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Veröffentlicht am 28.02.2026

Ein magisches Hotel voller Geheimnisse und verlorener Zeit

Das White Octopus Hotel
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In „Das White Octopus Hotel“ von Alexandra Bell begleitet man Eve Shaw, eine Kunstgutachterin in London, deren Leben aus den Fugen gerät, als ein geheimnisvoller alter Mann in ihrem Büro auftaucht. Er ...

In „Das White Octopus Hotel“ von Alexandra Bell begleitet man Eve Shaw, eine Kunstgutachterin in London, deren Leben aus den Fugen gerät, als ein geheimnisvoller alter Mann in ihrem Büro auftaucht. Er trägt den Namen ihres längst verstorbenen Lieblingsmusikers und scheint mehr über sie zu wissen, als möglich sein dürfte. Kurz nach dem Besuch stirbt er, doch seine rätselhaften Hinweise auf das „White Octopus Hotel“ lassen Eve nicht mehr los. Ihre Nachforschungen führen sie in die Schweizer Alpen zur Ruine eines verlassenen Hotels – und von dort plötzlich ins Jahr 1935, als das Hotel noch in voller Blüte steht.
Während einer geheimnisvollen Schnitzeljagd erkennt Eve, dass der Preis weit mehr sein könnte als ein Spielgewinn: vielleicht die Chance, ihre eigene Vergangenheit zu verändern und ihre Schwester zu retten.
Doch je tiefer sie eintaucht, desto mehr verborgene Wahrheiten kommen ans Licht.

Ich bin richtig gut in dieses Buch gestartet und war überraschend schnell durch, obwohl die Geschichte alles andere als leicht oder geradlinig ist.
Der Schreibstil hat mich von Anfang an abgeholt: sehr einfühlsam, atmosphärisch dicht und voller starker Bilder. Besonders die Beschreibungen des White Octopus Hotels sind der Autorin unglaublich gelungen. Ich hatte beim Lesen eine so klare Vorstellung von diesem magischen, geheimnisvollen und zugleich prunkvollen Ort, dass ich ihn am liebsten selbst einmal besuchen würde. Gerade diese Mischung aus Eleganz, Rätselhaftigkeit und unterschwelliger Bedrohung macht einen großen Reiz des Romans aus.

Eve als Hauptfigur konnte mich emotional schnell erreichen. Ihr Schicksalsschlag ist wirklich traurig, und ich habe stark mit ihr mitgefühlt. Vor allem, weil spürbar wird, wie sehr sie die Vergangenheit auch nach so vielen Jahren noch verfolgt. Ihr innerer Zwiespalt, insbesondere zwischen ihrer wachsenden Zuneigung zu Max und dem verzweifelten Wunsch, ihre Schwester zu retten, war für mich sehr nachvollziehbar und hat viel Spannung erzeugt.
Max selbst mochte ich ebenfalls gern, auch wenn er anfangs etwas mürrisch und abweisend wirkt. Seine traumatischen Kriegserfahrungen erklären dieses Verhalten jedoch schlüssig, und ich fand, dass seine Figur mit der Zeit deutlich an Tiefe gewinnt.

Atmosphärisch bewegt sich das Buch konstant zwischen melancholisch, tragisch, mystisch und stellenweise fast schon surreal.
Die Handlung wirkt teilweise ziemlich bizarr und abgefahren, was aber durchaus zum Konzept passt. Ich hatte oft das Gefühl, dass sich hier auch Eves Psyche widerspiegelt.
Lange wusste ich nicht, wohin die Reise genau geht, hatte irgendwann eine leise Ahnung und wurde am Ende trotzdem noch einmal überrascht.

Allerdings muss ich auch sagen: Die Geschichte verlangt viel Aufmerksamkeit. Durch die häufigen Perspektivwechsel und das Hin und Her in der Zeit entsteht zwar Dynamik und Abwechslung, aber man muss wirklich konzentriert bleiben, um alles nachzuvollziehen.
An manchen Stellen hatte das Buch für mich auch kleinere Längen, die den Lesefluss kurz gebremst haben – insgesamt hielt sich das aber noch im Rahmen.

Zeitreisegeschichten finde ich grundsätzlich toll, aber auch immer anspruchsvoll. Hier mochte ich besonders, wie sich viele kleine Hinweise und Szenen am Ende zu einem größeren Ganzen zusammenfügen. Dieses Puzzlehafte hat mir gut gefallen und sorgt definitiv dafür, dass man beim Lesen ständig mitdenkt.

Das Ende selbst hat mich allerdings nicht komplett überzeugt. Ich fand es stellenweise etwas verwirrend und nicht ganz logisch nachvollziehbar; anfangs musste ich wirklich überlegen, ob ich alles richtig verstanden habe. Trotzdem hat es mich zum Nachdenken gebracht – und genau das ist letztlich auch eine Stärke des Buches.

Was mir während des Lesens zudem immer wieder durch den Kopf ging, war eine starke Parallele zu Alice im Wunderland. Diese leicht wirre, traumartige, stellenweise bewusst verwirrende Erzählweise, kombiniert mit der allgegenwärtigen Magie und den merkwürdigen Ereignissen, hat bei mir genau diese Assoziation ausgelöst und sie blieb tatsächlich bis zum Schluss bestehen.

Fazit

Unterm Strich ist „Das White Octopus Hotel“ von Alexandra Bell für mich ein sehr außergewöhnlicher, atmosphisch dichter Roman, der sicher nicht jedem gefallen wird, aber definitiv im Kopf bleibt. Wer geheimnisvolle, melancholische und etwas abgedrehte Geschichten mit Zeitsprüngen und psychologischer Tiefe mag, sollte hier unbedingt einen Blick riskieren.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Chaos mit Charme und kleinen Stolpersteinen

Josh and Hazel's Guide to Not Dating
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Josh und Hazel kennen sich seit dem College – ihre wenigen Begegnungen damals waren eher peinlich als vielversprechend. Jahre später laufen sie sich überraschend wieder über den Weg: Josh ist der Bruder ...

Josh und Hazel kennen sich seit dem College – ihre wenigen Begegnungen damals waren eher peinlich als vielversprechend. Jahre später laufen sie sich überraschend wieder über den Weg: Josh ist der Bruder von Hazels bester Freundin. Aus dem vorsichtigen Wiedersehen wird schnell eine enge Freundschaft. Nach Joshs schmerzhafter Trennung nimmt Hazel es sich zur Aufgabe, ihn aus seinem emotionalen Loch zu holen. Ihre Lösung: gegenseitig arrangierte Blind-Doppel-Dates. Was als freundschaftliche Ablenkung beginnt, endet regelmäßig im Chaos – und zwischen all den schrägen Dates und Katastrophen fängt es plötzlich an, zwischen Hazel und Josh zu knistern. Aber können zwei Menschen, die kaum unterschiedlicher sein könnten, wirklich zusammenpassen?

„Josh and Hazel's Guide to Not Dating“ von Christina Lauren hat mich auf eine sehr ambivalente Art unterhalten: Ich habe viel gelacht, die Seiten sind nur so verflogen und trotzdem blieb am Ende ein leicht gedämpftes Gefühl zurück.

Besonders gut gefallen, hat mir der Schreibstil der beiden Autorinnen. Dieser ist unglaublich erquicklich, selbstironisch und humorvoll. Die Dialoge sprühen vor Wortwitzen, Situationskomik und einer sehr modernen, lockeren Tonalität. Das Buch liest sich dadurch extrem schnell, fast schon wie ein Binge-Watch einer romantischen Comedy-Serie.

Hazel als Protagonistin ist für mich ganz klar das Herz des Romans. Ich habe sie von Anfang an als nicht neurotypisch, sondern neurodivergent wahrgenommen: hibbelig, aufgedreht, chaotisch, direkt, manchmal sozial ungeschickt, oft als „etwas verrückt“ abgestempelt. Sie macht Dinge auf ihre ganz eigene, sehr hazelhafte Weise. Und das Beste daran: Sie weiß das. Hazel versucht nicht, sich anzupassen oder leiser zu werden, nur um anderen zu gefallen. Sie steht zu sich – auch wenn das bedeutet, anzuecken. Diese Selbstakzeptanz fand ich unglaublich erfrischend. Hazel ist keine glattgebügelte Figur, sondern eine mit Ecken, Macken und einem riesigen Herzen.

Josh ist dagegen Hazels komplettes Gegenteil: ruhig, strukturiert, ordnungsliebend, bodenständig. Und genau hier funktioniert die Dynamik der beiden so gut. Was mir besonders gefallen hat: Josh verurteilt Hazel kein einziges Mal für ihre Art. Er versucht nicht, sie zu ändern oder zu „normalisieren“, sondern unterstützt sie genau darin, sie selbst zu sein. Diese wertschätzende Haltung habe ich als sehr wohltuend empfunden.
Zusammen harmonieren sie überraschend gut, vielleicht gerade wegen ihrer Gegensätzlichkeit. Chaos trifft Struktur, Impulsivität trifft Ruhe und daraus entsteht etwas sehr Warmes, Vertrautes.

Auch die Nebenfiguren, insbesondere Emily und ihr Mann, fügen sich angenehm in dieses Bild ein. Sie begegnen Hazel ohne Vorbehalte, ohne Bewertungen, ohne Bedingungen. Dieses akzeptierende Umfeld verstärkt die warme, grundsätzlich positive Atmosphäre des Romans und hat mir wirklich gefallen.

Und trotzdem: So sehr ich die Figuren mochte, so sehr hatte ich Probleme mit der Entwicklung ihrer Beziehung. Die Freundschaft zwischen Josh und Hazel fühlt sich für mich von Anfang an merkwürdig konstruiert an. Hazel entscheidet praktisch im Alleingang, dass sie nun beste Freunde sind und das wird von allen Beteiligten einfach akzeptiert. Besonders irritierend fand ich, dass im Text behauptet wird, sie seien bereits im College beste Freunde gewesen, obwohl sie dort kaum wirklichen Kontakt hatten. Dann vergehen sieben Jahre ohne nennenswerte Annäherung, und plötzlich sind sie wieder da – ohne vorsichtiges Herantasten, ohne Aufbau, sondern direkt auf „beste Freundschaft“. Das funktionierte für mich emotional einfach nicht und blieb schwer nachvollziehbar.

Im weiteren Verlauf störte mich außerdem, dass im letzten Drittel sehr viel Fokus auf Sex gelegt wird – gerade im Kontext von zwei Menschen, die sich selbst permanent einreden, sie würden „nichts fühlen“ und seien doch „nur Freunde“. Diese Diskrepanz zwischen Behauptung und Handlung war für mich nicht stimmig.

Besonders kritisch sehe ich zudem, dass das erste Mal zwischen Josh und Hazel stattfindet, während beide betrunken sind und sich am nächsten Tag nur bruchstückhaft erinnern können. Ja, das mag realistisch sein, aber romantisch oder schön fand ich es nicht. Für mich hatte diese Szene einen unangenehmen Beigeschmack, der nicht nötig gewesen wäre.

Zusätzlich wird im letzten Drittel ein bestimmter Trope (ohne jetzt spoilern zu wolllen) eingesetzt, den ich persönlich in Romanen absolut nicht leiden kann. Für mich wirkte er unnötig melodramatisch, fast altmodisch, und hat die zuvor so leichte, moderne Atmosphäre spürbar gedämpft. Ein ruhigerer, reiferer Abschluss hätte mir deutlich besser gefallen und hätte besser zu den Figuren gepasst.

Fazit

„Josh and Hazel’s Guide to Not Dating“ von Christina Lauren ist ein unterhaltsamer, humorvoller Roman mit einer außergewöhnlichen Protagonistin, die ich trotz aller Kritik sehr ins Herz geschlossen habe. Hazel ist laut, chaotisch, anders und genau darin liegt ihre Stärke. Die wertschätzende Dynamik zwischen ihr und Josh sowie der erfrischende Schreibstil machen das Buch lesenswert.
Gleichzeitig leidet die Geschichte für mich unter einer wenig glaubwürdigen Beziehungsentwicklung, problematischen Entscheidungen und einem Finale, das ich so nicht gebraucht hätte, was mein Leseerlebnis insgesamt etwas geschmälert hat.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Cozy Crime mit Küstenflair

Mord & Breakfast
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In „Mord & Breakfast. Ein Fall für Melody Moss“ von Anne Gordon wird die Londoner Journalistin Melody Moss durch eine Intrige ihren Job los — ein harter Einschnitt, der sie völlig unvorbereitet trifft. ...

In „Mord & Breakfast. Ein Fall für Melody Moss“ von Anne Gordon wird die Londoner Journalistin Melody Moss durch eine Intrige ihren Job los — ein harter Einschnitt, der sie völlig unvorbereitet trifft. Umso überraschender kommt der Anruf eines Notars: Ihre Tante Mabel ist verstorben und hat Melody ihr gesamtes Vermögen hinterlassen, darunter ein kleines Bed & Breakfast im schottischen Küstenort Seagull Bay. Doch vor Ort stellt sich schnell heraus, dass Mabels Tod alles andere als ein tragischer Unfall gewesen sein könnte. Während Melody beginnt nachzuforschen, stößt sie auf ein Dorf voller Geheimnisse und merkt bald, dass hier kaum jemand ein reines Gewissen hat.

Ich bin mit großen Cozy-Crime-Erwartungen in dieses Buch gestartet und wurde in vielerlei Hinsicht wirklich gut unterhalten.

Der größte Pluspunkt war für mich ganz klar das Setting. Seagull Bay ist einfach traumhaft beschrieben. Beim Lesen hatte ich ständig das Gefühl, die salzige Meeresluft zu riechen und durch die kleinen Gassen dieses gemütlichen Küstenörtchens zu schlendern. Die schottische Atmosphäre ist wirklich großartig, sowohl landschaftlich, aber auch vom Dorfgefühl her. Besonders das kleine B&B hat sofort diesen typischen Cozy-Charme versprüht, den ich mir erhofft hatte.

Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig und leicht, sodass ich schnell in die Geschichte hineingefunden habe. Anne Gordon versteht es gut, Humor und Spannung zu verbinden, ohne dass es bemüht wirkt. Was mir besonders gefallen hat, waren die Perspektivwechsel zwischendurch. Immer wieder bekommt man Einblicke in die Gedanken und Gefühle der Dorfbewohner. Das macht die Figuren deutlich nahbarer und verleiht der Geschichte eine schöne Tiefe. Ich kann mir aber vorstellen, dass das für manche Leser etwas verwirrend sein könnte. Ich persönlich mochte dieses Stilmittel jedoch sehr.

Melody selbst ist eine sympathische Protagonistin mit genau der richtigen Mischung aus Neugier, Sturheit und journalistischem Spürsinn. Ihre Art zu ermitteln wirkte auf mich glaubwürdig und nicht überzogen.
Toll fand ich zudem die leise, unterschwellige Entwicklung zwischen ihr und dem Gärtner Dean. Die romantischen Anklänge bleiben angenehm im Hintergrund und überlagern die Krimihandlung nicht. Genau so mag ich das. Da ist definitiv noch Potenzial für die Folgebände.

Die Nebenfiguren sind ohnehin ein echtes Highlight. Das Dorf wirkt bevölkert von skurrilen, vielschichtigen Persönlichkeiten, bei denen man schnell merkt: Hier verbirgt jeder etwas. Dieses langsame Aufdecken der Geheimnisse hat mir richtig gut gefallen. Der cozy Schein der Idylle bekommt dadurch immer wieder feine Risse.
Besonders amüsant fand ich übrigens die Bulldogge Cheddar. Auch wenn er keine übergeordnete Rolle spielt, hat er mit seiner warmherzigen, knuffigen Art sofort mein Herz erobert.

Ein kleiner Kritikpunkt meinerseits betrifft die Spannungskurve der Ermittlungen. Insgesamt hätte es für meinen Geschmack noch etwas nervenaufreibender sein dürfen. Gerade zum Ende hin wurde vieles recht schnell und ziemlich reibungslos aufgelöst. Hier hätte ich mir mehr Konflikt, vielleicht noch eine überraschende Wendung oder etwas mehr Ermittlungsdruck gewünscht. Trotzdem hat die Auflösung grundsätzlich funktioniert und war schlüssig.

Fazit

Alles in Allem habe ich das Buch sehr gern gelesen. Es punktet mit einem wunderschönen Setting, liebenswert-skurrilen Figuren und einer angenehm cozy Atmosphäre. Einfach ein warmherziger, unterhaltsamer Wohlfühlkrimi mit schottischem Flair. Ich freue mich auf jeden Fall darauf, Melody Moss in weiteren Fällen zu begleiten.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Mehr cozy Café und Buchclub als Gefühl

Books & Coffee - An Wunder muss man glauben
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In „Books & Coffee – An Wunder muss man glauben“ (Band 2) von Ella Lindberg kehrt Emilia nach einer Reihe persönlicher Tiefschläge in ihre Heimatstadt zurück. Ohne Job, ohne Beziehung und ohne echte Perspektive ...

In „Books & Coffee – An Wunder muss man glauben“ (Band 2) von Ella Lindberg kehrt Emilia nach einer Reihe persönlicher Tiefschläge in ihre Heimatstadt zurück. Ohne Job, ohne Beziehung und ohne echte Perspektive landet sie wieder bei ihren Eltern und beginnt widerwillig im Antiquariat ihrer Tante zu arbeiten. Dort begegnet sie Lucy, der warmherzigen Besitzerin des Café Zuckerzeit, und findet im gemeinsamen Buchclubprojekt langsam wieder Halt.
Doch während sie versucht, ihr Leben neu zu ordnen, taucht nicht nur ihr Exfreund Markus wieder auf, sondern auch Lucys Bruder Florian, den sie noch aus Schulzeiten kennt, bringt Emilias Gefühlswelt durcheinander.

Ich habe mich wirklich auf „Books & Coffee – An Wunder muss man glauben“ von Ella Lindberg gefreut, weil ich den ersten Band mochte und das Setting rund um Bücher, Café und Kleinstadtflair einfach total mein Ding ist. Insgesamt war das Buch für mich auch ganz nett, aber leider hat es mich emotional nicht so gepackt, wie ich gehofft hatte.

Der Schreibstil liest sich wie gewohnt angenehm und flüssig. Ich bin schnell durch die Seiten gekommen, ohne irgendwo hängen zu bleiben. Lindberg schreibt sehr zugänglich, leicht und ruhig, was grundsätzlich gut zum cozy Setting passt. Gleichzeitig war mir der Ton stellenweise fast zu ruhig. Die Geschichte plätschert über weite Strecken sehr unaufgeregt vor sich hin. Es passiert nicht wirklich viel Spannendes, keine größeren emotionalen Peaks, keine Momente, bei denen ich dachte: Okay, jetzt muss ich unbedingt weiterlesen. Für zwischendurch war das Buch absolut okay, aber es war nichts, was ich kaum aus der Hand legen konnte.

Atmosphärisch mochte ich die Rückkehr ins Café Zuckerzeit wieder sehr. Das Setting ist einfach unglaublich süß und gemütlich beschrieben, und genau diese Wohlfühlvibes kann Lindberg wirklich gut. Besonders gefreut habe ich mich, Lucy und Clara wiederzutreffen. Die beiden bringen für mich deutlich mehr Herz in die Geschichte und sorgen für Wärme, die mir an anderer Stelle ein bisschen gefehlt hat.

Emilia als Protagonistin konnte mich leider nicht vollständig überzeugen. Ich habe zwar verstanden, dass sie an einem Tiefpunkt steht, aber sie wirkte auf mich oft sehr genervt, kraftlos und irgendwie distanziert. Mir hat bei ihr ein bisschen die emotionale Tiefe gefehlt. Viele ihrer Gedanken blieben für mich seltsam blass, sodass ich nicht richtig mit ihr mitfühlen konnte. Sympathisch war sie für mich nur phasenweise.

Auch die Liebesgeschichte — eigentlich ja das Herzstück — hat mich nicht wirklich erreicht. Die Entwicklung zwischen Emilia und Florian wirkte auf mich nicht ganz rund. Sehr lange passiert zwischen den beiden kaum etwas, sie interagieren relativ wenig, und plötzlich sind da (alte?) Gefühle. Für mich kam das ziemlich abrupt und nicht ganz authentisch. Ich konnte die Verbindung zwischen ihnen emotional leider nicht richtig nachempfinden, was schade ist, weil hier eigentlich viel Potenzial gewesen wäre.

Positiv hervorheben möchte ich den Buchclub. Die Idee und die Umsetzung fand ich wirklich schön. Besonders mochte ich, wie dort ganz unterschiedliche Menschen zusammenkommen, sich langsam annähern, Gemeinsamkeiten entdecken und als Gruppe zusammenwachsen. Diese Dynamik hatte viel Wärme und war für mich einer der stärkeren Aspekte der Geschichte. Allerdings hätte ich mir auch hier noch mehr Tiefe gewünscht. Vieles wurde eher angerissen als wirklich ausgearbeitet.

Was mich am Ende etwas nachdenklich zurückgelassen hat: Rund um Clara werden einige Konflikte und Andeutungen gestreut, die nicht vollständig aufgelöst werden. Das wirkt fast so, als wäre noch ein weiterer Band geplant. Ich bin tatsächlich neugierig, ob ihre Geschichte noch weitergeführt wird, weil hier spürbar noch offene Fäden liegen.

Fazit

Unterm Strich war das Buch für mich eine ruhige, cozy Lektüre für zwischendurch mit einem sehr schönen Setting und liebgewonnenen Nebenfiguren. Emotional konnte es mich aber weder mit der Hauptfigur noch mit der Liebesgeschichte vollständig abholen. Mir persönlich hat diesmal leider ein bisschen Spannung, Tiefe und Herzklopfen gefehlt.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Ein Setting zum Verlieben

Mont Lacroix (Band 1) - Longing for Lelibeth
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Im Mittelpunkt der Geschichte steht Lelibeth Lacroix, die gemeinsam mit ihrem Vater das luxuriöse Berghotel Mont Lacroix führt und sich darauf vorbereitet, das Familienerbe eines Tages vollständig zu übernehmen. ...

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Lelibeth Lacroix, die gemeinsam mit ihrem Vater das luxuriöse Berghotel Mont Lacroix führt und sich darauf vorbereitet, das Familienerbe eines Tages vollständig zu übernehmen. Um das Hotel zukunftsfähig zu machen, möchte sie exklusive Events etablieren und erhält mit der Ausrichtung einer prestigeträchtigen Hochzeit die Chance, ihr Konzept zu beweisen. Dafür braucht sie dringend einen talentierten Floristen – und genau hier tritt Noah Benz in ihr Leben. Was Lelibeth nicht weiß: Noah arbeitet im Auftrag seines Vaters, dem Besitzer des konkurrierenden Hotels Goldberg, und soll das Mont Lacroix ausspionieren. Doch je mehr Zeit er im Hotel verbringt und je näher er Lelibeth kommt, desto stärker gerät sein Auftrag ins Wanken. Zwischen Loyalität, Schuldgefühlen und echten Gefühlen muss Noah eine Entscheidung treffen, die alles verändern könnte.

„Mont Lacroix - Longing for Lelibeth“ von Alexandra Flint hat mich positiv überzeugt. Der Autorin gelingt hier ein Auftakt, der sich weniger auf künstliches Drama verlässt, sondern vor allem von Atmosphäre, Figurenentwicklung und emotionaler Spannung lebt.

Was mich von der ersten Seite an gefesselt hat, war das Setting. Das Mont Lacroix ist nicht einfach nur ein Luxushotel, es fühlt sich wirklich wie ein lebendiger Ort an. Die Beschreibungen sind unglaublich bildlich: draußen der glitzernde Schnee, die winterlichen Berge, die klare Bergluft; innen warmer Luxus, altehrwürdiger Charme und gleichzeitig eine gemütliche, fast heimelige Stimmung. Ich hatte beim Lesen ständig das Gefühl, selbst durch die Flure dieses Schloss-Hotels zu gehen. Gerade dieser Kontrast aus exklusivem Ambiente und familiärer Wärme macht den Reiz des Settings aus.

Besonders positiv überrascht hat mich zudem das elitäre Umfeld. Oft sind Settings dieser Art ja von Intrigen, Zickereien oder überzogenem Konkurrenzdenken geprägt. Hier ist das ganz anders. Das Mont Lacroix strahlt zwar Prestige aus, aber ohne diese typische Giftigkeit. Die Mitarbeitenden, die Familie und das gesamte Umfeld wirken herzlich und loyal. Man spürt richtig, wie gut dort alles ineinandergreift – wie Zahnräder, die perfekt zusammenarbeiten. Dieses Gefühl von Zusammenhalt und Vertrauen hat mir unglaublich gut gefallen und dem Hotel fast etwas Märchenhaftes verliehen.

Der Schreibstil von Alexandra Flint liest sich sehr flüssig und angenehm. Sie verliert sich nicht in unnötigen Längen, nimmt sich aber genau dort Zeit, wo Emotionen oder Atmosphäre Raum brauchen. Besonders mochte ich die eingestreuten Zeitungsartikel. Das ist ein kleines Stilmittel, das der Geschichte zusätzliche Dynamik gibt und die Handlung realistischer wirken lässt, ohne den Lesefluss zu stören.

Die beiden Hauptfiguren haben für mich das Buch wirklich getragen.
Noah war für mich besonders spannend, weil sein innerer Konflikt so greifbar ist. Man merkt deutlich, wie sehr er zwischen dem Druck seines Vaters und seinem eigenen moralischen Kompass zerrieben wird. Seine Leidenschaft für die Floristik wirkt authentisch und verleiht ihm Tiefe. Ich mochte sehr, dass er kein klassischer Bad Boy ist, sondern jemand, der eigentlich einfach nur frei sein und seinen eigenen Weg gehen will.
Lelibeth hat mich ebenfalls überzeugt. Sie ist stark, verantwortungsbewusst und unglaublich fokussiert auf das Hotel – manchmal fast zu sehr. Man spürt die enorme Last, die auf ihren Schultern liegt, und gleichzeitig bewundert man, wie souverän sie damit umgeht. Besonders schön fand ich ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte, in der langsam deutlich wird, dass sie lernen muss, auch Raum für sich selbst zu schaffen. Sie wirkt nie überzogen perfekt, sondern menschlich und nahbar.

Die Liebesgeschichte entwickelt sich ruhig, aber gefühlvoll. Sie basiert zwar auf einer problematischen Ausgangssituation, schließlich steht Noahs Geheimnis wie ein Damoklesschwert über allem, doch genau diese emotionale Spannung macht den Reiz aus. Ich konnte Noahs Zerrissenheit wirklich nachempfinden, was die romantischen Momente noch intensiver gemacht hat.

Wenn ich einen kleinen Kritikpunkt nennen müsste, dann vielleicht, dass das Tempo stellenweise eher ruhig ist. Wer sehr viel äußere Action erwartet, könnte das als langsam empfinden. Für mich hat es aber gut zur winterlichen, fast verträumten Atmosphäre gepasst.

Fazit

Insgesamt hat mich der erste Band der Mont Lacroix-Reihe „Longing for Lelibeth“ vor allem durch sein traumhaftes Setting, die warmherzige Hotel-„Familie“ und die emotional glaubwürdigen Hauptfiguren überzeugt. Ich habe mich im Mont Lacroix unglaublich wohlgefühlt und bin jetzt schon neugierig auf die Folgebände – besonders darauf, mehr über die Geschwister und ihre Geschichten zu erfahren.

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