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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2026

Aufbau, Inhalt und Umsetzung nicht überzeugend

How to Talk to Yourself
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Ich mag es sehr, wenn Sachbücher nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch ansprechend gestaltet sind. Die auffällige Farbkombination aus Grün und Rosa hat bei „How to Talk to Yourself“ sofort meine Aufmerksamkeit ...

Ich mag es sehr, wenn Sachbücher nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch ansprechend gestaltet sind. Die auffällige Farbkombination aus Grün und Rosa hat bei „How to Talk to Yourself“ sofort meine Aufmerksamkeit geweckt. Im Dussmann ist mir das Buch direkt ins Auge gefallen. Gestaltungstechnisch also definitiv ein Hingucker.

Inhaltlich hatte ich mir jedoch etwas anderes erhofft =( Die Kapitelüberschriften machen neugierig und versprechen inspirierende Denkanstöße rund um Selbstgespräche, Selbstwert und innere Haltung. Beim Lesen wurde ich allerdings zunehmend ernüchtert. Für mein Empfinden besteht das Buch aus sehr langen Fließtexten, die den Zugang eher erschweren als erleichtern. Gerade bei einem Ratgeber hätte ich mir eine klarere Struktur, mehr Auflockerung und vielleicht auch prägnantere Impulse gewünscht.

Auch der Ton des Buches hat mich leider nicht ganz abgeholt. Ro Mitchell schreibt sehr persönlich – stellenweise wirkt das Buch mehr wie eine autobiografische Lebensgeschichte als wie ein strukturierter Ratgeber. Das ist sicherlich Geschmackssache, doch für mich hat das dazu geführt, dass der eigentliche Mehrwert des Themas etwas in den Hintergrund gerückt ist.

Positiv hervorheben möchte ich dennoch, dass mich das Buch daran erinnert hat, mich selbst wieder stärker zu priorisieren, mir Fehler zu verzeihen und nicht jedes Scheitern als persönliches Versagen zu bewerten. Diese Impulse waren ein schöner Reminder. Allerdings hatte ich nicht das Gefühl, wirklich neue Perspektiven oder nachhaltige Werkzeuge für mein Denken mitzunehmen.

Insgesamt ist „How to Talk to Yourself“ für mich ein gut gemeinter Ratgeber mit wichtigen Ansätzen, der jedoch in Aufbau, Inhalt und Umsetzung nicht überzeugt.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Ein außergewöhnlicher dystopischer Roman!

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Was habe ich da bitte gelesen? „Ich, die ich Männer nicht kannte“ von Jacqueline Harpman ist für mich ganz klar ein Jahreshighlight und ein Buch, das sich sowohl in seiner Erzählweise als auch in seinem ...

Was habe ich da bitte gelesen? „Ich, die ich Männer nicht kannte“ von Jacqueline Harpman ist für mich ganz klar ein Jahreshighlight und ein Buch, das sich sowohl in seiner Erzählweise als auch in seinem Inhalt radikal von vielem abhebt, was ich sonst lese.

Schon der Titel hat meine Neugier geweckt. Das Cover wirkt eher nichtssagend, fast unscheinbar. Und dann der Inhalt: Wow!

Von der ersten Seite an war ich gefesselt. Jacqueline Harpman erschafft eine dystopische Welt, die rätselhaft bleibt und gerade dadurch eine ungeheure Sogwirkung entfaltet. Ich habe das Buch mit angehaltenem Atem gelesen, bin den Gedanken der namenlosen Protagonistin durch eine verstörende Welt gefolgt und habe einer Erklärung bzw. einer Auflösung, regelrecht entgegengefiebert.

Im Zentrum steht eine Erzählerin, die als junges Mädchen unter seltsamen Umständen eingesperrt lebt und sich (nach einem einschneidenden Ereignis) in einer fremden, verlassenen Welt zurechtfinden muss. Sie kennt keine Männer, kennt keine gesellschaftlichen Strukturen, keine Geschichte. Und genau aus dieser Leerstelle heraus beobachtet und reflektiert sie alles mit einer beeindruckenden Klarheit. Aus dem wissbegierigen, klugen Mädchen wird eine strebsame, analytische Frau, die sich ihr Leben Schritt für Schritt erschließt. Ihre Entwicklung war sehr sehr inspirierend. Sie stellt Fragen, wo andere resignieren würden. und denkt weiter, wo andere sich mit dem Gegebenen abfinden.

Die Atmosphäre des Romans ist beklemmend und oft von einer stillen Einsamkeit durchzogen. Das Buch lebt von Gedanken, von innerer Entwicklung und von existenziellen Fragen: Was bedeutet Freiheit? Was macht Identität aus? Wie entsteht Wissen? Und was bleibt vom Menschsein, wenn alle gewohnten Strukturen wegfallen?

Das Ende ist eher unbefriedigend, denn viele Fragen bleiben offen. Er liefert keine einfachen Antworten, sondern fordert dazu auf, weiterzudenken. Und vielleicht liegt gerade darin seine Stärke. Trotz der düsteren Grundstimmung ist das Buch auf seltsame Weise mutmachend. Es zeigt, wie viel Kraft im Denken, im Lernen und im selbstbestimmten Handeln liegt.
Dieses Buch ist nicht neu und verdient doch heute mehr Aufmerksamkeit denn je. Es macht auf leise, aber eindringliche Weise klar, worauf es wirklich ankommt.

Mich hat es nachhaltig beeindruckt und meine Sicht auf die Welt ein Stück weit verändert. Ein außergewöhnlicher dystopischer Roman, der noch lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

eine witzige, leichte und romantische Rom-Com für zwischendurch

The Unhoneymooners – Sie können sich nicht ausstehen und fliegen gemeinsam in die Flitterwochen
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The Unhoneymooners ist ein Buch von vielen, das viel zu lange auf meinem SuB gelegen hat, bis mein Freund es schließlich als „next read“ bestimmt hat. Schon optisch konnte mich das Buch überzeugen: Der ...

The Unhoneymooners ist ein Buch von vielen, das viel zu lange auf meinem SuB gelegen hat, bis mein Freund es schließlich als „next read“ bestimmt hat. Schon optisch konnte mich das Buch überzeugen: Der wunderschöne Farbschnitt passt perfekt zur restlichen Covergestaltung und versprüht sofort pures Urlaubsfeeling. Besonders gut gefallen hat mir, dass das Autoren Duo nicht lange um den heißen Brei herumredet, sondern direkt ins Geschehen einsteigt. Der lockere, humorvolle Schreibstil sorgt dafür, dass man schnell in die Geschichte findet. Auch die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet. Olive habe ich sofort ins Herz geschlossen. Ethan mochte ich ebenfalls gerne, allerdings konnte ich seine Entwicklung im letzten Drittel des Buches nicht ganz nachvollziehen. Einige seiner Aussagen und Handlungen wirkten auf mich unlogisch und haben für mich nicht zur vorherigen Charakterzeichnung gepasst. Das Erzähltempo der Geschichte von Olive und Ethan empfand ich insgesamt als sehr angenehm, ebenso den humorvollen, leichten Ton der Autorinnen. Nicht zu vergessen das Setting. auf der wunderschönen Insel Maui. Etwas störend fand ich jedoch die teilweise sehr langen Kapitel, die meinen Lesefluss hin und wieder gebremst haben.

Nichtsdestotrotz ist The Unhoneymooners eine witzige, leichte und romantische Rom-Com, die sich wunderbar für zwischendurch eignet und definitiv eine Leseempfehlung wert ist.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

einfach zu „slow“...

Ich in deinen Augen
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Paige Toon gehört seit Jahren zu meinen liebsten AutorInnen, weshalb ich (fast) jedes ihrer Bücher gelesen habe. Ich in deinen Augen lag allerdings ungewöhnlich lange auf meinem Stapel ungelesener Bücher. ...

Paige Toon gehört seit Jahren zu meinen liebsten AutorInnen, weshalb ich (fast) jedes ihrer Bücher gelesen habe. Ich in deinen Augen lag allerdings ungewöhnlich lange auf meinem Stapel ungelesener Bücher. Mehr als zwei Jahre, um genau zu sein. Und nun, nachdem ich endlich dazu gegriffen habe, musste ich das Buch nach etwa der Hälfte abbrechen.

Das lag ganz sicher nicht am Schreibstil. Paige Toon schreibt wie immer gefühlvoll, flüssig und mit einer Leichtigkeit, die mich normalerweise sofort abholt. Auch die Charaktere konnten mich grundsätzlich überzeugen: Hannah und Sonny sind nahbar, liebenswert und wirken authentisch, ihre Emotionen sind nachvollziehbar und fein gezeichnet.

Und trotzdem wollte der Funke bei mir nicht überspringen. Bei aller Liebe für Slow-Burn-Geschichten: Mir war die Entwicklung der Story schlicht zu langsam. Die Handlung hat sich für mein Empfinden zu sehr in Nebensächlichkeiten verloren und zu wenig Fortschritt gemacht. Immer wieder hatte ich das Gefühl, auf der Stelle zu treten, statt wirklich in der Geschichte voranzukommen.

Das hat meine Leselust zunehmend gebremst, bis ich schließlich gemerkt habe, dass ich eher aus Pflichtgefühl als aus echter Freude weiterlese. Schweren Herzens habe ich mich deshalb dazu entschieden, das Buch abzubrechen. Auch wenn mir das bei einer Autorin, die ich so schätze, alles andere als leichtfiel.

Ich in deinen Augen ist sicher kein schlechtes Buch und wird viele Fans von ruhigen, sehr langsamen Liebesgeschichten begeistern. Für mich persönlich war es diesmal jedoch einfach zu „slow“.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

laut, dreckig, wütend

Half His Age
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ch mag provokante Bücher. Und „Half His Age“ von Jennette McCurdy ist genau das: laut, dreckig und wütend. Im Zentrum stehen Waldo und ihre Affäre mait dem deutlich älteren Lehrer Mr. Korgy. Dass er ausschließlich ...

ch mag provokante Bücher. Und „Half His Age“ von Jennette McCurdy ist genau das: laut, dreckig und wütend. Im Zentrum stehen Waldo und ihre Affäre mait dem deutlich älteren Lehrer Mr. Korgy. Dass er ausschließlich bei seinem Nachnamen genannt wird, ist ein kluger Kniff: Er bleibt Autoritäts- und Machtfigur. Er ist keine Person auf Augenhöhe.

Der Roman behandelt nicht nur eine problematische Beziehung, sondern auch Themen wie Konsum, Identität, Macht, Einsamkeit, toxische Dynamiken, weibliche Wut und Sexualität. "Half His Age" ist furchtbar unangenehm und provokant und trotzdem - oder gerade deswegen! - konnte ich mich dem immer stärker werdenden Sog nicht entziehen.

„Half His Age“ wird nicht jedem gefallen und sicher Diskussionen über Moral, Macht und Sexualität auslösen. Das Buch eckt an. Aber gerade diese Eigenschaft macht das Buch so spannend. Ich bin sehr neugierig auf die Verfilmung!

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