Cover-Bild Haarmann
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Penguin
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Historisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 17.02.2020
  • ISBN: 9783328600848
Dirk Kurbjuweit

Haarmann

Ein Kriminalroman
Der spektakulärste Kriminalfall Deutschlands - psychologisch raffiniert und extrem fesselnd

Im Hannover der 1920er-Jahre verschwinden Jungs, einer nach dem anderen, spurlos. Steckt ein bestialischer Massenmörder dahinter? Für Robert Lahnstein, Ermittler im Fall Haarmann, wird aus den Gerüchten bald schreckliche Gewissheit: Das Deutschland der Zwischenkriegszeit, selbst von allen guten Geistern verlassen, hat es mit einem Psychopathen zu tun. Lahnstein, der alles dafür gäbe, dass der Albtraum aufhört, weiß bald nicht mehr, was ihm mehr zu schaffen macht: das Schicksal der Vermissten; das Katz-und-Maus-Spiel mit dem mutmaßlichen Täter; die dubiosen Machenschaften seiner Kollegen bei der Polizei; oder eine Gesellschaft, die nicht mehr daran glaubt, dass die junge Weimarer Republik sie vor dem Verbrechen schützen kann.

Dirk Kurbjuweit inszeniert den spektakulärsten Serienmord der deutschen Kriminalgeschichte psychologisch raffiniert und extrem fesselnd. Eindringlich ergründet er die dunkle Seite der wilden 1920er-Jahre, zeigt ein Zeitalter der traumatisierten Seelen, der politischen Verrohung, der massenhaften Prostitution. So wird aus dem pathologischen Einzelfall ein historisches Lehrstück über menschliche Abgründe.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.05.2020

Menschliches Versagen vom allerfeinsten

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INHALT
True Crime made in Germany: 1924 treibt ein Serienmörder sein Unwesen in Hannover. Spurlos verschwinden immer mehr Jungs im Alter von 11 bis 20 Jahren. Kommissar Lanhstein ist mit dem Fall beauftragt ...

INHALT
True Crime made in Germany: 1924 treibt ein Serienmörder sein Unwesen in Hannover. Spurlos verschwinden immer mehr Jungs im Alter von 11 bis 20 Jahren. Kommissar Lanhstein ist mit dem Fall beauftragt worden, doch er kommt einfach nicht weiter. Keine Zeugen, keine Hinweise, keine Informationen Auch bei seinen Kollegen stößt er auf Granit und befürchtet das hier etwas nicht stimmt. Wird der wahre Mörder gedeckt? Warum?

MEINE MEINUNG
Aus meiner Sicht ist dieses Buch kein reiner Kriminalroman, sondern eher ein Tatsachenroman der aus einem Gemisch von Fakten und Fiktion besteht. Denn hier ist der Täter schon längst bekannt, sowie auch seine Festnahme und sein Ableben. Vielen dürfte der Fall Haarmann bekannt sein, nicht zuletzt Aufgrund des Filmes 'Der Totmacher'. Mir zum Beispiel war das Lied ''Weile Weile noch ein Weilchen'' bekannt. Dennoch wollte ich dieses Buch lesen, war es doch eine Empfehlung des ''Stella'' Autors Takis Würger.

Die Spannung dieses Romans kommt also nicht von der eigentlich Tat, nicht von dem Mörder selbst, sondern von den Umstände. Es geht um das Äußere und die Geschenisse drumherum. Eindrucksvoll vermittelt hier der Autor die Atmosphäre des Zwischenkrieg Deutschlands. Die Gesellschaftsschichten, die Politik, das Menschliche Verhalten. Es ist eine düstere Zeit und genau dies spührt der Leser sehr deutlich. Schnell wird klar was diese Mordserie so erschreckend machte, was dazu führte das sie so lange andauern konnte und warum so viele Jungs sterben mussten. Es ist eine Mischung aus Polizei und Menschenversagen. Die Korruption der Polizisten, deren Wunsch nach Erfolg und Anerkenneung für welches jedes Mittel recht war, sowie die Angst vor Problemen und Schande der Bürger der Stadt. Wären die Menschen sich nicht selbst am nächsten gewesen, hätte man diesen Fall eher aufklären können. Wäre die Angst vor der Schande mit Homosexualität konfrontiert zu werden nicht so hoch, hätte man schneller Hinweise gehabt. Die Ermittler tappten im Dunklen weil wichtige Information nicht geliefert wurden oder aber sogar vernichtet. Hinweise oder Tatverdächtigungen die von Bürgern der untersten Klasse kamen wurden nicht mal ernst genommen. Und dadurch verschwanden immer mehr Jungs. Homosexualität war in der Zeit eine Straftat, ein schlimmes Vergehen. Und genau dieser ''Verstoß'' trieb die Jungs schlussendlich in ihren Tod. Die Angst vor dem eigenem Wesen, die Angst vor der Wahrheit trieb diese Jungs direkt in die Arme des Mörders. Diese Erkenntnis war sehr erschreckend. Eine solche Mordserie wäre heutzutage gar nicht möglich oder zumindest nicht in diesem Ausmaß.

Der Schreibstil des Autors ist sehr dunkel, aber auch sehr prägnant und auf den Punkt gebracht. Einzig der Verzicht auf direkter Konversation macht es ab und zu schwierig zu verfolgen was gesagt wurde und was nur gedacht, beziehungsweise wer was gesagt hat. Auch fand ich manche Passagen die sich nur um die Politik drehten oder auch sich auf die Philosophie bezogen, recht schwierig zu verstehen und diese zogen dann das Buch etwas in die Länge. Trotzdem hatte man das Gefühl immer weiter lesen zu wollen. Spannend machte auch immer wieder der kurze Blick zum Mörder, was er gerade Tat oder dachte. Sehr dankbar bin ich dem Autor das er von sehr grausigen Szenen absah, ich hatte Angst das es stellenweise sehr brutal, blutig und detailliert beschrieben werden könnte. Lediglich zwei Szenen waren etwas grausig.

Im Buch geht es auch immer wieder um den Komissar und seine Vergangenheit, sein Kriegstrauma. Ob diese Szenen und dieser Handlungsstrang für das Buch wirklich nötig waren, sei dahingestellt, interessant waren sie trotzdem. Ich frage mich dennoch, warum die meisten Ermittler in Büchern eher dunklere Figuren mit großen Problemen und Traumata sind. Sind diese Reizvoller?


FAZIT
Ein sehr atmosphärisches Buch, das die Abgründe der Menschheit näher bringt und den Leser zum Nachdenken anregt. Ich fande dieses Buch sehr interssant und bin dankbar nicht in der Zeit gelebt zu haben. Das es Fritz Haarmann wirklich gegeben hat und das seine Taten eine wahre Begebenheiten sind ist mehr als nur erschreckend. Es ist unbegreiflich wie ein Mensch zu sowas fähig sein kann.

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Veröffentlicht am 05.04.2020

Eindrucksvoller Kriminalroman über den "Werwolf von Hannover"

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INHALT

Im Hannover der 1920er-Jahre verschwinden Jungs, einer nach dem anderen, spurlos. Steckt ein bestialischer Massenmörder dahinter? Für Robert Lahnstein, Ermittler im Fall Haarmann, wird aus den ...

INHALT

Im Hannover der 1920er-Jahre verschwinden Jungs, einer nach dem anderen, spurlos. Steckt ein bestialischer Massenmörder dahinter? Für Robert Lahnstein, Ermittler im Fall Haarmann, wird aus den Gerüchten bald schreckliche Gewissheit: Das Deutschland der Zwischenkriegszeit, selbst von allen guten Geistern verlassen, hat es mit einem Psychopathen zu tun. Lahnstein, der alles dafür gäbe, dass der Albtraum aufhört, weiß bald nicht mehr, was ihm mehr zu schaffen macht: das Schicksal der Vermissten; das Katz-und-Maus-Spiel mit dem mutmaßlichen Täter; die dubiosen Machenschaften seiner Kollegen bei der Polizei; oder eine Gesellschaft, die nicht mehr daran glaubt, dass die junge Weimarer Republik sie vor dem Verbrechen schützen kann.

(Quelle: Penguin Verlag)


MEINE MEINUNG

In seinem zeitgeschichtlichen Kriminalroman „Haarmann“ greift der deutsche Autor und Zeit- und Spiegel-Reporter Dirk Kurbjuweit einen der spektakulärsten und brutalsten Fälle der deutschen Kriminalgeschichte auf. Fesselnd, eindringlich und äußerst vielschichtig erzählt er über den Fall um den legendären Serienmörder Fritz Haarmann in den 1920er Jahren, der später auch als „Werwolf von Hannover“, der „Kannibale“ oder als „Totmacher“ in die Geschichte einging.

Gekonnt nimmt uns der Autor mit auf eine faszinierende, beklemmende und verstörende Zeitreise. Doch nicht in die wilden, glamourösen Goldenen Zwanziger lässt uns Kurbjuweit eintauchen, sondern die dunkle Seite dieser bewegten und krisengeschüttelten Zeit nach dem ersten Weltkrieg führt er uns vor Augen. Kurbjuweit zeichnet ein facettenreiches Bild jener brisanten und politisch hochkomplexen Epoche und veranschaulicht dabei auch die äußerst labile Demokratie der jungen Weimarer Republik, die sich gegen radikale Strömungen zur Wehr setzen musste. Eingebettet in die fesselnde Ermittlungsarbeit erleben wir in zahlreichen anschaulichen Episoden die Not der Bevölkerung, die ums Überleben kämpft, die Traumata der Kriegsheimkehrer, die um sich greifende moralische Verrohung und die weit verbreitete Prostitution.

Im Mittelpunkt des Romans steht der Ermittler Robert Lahnstein, der frisch nach Hannover versetzt mit der Aufklärung der Vermisstenfälle von zahlreichen jungen Männern betraut wird. Die Befragungen der Eltern ergeben keinerlei Anhaltspunkte für das spurlose Verschwinden der Jungen, doch Leichen tauchen nicht auf. Während die Ermittlungen auf der Stelle treten und Lahnstein die Hände gebunden sind, mehren sich die Vermisstenfälle. Zunehmend setzen Eltern, Presse und die aufgewiegelte Bevölkerung den verantwortlichen Kriminalkommissar unter Druck, der schließlich Sabotage seiner Untersuchungen aus eigenen Reihen und Vertuschung vermutet.

FAZIT

Ein fesselnder, vielschichtiger Kriminalroman mit einem facettenreichen Gesellschaftsporträt der frühen Weimarer Republik und verstörenden Einblicken in die Abgründe eines Serienmörders.

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Veröffentlicht am 21.03.2020

Der Kommissar und der Serienmörder

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Die 1920ziger Jahre in Hannover. Kommissar Lahnstein wurde von Bochum nach Hannover versetzt. Seine einzige Aufgabe dort, er soll das Verschwinden mehrerer Jugendlicher aufklären. Man geht davon aus, dass ...

Die 1920ziger Jahre in Hannover. Kommissar Lahnstein wurde von Bochum nach Hannover versetzt. Seine einzige Aufgabe dort, er soll das Verschwinden mehrerer Jugendlicher aufklären. Man geht davon aus, dass sie ermordet wurden und es eine Verbindung zum Homosexuellenmilieu gibt. Das erschwert die Ermittlungen, weil Zeugen damit rechnen müssen, strafrechtlich verfolgt zu werden und die trauernden Eltern jeden Verdacht ihre Söhne betreffend von sich weisen. Lahnstein fühlt sich immer mehr überfordert. Zum einen machen seine Vorgesetzten Druck, die Presse wendet sich gegen ihn und er fühlt sich von seinen Kollegen nicht genügend unterstützt und nur mitleidig belächelt. Lahnstein hält Haarmann für den Mörder und setzt alles daran, ihn zu überführen. Doch wie weit darf er dabei gehen ?
Das Buch dreht sich überwiegend um den ermittelnden Kommissar Lahnstein und seine Befindlichkeit. In so weit halte ich den Buchtitel für etwas irreführend. Lahnstein kämpft mit den Dämonen seiner Vergangenheit. Er war Pilot im 1. Weltkrieg, aber kein Held. Er hat seine Familie auf tragische Weise verloren. Bei den Ermittlungen sieht er sich mit seinen Ängsten, homosexuell zu sein, konfrontiert. Lahnstein beginnt alle Aspekte seiner Nachforschungen auf sich selbst zu beziehen. Im Gegensatz dazu schildert der Autor in knapper nüchterner Sprache das Verschwinden der Opfer. Haarmann als Person blieb für mich blass, obwohl der Autor Aktenauszüge aus seinem Leben einfügt.
Das Buch liest sich dennoch spannend und hat mich in seinen Bann gezogen. Ich habe mit Lahnstein gelitten und war fassungslos ob Haarmanns Gleichgültigkeit gegenüber der Opfer. Die Pluspunkte des Romans liegen für mich in den Einblicken in die damalige Gesellschaft und die Zustände bei der Polizei, deren Arbeit mit geprägt war durch Vorurteile und politische Sympathien.
Für mich ist das Buch nur bedingt ein Kriminalroman. Ich bin der Meinung, es ist eher Lesestoff für jemanden, der sich für den Zeitgeist von damals interessiert.

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Veröffentlicht am 20.03.2020

An der Leine

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In den 1920er Jahren verschwinden in Hannover junge Männer. Kommissar Robert Lahnstein kommt aus Bochum nach Hannover, um die Ermittlungen zu übernehmen. Sein Kollege Müller ist nicht sehr erfreut. Er ...

In den 1920er Jahren verschwinden in Hannover junge Männer. Kommissar Robert Lahnstein kommt aus Bochum nach Hannover, um die Ermittlungen zu übernehmen. Sein Kollege Müller ist nicht sehr erfreut. Er steht politisch auf einem anderen Standpunkt als der Demokrat Lahnstein. Die Untersuchung gestaltet sich schwierig. Immer wieder werden junge Männer von ihren Eltern als vermisst gemeldet. Kommissar Lahnstein ist von seinen Erlebnissen im ersten Weltkrieg gezeichnet. Als Flieger hat er seiner Meinung nach nicht genug Abschüsse erzielt, was ihn dazu verleitet hat, in Erzählungen zu übertreiben. Außerdem werden seine Nächte von den Gedanken an seine Familie beherrscht.

Im groben bekannt dürfte die Geschichte des Serienmörders Fritz Haarmann einem größeren Publikum seit dem Film „Der Totmacher“ sein. Dennoch ist das vorliegende Buch eine interessante Art, sich die Geschichte dieses sehr gestörten Täters in Erinnerung zu rufen. Lahnstein und sein Kollege Müller, der fast wie ein Gegenspieler wirkt, die politische Grundstimmung in den 1920ern, die auch einen Einfluss auf die Ermittlungen hat, das Milieu, in dem die Verbrechen angesiedelt sind. Etliche Spuren, selbst Informationen über die Vermissten scheinen nirgendwo hin zu führen. Und der Leiter der Ermittlungen hat mitunter genug mit seinen eigenen Problemen zu tun. Dennoch berührt ihn das Schicksal der verschwundenen Jungen und er gibt sein Bestes, um den Täter zu finden.

Mit einer gelungenen Mischung aus Fiktion und Fakten vermag der Autor ein authentisches Bild über Leben und Stimmung in den 1920ern zu zeichnen. Logischerweise nutzt er dabei Quellen, die sich aus den originalen Aufzeichnungen speisen. Dennoch schafft es Dirk Kurbjuweit dem Thema einen eigenen Ton zu geben. Sein in Teilen unsicherer Ermittler, der jedoch mit aller Hartnäckigkeit ermittelt. Das politische Gefüge, das ahnen lässt, wie schwer die Welt nach dem ersten Weltkrieg mitgenommen ist. Und auch Lahnsteins Stellung in seiner eigenen Behörde. Man meint eine düstere Bühne zu betreten, in der es kaum eine Lösung des Falles geben kann. Allzu lange gibt es kaum belastbare Hinweise. Mit seiner ganz eigenen Stimmung eröffnet der Roman einen neuen Blickwinkel auf einen bekannten Fall, auf einen Täter, der in seiner Grausamkeit wohl nie verstanden werden kann.

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Veröffentlicht am 17.03.2020

Geboren am 17.05. oder Paragraph 175 - Der Fall Fritz Haarmann

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* Sicherheit, die Leute wollten Sicherheit, Ordnung. Auf den Kaiser konnten sie verzichten, die Leute, aber nicht auf die Sicherheit. *
So viel gleich vorweg, "Haarmann", der neue Roman von Dirk Kurbjuweit ...

* Sicherheit, die Leute wollten Sicherheit, Ordnung. Auf den Kaiser konnten sie verzichten, die Leute, aber nicht auf die Sicherheit. *
So viel gleich vorweg, "Haarmann", der neue Roman von Dirk Kurbjuweit ist nicht jedermanns Geschmack. Auch ich habe mich anfangs eher schwer getan und es hat einige Seiten gebraucht, bis er mich so richtig fesseln konnte.
Ich war sehr neugierig auf das Buch, weil mich das Thema "Haarmann" unheimlich interessiert und z.B. die Haarmann Protokolle und deren Verfilmung Gänsehaut bei mir ausgelöst haben. Das hat Dirk Kurbjuweit nicht geschafft. Und das liegt gar nicht mal am Schreibstil, der sehr nüchtern, distanziert ist und ohne jegliche Anführungszeichen in der wörtlichen Rede auskommt - was tatsächlich anstrengend ist. Nein, man wird einfach das Gefühl nicht ganz los, dass der Autor die Person Fritz Haarmann durch all seine anderen Themen, zu Beginn ein wenig aus den Augen verliert. Er driftet viel ins tief politische ab, es geht um die Nachwehen des 1. Weltkriegs, den Heimkehrern, um Korruption und es dreht sich immer wieder um §175 oder auch "geboren am 17.05." wie man Homosexuelle zu damaliger Zeit gern betitelt hat. Mir persönlich wurde es mit den Problemen und der Zerrissenheit des Ermittlers Lahnstein zu diesem Thema ein wenig zu viel. Es ist klar, was der Autor damit bezwecken möchte, aber das hätte es gar nicht gebraucht, um sich in Lahnstein hineinversetzen zu können. Manchmal ist weniger wirkungsvoller.
Dirk Kurbjuweit zeichnet ein unheimlich starkes, sehr authentisches Bild der 20iger Jahre und der Leser bekommt ein Gefühl, warum jemand wie Haarmann so lange unentdeckt morden konnte. Das ist schon klasse gemacht. Und er zeigt auch ganz deutlich die Ermittlungsarbeit, die Einschränkungen durch den Versailler Vertrag, den Druck durch die Eltern der verschwundenen Jungen, durch die Presse usw.
Zwischendurch gibt es immer wieder kurze kursive Kapitel aus der Sicht Haarmanns oder eines seiner Opfer, aber so richtig intensiv wird es hier erst im letzten Drittel.
Fazit: Mir hat der Roman sehr gefallen, trotzdem kann ich "Haarmann" nur bedingt weiterempfehlen. Er ist mit Sicherheit für all diejenigen interessant, die den Fall einmal aus einer anderen Perspektive, mitten aus dem Zeitgeschehen der 20iger Jahre in Hannover, lesen wollen. Jemand, der einfach einen spannenden Krimi nach einer wahren Geschichte erwartet, der wird vermutlich eher enttäuscht sein.

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