Magische Küche trifft auf etwas zu viel Handlung
The House Witch 1 Cozy Fantasy mit besonderer Magie – aber nicht ganz rund
In The House Witch geht es um Finlay Ashowan, der als neuer Koch am Hof von König Norman anfängt – und schnell merkt man, dass er mehr ...
Cozy Fantasy mit besonderer Magie – aber nicht ganz rund
In The House Witch geht es um Finlay Ashowan, der als neuer Koch am Hof von König Norman anfängt – und schnell merkt man, dass er mehr ist als nur ein guter Koch. Fin ist nämlich eine Haushexe, deren Magie eng mit ihrem Zuhause, also vor allem der Küche, verbunden ist. Während er dort für Ordnung sorgt und sich nach und nach einen Platz am Hof erarbeitet, gerät er immer mehr in politische Spannungen, Intrigen und größere Zusammenhänge hinein. Unterstützt wird er dabei unter anderem von dem kleinen Kater Kraken und Annika, zu der er eine besondere Verbindung aufbaut.
Ich bin wirklich schnell in die Geschichte reingekommen, weil sie ohne große Umwege startet. Gerade Finn mochte ich von Anfang an gern – seine direkte Art und dass er sich nicht viel gefallen lässt, sorgt immer wieder für unterhaltsame Situationen, vor allem im Umgang mit dem Adel.
Was mir besonders gut gefallen hat, ist das Magiesystem. Die Idee der Haushexe fand ich richtig spannend und mal etwas anderes. Dass seine Magie so eng mit dem Zuhause, mit Kochen, Schutz und diesem „Wohlfühl“-Gefühl verbunden ist, hat mir total gut gefallen. Auch dass er eine männliche Hexe ist und zusätzlich noch etwas Besonderes, macht ihn als Figur nochmal interessanter.
Die Stimmung im Buch ist insgesamt eher ruhig und sehr angenehm – fast schon cozy. Es gibt viele Szenen aus dem Alltag, gerade in der Küche, die einfach eine schöne Atmosphäre schaffen. Zwischendurch gibt es auch immer wieder richtig schöne, herzige oder auch witzige Momente (und Kraken hat mein Herz sowieso komplett gewonnen).
Auch die Welt und die gesellschaftlichen Strukturen fand ich spannend, vor allem den Konflikt zwischen Adel und „einfachen“ Menschen. Das bringt immer wieder interessante und auch mal angespannte Situationen mit rein.
Allerdings muss ich auch sagen, dass mich das Buch nicht durchgehend fesseln konnte. Es passiert sehr viel und es werden viele Ideen und Handlungsstränge eingebaut, wodurch es teilweise etwas durcheinander wirkt. Manche Dinge gehen recht schnell, andere ziehen sich oder wirken ein bisschen wie Füllmaterial. Dadurch hatte ich manchmal das Gefühl, dass der rote Faden nicht ganz klar ist.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich gut lesen, aber die Geschichte bleibt insgesamt eher ruhig, wodurch der Spannungsbogen sich nur langsam entwickelt. Das hat bei mir dazu geführt, dass ich zwischendurch etwas abgeschweift bin.
Trotzdem hatte ich viele schöne Lesemomente und mochte vor allem die Grundidee, das Magiesystem und die Figuren sehr gern. Gerade Finn als Haushexe macht die Geschichte für mich besonders.
Insgesamt eine gemütliche Fantasygeschichte mit tollen Ansätzen und einer sehr schönen Grundstimmung – auch wenn sie für mich an manchen Stellen etwas straffer hätte sein können.