Raffiniert bis zur letzten Seite
Ursula Poznanski ist eine echte Meisterin, wenn es darum geht, ihre LeserInnen in Atem zu halten. In ihrem neuesten Thriller Das Signal, erschienen bei Knaur im Februar 2026, ist Viola nach einem schweren ...
Ursula Poznanski ist eine echte Meisterin, wenn es darum geht, ihre LeserInnen in Atem zu halten. In ihrem neuesten Thriller Das Signal, erschienen bei Knaur im Februar 2026, ist Viola nach einem schweren Unfall an das Haus gefesselt. Sie hat mit ihrem Mann Adam ein altes Haus gekauft, das sie nun wieder herrichten. In einem Nebengebäude befindet sich ein baufälliger Weinkeller. Dieser bricht über Viola zusammen und zerquetscht ihr Bein, welches sie daraufhin verliert. Adam engagiert nach Violas Entlassung aus dem Krankenhaus eine Pflegerin und Haushaltshilfe, die bei den beiden einzieht und sich während er im Büro ist um Viola kümmern soll. Doch sowohl Adam verhält sich seltsam und so beginnt Viola ihrem Mann hinterherzuspionieren. Sie bestellt winzige GPS-Tracker, die ihr immer verraten wo er sich gerade aufhält und das stimmt leider so gar nicht mit dem überein, was er ihr über seinen Tag erzählt. Auch ihre Freundinnen und die Haushälterin benehmen sich merkwürdig. Steckt mehr dahinter oder fällt es ihnen nur schwer mit Violas Behinderung umzugehen?
Irrführend finde ich jedoch den Werbetext “Der neue Psychothriller in der Nachfolge der BURG - raffiniert, emotional, digital”. So dacht ich zunächst, dass es eine Fortsetzung von der Burg geben würde. Doch der Plot dieser beiden Bücher hat nichts miteinander zu tun. Zum Glück möchte ich sagen, denn Das Signal ist um Längen besser! Da war der weitere Vergleich zu Hitchock und dem Fenster zum Hof doch viel passender.
Ein Element, das mir besonders gut gefällt, ist die Nennung der Lieder und Interpreten wenn Viola ihre Übungen macht. Sie hat einen tollen Musikgeschmack und die Lieder, die ich nicht kannte, habe ich tatsächlich anschließend angehört und finde die Auswahl sehr spannend. Denn die Lieder passen wirklich immer wieder richtig gut zu den Situationen oder der Stimmung von Viola. Ich empfehle tatsächlich mal in die Lieder reinzuhören, die man selbst nicht kennt. Für mich war das eine wirkliche Bereicherung und ein sehr kreatives Element.
Ursula Poznanskis Schreibstil ist wie immer fesselnd, überaus flüssig und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Der Thriller ist super-spannend und ich war mehr als einmal auf dem Holzweg. Ich finde Psychothriller sehr spannend, in denen die ProtagonistInnen sich das Verhalten anderer selbst zusammenreimen müssen und Schlüsse daraus ziehen. Ich war echt traurig, als ich das Ende des Buches erreicht habe. Eindeutige Leseempfehlung und 5/5 Sternen.