen sich gut, sie hat jetzt jemand zu reden und Jack ist eine offene, verständnisvolle Person.
Das Buch wird sehr dialogbetont und die Autorin beherrscht das.
Als dritte kommt noch die Ärztin Ida hinzu. Zu dritt fahren sie schließlich nach Wien. Die Unterstützung dieser Freund könnte der Weg zur Heilung sein. Eigentlich zu schön um wahr zu sein, aber es ist ein unterhaltendes Buch.

Veröffentlicht am 13.02.2025

Wenn man mit dem Leben abgeschlossen hat

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Marlens Mann Rolf scheidet nach einer schlimmen Diagnose freiwillig aus dem Leben. Als Arzt hat er Zugang zu den tödliche Medikamenten und kennt sich auch mit der Dosierung aus. Zurück bleiben seine Frau ...

Marlens Mann Rolf scheidet nach einer schlimmen Diagnose freiwillig aus dem Leben. Als Arzt hat er Zugang zu den tödliche Medikamenten und kennt sich auch mit der Dosierung aus. Zurück bleiben seine Frau Marlen und seine drei Söhne aus erster Ehe mit deren Familien. Marlen ist wie betäubt – und wütend. Denn sie und ihr Mann hatten eine Abmachung, an die er sich nicht gehalten hat. Sie schleppt sich durch die Beerdigung und die anschließenden Tage. Der Zorn überdeckt die Trauer, sie ist in einem filigranen Zustand, als ihre Dusche den Geist aufgibt und sie einen Klempner ruft. Jack entpuppt sich als ehemaliger Schüler von ihr, der kurz darauf bei ihr einzieht. Auch die Ärztin Ida, die die Praxis ihres Mannes übernommen hat, schaut vorbei. Ist Marlen deren Sorge anfänglich lästig, so weiß sie es zunehmend zu schätzen. Schließlich erhält sie einen Anruf ihrer Freundin Wally, zu der sie schon lang den Kontakt verloren hat, weil sie weit weg in Wien lebt. Wally hat einen Brief von Rolf, mit dem Auftrag, dass Marlen ihn persönlich in Wien abholen muss. Doch Marlen hat keine Lust, sich auf die lange Reise zu begeben ...

Die Story beginnt mit einer skurril-humorvollen Episode, danach geht es jedoch ernst weiter. Die Autorin versteht es, die Stimmungen ihrer Figuren zu transportieren, sodass sie mir unheimlich nahe kamen und ich mich sofort hineinversetzen konnte. Marlen ist eine interessante vielschichtige Persönlichkeit, deren Wut unterschwellig vorhanden ist. Sie funktioniert äußerlich wie eine Marionette, fühlt sich innen taub. Ich konnte fast jeden Schritt nachempfinden und ihre Handlungen verstehen. Jack, der Klempner, ist nach schwierigen Familienverhältnissen zu einem charakterstarken und unheimlich sympathischen Charakter herangewachsen, mir gefiel seine subtile Hilfe für Marlen. Sein Einzug bei Marlen erfolgt für mich zu rasch. Würde eine alleinstehende Frau einen Mann, den sie lediglich als Schüler kannte, gleich bei sich aufnehmen? Möglich ist alles.
Die Liebesgeschichte zwischen Jack und der Ärztin Ida ist perfekt eingewoben, läuft nebenher und ist doch der Faden, der auch Marlen mit den jüngeren Leuten verbindet.
Der Abschluss ist versöhnlich, die Auflösung unerwartet. Fazit: Das Buch hat mich sehr gut unterhalten und zu großen Teilen nachdenklich gestimmt. Eine absolute Leseempfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 13.02.2025

lakonisch, humorvoll, mit übersinnlichen Elementen

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In „Von hier aus weiter“ widmet sich Susann Pàsztor mit großer sprachlicher Leichtigkeit einem schwierigen Thema, das sich in seiner ganzen Tragweite erst im Laufe des Romans erschließt. Marlenes lakonische, ...

In „Von hier aus weiter“ widmet sich Susann Pàsztor mit großer sprachlicher Leichtigkeit einem schwierigen Thema, das sich in seiner ganzen Tragweite erst im Laufe des Romans erschließt. Marlenes lakonische, trockene Art ließ mich trotz der düsteren Ausgangssituation nach dem Tod ihres Mannes Rolf immer wieder schmunzeln, und auch die anderen Figuren begegnen Marlene erfrischend direkt und unerschrocken. Meistens ziehen sich ja viele Freunde und Bekannte eher zurück, aus Unsicherheit darüber, wie sie mit jemandem umgehen sollen, der gerade seinen Partner oder seine Partnerin verloren hat. Insofern zeigt die Autorin auch, wie heilsam es für die Hinterbliebenen mitunter sein kann, wenn man ihnen weiterhin offen und empathisch, aber ohne Beklemmung begegnet – was sicherlich leichter gesagt als getan ist.

Sehr positiv fand ich, dass die Autorin für Marlenes Situation keine einfache Lösung anbietet, sondern bewusst vieles offen lässt und eher beobachtend schildert. Sicherlich wirkt die Handlung mit Jack, Marlenes ehemaligem Schüler, der spontan bei ihr einzieht und sich in Ida, Rolfs Hausärztin, verliebt, etwas konstruiert, das empfand aber nicht als störend. Im Gegensatz zu den immer wiederkehrenden übersinnlichen Elementen, die ein Eingreifen Rolfs aus dem Jenseits nahelegen. Da ich mit Übersinnlichem absolut nichts anfangen kann, haben diese für mich völlig unnötigen Begebenheiten meinen Lesegenuss leider deutlich geschmälert und führen auch dazu, dass ich leider einen Stern abziehen muss.

Für alle, die sich daran nicht stören, ein sehr lesenswerter Roman.

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Macht Mut zum Weiterleben

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REZENSION – Im neuen Buch von Susann Pásztor (67) mit dem Titel „Von hier aus weiter“, im Februar beim Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen, geht es um Trauer und Abschied nach dem Tod des Partners, ...

REZENSION – Im neuen Buch von Susann Pásztor (67) mit dem Titel „Von hier aus weiter“, im Februar beim Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen, geht es um Trauer und Abschied nach dem Tod des Partners, um das allmähliche Loslassen und den notwendigen Willen zu einem glücklichen Weiterleben. Trotz dieses ernsten Themas, mit dem sich die Autorin bereits in ihrem mit dem Evangelischen Buchpreis prämierten Roman „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ (2017) beschäftigt hat, ist ihr erneut ein wunderbarer Roman gelungen, der es seinen Lesern dank durchgängiger Leichtigkeit ermöglicht, sich mit den Gedanken um Sterben und Tod zu beschäftigen, ohne sich davon bedrücken zu lassen. Stattdessen versucht die Autorin in einer gelungenen Mischung aus Feingefühl und Humor zu zeigen, dass es auch in schwierigsten Lebenssituationen immer einen Ausweg gibt, auf dessen Suche man sich auch auf seine Freunde verlassen sollte.
Im Roman lernen wir die frühere Lehrerin Marlene kennen, die vor 30 Jahren den bereits verwitweten Landarzt Rolf, Vater von drei Söhnen, geheiratet und damit trotz ihres Wunsches nach Unabhängigkeit ihr jahrzehntelanges Single-Dasein aufgegeben hatte. Nun hat der sterbenskranke Rolf den Freitod gewählt. Eigentlich hatte das Paar vereinbart, gemeinsam zu sterben, da Marlene keinen Sinn darin sah, ohne ihren Partner allein weiterzuleben. Doch Rolf hatte ihr im entscheidenden Moment ganz bewusst nur eine zu geringe Dosis des Medikaments verabreicht, so dass sie nach langem Schlaf neben ihrem verstorbenen Mann erwachte. Marlene ist verzweifelt, fühlt sich von Rolf verraten. Statt um ihren Partner zu trauern, ist sie auf ihn wütend, von ihm im Stich und allein gelassen worden zu sein. Sie zieht sich perspektivlos in die Isolation ihres Hauses zurück, verweigert sich allen Kontaktversuchen ihrer erwachsenen Stiefkinder und deren Familien sowie ihrer Freundinnen. Sie kann mit ihren Gefühlsschwankungen zwischen Wut und Trauer nicht umgehen, schluckt Beruhigungsmittel und plant immer noch, ihrem Rolf in den Tod zu folgen.
Als sie eines Tages einen Klempner im Haus braucht, erscheint ihr einstiger Schüler Jack. Der junge Handwerker ist momentan obdachlos, weshalb Marlene ihn im Haus aufnimmt. Aus Dankbarkeit kocht er für sie und umsorgt sie aufmerksam und einfühlsam. Mit einer Schnittwunde, die er sich bei der Küchenarbeit zugezogen hat, bringt Marlene ihn zu ihrer Freundin Ida, die vor Jahren die Arztpraxis ihres Mannes übernommen hatte. Die jungen Leute freunden sich an, versuchen gemeinsam, Marlene neuen Lebensmut zu geben, und bringen deren Alltag gehörig durcheinander. Da meldet sich plötzlich Marlenes frühere Freundin Wally aus Wien. Sie sei von Rolf beauftragt worden, nach seinem Tod Marlene einen Brief persönlich zu übergeben. Marlene erhofft sich darin eine Antwort auf die Frage, warum Rolf sie hat allein sterben lassen. In Begleitung von Jack und Ida macht sie sich auf die Reise.
Schon der Titel „Von hier aus weiter“ lässt keinen Zweifel an der Kernaussage des Romans. Er endet nicht mit Fragezeichen, sondern gleicht einer Aufforderung, auch nach dem Tod des Partners weiterzuleben. Susann Pásztor erzählt die Geschichte einer Frau, die sich selbst und ihr neues Leben erst finden muss, mit viel Feingefühl und einigem Witz, was schon in der ersten Szene deutlich wird: Während der Trauerfeier steckt Marlene in der Gasthoftoillette hinter der klemmenden, doch zum Glück hoch angebrachten Kabinentür fest. Kurzerhand schiebt sie sich unter der Tür durch, was ihr nur mit einiger Kraftanstrengung gelingt, da ihr Po stecken bleibt – dies alles unter aufmerksamer Beobachtung ihrer unerwartet im Waschraum anwesenden Stiefenkelin.
Susann Pásztor, die ehrenamtlich als Sterbebegleiterin tätig ist, schafft es, ohne jegliche Sentimentalität, aber mit berührender Leichtigkeit über den Tod zu schreiben. Sie versteht es, einfühlsam und lebensnah Marlenes Gefühle zwischen Trauer, Wut und Hoffnung zu verdeutlichen, um uns deren Handeln verständlich zu machen. Letztlich ist es aber die gelungene Balance zwischen Ernsthaftigkeit, Warmherzigkeit sowie dem lockerem Witz, der in Dialogen und einzelnen Szenen auszumachen ist, die dieses lebensbejahende Buch so lesenswert macht. Mit ihrem Humor nimmt uns die Autorin die Schwere des Themas, über das jederzeit nachzudenken zweifellos wichtig ist.

Veröffentlicht am 29.01.2025

Berührend und unterhaltsam

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In ihrem neuen Roman "Von hier aus weiter" erzählt Susann Pásztor die Geschichte der pensionierten Grundschullehrerin Marlene, die nach dem Selbstmord ihres Mannes jeglichen Lebensmut verloren hat. Rolf ...

In ihrem neuen Roman "Von hier aus weiter" erzählt Susann Pásztor die Geschichte der pensionierten Grundschullehrerin Marlene, die nach dem Selbstmord ihres Mannes jeglichen Lebensmut verloren hat. Rolf litt an einer unheilbaren Krebserkrankung und wollte selbstbestimmt aus dem Leben scheiden. Nun ist Marlene nach 30 Jahren, die sie mit ihrem Mann zusammen war, wieder allein und betäubt ihren Schmerz und ihre Wut mit Alkohol und Beruhigungsmitteln. Ihre Freundin Ida, die fünf Jahre zuvor Rolfs Arztpraxis übernommen hat, macht sich Sorgen um Marlene und rät ihr zum Besuch einer Trauergruppe.
 
Marlenes Leben ändert sich mit dem Erscheinen des Klempners Jack, der ihre Dusche repariert und sich als einer ihrer ehemaligen Schüler entpuppt. Da er gerade wohnungslos ist, stellt sie ihm ganz spontan ihr Gästezimmer zur Verfügung, bis er eine neue Bleibe gefunden hat. Seine Anwesenheit tut Marlene gut, er ist ein angenehmer und respektvoller Untermieter, der sich um die Mahlzeiten kümmert und wieder Struktur in ihren Alltag bringt. Als Marlene beschließt, nach Wien zu ihrer alten Schulfreundin Wally zu fahren, die ihr einen Brief von Rolf geben möchte, bieten Jack und Ida, die sich gerade behutsam einander annähern, ihr an, sie auf dieser Reise zu begleiten ...
 
Das Buch ist in schöner Sprache geschrieben, äußerst humorvoll und liest sich sehr flüssig. Die Figuren sind ganz wunderbar und liebevoll beschrieben, besonders die trauernde und auf ihren Mann wütende Marlene, der es nach ihrem schweren Verlust schwerfällt, nach vorn zu sehen und zurück ins Leben zu finden. Auch der patente und feinfühlige Jack, der sich um Marlene kümmert, ohne aufdringlich zu sein, war mir sehr sympathisch. Ich mochte den mit Leichtigkeit und Tiefgang geschriebenen Roman, in dem es nicht nur um Verlust und Trauerbewältigung, sondern auch um Liebe und die Kraft der Freundschaft geht. Ich habe die Geschichte, in der es trotz des ernsten Themas viele lustige Momente, ein wenig Slapstick und etwas Mystik gibt, sehr gern gelesen, sie hat mich gleichermaßen berührt, amüsiert und nachdenklich gemacht. 

Susann Pásztor ist es gelungen, mit viel Herz, Humor und Empathie ein tiefgründiges Buch mit einem hoffnungsvollen Ende zu schreiben - Leseempfehlung!

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