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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.01.2026

Mr. Korgy

Half His Age
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Meine Meinung

Beim Lesen von "Half His Age" hatte ich das Gefühl, in eine Geschichte zu geraten, die mich gleichzeitig angezogen und abgestoßen hat. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass dieses Buch ...

Meine Meinung

Beim Lesen von "Half His Age" hatte ich das Gefühl, in eine Geschichte zu geraten, die mich gleichzeitig angezogen und abgestoßen hat. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass dieses Buch nicht für jedermanns Geschmack ist.

Im Zentrum steht eine Beziehung zwischen einer minderjährigen Protagonistin und einem deutlich älteren Mann, die nicht als klassische Liebesgeschichte erzählt wird, sondern als Ausdruck von Machtgefällen, emotionaler Abhängigkeit und innerer Orientierungslosigkeit.

Waldo als Protagonistin hat mich immer wieder überrascht. Sie wirkt sehr impulsiv und zeitgleich verletzlich. Für ihr Alter kommt sie mir sehr reif vor, was man auch nachvollziehen kann, als man im Lauf der Geschichte die Zusammenhänge ihrer Mutter, Erziehung und Kindheit erfährt.

Ich konnte Waldo Entscheidungen nicht immer nachvollziehen, doch ich habe verstanden, warum sie sich in bestimmte Situationen hineinziehen lässt.

Inhaltlich kreist der Roman weniger um Sexualität als um Anerkennung, Selbstwert und das Bedürfnis, gesehen zu werden.

Es gibt keine romantische Atmosphäre, es ist eher ein Nervenkitzel, ein Sog, der mich immer weiter in die Gedankenwelt der Protagonistin hineinzieht. Was mich am stärksten beeindruckt hat, ist die Offenheit, mit der die Autorin die innere Zerrissenheit zeigt

Am Ende blieb bei mir ein Gefühl von Schwere, aber auch von Verständnis. Nicht für die Beziehung selbst, sondern für die Art, wie Menschen in Situationen geraten können, die ihnen nicht guttun.

Insgesamt hat mir das Buch sprachlich sehr gut gefallen. Half His Age ist jedoch kein gefälliges Buch und will es denke ich auch nicht sein. Es richtet sich an ein Publikum, das bereit ist, Ambivalenz auszuhalten und sich mit moralisch schwierigen Themen ohne klare Auflösung auseinanderzusetzen.

Klappentext

Waldo ist gierig. Notgeil. Direkt. Naiv. Weise. Impulsiv. Einsam. Wütend. Stark. Verletzt. Clever. Sie will so unendlich viel, und das, was sie am meisten will, ist: Mr. Korgy, ihren Lehrer für kreatives Schreiben, mit Frau und Kind, mit der Hypothek und den Rechnungen, mit den toten Träumen, der verblassten Attraktivität und dem immer größer werdenden Bäuchlein. Sie weiß nicht, warum sie ihn will. Ist es seine Leidenschaft? Seine Lebenserfahrung? Die Tatsache, dass er Bücher und Filme und Dinge kennt, die sie nicht kennt? Oder ist es etwas noch Reineres, etwas, das in ihrer unwahrscheinlichen Verbindung liegt, in ihrer Seelenverwandtschaft, in dem ähnlichen Filter, durch den sie beide die Welt um sich herum betrachten? Oder vielleicht reicht schon die Tatsache, dass er sie sieht? Wo es doch sonst niemand tut?


Über die Autorin

Jennette McCurdy war eine der Hauptdarstellerinnen in Nickelodeons Hit-Serie iCarly, deren Spin-off Sam & Cat sowie in der Netflix-Serie Between. Im Jahr 2017 beendete sie ihre Karriere als Schauspielerin und begann als Regisseurin und Drehbuchautorin zu arbeiten. Ihre Filme wurden im Rahmen vieler Festivals gezeigt, darunter das Florida Film Festival, Salute Your Shorts Film Festival, Short of the Week und einige andere. Ihre Essays erschienen in der Huffington Post und im Wall Street Journal. Ihre One-Woman-Show I’m Glad My Mom Died hatte zwei ausverkaufte Aufführungen im Lyric Hyperion und im Hudson Theatre in Los Angeles. Sie moderiert den Podcast Empty Inside, der Top-Platzierungen in den Apple-Charts erreichte und in dem sie mit Gästen über unangenehme Themen spricht. Sie lebt in Los Angeles.

Quelle: Verlag / vlb

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Berührend,ehrlich und humorvoll

Der Butterberg
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Meine Meinung

"Der Butterberg" hat mich mit seiner Mischung aus Humor, Ehrlichkeit und emotionaler Tiefe wirklich überrascht. Sven Weiss erzählt eine Geschichte, die gleichzeitig leichtfüßig und sehr ...

Meine Meinung

"Der Butterberg" hat mich mit seiner Mischung aus Humor, Ehrlichkeit und emotionaler Tiefe wirklich überrascht. Sven Weiss erzählt eine Geschichte, die gleichzeitig leichtfüßig und sehr menschlich ist. Besonders beeindruckt hat mich, wie authentisch die Erfahrungen rund um Adipositas, Scham, Selbstzweifel und Veränderung beschrieben werden. Man merkt, dass hier echte Erlebnisse eingeflossen sind – das macht den Roman glaubwürdig und berührend.

Jan als Hauptfigur wirkt herrlich unperfekt selbstironisch, verletzlich, manchmal verloren, aber immer nachvollziehbar und menschlich. Viele Szenen haben mich zum Lachen gebracht, andere wiederum zum Nachdenken. Die Gruppentherapie‑Momente und die Begegnungen mit Franziska gehören für mich zu den stärksten Passagen, weil sie zeigen, wie schwer, aber auch wie befreiend Selbstakzeptanz sein kann.

Ein paar Längen gibt es, und manche Nebenfiguren bleiben etwas blass – deshalb keine fünf Sterne. Trotzdem ist "Der Butterberg" für mich ein schöner und warmherziger, humorvoller und ehrlicher Roman.


Klappentext

147 Kilo aber eigentlich kein echtes Problem … Das denkt Jan, bis er in eine Klinik für Adipositas kommt. Dort trifft er Franziska, die ihn dazu bringt, den Satz „Ich bin dick“ auszusprechen – der Beginn vieler Aha-Momente. Zwischen Gruppentherapien, skurrilen Übungen und emotionalen Rückschlägen lernt Jan, dass es nicht nur ums Abnehmen, sondern auch um Gefühle geht. Doch als er scheitert und aufgibt, helfen unerwartete Wendungen und die Unterstützung anderer, ihn zurück auf Kurs zu bringen.


Über den Autor

Sven Weiss ist Werbetexter und Journalist. Er hat für TV und Radio, Web-Portale und Blogs, Zeitungen und Broschüren geschrieben. Seine eigene Erfahrung in einer psychosomatischen Klinik ist die Grundlage für diesen Roman.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Perfekte Illusion und dunkle Wahrheit - Pass auf wen du datest

Der Freund – Ist er dein Traumpartner oder dein Killer?
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Meine Meinung

Nachdem Freida McFadden in relativ kurzer Zeit sehr viele Bücher geschrieben hat und diese auch hochgelobt wurden, war ich selbst neugierig und mein erstes Buch von ihr ist "Der Freund" ...

Meine Meinung

Nachdem Freida McFadden in relativ kurzer Zeit sehr viele Bücher geschrieben hat und diese auch hochgelobt wurden, war ich selbst neugierig und mein erstes Buch von ihr ist "Der Freund" geworden.

Das Buch hat mich gut unterhalten, aber nicht vollständig überzeugt. Die Grundidee funktioniert und besonders die kurzen Kapitel, die abwechselnd zwischen Gegenwart und Vergangenheit geschildert werden und die Cliffhanger haben dafür gesorgt, dass ich schnell durch die Seiten geflogen bin /gehört habe. Die unterschwellige Atmosphäre aus Misstrauen und Unsicherheit ist gut umgesetzt, und die Autorin versteht es, Zweifel zu säen und falsche Fährten zu legen.

Trotzdem blieb für mich ein gewisser Abstand zur Hauptfigur. Die Rückblenden sind spannend, aber teilweise vorhersehbar, und der große Twist am Ende hat mich nicht umgehauen.

Insgesamt ist "Der Freund" ein solider, leicht zu lesender Thriller mit guter Spannung. Wer schnelle Unterhaltung und psychologische Spielchen mag, wird auf seine Kosten kommen.

Die Sprecherstimmen (Yeşim Meisheit, Nicolás Artajo) sind sehr angenehm.

Über die Autorin

Mit ihrer Gabe für überraschende Twists und packende psychologische Spannung ist der US-amerikanischen Ärztin und Bestsellerautorin Freida McFadden in kürzester Zeit der internationale Durchbruch gelungen. Nach dem phänomenalen Erfolg von »Wenn sie wüsste« stürmte sie mit ihren darauf folgenden Thrillern gleich an die Spitze der SPIEGEL-Bestsellerliste. Ihre Bücher wurden in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. Mit ihrer Familie und einer schwarzen Katze lebt Freida McFadden in einem jahrhundertealten Haus mit knarzenden Treppen und Blick auf das Meer. Quelle Penguin

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Trügerischer Frieden

Die Toten von nebenan
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Meine Meinung

Die Toten von nebenan von Olivia Monti liest sich schnell und ist klar als Spannungsroman angelegt. Die Ausgangsidee – das Verbrechen im direkten, scheinbar vertrauten Umfeld – hat für mich ...

Meine Meinung

Die Toten von nebenan von Olivia Monti liest sich schnell und ist klar als Spannungsroman angelegt. Die Ausgangsidee – das Verbrechen im direkten, scheinbar vertrauten Umfeld – hat für mich funktioniert, weil sie eine unangenehme Nähe erzeugt. Gerade diese Alltäglichkeit macht den Stoff zunächst interessant.

Während des Lesens hatte ich jedoch das Gefühl, dass die Geschichte eher auf Tempo als auf Tiefe setzt. Die Spannung ist da, aber sie bleibt für mich auf einer recht gleichmäßigen Ebene. Figuren und Motive werden angerissen, ohne dass sie mich wirklich lange beschäftigt hätten. Ich war neugierig auf die Auflösung.

Am Ende bleibt für mich ein solides, kurzweiliges Buch, das unterhält, ohne lange nachzuwirken. Die Toten von nebenan hat mich nicht enttäuscht, aber auch nicht überrascht. Es ist ein Roman für zwischendurch, der schnell gelesen ist und danach wieder Platz für das nächste Buch macht.


Klappentext

Nach einem Fahrradunfall kehrt Frau Löffler nach Hause zurück – und findet ihr Viertel völlig verändert vor. Erst trifft sie auf längst verstorbene Nachbarn, dann steht auch noch ihre tote Großmutter in der Tür! Bald stellt sie fest: Sie selbst ist eine der Toten. Im Jenseits hausen die Toten – für die Lebenden unsichtbar – in ihren alten Häusern und führen ihre gewohnten Routinen fort. Doch der trügerische Frieden wird zum Höllenritt, als der charmante Herr Tober ins Viertel zieht und den Toten ein Paradies auf Erden verspricht, wenn sie die Lebenden aus dem Viertel vertreiben. Der Preis? Nur ein wenig Angst und Schrecken …


Über die Autorin

Natascha Olivia Kleinknecht, 1960 in Stuttgart geboren, studierte Rechtswissenschaft in München und promovierte am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz zum Doktor der Rechte. Weitere Studien an der Kunsthochschule Accademia delle Arti del Disegno in Florenz folgten; die Aquarelle und Ölbilder der Künstlerin wurden bei Ausstellungen in Lausanne, Florenz und Stuttgart gezeigt. Seit 1994 ist sie freie Autorin und verfasst Romane und Sachbücher. Sie publizierte u.a. bei der Frankfurter Verlagsanstalt, S. Fischer und Edition Epoca. 1998 nahm sie am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil. Olivia Kleinknecht ist Mitglied des PEN-Zentrums, des A.d.S, des Syndikats e. V. und Associate Member der ESSWE. Sie lebt in Ludwigsburg und Zürich. Quelle LB


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Veröffentlicht am 13.01.2026

Tanzende Erinnerungen

Tanzende Spiegel
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Meine Meinung

Das Buch "Tanzende Spiegel" hat mich vor allem durch seine stille Intensität überrascht. Es entfaltet sich in feinen, psychologisch präzisen Bewegungen. Ich habe schnell gemerkt, wie sehr ...

Meine Meinung

Das Buch "Tanzende Spiegel" hat mich vor allem durch seine stille Intensität überrascht. Es entfaltet sich in feinen, psychologisch präzisen Bewegungen. Ich habe schnell gemerkt, wie sehr Byford die inneren Welten ihrer Figuren versteht und diese gekonnt darstellt, denn die Art, wie sie Konflikte, Scham, unausgesprochene Erwartungen und Verletzungen sichtbar macht, war berührend.

Die Verbindung zwischen persönlicher Geschichte und historischem Hintergrund fand ich gut umgesetzt. Die Rückblenden ins Nachkriegsdeutschland wirken glaubwürdig und zeigen, wie stark gesellschaftliche Zwänge Entscheidungen beeinflussen können, die ein ganzes Leben prägen. Gleichzeitig hat mich die spätere Mutter‑Tochter‑Ebene emotional abgeholt.

Die Sprache ist ruhig und klar.

Es ist ein Roman, der sich Zeit nimmt – und der mir gezeigt hat, wie viel Kraft in genau dieser stillen Langsamkeit liegen kann.
Über die Autorin

Annette Byford, geboren und aufgewachsen in Deutschland, lebt seit vierzig Jahren in Großbritannien, wo sie als analytische Psychotherapeutin arbeitet. Sie hat mehrere Sachbücher zum Thema Familiendynamik veröffentlicht. Tanzende Spiegel ist ihr Debütroman.

Quelle: Verlag / vlb

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