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Veröffentlicht am 07.02.2025

Immer wieder (Time after time)

Von hier aus weiter
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Marlenes Mann war Arzt. Er hat sich das Leben genommen, weil er seine Krebs-Diagnose nicht verkraftet hat. Die Trauerfeier macht es ihr nicht leichter, damit umzugehen. Der Pfarrer hat mehrfach den Namen ...

Marlenes Mann war Arzt. Er hat sich das Leben genommen, weil er seine Krebs-Diagnose nicht verkraftet hat. Die Trauerfeier macht es ihr nicht leichter, damit umzugehen. Der Pfarrer hat mehrfach den Namen seiner ersten Frau anstelle Marlenes genannt. Die Kinder und Enkel von Rolf stehen ihr nicht wirklich nahe. Auch ignoriert sie alle Anrufe. Sie achtet nicht mehr auf sich, denn sie denkt darüber nach, wie sie Rolf folgen kann. Als sie einen Klempner braucht, kommt Jack, ihr ehemaliger Schüler. Er spürt, dass es Marlene nicht gut geht und freundet sich vorsichtig mit ihr an. Er zieht bei ihr ein und auch Marlenes Ärztin Ida spielt bald in Jacks Leben eine größere Rolle. Gemeinsam machen die drei sich auf eine ganz besondere Reise, denn Marlene ist wütend, nicht traurig.

Die Geschichte ist leise und unaufgeregt, obwohl die Gefühle von Marlene sehr groß und mächtig sind. Dieser Spagat ist eine riesige Kunst! Die Trauer, die sie empfindet, kann man absolut gut verstehen. Ich habe von Anfang an Zuneigung zu ihr empfunden und verstanden, wie groß der Graben zur Familie ihres toten Mannes für sie ist. Besonders reizend sind jedoch auch Ida und Jack. Nicht nur miteinander, sondern auch einzeln genommen und besonders im Trio mit Marlene. Sie sind eine so wundervolle Gemeinschaft! Man möchte gerne der vierte im Bunde sein.

Anfangs läuft die Geschichte sehr langsam an. Genauso langsam, wie sich Marlene durch die Ereignisse ausgebremst fühlt. Es geschehen nach und nach unfassbare Dinge, die genauso verrückt wie stimmig sind. Gefühle spielen einem manchmal Streiche und Trauer treibt die seltsamsten Blüten. Die schicksalhaften Begegnungen passen zu Marlene und dass Jack gleich bei ihr einzieht, ergibt im Laufe der Geschichte einen Sinn. Dass am Schluss dann so viele offene Enden übrigbleiben, passt absolut zur Story. Einen echten Abschluss hätte sie gar nicht haben dürfen, denn es geht ja von hier aus weiter.

Vielleicht muss man ein gewisses Maß an Trauer in sich haben, um mit diesem Buch so viel anfangen zu können, wie ich. Ich empfinde es als außerordentlich tröstend und weiß, dass es noch lange in mir nachhallen wird. Fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 07.02.2025

Ausführliche Lektüre rund um das Fermentieren

52 wilde Fermente
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Die Autoren teilen das Jahr in 52 Jahreszeiten ein, die etwa den Wochen entsprechen. Dabei sind die Wild-Pflanzen der jeweiligen Woche meist länger zu finden. Dennoch gefällt mir die Idee, jede Woche eine ...

Die Autoren teilen das Jahr in 52 Jahreszeiten ein, die etwa den Wochen entsprechen. Dabei sind die Wild-Pflanzen der jeweiligen Woche meist länger zu finden. Dennoch gefällt mir die Idee, jede Woche eine andere Wild-Pflanze zu entdecken und zu fermentieren. Die Einführung und Erklärungen sind sehr ausführlich und gut verständlich geschrieben. Schnell mal loslegen ist nicht, man muss lesen, lesen, lesen! Denn nur gut vorbereitet mit Wissen und auch Ausstattung, kann man fermentieren.

Den Autoren geht es um Gesundheit, Ökologie und Natürlichkeit. Auch wenn man selbst das alles nicht ganz so intensiv umsetzen mag, findet man eine Menge Anregungen und vor allem interessantes Wissen rund um die Fermentation, was sie bewirkt, wozu man sie nutzen kann uvm. Es kommt auf die richtigen Techniken an, die zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Pflanzen zu sammeln und sie mit Fermentation haltbar zu machen.

Die Rezepte sind außerordentlich ausführlich beschrieben. Es gibt immer viele Informationen zu den Pflanzen, wie man sie erntet, wie man sie fermentiert und wie man sie verwendet. Zudem sind Zubehör, Zutaten und Gärzeit dafür schön aufgelistet. Sehr schön finde ich auch die gezeichneten Pflanzen im Überblick.

Für mich ist es spannende Lektüre rund um die Fermentation. Das Fermentieren bleibt mir jedoch weiter weniger für mich geeignet. Sauerteig hat bei mir noch nie überlebt und ich vermute, das ist ein guter Indikator, wie wenig ich für die Technik der Fermentation geeignet bin. Auch bin ich wohl einfach nicht der Typ für Wildkräuter. Dennoch ist das Buch eine echte Bereicherung und nachschlagbares Wissen schadet nie! Vier Sterne.

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Veröffentlicht am 06.02.2025

Der Titel ist Programm!

Heißluftfritteuse GOLD Kochbuch - SPIEGEL Bestseller
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Auch wenn die Bezeichnung eigentlich falsch ist, die Heißluftfritteuse ist einfach genial. Die Mini-Backöfen sparen Zeit und Energie und teilweise natürlich auch Fett. Hat man erst mal entdeckt, wie vielseitig ...

Auch wenn die Bezeichnung eigentlich falsch ist, die Heißluftfritteuse ist einfach genial. Die Mini-Backöfen sparen Zeit und Energie und teilweise natürlich auch Fett. Hat man erst mal entdeckt, wie vielseitig diese Geräte sind, will man immer mehr damit und darin machen. Dieses Buch von Antje Watermann präsentiert geniale, leckere Rezepte für eines der vielseitigsten Küchengeräte überhaupt!

Mit den Kapiteln Snacks und Partyfood; Hauptgerichte vegetarisch; Hauptgerichte Fleisch; Hauptgerichte Fisch; Hauptgerichte Geflügel; Pasta; Trendklassiker; Beilagen; Kuchen, Kekse, Gebäck; Desserts liefern Rezepte für jede Gelegenheit und jeden Geschmack. Ganz ohne Einführungstext und Theorieteil geht es mit den Rezepten los. Ganz besonders erfreulich ist, dass es zu jedem Rezept ein herrlich appetitanregendes Foto gibt. Da fällt bei mir keins hintenüber, was bei Rezepten ohne Foto sonst immer passiert. Die Autorin hat das Rad nicht neu erfunden. Die Rezepte kennt man alle bereits. Der Unterschied ist, dass sie erklärt und zeigt, wie sie mit der Heißluftfritteuse gemacht werden.

Die einzelnen Rezepte folgen dem klassischen Aufbau mit Titel, Portions- und Zeitangabe, Zutatenliste und Arbeitsschritten. Gelegentlich gibt es noch einen extra Tipp. Ein kleines Icon oben rechts zeigt dabei an, in welchem Kapitel man sich befindet. Zudem steht das aber auch links oben. Die verwendeten Zutaten sind leicht zu bekommen und nicht sonderlich exotisch. Die Anweisungen für die Zubereitung sind knapp, aber gut verständlich beschrieben. Für gute Esser könnten die Portionen etwas klein erscheinen. Einige Rezepte erfordern, dass man auf mehrere Etappen gart. Das trübt die Freude über das Buch ein wenig, ist aber nachvollziehbar. Die Bandbreite geht nicht nur über die vielen Kapitel, sondern auch quer durch die internationale Küche.

Für mich ist hier der Titel Programm. Ganz klar, dass ich trotz der kleinen Kritik die vollen fünf Sterne gebe!

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Veröffentlicht am 06.02.2025

Leider nur Mittelmaß

Das Dinner – Alle am Tisch sind gute Freunde. Oder?
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Jonathan und Lotta laden die alte Clique zu einem Krimi-Dinner ein. Seit Maria verschwunden ist, haben sie sich nicht mehr getroffen. Schnell werden die Freunde misstrauisch, denn ihre Rollen sind eindeutig ...

Jonathan und Lotta laden die alte Clique zu einem Krimi-Dinner ein. Seit Maria verschwunden ist, haben sie sich nicht mehr getroffen. Schnell werden die Freunde misstrauisch, denn ihre Rollen sind eindeutig an sie selbst angelehnt. Wer hat das eingefädelt und warum? Es kommen Wahrheiten ans Licht, die keiner erwartet hätte. Und die Lage spitzt sich zu.

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven von den Protagonisten erzählt. Noch dazu werden unterschiedliche Zeitebenen bedient. Das ergibt ein Mosaik mit groben Formen, da nicht alle die jeweilige Situation gleich sehen und empfinden. Man weiß dadurch aber mehr, als die einzelnen Figuren und vor allem weiß man von den Geheimnissen, die jeder hat. Dabei ist es besonders reizvoll, dass beide Geschlechter gleich suspekt daherkommen. Allerdings birgt das auch eine Schwäche, denn man bekommt alles, wirklich alles, von allen Figuren aus deren Sicht erzählt. Also oft. Zu oft.

Für meinen Geschmack sind Drogen-, Alkohol- und Sexszenen zu häufig und zu detailreich beschrieben. Die Sprache ist dann auch extrem vulgär. Das muss doch nicht sein. Es trägt auch nicht wirklich zum Verständnis oder Vorankommen bei und die Situation hätte man auch mit weniger deftiger Sprache beschreiben können.

Inzwischen habe ich dieses Jahr schon mehrere Krimis und Thriller genossen, die um eine quasi unerklärlich verschwundene Person aufgebaut worden sind und von der alle ausgehen, dass sie noch lebt oder von jemandem aus dem Freundeskreis ermordet wurde. Das ist aktuell wohl Trend, beginnt mich aber wirklich langsam zu langweilen. Natürlich kann man das Rad nicht neu erfinden, aber diese Häufungen wirken immer ein wenig nach Ideenneuverwertung. Die eingebauten Twists sind gut, aber nicht ganz unerwartet.

Die Figuren sind für mich einander etwas arg ähnlich, sodass ich hin und wieder überlegen musste, wer nun was gesagt und getan hat. Sie alle sind problembeladen. Erschreckend ist das Frauenbild, das die Autorin hier zeichnet. Alle weiblichen Figuren sind schwach, devot und für jede Kleinigkeit überaus dankbar. Schlimm! Drogensucht ist ein großer Faktor, ebenso Missbrauch. Die geschilderten Ereignisse und Zusammenhänge sind so gewählt, dass lange Zeit wirklich jeder verdächtig ist. Als dann die schuldige Person identifiziert wurde, fühlte sich das für mich nicht richtig an. Entsprechend ist das Ende dann ein Knaller. Trotzdem hätte ich in der Zeit auch spannendere und interessantere Lektüre genießen können. Für mich ist Das Dinner Mittelmaß. Daher auch drei Sterne.

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Veröffentlicht am 05.02.2025

Hat für mich zu viele Schwachpunkte

Seven Ways to Tell a Lie
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Ziemlich genau ein Jahr, nachdem Enya verschwunden ist, taucht ein erschreckendes Video auf und geht viral. Zu sehen ist, wie die ehemalige Clique mit einem Schulbus in eine Schlucht stürzt und in Flammen ...

Ziemlich genau ein Jahr, nachdem Enya verschwunden ist, taucht ein erschreckendes Video auf und geht viral. Zu sehen ist, wie die ehemalige Clique mit einem Schulbus in eine Schlucht stürzt und in Flammen aufgeht. Schnell ist klar, dass noch weitere Deepfakes auftauchen werden. Die Clique muss zusammenfinden und sich gemeinsam der Vergangenheit stellen, um dem Spuk ein Ende zu bereiten.

Gut, bei einem Jugendbuch sollte man wohl die eine oder andere Schwäche verzeihen. Dennoch war für mich sehr schnell ein großes Problem so präsent, dass ich das Buch nicht so wirklich genießen konnte. Jedem war doch klar, dass es ein Deepfake ist, denn die gesamten Mitglieder der Clique lebte ja noch und das Busunglück im Film war nicht zu überleben. Warum dann getuschelt und beschuldigt wurde, kann ich nicht nachvollziehen. Da erwarte man doch eher, dass alle hinter jenen stehen, die mit dem Deepfake virtuell getötet wurden. Die weiteren Filme wären viel schwerer als Deepfake zu enttarnen gewesen, hätte es das erste nicht gegeben. Aber die komplette Schule glaubt alles, was in jedem einzelnen Film passiert? Nicht wirklich realistisch!

Die Figuren sind gut gezeichnet und besonders Thea mochte ich sehr. Dass alle ihr Geheimnis haben, dürfte niemanden wundern. Welcher Teenager hat keins! Wie schlimm oder nicht schlimm die sind, ist eine andere Frage. So ganz fürchterlich schrecklich fand ich keinen aus der Clique. Wie die Fäden dann zusammenfanden, war gar nicht so schlecht gelöst. Der Showdown jedoch ist meiner Meinung nach etwas arg überspannt und weniger realistisch. Auch hätte eine ganz bestimmte Aktion nicht wirklich sein müssen, um den Täter dingfest zu machen.

Auch wenn Teenager nicht immer rational handeln, fand ich einige der Aktionen der Cliquenmitglieder reichlich überzogen und unrealistisch. Der Schreibstil ist gut, jedoch verwendet Hadler ein paar Wörter inflationär, was mich stört. Hier ist jedoch das Lektorat gefragt, das solche Schnitzer ausmerzen sollte.

Auch wenn ich aus dem Alter der Zielgruppe längst heraus bin, lese ich gerne Jugendthriller. Dieser hier ist nicht wirklich schlecht, aber die reißerische Werbung von Ursula Poznanski passt nicht wirklich. Für mich ist dies ein drei-Sterne-Buch.

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