Cover-Bild Kälter
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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Suhrkamp
  • Themenbereich: Belletristik - Thriller: Spionage
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 495
  • Ersterscheinung: 14.10.2025
  • ISBN: 9783518432587
Andreas Pflüger

Kälter

Thriller | Ein spektakulärer Agententhriller rund um den Mauerfall | Deutscher Krimipreis 2025

Einen Raubvogel wie mich hast du noch nie gesehen

Im Herbst 1989 führt Luzy Morgenroth auf Amrum das Leben einer Provinzpolizistin. Kaum jemand ahnt, dass sie vor langer Zeit eine Andere war. Als in einer Sturmnacht ein Einheimischer spurlos von der Fähre verschwindet, muss sie sich einem Killerkommando stellen, das auf die Insel kam, und verwandelt sich wieder in die Luzy von früher. Eine Waffe.

In einem spektakulären Agententhriller schickt Pflüger seine Heldin am Ende des Kalten Krieges als Racheengel um die halbe Welt. Sie tritt gegen ein Geheimdienstimperium an, das den Mann beschützt, der ihr Leben zerstörte. Und es wird sich zeigen, wer kälter ist: ihr Todfeind oder sie.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.11.2025

Agentin back to the roots- aktionreicher Agententhriller

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Auf Amrum arbeitet Luzy Morgenroth zur Wendezeit als Dorfpolizistin. Ruhig beschaulich, wie man sich einen ca.2000 Personen Ort vorstellt, noch dazu ist im Herbst 1989 die Touristensaison vorbei. Doch ...

Auf Amrum arbeitet Luzy Morgenroth zur Wendezeit als Dorfpolizistin. Ruhig beschaulich, wie man sich einen ca.2000 Personen Ort vorstellt, noch dazu ist im Herbst 1989 die Touristensaison vorbei. Doch schlagartig ändert sich dies: zuerst ein Gast mit gefälschten Papieren im Hotel, dann wird ein Besatzungsmitglied der Fähre vermisst. Weiter Ermittlungen bringen weitere Gefahren zu tage. Luzy muss sich wehren und wird zur Luzy der Vergangenheit – eine gut ausgebildete Personenschützerin, mit viel Erfahrung und Training. Ja fast eine Waffe.

Trotz des doch sehr ruhigen, beschaulichen Beginns taucht man rasch in die Welt der Personenschützer und Geheimdienste allgemein ein. Ja dies erfordert ein gewisses, spezielleres Vokabular, doch auch dies hat man rasch im Lesefluss verinnerlicht. Das Tempo wird immer wieder hochgetrieben, jedoch wird auch in all der Spannung und der Action nicht an Details gespart. Spannend, fesselnd, rasant erzählt, wie ein guter Thriller ist. Aber auch mit gewissem Witz, (schwarzem) Humor und generell dem Talent, die Sache atmosphärisch sehr dicht zu gestalten.

Die Hauptfigur Luzy Morgenroth ist eine Frau mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Schon bald zu Beginn wird einem dies sehr rasch klar. Sie ist spannend, interessant, getrieben. Für Andreas Pflüger ist ein solch starker Frauencharakter nicht überraschend, allerdings in der Thriller-Agentenwelt, doch speziell erwähnenswert.

Etwas geschichtliches Hintergrundwissen kann sicher nicht schaden, da man so manche Facette damit leichter versteht. All dies zeigt allerdings auch, dass man einen gut recherchierten Thriller vor sich liegen hat, und sein Autor sich auch im Politikalltag auskennen dürfte.

Es empfiehlt sich, sich etwas Zeit für den Thriller zu nehmen, ob der Fülle an Information und der Fülle an Charakteren, Agenten, Codenamen.
Für mich war dies definitiv ein lesenswerter Thriller, der allerdings doch etwas härter in der Sprache ist, als man auf den ersten Blick glaubt.

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Veröffentlicht am 08.11.2025

Im Fahrstuhl der Rache ist es kälter als kalt

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„Kälter“ der neue Roman aus den Händen von Andreas Pflüger, 2025 erschienen bei Suhrkamp, ist ein unglaublich komplexes, spannungsgeladenes Meisterwerk mit mehr Thrill und Atemlosigkeit als alles, was ...

„Kälter“ der neue Roman aus den Händen von Andreas Pflüger, 2025 erschienen bei Suhrkamp, ist ein unglaublich komplexes, spannungsgeladenes Meisterwerk mit mehr Thrill und Atemlosigkeit als alles, was ich dieses Jahr unter dem Label „Thriller“ gelesen habe, ein Pageturner mit extrem hoher schriftstellerischer Qualität, definitiv eines der besten Werke, die das Jahr 2025 hervorgebracht hat. Was startet wie ein betulicher Nordsee-Inselkrimi, bekommt schnell eine vollkommen ungeahnte Wendung und endet in einer weltpolitischen Verstrickung am Ende des kalten Krieges, die ihresgleichen vergeblich suchen dürfte.

Doch von vorn: Es ist Herbst 1989, und Lucy Morgenroth arbeitet als Inselpolizistin auf Amrum. Das Leben ist gemütlich und voller Wärme, man kennt sich, man schätzt sich, und die großen Fälle geschehen auf dem Festland, nicht auf Amrum. Doch als in einer Sturmnacht ein Inselbewohner von der Fähre verschwindet, deutet alles auf ein Verbrechen hin – und Lucy wird auf einmal mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und kann sich nicht weiter vor ihr verstecken.

Was dann folgt ist ein unglaublich klug durchdachter Masterplot, der zu keinem Moment eine minimale Chance von Vorhersehbarkeit bietet und die Lesenden in ein wahnwitziges Netz aller Geheimdienste der Welt spinnt, in jeder Sekunde unglaublich packend und nervenzerreißend, auch brutal und hart, dieser Roman schenkt einem nichts. Außer einen enorm aufregenden Leseritt, bei dem man das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen und sich nur voller Bewunderung vor der Rechercheleistung des Autors verneigen kann. Geschickt verwebt Pflüger dabei Fakten mit Fiktion, untrennbar verbunden und nicht identifizierbar bis zum Nachwort – das auch nicht fehlt und wieder aufklärt, was hier wahr und was erfunden ist.

Lucy Morgenroth ist dabei eine Figur, die mir sehr nah ging und mich bewegt hat, keine kalte Ermittlerin, auch keine eiskalte Rächerin, in ihr steckt sehr viel Seele, auch wenn sie die Seele immer wieder mit einem Panzer überdecken muss. Das gelingt Pflüger sowieso herausragend, wie er den Figuren trotz all der Kälte des Romans Innenleben gibt, wie er sie durch ihre Handlungen ganz klar charakterisiert. Und überhaupt, was kann der Mann schreiben! Alles ist lebendig in diesem Roman, die ganze Objektwelt wird durchweg personifiziert, auch atmosphärisch eine Meisterleistung. Was ich nebenher über Geheimdienste gelernt habe, würde ich lieber wieder vergessen. Ob der kalte Krieg je wirklich vorbei war, fragen wir uns heute sicher alle täglich. Insofern ist dieser Roman leider auch brandaktuell. Möchten wir in diese Zeiten zurück? Ganz sicher nicht, denn in ihnen ist es kälter als kalt.

Eine unbedingte Empfehlung in diesen Kosmos einzutauchen und sich diese Glanzleistung von Andreas Pflüger nicht entgehen zu lassen. Hier würde ich gerne 10 Sterne vergeben. Das wird nicht der letzte Roman des Autors sein, der es in mein Regal schafft.

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Veröffentlicht am 05.11.2025

Pageturner

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Luzy Morgenroth führt ein beschauliches Leben als Inselpolizistin auf Amrum. Ihr Partner ist ihr bester Freund. Als nicht nur dieser durch ein Killerkommando getötet wird, kehrt sie in ihr altes Leben ...

Luzy Morgenroth führt ein beschauliches Leben als Inselpolizistin auf Amrum. Ihr Partner ist ihr bester Freund. Als nicht nur dieser durch ein Killerkommando getötet wird, kehrt sie in ihr altes Leben zurück. Sie war eine Top Personenschützerin, die als Gruppenleiterin ihre Mitarbeiter bei einem Einsatz in Israel verloren hat. Verantwortlich für beide Einsätze war Babel, den Luzy nun jagt.

Ja, das ist hin und wieder ein ganz schönes Gemetzel. Aber wie sonst soll der Autor die außergewöhnlichen Fähigkeiten seiner Protagonistin beschreiben.
Wir tauchen ein in die Welt der Geheimdienste, der gut ausgebildeten Sherpas, die viel mehr als Personenschützer sind, und in die Zeit der Wende. Wer sie in Berlin erlebt hat, wird viel wiedererkennen. Nicht nur hier hat der Autor sehr akribisch recherchiert.
Ich habe einen spannenden Thriller gelesen und war gleichzeitig begeistert, wieviel Wissen und Geschichte in dem Buch steckt.
Wer allerdings Probleme mit vielen Personen, Diensten, detailreichen Abläufen und Gewalt hat, sollte von diesem Buch Abstand nehmen.

Die Heldinnen bei Andreas Pflüger sind immer sehr gut ausgebildete Frauen. Schön, dass wir der jungen Jenny Aaron (Endgültig, Niemals, Geblendet) begegnen, und dass Nina Winter (Wie sterben geht) sogar eine Rolle in Luzys Geschichte spielt.
Ich liebe Plügers Bücher, die rasant, wendungsreich, aber immer auch mit Humor und Liebe versehen sind und freue mich schon auf die nächste Heldin, die mich sicherlich auch begeistern wird.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Grandios!

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In einer stürmischen Nacht im Herbst des Jahres 1989 kommen Männer auf Amrum an, die nichts Gutes im Schilde führen. Sie wissen nicht, dass die Provinzpolizistin, die sich ihnen in den Weg stellt, früher ...

In einer stürmischen Nacht im Herbst des Jahres 1989 kommen Männer auf Amrum an, die nichts Gutes im Schilde führen. Sie wissen nicht, dass die Provinzpolizistin, die sich ihnen in den Weg stellt, früher eine andere war. Menschen sterben, Freunde bleiben zurück und Luzy Morgenroth wird wieder zu der, die sie seinerzeit gewesen ist. Angetrieben von Rache will sie nun Vergeltung üben.

»Wahre Macht über Leben und Tod hast du nur, wenn du dann und wann jemandem erlaubst, fürs Erste weiterzuatmen.« (Seite 127)

Dies ist ein Buch, das ein gewisses Hintergrundwissen erfordert, was Geheimdienste und die Welt der Spionage betrifft, die Leserin und der Leser sollten zum Beispiel wissen, dass mit Tango kein Tanz gemeint ist, das kleine oder große Besteck nicht zum Essen einlädt, eine »Nasse Sache« nicht Wäsche aus der Waschmaschine meint und die in der Geschichte erwähnten Sherpas kein Volk aus Nepal sind. Man muss kein Profi sein, was dies angeht, aber das Entschlüsseln der üblichen Abkürzungen wie CIA, KGB, MI6, BND u.a. wird vorausgesetzt und nicht erklärt. Die Kenntnis von Fakten großer historischer Ereignisse ist von Vorteil und auch die der Namen mehr oder weniger bekannter Persönlichkeiten. Nicht, dass ich sicher bin, alles richtig zugeordnet zu haben übrigens. Was das Gesamtbild jedoch nicht im geringsten schmälert.

»Vielleicht begegnen wir uns wieder und finden dann heraus, wer von uns beiden kälter ist. Was meinen Sie: Sind Sie kälter als ich?« (Seite 136)

Der Meister der Agententhriller ist zurück und hat abgeliefert. Nichts weniger als ein Meisterwerk im Genre wurde es, großartig recherchiert und einfallsreich hinzu erfunden, was nicht wirklich passiert ist. Nach Jenny Aaron - Eingeweihte wissen, wen ich meine -, zum Zeitpunkt der Handlung übrigens noch ein Kind, eine starke Frauenfigur, die keine Wünsche offen lässt. Die Handlung rasant und spannend, das Wiedersehen mit bekannten Figuren wenig tränenreich, aber dadurch nicht minder emotional. Zumindest für mich war das passend und einfach wunderbar.

Wer Thriller auf hohem Niveau mit einem trockenen Humor mag, die Reales mit Fiktion vermischen, ohne dass man merkt, was davon gelogen ist und was wahr, der sollte zugreifen. Zehn Sterne von fünf sind das Minimum, auch wenn es mathematischer Unsinn ist. Für mich ist das egal, soviel ist mal klar!

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Action und Hochspannung zur Wendezeit

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Amrum, 1989. Acht Jahre sind vergangen, seit Luzy Morgenroth ihrem bisherigen Leben den Rücken kehrte und nun als Inselpolizistin eine ruhige Kugel schiebt. Als der Bruder ihrer besten Freundin eines Abends ...

Amrum, 1989. Acht Jahre sind vergangen, seit Luzy Morgenroth ihrem bisherigen Leben den Rücken kehrte und nun als Inselpolizistin eine ruhige Kugel schiebt. Als der Bruder ihrer besten Freundin eines Abends jedoch spurlos von der Autofähre verschwindet, spürt Luzy instinktiv, dass dies kein Unfall war. Sie bekommt es schon bald mit einem Killerkommando zu tun und muss ihre alten Fähigkeiten und Instinkte reaktivieren. Mitten in den Wirren, die der Zusammenbruch des Ostblocks auslöst, findet Luzy sich in einem unübersichtlichen Geflecht verschiedenster Geheimdienstinteressen wieder, in der ein Dämon aus der Vergangenheit auf sie wartet.

Andreas Pflüger ist mit „Kälter“ ein rasanter, actiongeladener Agententhriller gelungen, der reich an überraschen Wendungen ist. Die Verstrickungen der einzelnen Figuren zwischen MfS, KGB, CIA, BKA, BND und Mossad sind komplex und erfordern Konzentration beim Lesen, sorgen aber bis zur allerletzten Seite für absolute Hochspannung. Viel Raum nehmen die teils recht brutalen Kampfszenen ein, die Pflüger wortreich beschreibt und häufig mit Anspielungen auf Filme, Musikstücke und Literatur verbindet. Immer wieder zitiert er auch Stephen Hawking und zieht Vergleiche zwischen Luzys Wahrnehmung und der Quantenmechanik, die mich als Naturwissenschaftlerin eher nervten. Seine verwendeten Bilder wirken dabei zuweilen etwas effekthascherisch und zogen die Szenen unnötig in die Länge; da wäre weniger mehr gewesen. Die Dialoge sind taff und markig, manchmal zynisch, und gelegentlich blitzt auch Humor durch, der für etwas Auflockerung sorgt.

Wer bereits den preisgekrönten Thriller „Wie Sterben geht“ gelesen hat, kann sich über ein Wiedersehen mit einigen Protagonisten freuen, auch bestimmte Ereignisse darin werden erwähnt. Allerdings sind diese für das Verständnis der Handlung von „Kälter“ nicht von Belang, so dass sich der neue Thriller unabhängig lesen lässt.

Wie immer beeindruckt Pflügler durch seine tiefgehende Recherchearbeit und sein Insider-Wissen. Im Nachwort erwähnt er hierbei auch Quellen vom BND, der Sicherungsgruppe beim BKA und seine Freundschaft mit dem ehemaligen Präsidenten des BKA.

Fazit: Ein sehr empfehlenswerter Thriller für alle, die komplexe Geheimdienst-Plots mit viel Action schätzen und gerne nochmal in die spannende Wendezeit abtauchen möchten.

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